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Eine chaotische Welt — Kann die junge Generation sie ändern?Erwachet! 1976 | 22. September
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Wenn Kinder ins Entwicklungsalter kommen, beginnen sie zu erkennen, daß gewinnsüchtige Geschäftsleute für die schädliche geistige Kost verantwortlich sind, die ihnen vorgesetzt wird, z. B. für die Filme und die Fernsehstücke, in denen Verbrechen und Gewalttat verherrlicht werden. Eine führende US-Zeitschrift schrieb in ihrer Ausgabe vom September 1975: „Wenn Ihr Kind zu den amerikanischen Durchschnittskindern gehört, wird es, ehe es das 15. Lebensjahr erreicht haben wird, auf dem Bildschirm 13 000 Menschen sterben gesehen haben. Würde es während sämtlicher Programme, die in den Hauptsendezeiten dieses Jahres ausgestrahlt werden, in die Röhre gucken, könnte es — und zwar stündlich achtmal — zuschauen, wie Menschen ermordet, verprügelt, überfallen und ausgeraubt oder wie Frauen und Mädchen vergewaltigt werden. In drei von vier Programmen werden solche brutalen Szenen gezeigt.“
Wenn die Kinder heranwachsen, beginnen sie auch zu erkennen, daß habsüchtige Industrielle schuld daran sind, daß das Leben auf der Erde durch Schadstoffe bedroht wird und daß machtgierige politische Führer die Zivilisation gefährden, indem sie riesige Vorräte an Atomwaffen anlegen. Können wir es der jungen Generation verdenken, daß sie das System, das zu einem großen Teil dafür verantwortlich ist, daß sie keiner glücklichen, gesicherten Zukunft entgegensehen kann, immer mehr haßt? A. von Szent-Györgyi, der den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhielt, weiß, wie die Jugendlichen denken. Er schrieb:
„Sie empfinden alles als Lüge. Die großen politischen Parteien sind auf Gewinn und Macht aus, die Armee will herrschen, mästet sich mit den Leibern der Jugend. ... Sie sehen, daß die Religion immer auf der Seite der Mächtigen steht. Und während die Hälfte aller Kinder auf der Welt hungrig schlafen geht, ohne die notwendigen Nahrungsmittel für ihre körperlich und geistig gesunde Entwicklung, sehen unsere jungen Leute, daß wir Hunderte von Milliarden ausgeben, um unsere Atombombenarsenale und unser Raketenpotential immer höher aufzustocken. Sie sehen, daß die meisten politischen Führer allein auf ihre Wiederwahl, auf Erhaltung ihrer Macht bedacht sind und das Volk mit Argumenten abspeisen, gegen die sich die einfachste Logik sträuben müßte“ (Der fehlentwickelte Affe, S. 87, 88).
Ja, viele Jugendliche halten unsere Welt für korrupt und grausam. Und sind wir nicht gezwungen, ihre Auffassung zu teilen? Doch einige werden der jungen Generation sagen: „Ihr könnt die Welt verbessern. Ihr müßt nur die Regierungen von den korrupten, unsittlichen Elementen säubern. Das wird euch möglich sein.“ Kann die junge Generation diese chaotische Welt wirklich ändern? Kann sie sie erneuern und verbessern? Oder ist der Versuch, es zu tun, Zeitverschwendung?
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Läßt sich die Welt ändern?Erwachet! 1976 | 22. September
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Läßt sich die Welt ändern?
VIELE Leute haben gedacht, daß es möglich sei, die Welt zu verbessern. Und in der Vergangenheit hat sich die junge Generation eifrig daran versucht. Sie hat z. B. in den 1960er Jahren mit ihren Bemühungen, das gegenwärtige System zu reformieren, immer wieder Schlagzeilen gemacht. Tausende protestierten gemeinsam gegen eine Gesellschaft,
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