Der Durst eines Riesen wird gelöscht
Vom „Awake!“-Korrespondenten in Mexiko
MEXICO CITY mit seinen schätzungsweise 17 Millionen Einwohnern ist jetzt die größte Stadt der Welt. Eine derart riesige Metropole mit genügend Wasser zu versorgen ist eine große Herausforderung.
Jeder Einwohner verbraucht jeden Tag durchschnittlich 360 Liter. Man schätzt, daß die Bevölkerung von Mexico City im Jahre 2000 auf 28 Millionen angewachsen sein wird, was die Lage noch schwieriger gestaltet. Diese Situation hat eine intensive Suche nach einer Wasserversorgung ausgelöst, die sowohl den gegenwärtigen als auch den künftigen Bedarf zu decken vermag.
Bis zum Jahre 1982 wurde Mexico City aus zahlreichen Brunnen und Quellen und auch aus einigen Flüssen, die in den südlich und westlich gelegenen Bergen entspringen, mit Wasser versorgt. Die hauptsächliche Trinkwasserquelle für die Hauptstadt war und ist allerdings immer noch der sumpfige Boden unter der Stadt selbst. Dieser enthält 85 Prozent Wasser. Die Stadt entzieht jedoch dem Boden mehr Wasser, als durch den Regen wieder aufgefüllt werden kann. Infolgedessen hat sich die Stadt nach und nach gesenkt — in manchen Gebieten immerhin um 30 Zentimeter im Jahr.
Um die Lage zu entspannen, zog Mexico City den Rio Cutzamala und seine Nebenflüsse in Betracht. Allerdings standen zwei Hindernisse im Weg. Eines ist die Entfernung. Der Fluß liegt etwa 200 Kilometer von Mexico City entfernt. Doch eine größere Barriere ist die, daß das Wasser 2 000 Meter hoch befördert werden muß. Man stelle sich vor: Das Wasser muß auf eine Höhe gebracht werden, die fast fünfmal so hoch ist wie das höchste Gebäude der Welt!a
Eine Wasserleitung vom Rio Cutzamala bis in das 900 Meter höher gelegene Colorines-Reservoir war bereits angelegt. Doch das Wasser mußte immer noch 1 100 Meter höher gepumpt werden und zusammen mit Wasser aus kleineren Reservoiren nach Mexico City weitergeleitet werden. In der Geschichte der Wasserwerke hat es nie zuvor eine Anlage gegeben, die so viel Wasser so hoch pumpte.
Zur Zeit sind die ersten drei Stufen fertiggestellt. Stufe eins liefert 4 000 Liter je Sekunde aus dem Villa-Victoria-Reservoir. Ab Oktober 1984 erhält Mexico City 2 000 Liter je Sekunde mehr, und man hofft, im Jahre 1987 das Ziel von 19 000 Litern je Sekunde zu erreichen.
Die Einwohner von Mexico City haben allen Grund, dankbar zu sein, nicht nur den Ingenieuren und Arbeitern, die die „Cutzamala-Anlage“ bauen, sondern auch dem Einen, der den „Regen vom Himmel“ fallen läßt, um die ganze Menschheit mit Wasser zu versorgen (Apostelgeschichte 14:17).
[Fußnote]
a Der Sears Tower in Chicago ist 443 Meter hoch.
[Karte auf Seite 20]
(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)
KARTE VOM MEXIKO
Mexico City
Colorines-Reservoir
Rio de las Balsas
Rio Cutzamala
Villa-Victoria-Reservoir