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    Der Wachtturm 1962 | 15. Dezember
    • Teil 3

      „Das Wort“ — von wem spricht Johannes?

      1. (a) Wer war Johannes, und wie zeigte er, wer Jesus war? (b) Welche Bedeutung geben Trinitarier der Stelle Johannes 10:30?

      JOHANNES, der Sohn des Zebedäus aus Bethsaida, war mit dem Wort persönlich bekannt. Er sagt uns, daß dieses Wort im Himmel der Gefährte Gottes gewesen, vor etwa zweitausend Jahren von einer jüdischen Jungfrau in Bethlehem geboren worden und dadurch Fleisch geworden sei. Johannes, der einer von seinen zwölf Aposteln wurde, kennzeichnet ihn als Jesus Christus, den Sohn Gottes. Es gibt heute Menschen, die das, was Johannes über das Wort schrieb, heranziehen, um zu beweisen, Jesus Christus sei mehr als Gottes Sohn gewesen. Sie meinen, er sei ein Gottmensch geworden, also Gott selbst gewesen. Dreieinigkeitslehrer versuchen anhand des Textes Johannes 10:30 zu beweisen, daß Jesus selbst behauptet hätte, Gott zu sein. Dort heißt es: „Ich und der Vater sind eins.“ Doch in der darauffolgenden Auseinandersetzung zwischen Jesus und den Juden bewies er ihnen, daß er keineswegs behauptet hatte, er sei Gott. Jesus erklärte: „… ich sagte: Ich bin Gottes Sohn.“ (Johannes 10:36) Wie waren jedoch er und sein Vater eins, wenn er nicht selbst Gott war?

      2, 3. Was wollten die Juden von Jesus wissen, und was antwortete ihnen Jesus, was mit seinen Worten gemäß Johannes 10:30 im Zusammenhang steht?

      2 Jesus hatte eben ein Gleichnis erzählt, in dem er von sich selbst als dem guten Hirten und von seinen Nachfolgern als seinen Schafen gesprochen hatte, da umringten ihn die Juden und sprachen: „Bis wann hältst du unsere Seele hin? Wenn d u der Christus bist, so sage es uns frei heraus.“

      3 Jesus erwiderte, sie sollten ihn an seinen Werken erkennen können: „Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet nicht. Die Werke, die i c h in dem Namen meines Vaters tue, diese zeugen von mir; aber i h r glaubet nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe. Meine Schafe hören meine Stimme, und i c h kenne sie, und sie folgen mir; und i c h gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen n i c h t verloren ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben. Ich und der Vater sind eins.“ — Johannes 10:24-30.

      4. Inwiefern bezieht sich dieses Einssein nicht auf eine Dreieinigkeit, wie Geistliche dies lehren?

      4 Inwiefern waren sie eins? Eins im Leib? Eins im Wesen? Eins in dem Sinne, daß sie zusammen e i n e n Gott bildeten? Eins als Glieder einer Dreieinigkeit oder eines Gottes in drei Personen, von denen die dritte der Heilige Geist war? Nein! Denn wenn sie zu einer Dreieinigkeit oder einem dreieinigen Gott gehört hätten, dann wären die zwei nicht eins, sondern nur zwei Drittel gewesen, denn die Dreieinigkeit besteht aus drei Personen, nämlich aus „Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem Heiligen Geist“.

      5. Inwiefern waren sie eins wie ein Vater und Sohn, und wie eins im Zeugnis?

      5 Statt eine Dreieinigkeit zu sein, waren Jesus und sein Vater in dem Sinne eins, daß sie als Vater und Sohn in Übereinstimmung miteinander waren. Es gab nie Meinungsverschiedenheiten unter ihnen. Das Zeugnis des Sohnes stimmte mit dem Zeugnis des Vaters überein. Jesus, der Sohn, sprach zu den Juden: „Mit mir ist der, welcher mich gesandt hat. Nun steht doch auch in eurem Gesetz geschrieben, daß das Zeugnis zweier Personen wahr (= rechtsgültig) ist. I c h lege Zeugnis von mir ab, und der Vater, der mich gesandt hat, legt auch Zeugnis von mir ab.“ (Johannes 8:16-18, Menge) Jesus sprach hier von sich selbst und seinem Vater als zwei verschiedenen Personen. Da eine Sache von mindestens zwei Zeugen bestätigt werden mußte, war somit genügend Zeugnis erbracht, damit die Juden hätten glauben können. Obgleich der Vater und der Sohn zwei verschiedene Einzelpersonen waren, waren sie doch eins in ihrem Zeugnis, denn beider Zeugnisse waren in Übereinstimmung.

      6, 7. (a) Welche Hirtenvorkehrungen verhieß Jehova gemäß dem Propheten Hesekiel seinem schafähnlichen Volk? (b) Wie waren Jesus und der Vater eins in ihrer Fürsorge für die Schafe?

      6 Der Vater und der Sohn waren auch eins in ihrer Fürsorge für die Schafe. Lange zuvor hatte Gott verheißen, einen treuen Hirten über schafähnliche Menschen einzusetzen. Gott hatte gesagt (Hesekiel 34:23, 24): „Ich werde e i n e n Hirten über sie erwecken, und er wird sie weiden — meinen Knecht David: der wird sie weiden, und der wird ihr Hirt sein. Und ich, Jehova, werde ihr Gott sein, und mein Knecht David wird Fürst sein in ihrer Mitte. Ich, Jehova, habe geredet.“ Jehova Gott erweckte seinen Sohn Jesus Christus, den Nachkommen des Königs David, um diese Prophezeiung über den „einen Hirten“ gleich König David zu erfüllen.

      7 Jesus, der Hirte, sagte, er werde sich die Schafe nicht von wolfähnlichen Feinden rauben lassen. Auch der Vater, der ihm diese Schafe übergeben habe, würde keinem Feind gestatten, sie aus seiner eigenen Hand zu rauben. Der Vater und der Sohn waren im Beschützen und Bewahren der Schafe einig. Sie hatten das gemeinsame Ziel, diese Schafe vor der Vernichtung zu bewahren und sie zum ewigen Leben zu erretten. So die gleichen Interessen vertretend, waren der Vater und der Sohn eins. Aus diesem Grunde sagte Jesus, er verrichte seine Werke „in dem Namen meines Vaters“. In seinen Werken handelte er als Vertreter und Beauftragter seines Vaters.

      8. Wie waren sie eins hinsichtlich des Willens, der getan werden sollte?

      8 Jesus erbrachte den Beweis, daß sie immer eins und nie uneins waren, als er sprach: „Ich bin vom Himmel herniedergekommen, nicht auf daß ich m e i n e n Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am letzten Tage. Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und i c h werde ihn auferwecken am letzten Tage.“ (Johannes 6:38-40) Er verfehlte nicht, diesen Willen Gottes zu tun, sondern setzte sein ganzes Leben dafür ein. Er sagte: „Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.“ — Johannes 4:34.

      9. Wie waren sie eins in ihrer Handlungsweise?

      9 Jesus handelte nie unabhängig von seinem Vater, sondern blieb beständig in Einheit mit ihm. Er sprach: „I c h kann nichts von mir selbst tun; so wie ich höre, richte ich, und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ (Johannes 5:30) Verrät dies nicht eine vollkommene Harmonie zwischen dem Vater und dem Sohn? Doch diese Einheit verlangte nicht, daß Jesus sagen mußte: Ich bin Gott; ich bin mein eigener Vater.

      10, 11. Welches Gebet Jesu an seinen Vater wirft Licht darauf, was für eine Einheit unter ihnen besteht?

      10 Daß diese Einheit zwischen Jesus Christus und Jehova Gott so zu verstehen ist, wird durch das Gebet bewiesen, in dem Jesus seinen himmlischen Vater um die Einheit unter den Schafen bat. In diesem Gebet nennt Jesus sich selbst nicht Gott, sondern er sagt zu seinem Vater:

      11 „Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen. Ich habe deinen Namen geoffenbart den Menschen, die du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie, und mir hast du sie gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben; auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir, auf daß auch s i e in uns eins seien, auf daß die Welt glaube, daß d u mich gesandt hast. Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe i c h ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, gleichwie w i r eins sind; ich in ihnen und du in mir, auf daß sie in eins vollendet seien, [und] auf daß die Welt erkenne, daß du mich gesandt und sie geliebt hast, gleichwie du mich geliebt hast. Vater, ich will, daß d i e, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo i c h bin, auf daß sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.“ — Johannes 17:3, 6, 20-24.

      12. (a) Warum konnte Jesus nicht gemeint haben, er und sein Vater wären „ihrer Substanz nach“ eins? (b) Was zeigt, daß sich Jesus nicht mit Gott auf dieselbe Stufe stellte?

      12 Jesus nannte seinen himmlischen Vater in diesem Gebet „den allein wahren Gott“ und sagte: „Gleichwie du, Vater, in mir [bist], und ich in dir … gleichwie wir eins sind.“ Meinte Jesus damit, daß er und sein Vater ein Gott wären oder zwei Personen eines dreieinigen Gottes, von dem das dritte Glied noch nicht einmal erwähnt wird? Wollte Jesus damit sagen, daß er und sein Vater, wie dies Trinitarier lehren, „ihrer Natur oder Substanz nach“ eins wären? Wie könnte dies der Fall sein, angesichts dessen, was Jesus, damals von irdischer Natur, zu Gott, der geistiger Natur ist, noch betete? (Johannes 4:24) Indem er seinen Vater „den allein wahren Gott“ nannte, schloß er sich selbst davon aus, Gott oder auch nur ein Teil oder eine Person Gottes zu sein. Andernfalls wäre der Vater nicht der allein wahre Gott gewesen. Das Wort „allein“ wird definiert als „einzig in seiner Art oder Klasse; einzig, zufolge seiner Überlegenheit; hervorragend; hauptsächlich“ (Webster). Nach den Worten Jesu war sein Vater nicht nur der wahre Gott, sondern der „alleinige“. Gemäß seinen eigenen Worten stellte sich Jesus nicht Gott gleich.

      13. Wer gab Jesus Menschen aus dieser Welt?

      13 Als Jesus sagte, sein Vater, der allein wahre Gott, habe ihm Jünger aus der Welt gegeben, meinte er nicht, er habe sich als Gott selbst etwas gegeben. Einige Apostel Jesu, die sein Gebet mithörten, waren vorher Jünger Johannes’ des Täufers gewesen, doch Johannes hatte sie Jesus, dem Bräutigam, übergeben, der das Anrecht auf sie als seine Brautklasse hatte. Doch Jesus bezeichnete seine Jünger nicht als eine Gabe, die er sich selbst gegeben hätte, sondern als eine Gabe, die er von dem „allein wahren Gott“, seinem himmlischen Vater, empfangen hatte. „Mir hast du sie gegeben.“

      14. (a) Was wäre — gäbe es eine Dreieinigkeit —, wenn die Jünger Jesu eins würden, wie Jesus und sein Vater eins sind? (b) Auf welche Weise werden daher die Jünger eins gemacht?

      14 Außerdem sprach Jesus nicht nur davon, daß er und sein Vater eins seien, sondern auch, daß alle seine Jünger ebenfalls eins seien: „Daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir, auf daß auch s i e in uns eins seien, … daß sie eins seien, gleichwie w i r eins sind.“ Indem Jesus darum betete, daß seine Jünger „in uns eins seien“, wollte er sicherlich nicht sagen, daß seine Jünger in eine Dreieinigkeit aufgenommen werden sollten, so daß die Dreieinigkeit von drei auf hundertvierundvierzig­tausendunddrei Personen anwachsen würde, wodurch sie nicht mehr ein dreifältiger, sondern ein vielfältiger Gott wäre. Unsinn! Jesus sagte, seine Jünger sollten so eins sein, wie er und sein Vater eins seien. Wie würde dies geschehen? Nicht indem sie e i n Gott oder e i n e Person, bestehend aus vielen Einzelpersonen, würden. Nein! Sie würden eins im Glauben an den einen Gott und an seinen Sohn, den er gesandt hatte; eins in ihren Früchten, die sie durch den gleichen Geist hervorbrächten; eins in ihrer Tätigkeit; eins in der unter ihnen bestehenden Harmonie und Einstimmigkeit. Auch würden sie eins, indem sie das gleiche Vorhaben und Ziel hätten: Jehova, den „allein wahren“ Gott, zu rechtfertigen und die Errettung der menschlichen Familie durch Jesus Christus zu verkünden — was zur Verherrlichung Gottes beitrüge.

      15. (a) Warum sind aufgrund dieser Tatsache Jesus und sein Vater nicht eins im Sinn einer Dreieinigkeit? (b) Wie sind alle Jünger im Vater und im Sohn eins?

      15 Sie bilden auch eine einzige Familie, da alle diese Jünger von Gott gezeugt sind, damit sie geistige Söhne Gottes und somit die Brüder Jesu Christi werden. Da alle diese Jünger genauso eins werden, wie der himmlische Vater und sein Sohn Jesus Christus eins sind, können der Vater und der Sohn nicht e i n Gott sein, der aus mehr als einer Person besteht. Der himmlische Vater bleibt der allein wahre Gott, und Jesus Christus, den er ausgesandt hat, bleibt der Sohn des „allein wahren“ Gottes. Alle 144 000 geistgezeugten Jünger Jesu Christi sind eins im Vater und im Sohn, weil sie in einem besonderen harmonischen Familienverhältnis in Einheit mit ihnen sind.

      „ICH BIN“

      16, 17. (a) Welchen weiteren Text, der Abraham betrifft, führen Trinitarier an, um ihre Ansicht zu stützen? (b) Was sagen die Drioux-Bibelausgabe und die Knox-Übersetzung über diesen Ausdruck?

      16 Trinitarier führen einen weiteren Text an, wenn sie beweisen wollen, die Schriften des Johannes lehrten, Jesus Christus sei Gott. Dieser Text, Johannes 8:56-58, ist ein Teil der aufgezeichneten Auseinandersetzung zwischen Jesus und den Juden: „Abraham, euer Vater, frohlockte, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham ward, bin i c h.“

      17 Über diesen Ausdruck sagt der Kommentar der Abbé-Drioux-Ausgabe der Heiligen Schrift: „Ehe Abraham war, bin ich, in der Tat, ewiger Gott, ehe Abraham geboren war.“a In einer Fußnote seiner Bibelübersetzung sagt Monsignore Ronald A. Knox: „Vers 58. ‚Ich bin‘; hier scheint unser Herr ausdrücklich einen göttlichen Titel für sich zu beanspruchen. Vergleiche 2. Mose 3:14.“b Somit wenden wir uns 2. Mose 3:14 zu und lesen: „Da sprach Gott zu Mose: I c h b i n, d e r i c h b i n. Und er sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: ‚I c h b i n‘ hat mich zu euch gesandt.“

      18. (a) Wie wurde der Ausdruck „Ich bin“ in dem Text 2. Mose 3:14 gebraucht? (b) Welche modernen Übersetzungen der Schriftstelle Johannes 8:58 zeigen, daß Jesus nicht Jehova Gott zu sein behauptete?

      18 Der Ausdruck „Ich bin“ wird hier als Titel oder Name gebraucht, und im Hebräischen ist dieser Ausdruck nur ein Wort, Ehyéh (אהיה). Jehova Gott gab Moses hier den Befehl, zu den Kindern Israel zu gehen. Behauptete somit Jesus nach Johannes 8:58, Gott zu sein? Nicht gemäß vielen neueren Bibelübersetzungen, wie die folgenden Zitate beweisen: Moffat: „Ich habe existiert, ehe Abraham geboren wurde.“c Schonfield und Eine Amerikanische Übersetzung: „Ich existierte, ehe Abraham geboren wurde.“d Stage: „Ehe Abraham geworden ist, war ich.“ Pfäfflin: „Ehe es einen Abraham gab, war ich schon da!“ George M. Lamsa, der aus der syrischen Peschitto übersetzte, gibt den Text wie folgt wieder: „Ehe Abraham geboren ward, war ich.“e Dr. James Murdoch, der ebenfalls aus der syrischen Peschitto-Version übersetzte, sagt: „Ehe Abraham existierte, war ich.“f Die brasilianische Heilige Schrift, von der katholischen Bibelzentrale von Sao Paulo herausgegeben, sagt: „Ehe Abraham existierte, existierte ich.“ (2. Ausgabe von 1960, Biblia Sagrada, Editora „AVE MARIA“ Ltda).g

      19. (a) In welcher Sprache redete Jesus zu den Juden? (b) Wie zeigt die hebräische Übersetzung dieser Worte durch moderne Bibelübersetzer, daß Jesus nicht vorgab, der große „Ich bin“ zu sein?

      19 Wir dürfen nicht vergessen, daß Jesus, als er mit jenen Juden sprach, die gebräuchliche hebräische Sprache und nicht die griechische Sprache benutzte. Moderne hebräische Übersetzungen geben den griechischen Text von Johannes 8:58 in dem biblischen Hebräisch wie folgt wieder: Dr. Franz Delitzsch: „Ehe Abraham war, bin ich gewesen.“h Isaac Salkinson und David Ginsburg: „Ich bin gewesen, als es noch keinen Abraham gab.“i In diesen beiden hebräischen Übersetzungen gebrauchen die Übersetzer für den Ausdruck „Ich bin gewesen“ zwei hebräische Wörter, ein Fürwort und ein Zeitwort, nämlich aní hayíthi; sie gebrauchen nicht das eine hebräische Wort Ehyéh. Somit unterstützen sie nicht die Ansicht, daß Jesus versucht habe (Johannes 8:58), Jehova Gott nachzuahmen und den Eindruck zu erwecken, als ob er selbst Jehova wäre, der ICH BIN.

      20. (a) Was kann über das Vorkommen des griechischen Ausdruckes Egó eimí im 8. Kapitel des Johannesevangeliums gesagt werden? (b) Warum geben viele Bibelübersetzungen diesen Ausdruck im 58. Vers nicht genauso wieder, wie sie es in den anderen Versen tun?

      20 In welcher Sprache schrieb Johannes seinen Bericht über das Leben Jesu Christi? Nicht in der hebräischen, sondern in der griechischen Sprache, in der dieser umstrittene Ausdruck lautet: Egó eimí. Allein, ohne einführende Worte, bedeutet Egó eimí „ich bin“. Egó eimí erscheint auch an der Stelle Johannes 8:24, 28; hier wird dieser Ausdruck in der Lutherbibel mit „ich es sei“ und in der Elberfelder Übersetzung mit „ich es bin“ wiedergegeben. (In der Schlatter-Übersetzung heißt es lediglich „ich bin“.) Doch im Text Johannes 8:58 geben diese Übersetzungen diesen Ausdruck nicht mit „ich es bin“, sondern nur mit „ich bin“ wieder. Sie wollen uns offensichtlich den Gedanken vermitteln, daß Jesus nicht lediglich auf seine Existenz hinweist, sondern daß er sich selbst in einer Nachahmung von 2. Mose 3:14 einen Titel gibt, der Jehova Gott gehört.j

      21. Gebraucht die griechische Septuaginta-Übersetzung von 2. Mose 3:14 den Ausdruck Egó eimí für den Namen Gottes? (b) Wie können somit Trinitarier Johannes 8:58 nicht auslegen?

      21 Als der Apostel den Text Johannes 8:58 schrieb, zitierte er nicht aus der griechischen Septuaginta, einer Übersetzung der Hebräischen Schriften, die vor Christi Geburt von griechisch sprechenden Juden in Alexandrien, Ägypten, gemacht worden war. Jeder, der griechisch lesen kann, möge somit den griechischen Text Johannes 8:58 mit 2. Mose 3:14 in der griechischen Septuaginta vergleichen und er wird finden, daß die Septuaginta in der Schriftstelle 2. Mose 3:14 (als Gott zu Moses sprach: „‚Ich bin‘ hat mich zu euch gesandt“) nicht den Ausdruck Egó eimí für den Namen Gottes gebraucht, sondern den Ausdruck ho Ōn, welcher „der Seiende“ oder „der, welcher ist“ bedeutet. Diese Tatsache wird uns in der Übersetzung der griechischen Septuaginta von Bagster dargelegt, wo 2. Mose 3:14 folgendermaßen lautet: „Und Gott redete zu Moses und sagte, ich bin DER SEIENDE [ho Ōn]; und er sprach: So sollt ihr zu den Kindern Israel sagen, DER SEIENDE [ho Ōn] hat mich zu euch gesandt.“ Gemäß der von Charles Thomson angefertigten Übersetzung der griechischen Septuaginta heißt 2. Mose 3:14: „Gott redete zu Moses und sprach: Ich bin Der Ich Bin [ho Ōn]. Weiter sagte er: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: Der Ich Bin [ho Ōn] hat mich zu euch gesandt.“k Der Vergleich zwischen den beiden griechischen Texten, dem aus der griechischen Septuaginta und Johannes 8:58, entzieht Dreieinigkeitsverfechtern jede Grundlage für die Behauptung, Jesus habe, nach Johannes 8:58, versucht, 2. Mose 3:14 auf sich selbst so anzuwenden, als ob er selber Jehova Gott wäre.

      22, 23. (a) Wie wird der Ausdruck ho õn gebraucht und an anderen Stellen der Schriften des Johannes angewandt? (b) Was meinte Jesus dann lediglich gemäß Johannes 8:58?

      22 Allerdings erscheint auch der griechische Ausdruck ho Ōn in den Schriften des Apostels Johannes, und zwar in den griechischen Texten Johannes 1:18; 3:13, 31; 6:46; 8:47; 12:17; 18:37, jedoch nicht als Titel oder Name. Vier dieser Verse wenden diesen Ausdruck nicht auf Jesus, sondern auf andere Personen an. In der Offenbarung gebraucht jedoch der Apostel Johannes den Ausdruck ho Ōn fünfmal als Titel oder Bezeichnung (Offenbarung 1:4, 8; 4:8; 11:17; 16:5), aber er wird in allen fünf Fällen auf Jehova Gott, den Allmächtigen, angewandt, nicht auf das Lamm Gottes, das Wort Gottes.

      23 Offenbarung 1:4, 8 heißt zum Beispiel: „Johannes den sieben Versammlungen, die in Asien sind: Gnade euch und Friede von dem, der da ist [ho ōn], und der da war, und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Throne sind.“ „I c h bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der da ist [ho ōn], und der da war, und der da kommt, der Allmächtige.“ Offenbarung 4:8 bezieht ho ōn auf den Herrn, Gott den Allmächtigen auf seinem himmlischen Thron, und Offenbarung 5:6, 7 zeigt, daß das Lamm Gottes später zu ihm kommt. Offenbarung 11:17 nimmt mit ho ōn Bezug auf den Herrn, Gott den Allmächtigen, der seine Königsherrschaft antritt. Offenbarung 16:5 wendet ho ōn auf Gott, den Herrn, an, wenn er als Richter amtet. Somit ist Johannes 8:58 absolut kein Beweis für die Behauptung der Geistlichkeit, daß es einen „dreieinigen Gott“ gäbe, denn in diesem Vers sagt Jesus lediglich, daß er im Himmel bei seinem Vater gelebt habe, bevor er auf die Erde gekommen sei, und daß dieses vormenschliche Leben begonnen habe, ehe Abraham geboren worden sei. Stage, Pfäfflin, Moffat und andere Übersetzungen zeigen das in ihrer Wiedergabe des Textes Johannes 8:58.

      ÄHNLICH, JEDOCH UNTERGEORDNET

      24. Wie gebrauchen Trinitarier den Text Johannes 14:9, doch was meinte Jesus, als er sagte: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“?

      24 Ein Trinitarier mag jedoch jetzt einwenden, ob wir vergessen hätten, was Jesus dem Apostel Philippus gesagt habe: „So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ (Johannes 14:9) Ja, das stimmt, doch ist dies etwas ganz anderes, als wenn Jesus gesagt hätte: „Ich bin der Vater.“ Jesus hatte soeben Philippus und den anderen treuen Aposteln gesagt, daß er zu Gott, seinem Vater, gehen würde; wie konnte somit Jesus im gleichen Atemzug sagen, daß Philippus, wenn er Jesus anschaue, den Vater anschaue? Jesus konnte das nicht gemeint haben, denn er machte einen Unterschied zwischen sich und Gott, seinem Vater, z. B. als er sagte: „Ihr glaubet an Gott, glaubet auch an mich.“ (Johannes 14:1) Wieso der Ausdruck „auch an mich“, wenn Jesus selbst Gott wäre? Philippus bat Jesus: „Herr, zeige uns den Vater.“ Jesus antwortete, daß er die ganze Zeit, die er bei ihnen gewesen sei, gerade dies getan habe. Er hatte ihnen erklärt, wer sein himmlischer Vater war. Er hatte ihnen die Eigenschaften seines himmlischen Vaters gezeigt. Er ahmte seinen Vater nach. Er war ihm ähnlich, und zwar so sehr, daß es war, als würde man, wenn man Jesus sah, auch den Vater sehen.

      25, 26. (a) Weshalb konnte Jesus, wenn wir Johannes 1:18 betrachten, nicht gemeint haben, daß die Apostel den Vater sahen? (b) Was sagte Jesus gemäß Johannes 5:37 zu den Juden, was beweist, daß Jesus nicht Gott ist?

      25 Als Jesus sagte: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“, konnte er nicht gemeint haben, daß die Apostel Gott sähen, den, welchen Jesus als Vater bezeichnete oder anredete. Viele Jahre nachdem Jesus diese Worte gesprochen hatte, schrieb der Apostel Johannes: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns (und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater) voller Gnade und Wahrheit; … die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden. Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht.“ (Johannes 1:14, 17, 18) Indem Jesus das Vorhaben seines Vaters kundmachte und es erklärte und indem er über seinen Vater berichtete, ihn nachahmte und wie jener handelte, bewirkte er, daß die Apostel, wenn sie Jesus sahen, auch Gott, seinen Vater, sahen.

      26 Daher sprach Jesus zu den Juden: „Der Vater, der mich gesandt hat, er selbst hat Zeugnis von mir gegeben. Ihr habt weder jemals seine Stimme gehört, noch seine Gestalt gesehen.“ (Johannes 5:37) Doch diese Juden sahen tatsächlich die Gestalt Jesu und hörten auch seine Stimme. Jesus sagte ihnen, daß sie, wenn sie dem Propheten Moses glaubten, auch ihm glauben würden; und Jesus wußte aus Moses, Schriften, daß Gott auf dem Berg zu Moses gesagt hatte: „Du vermagst nicht mein Angesicht zu sehen, denn nicht kann ein Mensch mich sehen und leben.“ (2. Mose 33:20) Diese Juden sahen Jesus und blieben dennoch am Leben, was beweist, daß Jesus nicht Gott war. Demzufolge ist Johannes 14:9 ebenfalls kein Beweis dafür, daß Jesus Gott ist.

      27. Wie verglich Jesus sich selbst mit einem Schüler, und welche Stellung nimmt er gemäß seinen eigenen Worten Gott gegenüber ein?

      27 Wiederum stellen wir also fest, daß Jesus nie von sich selbst wie von Gott sprach oder sich selbst Gott nannte. Anstatt sich mit Gott auf die gleiche Stufe zu stellen, stellte er sich immer auf eine niedrigere Stufe, nämlich auf die Stufe eines Jüngers Gottes. Er sagte: „Ich [tue] nichts von mir selbst …, sondern wie der Vater mich gelehrt hat, das rede ich.“ (Johannes 8:28) Gott war der Lehrer Jesu, und Jesus stand als Schüler nicht über seinem Lehrer, Gott, noch war er ihm gleich. Jesus zählte sich somit selbst zur Klasse der anderen Kinder Zions, der Organisation Gottes, über die er sagte: „Es steht in den Propheten geschrieben: ‚Und sie werden alle von Gott gelehrt sein‘. Jeder, der von dem Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.“ (Johannes 6:45; Jesaja 54:13) Als Jünger oder Schüler seines Vaters lernte Jesus fortwährend von ihm.

      28. Was tat Jesus, nach seiner eigenen Aussage, als einer, der vom Vater lernte?

      28 Diesen Gedanken unterstützt Johannes 8:25-27: „Jesus sprach zu ihnen: … der mich gesandt hat, ist wahrhaftig; und i c h, was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. Sie erkannten nicht, daß er von dem Vater zu ihnen sprach.“ Später sagte Jesus zu diesen Juden: „Jetzt aber suchet ihr mich zu töten, einen Menschen [griechisch: ánthropos], der die Wahrheit zu euch geredet hat, die ich von Gott [ho Théos] gehört habe.“ Zu seinen treuen Aposteln sagte er: „Ich habe euch Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe.“ — Johannes 8:40; 15:15.

      29. Was tat gemäß Jesu Worten der Vater mit ihm, und was beweist dies bei einem Vergleich zwischen Jesus und Gott?

      29 Als einer, der gehört hatte und belehrt worden war, nannte sich Jesus wiederholt einen, der von seinem himmlischen Vater gesandt worden sei (Johannes 12:44, 45, 49, 50): „Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, e r hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen, und was i c h reden soll; und ich weiß, daß sein Gebot ewiges Leben ist. Was ich nun rede, rede ich also, wie mir der Vater gesagt hat.“ Gerade die Tatsache, daß er gesandt war, beweist, daß er nicht Gott gleich war, sondern geringer war als Gott, sein Vater.

      30. Wie zeigte Jesus durch die von ihm selbst angeführte Regel, ob er so groß war wie sein Vater?

      30 Es war Jesus selbst, der diese Regel erklärte, als er seinen Aposteln sagte: „Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch ein Gesandter größer, als der ihn gesandt hat.“ (Johannes 13:16) Genau wie Gott, der Jesus ausgesandt hatte, größer war als er, so war Jesus größer als seine Jünger, die er aussandte. Jesus stellte diesen Vergleich an, als er zu ihnen sprach: „Friede euch! Gleichwie der Vater mich ausgesandt hat, sende i c h auch euch.“ (Johannes 20:21) So sendet der Größere den Geringeren.

      31. Was war seine Speise, obwohl er nach buchstäblicher Speise hungerte?

      31 Weil Jesus gesandt war, einen Auftrag auszuführen, kam er nicht, um seinen eigenen Willen zu tun oder nach eigenem Gutdünken dem Fleische gemäß zu handeln. Er kam, den Willen des Größeren zu tun, der ihn gesandt hatte. Er tat den Willen Gottes, selbst als er buchstäblich Hunger litt. Er sagte: „Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.“ — Johannes 4:34.

      32. Wann war Jesus ausgesandt worden, und wo war er daher niedriger als Gott gewesen?

      32 Jesus wurde nicht erst gesandt, als er im Fleische auf der Erde war, sondern er war vom Himmel aus gesandt worden. Zum Beweis dafür sagte er: „Ich bin vom Himmel herniedergekommen, nicht auf daß ich m e i n e n Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere.“ (Johannes 6:38, 39) Sogar im Himmel war also Jesus geringer als sein Vater gewesen. In der ihm zur Verfügung stehenden Zeit tat er unablässig das Werk seines Vaters, der ihn ausgesandt hatte. Er sagte: „Ich muß die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.“ (Johannes 9:4) All dies sind weitere Beweise dafür, daß Jesus nicht Gott war, dessen Wille getan werden mußte, sondern daß er niedriger war als Gott und selbst Gottes Willen tat.

  • Der Ursprung seines Lebens
    Der Wachtturm 1962 | 15. Dezember
    • Teil 4

      Der Ursprung seines Lebens

      33. (a) Was tat Jesus als Sohn seinem Vater gegenüber? (b) Inwieweit sollten nach Jesu Worten alle Menschen den Sohn ehren?

      IMMER mehr häufen sich aus den Schriften des Johannes die Beweise dafür, daß Jesus Christus der Sohn Gottes war. Es ist ersichtlich, daß Jesus als Gottes Sohn nicht Gott gleich, sondern ihm untertan und von ihm abhängig war. Ein Sohn ist nicht größer als sein Vater, er muß vielmehr gemäß dem Gebot Gottes seinen Vater ehren. Als Gottes Sohn sagte Jesus: „Ich ehre meinen Vater.“ (Johannes 8:49) Mit welchem Recht kann man dann sagen, er hätte sich selbst zu Gott oder Gott gleich gemacht, als er sprach: „Der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohne gegeben, auf daß alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat“? (Johannes 5:22, 23) Jesus sagte nicht, daß wir ihn als Vater oder Gott ehren sollten oder daß wir dem Sohn ebensoviel Ehre erweisen sollten wie dem Vater.

      34. Weshalb sollte der Sohn geehrt werden, und wieviel Ehre steht ihm zu?

      34 Sieh dir noch einmal die Worte Jesu an, und du wirst besser verstehen, weshalb er sagte, alle sollten „den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren“. Jesus sagte, der Vater habe ihn zum Richter eingesetzt, damit er als Bevollmächtigter oder Vertreter Gottes, des höchsten Richters, handele. Als von Gott eingesetzter Richter verdiente daher der Sohn geehrt zu werden. Wenn wir den Sohn ehren, zeigen wir, daß wir die göttliche Ernennung des Sohnes zum Richter respektieren. Wenn wir den Sohn als Richter nicht ehren, ehren wir auch „den Vater nicht, der ihn gesandt hat“. Doch bedeutet dies nicht, daß wir den Sohn so ehren, als wenn er Gott wäre, oder daß wir dem Sohn so viel Ehre erweisen wie Gott selbst, der den Sohn ausgesandt hat.

      35. (a) Wer ehrte Jesus, und wieviel Ehre erwies er ihm? (b) In welchem Größenverhältnis steht Jesus zu Gott und zu Abraham?

      35 Gott, der Vater, ehrte oder verherrlichte seinen Sohn Jesus Christus mehr als alle seine anderen Söhne, dennoch ehrte er ihn nicht als einen ihm Gleichstehenden. Bestimmt sollten wir den, welchen Gott ehrt oder verherrlicht, ebenfalls ehren. Gott verlangt sogar von uns, daß wir dies tun. Jesus sagte selbst: „Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von welchem ihr saget: Er ist unser Gott.“ (Johannes 8:54) Der Vater Jesu war der Gott der Juden. Diese betrachteten Jesus nicht als einen Gottmenschen, den im Fleische verkörperten Gott; und Jesus gab nicht vor, Gott zu sein. Er sagte, daß jener Gott, von dem die Juden sagten, er sei ihr Gott, Jesus ehrte. Dann erklärte Jesus weiter, daß er größer sei als Abraham, weil er ein vormenschliches Leben im Himmel gehabt habe, nicht aber so groß wie Gott.

      36. Was bedeutet der Titel „Vater“, und was gab der himmlische Vater dem Sohn Gottes?

      36 Unter dem Titel „Vater“ versteht man den männlichen Elternteil, den Erzeuger, den Urheber oder Ursprung, einen, der Nachkommen hervorbringt oder zeugt. War Jesus, da Gott sein Vater war, auch hinsichtlich des Lebens von Gott abhängig? Nur Jesus selbst kann uns eine überzeugende Antwort auf diese Frage geben. Er sagte: „Die Stunde kommt …, da die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben, werden leben. Denn gleichwie der Vater Leben in sich selbst hat, also hat er auch dem Sohne gegeben, Leben zu haben in sich selbst.“ (Johannes 5:25, 26) Als Vater ist Gott der Quell des Lebens; und er gibt seinem Sohn das Vorrecht, Leben in sich selbst zu haben. Daher können wir verstehen, was Johannes 1:4, 5 über das Wort oder den Logos sagt: „In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt.“

      37. Von wem und durch wen kommt das Leben, das die Menschen erleuchtet?

      37 Menschen, die in das Dunkel des Todes hinabgehen, werden durch das Leben erleuchtet, das vom Vater, dem Urheber des Lebens, durch den Sohn als Kanal kommt. Der Sohn empfing das Leben vom Vater. So konnte der Apostel Petrus treffend zu seinem Meister, Jesus Christus, sagen: „Herr, zu wem sollen wir gehen? du hast Worte ewiges Lebens; und w i r haben geglaubt und erkannt, daß d u der Heilige Gottes bist [daß du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, Lu].“ — Johannes 6:68, 69.

      38. Wie verglich Jesus den Ursprung seines eigenen Lebens mit dem Ursprung des Lebens derer, die sich im Glauben von ihm nähren?

      38 Als Jesus sich selbst ein menschliches Opfer nannte, das für das Leben gläubiger Menschen dargebracht werden sollte, wies er auf den Ursprung seines eigenen Lebens hin, als er sagte: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich gesandt hat der lebendige Vater und wie ich lebe durch den Vater, wird auch, der mich ißt, leben durch mich.“ (Johannes 6:56, 57, Aschaffenburger Bibel) Wie der Essende durch Jesus zu leben beginnt, begann auch Jesus durch Gott zu leben. Wie hätte der Sohn wahrheitsgemäß sagen können: „ich lebe durch den Vater“, wenn er wie sein Vater ewiges Dasein und keinen Anfang des Lebens gehabt hätte? So war also Jesus wirklich ein Sohn Gottes, denn er hatte sein Leben von Gott erhalten. Ebenso wie ein Mensch, der sich im Glauben vom menschlichen Opfer Jesu nährt und so durch Jesus Leben erlangt, durch ihn lebt, erhielt Jesus sein Leben von seinem himmlischen Vater. Hätte nicht Jesus sein menschliches Leben als Opfer gegeben, hätte der Mensch nie die Möglichkeit gehabt, ewig in Gottes neuer Welt zu leben. So hätte auch Gott seinem Sohn kein Leben gegeben.

      39, 40. (a) Wovon war das Leben Jesu abhängig? (b) Wie wurde durch ein Wunder gezeigt, daß Jesus in bezug auf Leben von Gott abhängig war?

      39 Das Leben Jesu hing von seinem Gehorsam gegenüber Gott, seinem Vater, ab. Als daher Jesus vom Teufel versucht wurde, Steine in Brot zu verwandeln und sein vierzigtägiges Fasten zu unterbrechen, wandte er treffend die Worte des Propheten Moses auf sich an: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Worte, das durch den Mund Gottes ausgeht.“ (Matthäus 4:4) Daß Jesus in bezug auf das Leben von Gott abhängig war, wird auch noch auf andere Weise gezeigt. Wie? Durch die Tatsache, daß Gott seinen Sohn Jesus am dritten Tag, nachdem er sein Leben als Opfer dahingegeben hatte, von den Toten auferweckte.

      40 Nach Johannes 5:21 sprach Jesus von der Macht Gottes, die Toten aufzuerwecken und ihnen Leben zu geben: „Denn gleichwie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, also macht auch der Sohn lebendig, welche er will.“ Jesus war darauf angewiesen, daß ihn sein unsterblicher Vater im Himmel vom Tode erwecke, da er dies nicht selbst tun konnte. Am dritten Tag seines Opfertodes erweckte Gott seinen Sohn vom Tode und gab ihm das Leben wieder, und sein Sohn empfing es oder nahm es wieder entgegen. Es war, wie Jesus gesagt hatte: „Darum liebt mich der Vater, weil i c h mein Leben lasse, auf daß ich es wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern i c h lasse es von mir selbst. Ich habe Gewalt, es zu lassen, und habe Gewalt, es wiederzunehmen. Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen.“ — Johannes 10:17, 18.

      41. Wie und weshalb legte Jesus sein Leben nieder, und wie nahm er es wieder zurück?

      41 Jesus legte sein Leben (griechisch: psyché; Seele) nieder. Es waren römische Soldaten auf Golgatha, die ihn töteten; doch Jesus gestattete ihnen, dies zu tun, und es geschah in Übereinstimmung mit dem Willen und dem Gebot des Vaters. Jesus bekam sein Leben nicht dadurch wieder, daß er sein menschliches Opfer vom Altar wieder zurücknahm oder sich selbst wieder zum Leben auferweckte, sondern dadurch, daß er das Leben aus der Hand seines Vaters entgegennahm, als ihm Gott am dritten Tag gebot, von den Toten aufzustehen. Er war von Gott dazu bevollmächtigt. So sagte es Jesus: „Ich habe das Recht, es wieder zu empfangen; diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.“ — Neue Englische Bibel.

      42. Inwiefern ist Jesus, wie er zu Johannes sagte, „der Erste und der Letzte“?

      42 Jesus lebt jetzt wieder im Himmel. Nachdem er zu seinem Vater dorthin zurückgekehrt war, erschien er dem Apostel Johannes in einer Vision und sprach: „I c h bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.“ Er war der Erste und der Letzte im Hinblick auf die Auferstehung, denn Johannes spricht von ihm als „von Jesu Christo, welcher der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten …, der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blute“. (Offenbarung 1:17, 18, 5) Er war der erste auf der Erde, den Gott von den Toten auferweckte, um ihm Leben in alle Ewigkeit zu geben. Er ist auch der letzte, den Gott auf diese Weise direkt auferweckt, denn nun hat Gott dem auferstandenen Jesus Gewalt über „die Schlüssel des Todes und des Hades“ verliehen. Während seiner Königreichsherrschaft erweckt Jesus, der Richter, von den Toten, wen er will, und verleiht das Leben, wem er will.

      43. (a) Wie erklären Trinitarier die Bedeutung von Offenbarung 3:14? (b) Von wessen Schöpferwerken sprach jedoch Jesus hier?

      43 All dies hilft uns, die wahre Bedeutung dessen zu verstehen, was der auferweckte Jesus dem Johannes an die Versammlung von Laodicäa in Kleinasien zu schreiben gebot. Jesus sprach: „Dieses sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes.“ (Offenbarung 3:14)a Trinitarier behaupten, dies bedeute, Jesus sei der Anfänger, Urheber oder Ursprung der Schöpfung Gottes; und sie können auf die Menge-Übersetzung hinweisen, wo es heißt: „Der Anfang (oder: Ursprung) der Schöpfung Gottes“, oder auf die Übersetzung von Bruns, wo es heißt: „Der Ursprung der Schöpfung Gottes“. Da Gott keinen Anfang hat, kann „Schöpfung Gottes“ natürlich nicht besagen, daß Gott erschaffen wurde. Jesus sagte „Schöpfung Gottes“, nicht „meine Schöpfung“, er sprach nicht von Dingen, die er selbst erschaffen hatte, sondern von Werken, die von einem anderen erschaffen worden waren, von Gottes Schöpferwerken.

      44, 45. (a) Steht das griechische Wort für „Gott“ hier im ersten oder im zweiten Fall? (b) Worauf weist nach den Grammatikern der subjektive Genitiv hin?

      44 Im griechischen Text steht das Wort für „Gott“ [Theoũ] im Genitiv oder zweiten Fall. Der Genitiv kann im Griechischen wie auch im Deutschen verschiedene Zusammenhänge oder Verhältnisse anzeigen, die das Wort im Genitiv zu der Person oder Sache hat, auf die es sich bezieht.

      45 Nach Dr. A. T. Robertson kann es ein Genitiv verschiedener Arten sein, wie der possessive (besitzanzeigende), der attributive (beifügende), der subjektive und der objektive Genitiv.b Eine griechische Grammatik erklärt den Genitiv der Urheberschaft, indem sie sagt: „Der subjektive Genitiv. Es handelt sich um den subjektiven Genitiv, wenn das im Genitiv stehende Hauptwort die Handlung hervorbringt, indem es Subjekt zu dem Verb ist, aus dem das näher bestimmte Hauptwort abgeleitet ist … Das Predigen Jesu Christi. Römer 16:25.“c Eine andere griechische Grammatik erklärt die Bedeutung des subjektiven Genitivs wie folgt: „Das SUBJEKT einer Handlung oder Empfindung: … Der gute Wille des Volkes (d. h., den das Volk empfindet).“d

      46. (a) Wie ist der Genitiv des Wortes „Gott“ in Offenbarung 3:14 zu verstehen? (b) Was bedeutet in Sprüche 8:22 nach der griechischen Septuaginta das Wort „Anfang“?

      46 Der Ausdruck „Schöpfung Gottes“ könnte somit die Schöpfung bedeuten, die Gott gehört oder sein Eigentum ist. Vom grammatikalischen Standpunkt aus betrachtet, könnte er aber auch die Schöpfung bedeuten, die von Gott hervorgebracht worden ist. Der Apostel Johannes hilft uns erkennen, was für ein Genitiv im Text gebraucht wird. Herausgeber des griechischen Textes der christlichen Schriften sind sich jedoch darin einig, daß die griechischen Worte des Textes Offenbarung 3:14 aus Sprüche 8:22 stammen oder daraus zitiert werden.e Nach Charles Thomson, der aus der griechischen Septuaginta übersetzt hat, lautet Sprüche 8:22: „Der Herr erschuf mich, den Anfang seiner Wege.“ Gewiß bedeutet hier das Wort „Anfang“ (griechisch LXX: arché) nicht Anfänger, Urheber, Ursprung. Es ist offensichtlich, daß es hier den ersten oder anfänglichen der von Gott geschaffenen Wege bedeutet. Den gleichen Gedanken vermittelt auch Offenbarung 3:14 im Hinblick auf den „Anfang der Schöpfung Gottes“. Das Wort „Gott“ steht somit im subjektiven Genitiv.

      47. (a) Wann erfuhr das Leben des Wortes eine Unterbrechung? (b) Wie war also Jesus Christus der „Anfang der Schöpfung Gottes“?

      47 Johannes zitierte Jesu Worte, gemäß denen er sein Leben von Gott, seinem Vater, erhalten hat. Dieses Leben erfuhr eine Unterbrechung, nicht als das Wort Fleisch wurde, sondern als es als Mensch getötet wurde und drei Tage tot war. Danach wurde Jesus durch die Macht des allmächtigen Gottes zum ewigen Leben, sogar zur Unsterblichkeit auferweckt. Jesus Christus war bei seiner Auferstehung Gottes Schöpfung, von Gott erschaffen. Doch auch zu Beginn der ganzen Schöpfung war Jesus eine Schöpfung Gottes, ein Geschöpf, von Gott hervorgebracht. Als das Wort, das „im Anfang“ im Himmel war, war er „der Erstling der Schöpfung Gottes“ (Reinhardt). Durch ihn als Werkzeug machte Gott alle anderen Dinge, wie dies Johannes 1:3 zeigt. Er war nicht der Ursprung oder Urheber der Schöpfung Gottes. Er war der Ersterschaffene der Schöpfung Gottes.

      48. (a) Wieso kann gesagt werden, daß die Neue-Welt-Übersetzung Offenbarung 3:14 richtig wiedergibt? (b) Wem schreiben die Schriften des Johannes die Urheberschaft für die Schöpfung zu?

      48 Die Neue-Welt-Übersetzung gibt Offenbarung 3:14 richtig wieder, indem sie zeigt daß Jesus der Anfang der von Gott hervorgebrachten Schöpfung war. In all seinen Schriften wendet der Apostel Johannes auf Jesus Christus nie den Titel Schöpfer (Ktístes) an, sondern schreibt die ganze Schöpfung dem zu, den er „Herr, Gott, Allmächtiger, der da war, und der da ist [ho ōn], und der da kommt!“ nennt, dem, der im Himmel thront. Zu ihm wird gesagt „Du bist würdig, o unser Herr und unser Gott, zu nehmen die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht; denn d u hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden.“ (Offenbarung 4:8, 11; 10:5, 6) Das Wort war Gottes erste himmlische Schöpfung.

      „MEIN HERR UND MEIN GOTT“

      49. Warum sprach der Apostel Thomas Jesus mit „Mein Herr und mein Gott“ an?

      49 Dreieinigkeitslehrer behaupten, die Worte des Apostels Thomas, laut Johannes 20:28, bewiesen, daß Jesus Christus Gott sei. Thomas hatte den anderen Aposteln gesagt, er glaube nicht eher, daß Jesus von den Toten auferstanden sei, bis sich Jesus vor ihm verkörpere und er seinen Finger in die Abdrücke der Nägel, mit denen er an dem Pfahl aufgehängt worden sei, legen und seine Hand an die Seite Jesu legen könne, die ein römischer Soldat mit einem Speer durchstochen habe, um sich zu vergewissern, ob Jesus tot sei. Die folgende Woche erschien Jesus den Aposteln wieder, und er gebot Thomas, das zu tun, was er gesagt habe, damit er sich überzeuge. „Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!“ Im ursprünglichen griechischen Text lautet dieser Ausdruck buchstäblich, Wort für Wort übersetzt: „Der Herr mein und der Gott mein.“

      50. Bedeutet nach dem Gelehrten der griechischen Sprache Professor Moule der Gebrauch des bestimmten Artikels der vor Gott notwendigerweise, daß Jesus der allmächtige Gott genannt wurde?

      50 Trinitarier argumentieren daher, daß der von Thomas gebrauchte Ausdruck „der Gott“, mit dem er Jesus anrede, beweise, daß Jesus Gott selbst sei, ein aus drei Personen bestehender Gott. Professor C. F. D. Moule sagt jedoch, der Artikel der vor dem Hauptwort Gott müsse nicht so bedeutsam sein, daß dies unbedingt damit gemeint wäre.f Ungeachtet dieser Tatsache möchten wir die damalige Situation in Betracht ziehen, um uns zu vergewissern, was der Apostel Thomas meinte.

      51. Welche Botschaft empfing Thomas von Jesus an dessen Auferstehungstag, und was wußte somit Thomas über Jesus und seine Gottesanbetung?

      51 Weniger als zwei Wochen vorher hatte Thomas gehört, wie Jesus zu seinem himmlischen Vater gebetet und gesagt hatte: „Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen.“ (Johannes 17:3) Am vierten Tag nach diesem Gebet, an seinem Auferstehungstag, hatte Jesus durch Maria Magdalene eine besondere Botschaft an Thomas und die anderen Jünger gesandt. „Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu [meinem] Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, und zu meinem Gott und eurem Gott. Maria Magdalene kommt und verkündet den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen, und er dies zu ihr gesagt habe.“ (Johannes 20:17, 18) Aus dem Gebet Jesu und aus seiner Botschaft durch Maria Magdalene wußte somit Thomas, wer sein Gott war. Sein Gott war nicht Jesus Christus, sondern der Gott Jesu Christi. Sein Vater war auch der Vater Jesu Christi. Somit wußte Thomas, daß Jesus einen Gott hatte, den er anbetete, nämlich seinen himmlischen Vater.

      52. Warum sollten wir keine falsche Bedeutung in Thomas’ Worte „mein Herr und mein Gott“ hineinlesen?

      52 Wie hätte aber Thomas, außer sich vor Freude, als er den auferstandenen Jesus sah, Jesus als den einen lebendigen und wahren Gott, dessen Name Jehova ist, anreden können? Wie hätte er meinen können, Jesus selbst sei der allein wahre Gott oder Gott in der zweiten Person einer Dreieinigkeit? Wie können wir angesichts dessen, was Thomas von Jesus gehört hatte, eine solche Bedeutung in die Worte des Thomas: „mein Herr und mein Gott“, hineinlesen?

      53. Warum wies Jesus Thomas nicht zurecht für das, was er sagte?

      53 Jesus hätte Thomas zurechtgewiesen, hätte er verstanden, Thomas meine, er, Jesus, sei der allein wahre Gott, derjenige, den er „mein Gott“ und „mein Vater“ genannt habe. Bestimmt hätte Jesus weder einen Titel Gottes, seines Vaters, noch dessen einzigartige Stellung auf sich beziehen wollen. Da Jesus Thomas nicht zurechtwies, als hätte er ihn auf unrichtige Weise angeredet, erkennen wir, daß Jesus und der Apostel Johannes wußten, wie Thomas’ Worte zu verstehen waren.g

      54. Welche ausgezeichnete Gelegenheit hätte Johannes hinsichtlich Johannes 1:1 an dieser Stelle gehabt?

      54 Johannes war dabei und hörte, wie Thomas ausrief: „Mein Herr und mein Gott!“ Sagte Johannes, die einzige Schlußfolgerung, die wir aus den Worten des Thomas ziehen könnten, wäre, daß Jesus Gott sei — „der allein wahre Gott“, dessen Name Jehova ist? (Psalm 35:23, 24) Hier hätte Johannes eine ausgezeichnete Gelegenheit gehabt, Johannes 1:1 zu erklären und zu sagen, daß Jesus Christus, der das fleischgewordene Wort war, Gott selbst, „Gott der Sohn, die zweite Person der gesegneten Dreieinigkeit“, wäre. Doch ist dies die Schlußfolgerung, zu der Johannes gelangte? Ist dies die Schlußfolgerung, zu der Johannes seine Leser hinführt? Hört, zu welcher Schlußfolgerung uns Johannes bringen will:

      55, 56. (a) Wovon wollte uns Johannes in seinem Bericht über das Leben Jesu überzeugen? (b) Zu welcher gleichen Schlußfolgerung wie Johannes gelangen wir?

      55 „Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig sind, die nicht gesehen und geglaubt haben! Auch viele andere Zeichen hat nun zwar Jesus vor seinen Jüngern getan, die nicht in diesem Buche geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, auf daß ihr glaubet.“ Daß wir was glauben? „Daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und auf daß ihr glaubend Leben habet in seinem Namen.“ — Johannes 20:29-31.

      56 Johannes schrieb seinen Bericht über das Leben Jesu, nicht um uns davon zu überzeugen, daß Jesus Gott sei, daß Christus Gott sei oder daß Jesus „Gott der Sohn“ sei, sondern davon, „daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes“. Es ist eine vorsätzliche Verdrehung der Tatsachen, wenn die Dreieinigkeitsverfechter „Gott der Sohn“ sagen. Doch wir nehmen die Erklärung des Johannes so, wie er sie niedergeschrieben hat, nämlich: „Christus …, der Sohn Gottes“. Wir gelangen zu derselben Schlußfolgerung, zu der Johannes im gleichen (zwanzigsten) Kapitel seines Evangeliums gelangt ist, nämlich daß Jesus der Sohn dessen ist, den er „mein Vater“ und „mein Gott“ nannte. Thomas betete daher nicht zugleich „Gott den Vater“ und „Gott den Sohn“ als zwei auf gleicher Stufe stehende Personen eines „dreieinigen Gottes“ an.

      57. (a) Was anerkannte Thomas in bezug auf den Vater Jesu, als er Jesus mit den Worten „mein Gott“ anredete? (b) Welche Bedeutung hat Johannes 14:28 gemäß Kapitel 4 und 5 der Offenbarung?

      57 Thomas betete denselben Gott an, den Jesus Christus anbetete, nämlich Jehova Gott, den Vater. Wenn Thomas Jesus mit „mein Gott“ anredete, mußte Thomas den Vater Jesu als den Gott eines Gottes erkennen, somit als einen Gott, der höher ist als Jesus Christus, als einen Gott, den Jesus selbst anbetete. Offenbarung 4:1-11 gibt uns eine symbolische Beschreibung dieses Gottes, der „Herr, Gott, Allmächtiger“ genannt wird und auf dem himmlischen Thron sitzt und in Ewigkeit lebt; doch das folgende Kapitel, Offenbarung 5:1-8, beschreibt Jesus Christus als das Lamm Gottes, das zu dem Herrn, Gott, dem Allmächtigen, der auf seinem Thron sitzt, kommt und eine Schriftrolle aus seiner Hand entgegennimmt. Dies veranschaulicht die Bedeutung der Worte Jesu an Thomas und die anderen Apostel: „‚Ich gehe zum Vater‘; denn der Vater ist größer als ich.“ (Johannes 14:28, Lu) Jesus erkannte somit seinen Vater als den Herrn, Gott, den Allmächtigen, an, dem keiner gleich ist und der größer ist als sein Sohn.

      [Fußnoten]

      a Siehe auch Offenbarung 3:14, Luther, Menge, Bruns, Allioli.

      b Siehe A Grammar of the Greek New Testament in the Light of Historical Research (Eine Grammatik des Griechischen Neuen Testaments im Licht geschichtlicher Forschungen) von A. T. Robertson, S. 495—505, Ausgabe 1934.

      c Siehe A Manual Grammar of the Greek New Testament (Ein Handbuch über die Grammatik des Griechischen Neuen Testaments) von Dana und Mantey, Seite 78 der Ausgabe von 1943.

      d Siehe Greek Grammar (Griechische Grammatik) von Dr. Wm. W. Goodwin, Seite 230 der Ausgabe von 1893.

      e Siehe Seite 613, Spalte 1 der Student’s Edition of the New Testament in Greek (Studierenden-Ausgabe des Neuen Testaments in Griechisch) von Westcott und Hort, in dem Teil, der sich betitelt „Zitate aus dem Alten Testament“. Siehe auch Seite 665, Spalte 1 (Ausgabe von 1960) des Novum Testamentum Graece von Dr. Eberhard Nestle, in der Liste von Stellen, die aus dem Alten Testament zitiert werden. Siehe auch Novi Testamenti Biblia Graeca et Latina von Joseph M. Bover (Gesellschaft Jesu), Seite 725, Fußnote 14.

      In der griechischen Septuaginta lautet Sprüche 8:22: „Kýrios éktisen me arkhèn hodôn autoû eis érga autoû.“ Siehe auch The Septuagint Version — Greek & English (Die Septuaginta-Übersetzung in Griechisch und Englisch), herausgegeben von S. Gabster and Sons, Ltd.

      f Wir zitieren Professor Moule: „In Johannes 20:28 sollte bei dem Ausdruck Ho kýrios mou kai ho theós mou [das heißt: Mein Herr und mein Gott] beachtet werden, daß ein Hauptwort [Gott] im ersten Fall, das im Anredefall gebraucht wird [in einer Anrede Jesu] und dem ein besitzanzeigendes Fürwort [mein] folgt, nicht ohne den bestimmten Artikel [der] davor stehen kann …; der Artikel [der] vor theós muß daher nicht bedeutsam sein … der Gebrauch des Artikels [der] in Verbindung mit einer persönlichen Anrede (vergleiche Johannes 20:28 worauf oben Bezug genommen wird, 1. Petrus 2:18, Kolosser 3:18ff.) mag ebenfalls auf eine semitische Spracheigenheit zurückzuführen sein.“ — Seite 116, 117 aus Ein Buch der Spracheigenheiten des Griechischen Neuen Testaments (englisch) von C. F. D. Moule, Professor der Theologie an der Universität Cambridge, England, Ausgabe von 1953.

      Um zu zeigen, daß einer Anrede im Griechischen normalerweise der bestimmte Artikel vorausgeht, bemerken wir, daß 1. Petrus 2:18; 3:1, 7, Wort für Wort übersetzt, lautet: „Die Hausdiener, seid untertan … Gleicherweise, [die] Ehefrauen, seid … Die Ehemänner, wohnet weiterhin.“ Kolosser 3:18 bis 4:1: „Die Ehefrauen … Die Ehemänner, … Die Kinder … Die Väter … Die Sklaven … Die Herren …“

      g Der Übersetzer Hugh J. Schonfield bezweifelt, daß Thomas sagte: „Mein Herr und mein Gott!“ Er sagt deshalb in Fußnote 6 zu Johannes 20:28: „Der Verfasser hat Thomas diesen Ausdruck möglicherweise in den Mund gelegt, da Kaiser Domitian damals verlangte, daß man ihn mit ‚Herr und Gott‘ anredete, Sueton, Domitian, XIII.“ — Siehe The Authentic New Testament, Seite 503.

      Wir teilen diese Auffassung jedoch nicht.

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    Der Wachtturm 1962 | 15. Dezember
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      58. Zu welchem Verständnis in bezug auf Jesus Christus bringt uns Johannes am Schluß seines ersten Briefes an die Christen?

      SOGAR am Ende seines ersten Briefes an die Christen vermittelt uns Johannes dasselbe Verständnis, nämlich, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist und daß er und Menschen, die von Gott gezeugt werden, Kinder Gottes sind. Die Menge-Übersetzung gibt die letzten Verse des Johannesbriefes wie folgt wieder: „Wir wissen, daß jeder, der aus Gott erzeugt ist, nicht sündigt, sondern wer aus Gott erzeugt ist, bewahrt sich, und der Böse tastet ihn nicht an. Wir wissen, daß wir aus Gott (= Gottes Kinder) sind, die ganze Welt dagegen im Argen liegt. Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns Einsicht verliehen hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen.“ Wie in dem Wahrhaftigen? „(Indem wir) in seinem Sohne Jesus Christus (sind). Dieser ist der wahrhaftige Gott und ewiges Leben. Kindlein, hütet euch vor den Götzen!“ — 1. Johannes 5:18-21.

      59. Wie lauten die verschiedenen Übersetzungen von Johannes 1:1, und was zu beurteilen, sind wir jetzt in der Lage?

      59 Wenn derjenige, dessen Sohn Jesus Christus ist, „der wahrhaftige Gott und ewiges Leben“ genannt wird und wenn Jesus Christus derjenige ist, der „aus Gott erzeugt“ ist und Gottes andere Kinder beschützt, wie sollen wir dann Johannes 1:1, 2, wovon es verschiedene Lesarten gibt, verstehen? Viele Übersetzungen lauten: „Und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Andere: „Und das Wort (der Logos) war göttlich.“ Wieder andere: „Und das Wort war ein Gott.“ Da wir soviel von dem untersucht haben, was Johannes über Jesus, der das fleischgewordene Wort war, geschrieben hat, sind wir jetzt in der Lage zu entscheiden, welche dieser verschiedenen Übersetzungen richtig ist. Dies bedeutet unsere Errettung.

      60. Welchen Kommentar gab Graf Leo Tolstoj über Johannes 1:1, 2 nach der allgemeinen Übersetzung dieses Textes?

      60 Untersuchen wir zuerst die allgemein gebräuchliche Wiedergabe der Elberfelder Bibel, der King-James-Bibel und der Douay-Übersetzung: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott.“ In diesem Zusammenhang verdienen die folgenden Zeilen aus dem Buch The Four Gospels Harmonized and Translated (Die vier Evangelien in Einklang gebracht und übersetzt) von Graf Leo Tolstoj unsere Beachtung:

      Wenn gesagt wird, daß im Anfang der Inbegriff oder das Wort war und daß das Wort bei Gott oder mit Gott oder für Gott war, ist es unmöglich, fortzufahren und zu sagen, es war Gott. Wenn es Gott war, konnte es in keinem Verhältnis zu Gott stehen.a

      Sicher war der Apostel Johannes nicht so unvernünftig zu behaupten, daß jemand („das Wort“) bei einem anderen Wesen („Gott“) sein und gleichzeitig dieses andere Wesen („Gott“) sein könnte.

      61. (a) Was kann, da Johannes bewiesen hat, daß Jesus Christus „der Sohn Gottes“ ist, mit Recht von dem Wort gesagt werden? (b) Was kann Johannes 1:1 nur bedeuten, wenn wir Offenbarung 19:13 damit in Verbindung betrachten?

      61 Johannes beweist, daß das Wort, das bei Gott gewesen war, Jesus Christus hieß, als es Fleisch wurde, und daß Jesus Christus „der Sohn Gottes“ war. Es ist also richtig, wenn man sagt, daß das Wort der Sohn Gottes war. Wenn jemand behauptet, das Wort sei Gott, der allein wahre Gott, gewesen, widerspricht er dem, was uns der Apostel Johannes im übrigen Teil seiner Schriften beweist. Im letzten Buch der Bibel (Offenbarung 19:13) nennt Johannes Jesus „das Wort Gottes“, wenn er sagt: „Und sein Name heißt: Das Wort Gottes.“ Beachte, daß sein Name nicht „Gott, das Wort“ heißt, sondern „das Wort Gottes“ oder Gottes Wort. Somit kann Johannes 1:1 nur eine Bedeutung haben: „das Wort“ war von Gott.

      62. Was sagt das Buch „Die patristischen Evangelien“ über die wahre Bedeutung von Johannes 1:1?

      62 Wir haben ein Buchb von Roslyn D’Onston zur Hand, das sich betitelt: „Die patristischen Evangelien — Eine englische Übersetzung der heiligen Evangelien, wie sie im zweiten Jahrhundert bestanden“. Die Titelseite berichtet uns, wie diese Übersetzung zustande gekommen ist. Johannes 1:1 lautet in dieser Übersetzung: „und das Wort war Gott“, doch hat sie dazu folgende Fußnote: „Die richtige Lesart lautet hier wahrscheinlich: von Gott. Siehe die textkritische Bemerkung.“ — Seite 118.c

      63. Warum sind zufolge des griechischen Wortlautes von Johannes 1:1 Übersetzer verschiedener Ansicht darüber, von wem Johannes hier spricht?

      63 Weshalb bestehen unter den Übersetzern Meinungsverschiedenheiten darüber, ob das Wort „Gott“ oder „ein Gott“ war? Der Grund ist, weil das griechische Wort für „Gott“ am Anfang des Satzes steht, obgleich es zur Satzaussage gehört; und außerdem steht nicht der Artikel „der“ davor. Nachstehend veranschaulichen wir dies. In der ersten Zeile geben wir den griechischen Text gemäß den Unzialhandschriften aus dem vierten Jahrhundert wieder, in der zweiten Zeile, wie der griechische Text in unserer Sprache heute ausgesprochen wird, und in der dritten Zeile folgt eine Wort-für-Wort-Übersetzung in Deutsch. Beachte die griechischen Abkürzungen für „Gott“.

      ΕΝ ΑΡΧΗ ΗΝ Ο ΛΟΓΟΣ ΚΑΙ Ο ΛΟΓΟΣ ΗΝ

      EN ARKHEI ĒN HO LOGOS, KAI HO LOGOS, ĒN

      IM ANFANG WAR DAS WORT, UND DAS WORT WAR

      ΠΡΟΣ ΤΟΝ ΘΝ ΚΑΙ ΘΣ ΗΝ Ο ΛΟΓΟΣ

      PROS TON THN, KAI THS ĒN HO LOGOS.

      BEI DEM GOTT, UND GOTT WAR DAS WORT.

      ΟΥΤΟΣ ΗΝ ΕΝ ΑΡΧΗ ΠΡΟΣ ΤΟΝ ΘΝ

      HOUTOS ĒN EN ARKHEI PROS TON THN.

      DIESES WAR IM ANFANG BEI DEM GOTT.

      64. Was stellt das Wort „Gott“, wenn es ohne den bestimmten Artikel „der“ davor erscheint, dar, wie Bischof Westcott, den Professor Moule zitiert, es sagte?

      64 Beachte bitte, daß der bestimmte Artikel „DER“ vor dem zweiten „GOTT“ fehlt. Dazu stellt Professor Moule die Frage: „Ist die Auslassung des Artikels in theós én ho lógos nicht lediglich eine Spracheigenheit?“ Im nächsten Absatz sagt Moule dann weiter:

      Andererseits muß anerkannt werden, daß der vierte Evangelist [Johannes] nicht unbedingt diese Reihenfolge der Worte hätte wählen müssen und daß seine Wahl, obgleich sie einiges Mißverständnis erzeugt, an sich ein Hinweis auf die Bedeutung sein könnte; und [Bischof] Westcotts Notiz (in loc.) stellt wahrscheinlich doch die theologische Absicht des Schreibers dar, obgleich das Hinzufügen eines Hinweises auf Spracheigenheiten erforderlich sein mag: ‚Es ist notwendigerweise ohne den Artikel (theós, nicht ho theós), insofern es die Eigenart des Wortes beschreibt und nicht Seine Person kennzeichnet. Es wäre reiner Sabellianismus zu sagen: „das Wort war ho theós“. Kein Gedanke an das Untergeordnetsein seiner Natur wird durch diese Ausdrucksweise vermittelt, die lediglich die wahre Gottheit des Wortes bestätigt. Vergleiche den entgegengesetzten Ausdruck des wahren Menschseins Christi in fünf 27 (hóti huiòs anthrópou estín …).‘d

      65. Wie haben einige angesichts dessen, was Bischof Westcott gesagt hat, Johannes 1:1 übersetzt, und wie wird dadurch das Wort beschrieben?

      65 Der verstorbene Bischof Westcott, Mitherausgeber des berühmten griechischen Westcott-and-Hort-Textes der christlichen Schriften, spricht vom „wahren Menschsein Christi“, und dennoch behauptet er, Jesus Christus sei nicht „wahrer Mensch“ gewesen, sondern eine Mischung, ein sogenannter Gottmensch. Beachten wir jedoch, daß der Bischof sagt, die Auslassung des bestimmten Artikels der vor dem griechischen Wort theós mache das Wort theós zu einem Adjektiv (Eigenschaftswort), das „die Eigenart des Wortes beschreibt“, statt seine Person zu kennzeichnen. Diese Tatsache erklärt, weshalb einige Übersetzer sagen: „Und das Wort war göttlich.“ Das bedeutet nicht das gleiche, wie wenn man sagte, das Wort sei mit Gott identisch. Ein Grammatiker gab den Text wieder: „Und das Wort war eine Gottheit“, um seinen Gedanken hervorzuheben, daß das Wort nicht „der ganze Gott“ war.e Nach den Trinitariern war das Wort nur ein dritter Teil Gottes, eine gleichgroße zweite Person eines dreieinigen Gottes. Doch unsere Betrachtung all dessen, was Johannes geschrieben hat, hat bewiesen, wie falsch eine solche Lehre ist, eine Lehre, die nicht einmal die Trinitarier selbst verstehen oder erklären können. Das Wort ist der Sohn Gottes, nicht eine zweite Person Gottes.

      66, 67. (a) Wie gibt Torreys Übersetzung Johannes 1:1 wieder? (b) Wie die Emphatic Diaglott?

      66 Die vier Evangelien von C. C. Torrey zeigen den Unterschied zwischen theós mit ho (dem bestimmten Artikel) und theós ohne ho, da seine Übersetzung wie folgt gedruckt ist: „Das Wort war bei Gott [englisch: God], und das Wort war Gott [englisch: god].“ (2. Ausgabe, 1947)

      67 Die Emphatic Diaglott von Benjamin Wilson aus dem Jahr 1864 zeigt den Unterschied, indem sie ihre Übersetzung wie folgt druckt: „Und der LOGOS war bei GOTT, und der LOGOS war Gott.“

      68. (a) Was sagen solche Übersetzungen über das Wort? (b) Welche Frage entsteht nun?

      68 Selbst solche Übersetzungen zeigen an, daß das Wort, als es in seinem vormenschlichen Dasein bei Gott im Himmel war, göttliche Eigenschaften hatte und doch nicht Gott selbst oder ein Teil Gottes war. Das Wort war der Sohn Gottes. So entsteht also die Frage: Wie würden wir einen solchen Sohn Gottes nennen, der als erster unter den Söhnen Gottes im Himmel diese göttlichen Eigenschaften hatte? Wir erinnern uns, daß Jesus Christus den Juden sagte, daß die menschlichen Richter, gegen die Gottes Wort gerichtet war, in Psalm 82:1-6 „Götter“ genannt wurden. — Johannes 10:34-36.

      „DIE SÖHNE GOTTES“

      69. Was sagt die Hebräische Grammatik von Gesenius über den Ausdruck „die Söhne Gottes“ in den Hebräischen Schriften?

      69 Die Hebräischen Schriften (1. Mose 6:2, 4; Hiob 1:6; 2:1 und 38:7) erwähnen „die Söhne Gottes“ (beneí ha-Elohím). Eine hebräische Grammatik (engl.) gibt folgenden Kommentar über diese Bibelverse:

      Es gibt noch eine andere Anwendungsmöglichkeit von ben- [„Sohn des“] oder beneí [„Söhne des“]: die Mitgliedschaft einer Gilde oder Gesellschaft (oder eines Stammes oder irgendeiner bestimmten Klasse) zu kennzeichnen. Somit bedeutet richtigerweise beneí Elohím [„Söhne Gottes“] oder beneí ha-Elohím [„Söhne des Gottes“], 1. Mose 6:2, 4, Hiob 1:6; 2:1; 38:7 (vergleiche auch beneí Elím, Psalm 29:1; 89:7), nicht „Söhne der Götter“, sondern kennzeichnet Wesen, die zur Klasse der elohim oder elim gehören; …

      Diese Grammatik erklärt dann weiter den hebräischen Ausdruck für „Söhne des Propheten“ (1. Könige 20:35) als „Personen, die zur Gilde der Propheten gehören“, und den hebräischen Ausdruck für „Sohn der Apotheker“, Nehemia 3:8, als „einen, der zur Gilde der Apotheker gehört“. — Siehe auch Amos 7:14.

      70. Worin stimmt das LEXIKON IN VETERIS TESTAMENTI LIBROS von Köhler und Baumgartner mit der Hebräischen Grammatik von Gesenius überein?

      70 Das LEXIKON IN VETERIS TESTAMENTI LIBROS von Köhler und Baumgartner stimmt mit der Hebräischen Grammatik von Gesenius überein. Auf Seite 134, Spalte 1, Zeile 12, 13, Ausgabe von 1951, bringt dieses Lexikon zuerst den hebräischen Ausdruck und dann seine Bedeutung im Deutschen und im Englischen und sagt: „BENEI ELOHIM (einzelne) Gottwesen, Götter.“ Auf Seite 51, Spalte 1, Zeile 2, 3 heißt es: „BENEI HA-ELOHIM die (einzelnen) Götter 1. Mose 6:2; Hiob 1:6; 2:1; 38:7.“

      71. Wie bezeichnet David in Psalm 8 die Engel im Himmel, und wie geben somit verschiedene Übersetzungen Psalm 8:5 wieder?

      71 Nach Psalm 8:4, 5 spricht David prophetisch davon, wie das Wort Gottes Fleisch geworden ist, und nennt die Engel im Himmel elohím oder „Götter“, indem er das gleiche Wort gebraucht, das im Psalm 82 (1, 6) erscheint. In der Elberfelder Bibel heißt es: „Was ist der Mensch, daß du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, daß du auf ihn achthast? Denn ein wenig hast du ihn unter die Engel erniedrigt; und mit Herrlichkeit und Pracht hast du ihn gekrönt.“ Hebräer 2:6-9 wendet diese Worte auf Jesus Christus an, wie er, als er Fleisch wurde, „ein wenig unter die Engel erniedrigt“ war. Doch die Lutherbibel gibt Psalm 8:6 wie folgt wieder: „Du hast ihn wenig niedriger gemacht denn Gott.“ Die Aschaffenburger Bibel sagt: „Nur wenig geringer schufest du ihn als einen Gott.“ Die Menge-Übersetzung lautet: „Und doch hast du ihn nur wenig hinter die Gottheit gestellt.“

      72. Wie lautet die Fußnote zu Psalm 8:5 nach der Menge-Übersetzung, und weshalb stützt diese Wiedergabe nicht die Lehre vom Polytheismus?

      72 In der Fußnote zu diesem Vers in der Menge-Übersetzung heißt es: „A. Ü.: hinter die Engel (oder die himmlischen Wesen)“. Wird dadurch die Vielgötterei oder der Polytheismus, die Anbetung vieler Götter, gestützt? Ganz und gar nicht! Weshalb nicht? Weil die Hebräischen Schriften diese Dinge tatsächlich enthalten und den Titel elohím oder „Götter“ auf Menschen und Engel anwenden; und trotzdem lehrten diese Hebräischen Schriften die Juden keinen Polytheismus.

      73, 74. (a) Was sind Satan der Teufel und seine Dämonen einmal gewesen, und was sind sie für diese Welt und ihre Nationen geworden? (b) Wieso lehrte Paulus nach 1. Korinther 8:5, 6 keinen Polytheismus?

      73 Vergiß nicht: Die Bibel lehrt, daß das Geistgeschöpf, das sich selbst zu einem Satan und Teufel machte, ursprünglich zu diesen „Söhnen Gottes“ gehört hatte, es war einer von diesen elohím gewesen. Auch die Geister, die unter Satan Dämonen wurden, waren einmal zu ihnen gezählt worden. Es ist somit nichts Besonderes, wenn der Apostel Paulus Satan den „Gott dieser Welt“ nennt und sagt, daß die heidnischen Nationen Dämonengeister zu ihren Göttern gemacht und ihnen Opfer dargebracht hätten. — 2. Korinther 4:4; 1. Korinther 10:20, 21.

      74 Paulus sagte: „Denn wenn es anders solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden (wie es ja viele Götter und viele Herren gibt)“ — Paulus lehrte damit keinen Polytheismus, denn er fügte hinzu: — „so ist doch für uns e i n Gott, der Vater, von welchem alle Dinge sind, und wir für ihn, und e i n Herr, Jesus Christus, durch welchen alle Dinge sind, und wir durch ihn.“ (1. Korinther 8:5, 6) Wir beten denselben Gott an, den der Herr Jesus Christus anbetet, den einen Gott, den Vater. Diese Anbetung bringen wir ihm durch den Sohn Gottes dar, unseren einen Herrn, Jesus Christus.

      75. Wie gibt die Neue-Welt-Übersetzung Johannes 1:1-3 wieder, und warum?

      75 Gestützt auf diese Lehren des Apostels Johannes, ja auf die der ganzen Heiligen Schrift, übersetzt die Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift Johannes 1:1-3 wie folgt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war ein Gott. Dieser war im Anfang bei Gott. Alle Dinge kamen durch ihn ins Dasein, und ohne ihn kam nicht e i n Ding ins Dasein.“

      76. (a) Was muß das Wort oder der Logos im Himmel gewesen sein, wenn es gebraucht wurde, alle anderen Geschöpfe hervorzubringen? (b) Inwiefern ist das Wort dem gesprochenen Wort ähnlich, und welche Stellung hat es inne?

      76 Gewiß war das Wort oder der Logos, den Gott, sein Vater, gebrauchte, um alle anderen Geschöpfe ins Dasein zu bringen, der oberste oder erstgeborene unter all den anderen Engeln, die in den Hebräischen Schriften elohím oder „Götter“ genannt werden. Es wird von dem „einziggezeugten Sohn“ gesprochen, weil er der einzige ist, den Gott selbst direkt, ohne die Mitarbeit irgendeines Geschöpfes, erschaffen hat. (Johannes 3:16, Sigge) Wenn das Wort oder der Logos nicht das erste lebendige Geschöpf ist, das Gott erschaffen hat, wer ist dann Gottes zuerst erschaffener Sohn, und wie ist diese erste Schöpfung der Familie der Söhne Gottes geehrt und gebraucht worden? Von keinem anderen als von dem Wort oder Logos, dem „Wort Gottes“, ist uns derartiges bekannt. Gleich einem Wort, das von einem Redner hervorgebracht wird, ist das Wort oder der Logos Gottes Schöpfung, Gottes erste Schöpfung. Da ungerechte Richter auf der Erde, gegen die Gottes Gerichtsbotschaft erging, schriftgemäß „Götter“ (elohím) genannt werden, wird das Wort oder der Logos, den Gott eingesetzt hat, damit er ein gerechter Richter sei, und durch den uns Gottes Wort mitgeteilt worden ist, auch schriftgemäß „ein Gott“ genannt. Er ist weitaus mächtiger als menschliche Richter.

      „DAS WORT“

      77. Als wen kennzeichnet ihn sein Titel „das Wort“, und woran werden wir dadurch erinnert?

      77 Gerade sein Titel „das Wort“ kennzeichnet ihn als den höchsten unter den Söhnen Gottes. Hier werden wir an den abessinischen Kal Hatzè erinnert, der von James Bruce in seinem Buch Entdeckungsreisen zur Quelle des Nils, in den Jahren 1768, 1769, 1770, 1771, 1772 und 1773 erwähnt wird:f

      Es gibt da einen Beamten, der Kal Hatzè genannt wird, der immer auf den Stufen neben dem Gitterfenster steht, wo eine Öffnung ist, die von innen mit einem Vorhang aus grünem Taft verhängt ist; hinter diesem Vorhang sitzt der König, und durch diese Öffnung gibt er seine Anweisungen an die Minister, die aufstehen und den Boten im Stehen empfangen … Bisher hat er, wenn Fremde im Raum waren, stets durch einen Beamten zu uns gesprochen, der Kal Hatzè, die Stimme oder das Wort des Königs, genannt wird … solche öffentlichen Zurschaustellungen des Königs scheinen dem Genius dieses Volkes zu keiner Zeit zugesagt zu haben. Früher wurde sein Gesicht nie gesehen, noch irgendein anderer Teil von ihm, ausgenommen zuweilen sein Fuß. Er sitzt auf einer Art Balkon mit Gitterfenstern und Vorhängen vor sich. Sogar jetzt noch bedeckt er sein Gesicht bei Audienzen oder öffentlichen Anlässen und wenn er zu Gericht sitzt. In Fällen von Verrat sitzt er auf seinem Balkon und redet durch eine seitliche Öffnung zu einem Beamten, der Kal Hatzè genannt wird, „die Stimme oder das Wort des Königs“, durch den er den Richtern, die am Verhandlungstisch sitzen, Fragen stellen läßt und alle sonstigen Anweisungen erteilt.

      78. Was bedeutet es, wenn der Präsident einer Republik die Zunge eines Volkes genannt wird?

      78 Das erinnert uns an einen Artikel, der unter der Überschrift „Sukarno — das Idol Indonesiens“ in der New York Times, Ausgabe vom 12. September 1961, erschien. Unter seinem Bild steht als Erklärung: „Zunge des indonesischen Volkes“. In dem Artikel lesen wir:

      … Fast ausnahmslos wird der Redner hinzufügen: „Wenn ich sterbe, schreibt nicht mit goldenen Buchstaben auf mein Grab: ‚Hier ruht Seine Exzellenz Doktoringenieur Sukarno, erster Präsident der Republik Indonesien.‘ Schreibt lediglich: ‚Hier ruht Bung [Bruder] Karno, Zunge des indonesischen Volkes.‘“

      Ihn „Zunge“ zu nennen bedeutet, daß er für das ganze Volk spricht.

      79. (a) Welchen ähnlichen Vergleich gebraucht 2. Mose 4:16 in bezug auf Aaron? (b) Durch welche Äußerung den Juden gegenüber zeigte Jesus, daß er das Wort Gottes war?

      79 Die Bibel (2. Mose 4:16) gebraucht einen ähnlichen Vergleich, wenn Gott zu dem Propheten Moses über Aaron, seinen Bruder, sagt: „Und e r soll für dich zum Volke reden; und es wird geschehen, e r wird dir zum Munde sein, und d u wirst ihm zum Gott sein.“ Als Sprecher für den gottähnlichen Moses diente Aaron als Mund. Genauso verhält es sich mit dem Wort oder Logos, der Jesus Christus wurde. Um zu zeigen, daß er Gottes Wort oder Sprecher war, sagte Jesus zu den Juden: „Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist, oder ob i c h aus mir selbst rede.“ Als er erklärte, daß er für Gott redete, sagte Jesus auch: „Was i c h nun rede, rede ich also, wie mir der Vater gesagt hat.“ — Johannes 7:16, 17; 12:50.

      80. Was können wir jetzt, angesichts der Tatsache, daß er das Wort Gottes ist, erkennen, wenn wir Johannes 1:1, 18 und 20:28 betrachten?

      80 Da Jesus Christus als das Wort Gottes eine Stellung einnimmt, die kein anderes Geschöpf Gottes bekleidet, können wir verstehen, weshalb Johannes 1:1, NW, lautet: „Und das Wort war ein Gott.“ Wir können auch die Worte von Johannes 1:18 verstehen, wie sie in den ältesten griechischen Handschriften zu finden sind: „Gott hat niemals einer gesehen. Der Einziggezeugte Gott, der im Schoße des Vaters ist, der hat die Kunde gebracht.“ (Sigge) Da er „Der Einziggezeugte Gott“g ist, der uns von seinem himmlischen Vater „die Kunde gebracht“ hat, können wir die wirkliche Bedeutung der Worte des Apostels Thomas erkennen, die er zu dem auferstandenen Jesus Christus sprach: „Mein Herr und mein Gott!“ — Johannes 20:28.

      81. Welches war der wichtigste Grund, weshalb das Wort Gottes Fleisch und Blut wurde?

      81 Weil Jesus Christus als „das Wort Gottes“ der universelle Sprecher für Gott, seinen Vater, ist, stellt ihn der Apostel Johannes sehr trefflich als Gottes Hauptzeugen dar. Das Zeugnisgeben war der wichtigste Grund, weshalb das Wort oder der Logos Fleisch wurde und unter uns Geschöpfen von Fleisch und Blut wohnte. Als ihn der römische Gouverneur Pontius Pilatus einem Verhör unterzog, bei dem es um sein Leben ging, sagte das fleischgewordene Wort: „I c h bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, auf daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ — Johannes 18:37.

      82. Wie konnte daher das Wort gemäß Offenbarung 3:14 und 1:5 richtigerweise genannt werden?

      82 Angesichts eines solchen Berichtes über seine Tätigkeit als Gottes Hauptzeuge auf der Erde konnte das im Himmel verherrlichte „Wort Gottes“ nach Offenbarung 3:14 sagen: „Dieses sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes.“ Demzufolge konnte auch der Apostel Johannes für die christliche Versammlung Gnade und Frieden von Gott und „von Jesu Christo, welcher der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde“, erbitten. (Offenbarung 1:4, 5) Er ist der größte der christlichen Zeugen Jehovas.

      83. (a) Was zu tun ist daher für uns angebracht, und weshalb? (b) Was werden wir ebenfalls sein, wenn wir dies wie Johannes tun?

      83 Da Jesus Christus jetzt das im Himmel verherrlichte „Wort Gottes“ ist, tun wir gut, auf das zu hören, was er sagt, denn wenn er spricht, ist es, wie wenn Jehova Gott selbst redete. (Offenbarung 19:13) Indem wir auf die Stimme des verherrlichten lebendigen „Wortes Gottes“ hören, beweisen wir, daß wir „aus der Wahrheit“ sind. Wenn wir seine Stimme erkennen, auf seine Stimme hören und seiner Stimme folgen, zeigen wir, daß wir seine „Schafe“ sind. (Johannes 10:3, 4, 16, 27) Wenn wir seine Stimme hören und die Tür öffnen und ihn eintreten lassen, wird er hereinkommen und ein geistliches Mahl mit uns haben. (Offenbarung 3:20) Mehr als irgendein anderer inspirierter christlicher Schreiber der Bibel schrieb der Apostel Johannes von Zeugen und vom Zeugnisgeben. Wenn wir wie Johannes auf die Stimme des königlichen „Wortes Gottes“ hören, werden wir ebenfalls treue Zeugen sein und von der Wahrheit Zeugnis ablegen, die Menschen befreit und zum ewigen Leben in Gottes gerechte neue Welt führt. Abschließend sagen wir: Dank sei Jehova Gott dafür, daß er den Apostel Johannes gebraucht hat, uns zu erklären, wer mit dem Ausdruck „das Wort“ gemeint ist.

      [Fußnoten]

      a Zitat von Seite 30, Absatz 2 aus The Four Gospels Harmonized and Translated, aus dem russischen Original übersetzt von Professor Leo Wiener, Druckrecht 1904, herausgegeben von der Willey Book Company, New York, N. Y. Der Autor ist der berühmte Graf Leo Tolstoj, russischer Romanschriftsteller und Religionsphilosoph, gestorben 1910.

      b Auf der Titelseite dieses Buches („The Patristic Gospels — an English Version of the holy Gospels as they existed in the Second Century“) lesen wir: „Zusammengestellt aus Schriften von 120 griechischen und lateinischen Kirchenvätern vom zweiten bis zum zehnten Jahrhundert; den 26 altlateinischen (italischen) Übersetzungen des zweiten Jahrhunderts; der Vulgata; 24 griechischen Unzial- und einigen Kursivhandschriften; der syrischen, ägyptischen und anderen alten Übersetzungen; korrigiert durch Vergleichung aller griechischen kritischen Texte von Stephanus (1550) bis Westcott and Hort, 1881; aller englischen Übersetzungen von Wiklif (14. Jahrhundert) bis zur Übersetzung der amerikanischen Baptisten von 1883 wie auch aller englischen und ausländischen Kommentatoren, die jemals eine brauchbare Wiedergabe vorgeschlagen haben. — London: Grant Richards, 48 Leicester Square, 1904.“

      c Diese textkritische Bemerkung zu Johannes 1:1 steht auf Seite 156 und besagt: „Es gibt drei verschiedene Gründe für die Annahme, daß die wahre Wiedergabe ‚von Gott‘ lauten muß. Erstens die Manuskripte, wie sie in jener Bemerkung angegeben sind; zweitens die logische Beweisführung: wenn der Evangelist hätte sagen wollen, ‚war Gott‘, dann hätte er keinen Grund für den nächsten Vers gehabt; drittens die grammatikalische Struktur des Satzes: wäre ‚war Gott‘ nicht ho lógos ēn theós geschrieben worden, was immerhin wesentlich flüssiger im Stil gewesen wäre? Doch wenn wir lesen: kai theoû ēn ho lógos, steht das theoû an seiner richtigen Stelle im Satz. Ich habe auf ausdrücklichen Wunsch des verstorbenen Bischofs Westcott davon Abstand genommen, diesen Text zu korrigieren.“

      Das griechische Wort theoû bedeutet „von Gott“.

      d Zitiert aus An Idiom-Book of New Testament Greek (Ein Buch der Spracheigenheiten des Griechischen Neuen Testaments) von C. F. D. Moule, Lady Margarets Religionslehrer an der Universität Cambridge, Seite 116, Ausgabe 1953.

      e Siehe Anhang zur Neuen-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften (englisch), Seite 774 Ausgabe 1950, Absätze 1, 2.

      f Band 4, Seite 76 und Band 3, Seiten 231 und 265 dieses fünfbändigen Werkes von James Bruce of Kinnaird, Esquire, Mitglied der Royal Society, Edinburgh, Schottland. Gedruckt von J. Ruthven für G. G. J. und J. Robinson, Paternoster Row, London, England, 1790.

      Den Zitaten aus diesem Werk von James Bruce fügt Calmets Dictionary of The Holy Bible noch folgendes hinzu:

      „Über die Funktion dieses Beamten führt Bruce mehrere treffende Beispiele an, insbesondere das Verhör eines Rebellen, bei dem der König durch seinen Kal Hatzè eine Frage stellte, die den Angeklagten eindeutig als schuldig bloßstellte. Der König von Abessinien scheint also durch einen Vertreter, einen Vermittler oder Mittelsmann, der ‚sein WORT‘ genannt wird, Erkundigungen einzuziehen, seine Meinung zu äußern und seinen Willen bekanntzugeben. Angenommen, daß dies auch eine jüdische Sitte war, so erkennen wir, was die Verfasser der alten jüdischen Umschreibungen meinten, wenn sie vom ‚WORT JEHOVAS‘ statt von JEHOVA sprachen; sie wußten, was sie damit meinten, und auch ihre Leser wußten es, die sie ja schließlich berücksichtigen mußten … Sollten wir demnach den Gedanken, die Evangelisten hätten die mythologischen Anschauungen Platos übernommen, nicht aufgeben? Hat nicht eher Plato die Sprache des Ostens übernommen? Ist diese Sitte im Osten nicht heute noch üblich? Man beachte die Berichte über den Besuch eines Gesandten beim Sultan. Der Sultan antwortet nie selbst, sondern sagt seinem Wesir, was er für ihn sagen soll. So ist es auch in Europa: Der König von Frankreich beauftragt seinen Siegelbewahrer, in seinem Namen zu sprechen, und in England vertagt der Führer des Oberhauses das Parlament, indem er den Willen Seiner Majestät bekanntgibt und den Namen Seiner Majestät gebraucht, obwohl Seine Majestät selbst anwesend ist.“ — Calmets Dictionary of The Holy Bible, Seite 935, herausgegeben von Charles Taylor, amerikanische Ausgabe. Von Edward Robinson revidiert und weitgehend ergänzt. Boston: Herausgegeben von Crocker und Brewster … New York: Jonathan Leavitt, 1832.

      Charles T. Russell erwähnt in seinem Buch Die Versöhnung des Menschen mit Gott (1897, Seiten 83 und 84) und in seinem Text zum „Photo-Drama der Schöpfung“ (Ausgabe 1914, Seite 54, § 3) im Zusammenhang mit Johannes 1:1 ebenfalls einen königlichen Beamten, der ähnliche Funktionen hatte wie der erwähnte Kal Hatzè.

      g Die Übersetzung (bis jetzt noch in Manuskriptform) von S. T. Byington gibt Johannes 1:18 wie folgt wieder: „Niemand hat Gott jemals gesehen; ein einziggeborener Gott, der im Busen des Vaters ist, er gab den Bericht von ihm.“

  • Verzeichnis erklärter Schrifttexte des „Wachtturm“-Jahrgangs 1962
    Der Wachtturm 1962 | 15. Dezember
    • Verzeichnis erklärter Schrifttexte des „Wachtturm“-Jahrgangs 1962

      1. MOSE

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      9:25 619

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      2. MOSE

      3:8 616

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      3. MOSE

      11:21 63

      17:11 347

      17:13 63

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      4. MOSE

      11:5 63

      14:5-9 105

      20:10 379

      5. MOSE

      6:4 429

      6:6 586

      6:7 202, 586, 678

      7:3 429, 590

      7:4 429

      7:16 671

      17:14 619

      17:15 217

      23:1 159

      25:5-12 159

      28:10 13

      28:38, 39 138

      28:42 138

      31:3 106

      31:6 106

      31:26 186

      33:18 527

      33:22 329

      JOSUA

      1:7 106

      1:8 106, 205, 452

      6:24 616

      11:10 150

      14:8 153

      RICHTER

      5:20 421

      13:5 643

      1. SAMUEL

      17:34, 35 74

      17:45, 46 75

      18:19 607

      21:10 79

      22:1, 3 84

      30:6 76

      2. SAMUEL

      6:23 607

      21:8 607

      1. KÖNIGE

      4:20 629

      4:25 629

      4:26 616

      8:9 639

      13:2 576

      13:3-28 273

      14:8 75

      20:35 760

      2. KÖNIGE

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      1. CHRONIKA

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      2. CHRONIKA

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      NEHEMIA

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      HIOB

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      PSALMEN

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      SPRÜCHE

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