Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • g91 22. 1. S. 8
  • „Ich kann nichts dafür!“ Das Zeitalter der Ausreden

Kein Video für diese Auswahl verfügbar.

Beim Laden des Videos ist ein Fehler aufgetreten.

  • „Ich kann nichts dafür!“ Das Zeitalter der Ausreden
  • Erwachet! 1991
  • Ähnliches Material
  • Ich bin drogensüchtig – kann die Bibel mir helfen?
    Weitere Themen
  • Wer wird süchtig, und warum?
    Erwachet! 1994
  • Auswirkungen des Glücksspiels auf den Menschen
    Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1975
  • Gottes Versammlung in der Zeit seines Gerichts rein erhalten
    Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1973
Hier mehr
Erwachet! 1991
g91 22. 1. S. 8

„Ich kann nichts dafür!“ Das Zeitalter der Ausreden

PENG! Stefans Mutter rennt in die Küche, um zu sehen, was diesen schrecklichen Krach verursacht hat. Dort liegt die Keksschale in Scherben auf dem Boden. Der kleine Stefan steht da, einen Keks krampfhaft festhaltend, und versucht, möglichst unschuldig dreinzublicken. „Ich kann nichts dafür!“ stößt er hervor.

ELTERN wissen nur zu gut, daß es Kindern schwerfällt, ihre Fehler einzugestehen. Aber die heutige Erwachsenengesellschaft hat das gleiche Problem. Immer mehr Menschen sind anscheinend der Meinung, es sei zuviel von ihnen verlangt, dem Reiz des Genusses zu widerstehen.

Nehmen wir zum Beispiel den Mann, der ein und dieselbe Frau dreimal vergewaltigte. Bei der Gerichtsverhandlung brachte er vor, er sei seinen männlichen Hormonen ausgeliefert; sein Körper wies einen hohen Grad an Testosteron auf. Er wurde freigesprochen. Ein Politiker, der als Lügner entlarvt wurde, schrieb seinen Meineid einem Alkoholproblem zu. Ein Drogenhändler wurde freigesprochen, weil er behauptet hatte, Opfer einer „Zwangshandlung“ zu sein.

Gemäß der Zeitschrift U.S.News & World Report treffen sich in den Vereinigten Staaten jede Woche über 2 000 Gruppen von sogenannten Sex- oder Liebessüchtigen zur Beratung. Nach dem Vorbild der anonymen Alkoholiker haben sich über 200 nationale Organisationen gebildet, um den „Opfern“ anderer „Süchte“ zu helfen, wie zum Beispiel anonyme Schläger, anonyme schwule Fettsüchtige, anonyme Spieler, anonyme Schuldner, anonyme Schlamper und anonyme Arbeitssüchtige.

Eine Reihe Experten bezeichnen alle diese Arten von destruktivem Verhalten als Süchte, doch andere sind bei der neuen Suchtmode argwöhnisch. Ein Psychologe sagte: „Eine Welt von Suchtkrankheiten zu schaffen kann bedeuten, eine Welt zu schaffen, in der alles entschuldbar ist.“ Ein Psychotherapeut gibt zu bedenken, daß Menschen, wenn sie sich erst einmal als hilflose Opfer einer Sucht sehen, viel schwerer zu behandeln sind; ihre Ausreden werden zu einem Teil ihrer Identität.

Dr. William Lee Wilbanks, Professor für Strafrechtspflege, ist der Meinung, die neue Mode der Suchttherapie gehöre zu einer aus vier Wörtern bestehenden Philosophie — „Ich kann nichts dafür“ —, die er als „neue Abartigkeit“ bezeichnet. Er kritisiert die „wachsende Tendenz in wissenschaftlichen Kreisen, Menschen als Objekte zu betrachten, die von inneren und äußeren Kräften manipuliert werden, auf die sie keinen Einfluß haben“. „Diese Ansicht“, führt er aus, „legt nahe, daß der freie Wille im menschlichen Verhalten eine geringe oder gar keine Rolle spielt.“

Studien deuten darauf hin, daß der menschliche Wille sogar auf die herkömmlicheren Süchte einen größeren Einfluß hat, als man dachte. Beispielsweise scheitern 75 Prozent der Heroinsüchtigen in dem Versuch, von der Droge loszukommen. Doch unter den ehemaligen Vietnamsoldaten ist die Erfolgsquote wesentlich höher — fast 90 Prozent sind in der Lage, die Sucht zu überwinden. Warum? Die Droge ist die gleiche, die Sucht ist identisch. Könnte es sein, wie Wilbanks meint, daß „ihre Wertvorstellungen und ihre Selbstdisziplin ihnen halfen, von der Droge loszukommen“? Man kann nicht bestreiten, daß Faktoren wie chemische Abhängigkeit oder sogar eine angeborene Neigung zu bestimmten Problemen real sind. Nach Wilbanks’ Worten können solche Faktoren „den Kampf gegen die Versuchung schwieriger machen. Aber der Kampf ist dennoch zu gewinnen.“

Das stimmt. Der Reiz des Sofortgenusses ist mächtig, doch er ist nicht übermächtig. Das Werk der Zeugen Jehovas in der ganzen Welt zeigt, daß Drogenabhängige, Alkoholiker, Ehebrecher, Spieler und Homosexuelle ihrem Verlangen nicht nachgeben müssen. Durch ihre Willenskraft und, was noch wichtiger ist, mit der Hilfe des heiligen Geistes Gottes können sie ihre Probleme überwinden. Ungeachtet dessen, was „Experten“ sagen, weiß unser Schöpfer, wann wir für unsere Handlungen verantwortlich sind (4. Mose 15:30, 31; 1. Korinther 6:9-11). Er ist jedoch auch barmherzig. Nie erwartet er von uns mehr, als zumutbar ist, und er „ist eingedenk dessen, daß wir Staub sind“ (Psalm 103:14).

    Deutsche Publikationen (1950-2025)
    Abmelden
    Anmelden
    • Deutsch
    • Teilen
    • Einstellungen
    • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
    • Nutzungsbedingungen
    • Datenschutzerklärung
    • Datenschutzeinstellungen
    • JW.ORG
    • Anmelden
    Teilen