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Erwachet! 1989
g89 8. 3. S. 14-17

Ich bestieg den größten Monolithen der Welt

Von unserem Korrespondenten in Australien

WAS ich gelesen hatte und die zahllosen Bilder, die ich gesehen hatte, verblaßten gegen diesen Anblick. Da stand er im Glanz der untergehenden Sonne, majestätisch in seiner ganzen Pracht. Auf diesen Moment hatten wir gewartet. Während wir wie gebannt ausharrten, wurde der Felsen nach und nach in ein zartes Rosa getaucht, dann in ein kräftiges Purpurrot und schließlich in ein dunkles Rot. Auf diese Farbe hatte ich besonders gehofft. Ein letztes Mal machte meine Kamera klick.

Um mich herum drückten an jenem Abend auch Hunderte andere wartende Touristen aus aller Herren Länder auf den Auslöser, um eine Szene einzufangen, die ihresgleichen sucht. Wir waren nämlich am Ayers Rock — dem größten Monolithen oder Einzelberg der Welt — im Herzen Australiens. Ja, endlich sah ich dieses ehrfurchteinflößende Schöpfungswerk Gottes mit eigenen Augen.

Warum so spektakulär?

John Ross beschreibt in dem Buch Beautiful Australia in Color (Wunderbares Australien in Farbe) Ayers Rock als „das überragendste Touristenziel in einem Land, das von Attraktionen übersät ist, eine belebende Kraft in einem uralten, öden Land“.

Die enorme Größe von Ayers Rock ist an sich schon aufsehenerregend, doch wenn das Farbenspiel beginnt, können die Besucher ihre Bewunderung nicht mehr für sich behalten. Der Monolith aus Sandstein erhebt sich 348 Meter über der wüstenhaften Ebene und erstreckt sich über eine Länge von 3,6 Kilometern und eine Breite von 2 Kilometern. Und außer diesem Kaleidoskop der Farben, hervorgerufen durch den Lauf der Sonne, bietet sich gelegentlich dem Betrachter nach einem plötzlichen Wüstenregen der atemberaubende Anblick des in hellen Silberglanz getauchten Monolithen.

Der Berg liegt 470 Straßenkilometer südwestlich von Alice Springs, der wichtigsten Stadt in Zentralaustralien. Er wurde nach einem der südaustralischen Premierminister benannt, nach Sir Henry Ayers. Die Ureinwohner Australiens nennen den Inselberg seit Jahrhunderten Uluru — ein Name mit ungewisser Bedeutung.

Der Drang zum Klettern

Jeder, der Ayers Rock zum erstenmal sieht, scheint einen unwiderstehlichen Drang zu verspüren, dieses faszinierende Phänomen aus der Nähe kennenzulernen. Manch einer kann es sich leisten, dies aus der Luft zu tun, andere umkreisen ihn mit dem Auto — eine Strecke von etwa 10 Kilometern. Was mich betrifft, ich mußte den Berg besteigen. Möchtest du dich mir anschließen?

Die Form des Berges ist am besten mit dem Rücken eines schlafenden Nilpferdes zu vergleichen. Wir beginnen mit dem Aufstieg etwa am Ende des zweiten Drittels des Nilpferdkörpers, vom Schwanz her gerechnet. Achte auf die Reihe von Pfählen, die in den Felsen gehauen und mit einer Kette verbunden wurden, an der wir uns beim Klettern festhalten müssen. Wir sind froh darüber, denn der Pfad ist nur ein schmaler Grat, der zu beiden Seiten steil abfällt. Offenbar hat so mancher unachtsame oder selbstsichere Kletterer diese Kette unbeachtet gelassen und das Unglück geradezu herausgefordert. Jetzt denken wir noch mehr über die Gedenktafel nach, auf die uns unser Führer zu Beginn des Aufstiegs aufmerksam gemacht hat. Darauf waren die jüngsten Abstürze von Personen aus verschiedenen Ländern vermerkt. Plötzliche Windböen bilden hier eine Gefahr. Ohne Vorwarnung können Bergsteiger durch solche Windstöße abstürzen. Halte dich daher an der Kette fest. Es kann dir das Leben retten!

Wie die meisten Laien im Bergsteigen ziehen wir anfangs begeistert los, doch nach den ersten zehn Minuten wird daraus ein langsamer, mühseliger Gang nach oben. Bald sieht unser Bus ziemlich winzig aus. Nach zwanzig Minuten ist es offensichtlich, daß wir körperlich nicht so fit sind, wie es sein sollte. Wir merken, daß wir immer wieder mal eine Pause einlegen müssen. Aber der Anblick des eindrucksvollen Panoramas, das sich mit zunehmender Höhe ständig weitet, entschädigt uns für diese Unterbrechungen. Links von uns ragen die riesigen Olgas auf, eine Anzahl gigantischer Felskuppeln, wie von Riesenhand zusammengetragen. Der größte dieser Berge ist der Mount Olga mit 546 Meter Höhe über der Talsohle. Als wir uns nach rechts wenden, erblicken wir in der Ferne das ultramoderne, viele Millionen Dollar teure Fremdenverkehrszentrum samt Hotel und Flughafen mit regem Touristenverkehr. Dahinter liegt, so weit das Auge reicht, die ebene, ausdruckslose Wüste, die für das Innere Australiens charakteristisch ist.

Ich erinnere mich, daß ich, als ich neben unserem Bus gestanden hatte, so etwas wie Hunderte von Ameisen gesehen hatte, die ständig kamen und gingen, um eine Nahrungsquelle auf dem Gipfel aufzusuchen. So müssen wir nun anderen von dort unten aus erscheinen.

Werden wir es schaffen?

Weiter geht’s nach oben. Warum spüren wir unsere Wadenmuskeln so sehr? Der Schmerz ist bald vergessen, als wir die winzigen Tümpel im Felsen erblicken. In jedem der Tümpel schwimmen sogar Tiere — kleine Blattfußkrebse. Das sind aber die einzigen Lebewesen auf dem sonst massiven, unfruchtbaren, nackten Felsen.

Was sagt unser Führer gerade? Wir haben jetzt die Hälfte hinter uns. Ist das alles? Nun gut, zumindest ist der steilste Abschnitt geschafft, und die Sicherheitskette ist nicht mehr nötig. Von hier aus steigt der Pfad gleichmäßig an; er ist nur noch mit einer aufgemalten Linie markiert. Wir schlängeln uns an Hindernissen vorbei, gehen über kleine Rundungen in der Felsoberfläche und fragen uns, ob wir den Gipfel je erreichen werden.

Doch auf einmal sind wir da. Jetzt können wir über den Gipfel des Felsens schauen. Neue Anblicke belohnen uns. Ständig wechseln die Konturen skulpturenhafter, faszinierender Formen. Hier auf dem Gipfel steht ein Mal, ein Richtungsanzeiger, und es gibt eine Stelle, wo wir unser Autogramm hinterlassen können, um zu beweisen, daß wir es bis zum Gipfel geschafft haben.

Und der Abstieg?

Aber wie steht es um den Abstieg? Wie die meisten dachte ich, der Weg nach unten sei ein Spaziergang, man brauche sich einfach mühelos nach unten schieben zu lassen. Weit gefehlt! Ein paar Minuten später spürte ich, daß meine Wadenmuskeln schmerzten. Jeder Schritt schien mehr weh zu tun. Nach einigen Pausen waren wir endlich wieder unten.

Und dann war es für uns eine Riesenanstrengung, die letzten Meter in der Ebene bis zum Bus zu laufen. Aber wir schafften es und blickten noch einmal zu diesem Wüstengiganten auf, den ungezählte Menschen wie Ameisen hinauf- und hinunterkletterten.

Es war aufregend und phantastisch, einem der vielen Wunder der Schöpfung Gottes nahe gewesen zu sein. Wenn auch körperlich ermüdend, so war es doch geistig und emotionell anregend. Was mich betrifft, ich konnte nicht anders, als Jehova in einem kurzen Gebet dafür zu danken, daß ich mit 61 Jahren noch die Kraft hatte, den größten Monolithen der Welt zu besteigen.

[Karte auf Seite 14]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

Australien

Alice Springs

[Bild auf Seite 15]

Der steile Aufstieg auf den Ayers Rock

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