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‘Babylon ist gefallen!’Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen I
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„Man richte den Tisch her ..., Essen, Trinken!“
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Der Wächter „ging daran, wie ein Löwe auszurufen“
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‘Ich stehe beständig bei Tag und alle Nächte’
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‘Babylon ist gefallen!’Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen I
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‘Babylon ist gefallen!’
1, 2. (a) Wie lautet das Hauptthema der Bibel, und welches wichtige Nebenthema erscheint in Jesaja? (b) Wie wird in der Bibel das Thema des Sturzes Babylons entwickelt?
DIE Bibel gleicht einem Musikwerk mit einem Hauptthema und zusätzlichen Nebenthemen, die zur Charakteristik des Ganzen beitragen. Sie hat ein alles überragendes Thema: die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas durch die Königreichsregierung des Messias. Sie behandelt auch noch andere wichtige Themen, die wiederholt aufgegriffen werden, wie zum Beispiel der Fall Babylons.
2 Dieses Thema taucht in Jesaja, Kapitel 13 und 14 auf und erneut in Kapitel 21, 44 und 45. Hundert Jahre später entwickelt Jeremia dieses Thema weiter, und im Buch Offenbarung erreicht es seinen absoluten Höhepunkt (Jeremia 51:60-64; Offenbarung 18:1 bis 19:4). Jeder Erforscher der Bibel sollte an diesem wichtigen „Nebenthema“ des Wortes Gottes interessiert sein. Das 21. Kapitel des Buches Jesaja fördert dieses Interesse, denn es enthält faszinierende Einzelheiten des vorausgesagten Falls dieser großen Weltmacht. Wie wir anschließend sehen werden, wird in diesem Kapitel noch ein weiteres wichtiges biblisches Thema betont, eines, das uns hilft, unsere Wachsamkeit als Christen heute richtig zu bewerten.
„Eine harte Vision“
3. Warum wird Babylon als „Meereswildnis“ bezeichnet, und was hat dieser Titel für Babylons Zukunft zu bedeuten?
3 Jesaja, Kapitel 21 beginnt mit einer Bemerkung, die Schlimmes ahnen lässt: „Der prophetische Spruch gegen die Meereswildnis: Wie Sturmwinde im Süden beim Weiterziehen kommt es von der Wildnis her, aus furchteinflößendem Land“ (Jesaja 21:1). Babylon liegt zu beiden Seiten des Euphrat, die östliche Hälfte im Gebiet zwischen den beiden großen Flüssen Euphrat und Tigris. Vom eigentlichen Meer ist es noch ziemlich weit entfernt. Warum wird es dann als „die Meereswildnis“ bezeichnet? Weil die Gegend jedes Jahr überschwemmt wurde, wodurch ein riesiges Sumpf„meer“ entstand. Die Babylonier hielten diese Wasserwüste jedoch unter Kontrolle, indem sie ein umfangreiches System von Deichen, Schleusen und Kanälen schufen. Sie nutzten die Wassermassen auf geniale Weise als einen Teil der Verteidigungsanlagen der Stadt. Menschenwerk wird Babylon aber nicht vor dem göttlichen Strafgericht bewahren. Eine Wildnis ist die Stadt gewesen, eine Wildnis wird sie wieder werden. Das Unheil nimmt seinen Lauf und braut sich ebenso zusammen wie einer der heftigen Stürme, die manchmal aus dem Süden von der furchterregenden Wildnis her über Israel hinwegbrausen. (Vergleiche Sacharja 9:14.)
4. Inwiefern enthält die in der Offenbarung beschriebene Vision von „Babylon der Großen“ die Elemente „Wasser“ und „Wildnis“, und was ist mit den „Wassern“ gemeint?
4 Wie wir in Kapitel 14 des vorliegenden Buches erfahren haben, gibt es ein neuzeitliches Gegenstück Babylons: „Babylon die Große“, das Weltreich der falschen Religion. In der Offenbarung ist in Verbindung mit Babylon der Großen ebenfalls von einer „Wildnis“ und von „Wassern“ die Rede. Der Apostel Johannes wird in eine Wildnis weggetragen, wo er Babylon die Große erblickt. Ihm wird erklärt, dass sie „auf vielen Wassern sitzt“, die „Volksmengen und Nationen und Zungen“ darstellen (Offenbarung 17:1-3, 5, 15). Die Unterstützung vonseiten des Volkes ist für den Fortbestand der falschen Religion stets unerlässlich gewesen, doch diese „Wasser“ werden ihr letzten Endes keinen Schutz bieten. Wie ihr Gegenstück in alter Zeit wird sie schließlich eine menschenleere, verlassene Einöde sein.
5. Wie hat sich Babylon den Ruf erworben, „treulos“ und ein „Verheerer“ zu sein?
5 In den Tagen Jesajas ist Babylon noch nicht die vorherrschende Weltmacht. Jehova sieht jedoch voraus, dass es, wenn es so weit ist, seine Macht missbrauchen wird. Jesaja führt weiter aus: „Da ist eine harte Vision, die mir mitgeteilt worden ist: Der treulos Handelnde handelt treulos, und der Verheerer verheert“ (Jesaja 21:2a). Babylon wird die Nationen, die es besiegt — auch Juda —, tatsächlich verheeren und ihnen gegenüber treulos, heimtückisch und niederträchtig handeln. Die Babylonier werden Jerusalem plündern, den Tempel ausrauben und die Einwohner der Stadt gefangen nach Babylon wegführen. Dort werden diese hilflosen Gefangenen niederträchtig behandelt und wegen ihres Glaubens verspottet werden, ohne Hoffnung auf eine Rückkehr in ihr Heimatland (2. Chronika 36:17-21; Psalm 137:1-4).
6. (a) Welches Seufzen wird Jehova aufhören lassen? (b) Welche Nationen sollen gemäß der Prophezeiung Babylon angreifen, und wie hat sich das erfüllt?
6 Babylon verdient diese „harte Vision“, die für die Stadt schwere Zeiten bedeuten wird, wirklich voll und ganz. Jesaja sagt weiter: „Steig hinauf, o Elam! Belagere, o Medien! Alles Seufzen ihretwegen habe ich aufhören lassen“ (Jesaja 21:2b). Die von diesem heimtückischen Reich Unterdrückten werden befreit werden. Endlich ein Ende ihres Seufzens! (Psalm 79:11, 12). Wie kommt es zu dieser Befreiung? Jesaja nennt zwei Nationen, die Babylon angreifen werden: Elam und Medien. Zweihundert Jahre später, und zwar 539 v. u. Z., wird Cyrus, der Perser, die vereinten Streitkräfte Persiens und Mediens gegen Babylon führen. Was Elam betrifft, so werden persische Monarchen zumindest einen Teil dieses Landes bereits vor 539 v. u. Z. besitzen.a Deshalb werden den persischen Streitkräften auch Elamiter angehören.
7. Wie wirkt sich Jesajas Vision auf den Propheten aus, und was hat das zu bedeuten?
7 Beachten wir, wie diese Vision nach Jesajas Worten auf ihn wirkt: „Darum sind meine Hüften voll heftiger Schmerzen geworden. Krämpfe haben mich befallen gleich den Krämpfen einer Gebärenden. Ich bin aus der Fassung gebracht, sodass ich nicht höre; ich bin in Bestürzung geraten, sodass ich nicht sehe. Mein Herz ist umhergeirrt; Schauder hat mich erschreckt. Die Dämmerung, zu der es mich hingezogen hatte, ist mir zum Beben gemacht worden“ (Jesaja 21:3, 4). Wie es scheint, schätzt der Prophet die Dämmerstunden als gute Möglichkeit, in aller Ruhe nachzudenken. Doch jetzt hat der Einbruch der Dunkelheit für Jesaja seinen Reiz verloren, denn ihn überkommen Furcht, Schmerzen und Zittern. Krämpfe wie die einer Gebärenden überfallen ihn, und sein Herz „ist umhergeirrt“. Ein Gelehrter wählt dafür die Wiedergabe „Wild schlägt mein Herz“ und spricht in seiner Erläuterung von „unregelmäßigem fieberhaftem Pulsschlag“. Warum diese Erregung? Was Jesaja empfindet, hat offenbar prophetische Bedeutung. Ein ebensolcher Schrecken wird die Babylonier in der Nacht vom 5./6. Oktober 539 v. u. Z. befallen.
8. Wie verhalten sich die Babylonier entsprechend der Prophezeiung, obwohl ihre Feinde vor den Mauern stehen?
8 Wenn an jenem verhängnisvollen Tag die Dunkelheit hereinbricht, ist der Sinn der Babylonier mit allem anderen als mit Schreckensvorstellungen erfüllt. Etwa 200 Jahre im Voraus prophezeit Jesaja: „Man richte den Tisch her, man stelle die Sitze zurecht, Essen, Trinken!“ (Jesaja 21:5a). Ja, der arrogante König Belsazar gibt ein Festmahl. Sitze für tausend seiner Großen sowie für zahlreiche Frauen und Konkubinen werden aufgestellt (Daniel 5:1, 2). Wie die Feiernden wohl wissen, steht ein Heer vor den Mauern, doch sie halten ihre Stadt für uneinnehmbar. Dank der massiven Mauern und der tiefen Festungsgräben scheint eine Eroberung unmöglich zu sein — ja angesichts der vielen Götter der Stadt einfach unvorstellbar! Man esse also und trinke! Belsazar spricht dem Alkohol tüchtig zu, und wahrscheinlich nicht nur er allein. Berauscht sind auch die hohen Beamten, was daran zu erkennen ist, dass sie aufgerüttelt werden müssen, wie die nächsten Worte der Prophezeiung Jesajas zeigen.
9. Warum wird es nötig, den ‘Schild zu salben’?
9 „Steht auf, ihr Fürsten, salbt den Schild“ (Jesaja 21:5b). Urplötzlich ist das Fest zu Ende. Die Fürsten müssen aufwachen! Man hat den betagten Propheten Daniel gerufen, und er erlebt, wie Jehova den babylonischen König Belsazar in Angst und Schrecken versetzt, vergleichbar mit dem Schrecken, den Jesaja beschrieben hat. Die Großen des Königs geraten in Verwirrung, als die vereinten Streitkräfte der Meder, Perser und Elamiter die Verteidigungsanlagen der Stadt überwinden. Babylon fällt im Handumdrehen! Was ist aber damit gemeint, ‘den Schild zu salben’? In der Bibel wird der König einer Nation mitunter als ihr Schild bezeichnet, weil er der Verteidiger und Beschützer des Landes ist (Psalm 89:18).b Folglich wird in diesem Vers des Buches Jesaja wahrscheinlich vorausgesagt, dass ein neuer König benötigt wird. Warum? Weil Belsazar noch „in derselben Nacht“ getötet wird. So muss man ‘den Schild salben’, das heißt einen neuen König einsetzen (Daniel 5:1-9, 30).
10. Welchen Trost können Anbeter Jehovas aus der Erfüllung der Prophezeiung Jesajas über den treulos Handelnden schöpfen?
10 Alle, die die wahre Anbetung lieben, schöpfen aus diesem Bericht Trost. Das neuzeitliche Babylon, Babylon die Große, ist ebenso ein großer „treulos Handelnder“ und „Verheerer“ wie sein Gegenstück in alter Zeit. Auch heute verschwören sich religiöse Führer, um zu bewirken, dass Jehovas Zeugen verboten, verfolgt oder extrem hoch besteuert werden. Doch wie uns diese Prophezeiung zeigt, entgeht Jehova dieses heimtückische Handeln nicht, und er wird es auch nicht ungestraft lassen. Er wird das Ende aller Religionen herbeiführen, die ihn falsch darstellen und sein Volk schlecht behandeln (Offenbarung 18:8). Ist so etwas möglich? Um unseren Glauben daran zu stärken, brauchen wir uns lediglich einmal damit zu beschäftigen, wie sich seine Warnungen in Bezug auf den Sturz des alten Babylon und den Sturz seines neuzeitlichen Gegenstücks bereits erfüllt haben.
„Sie ist gefallen!“
11. (a) Worin besteht die Verantwortung eines Wächters, und wer ist heute als Wächter tätig? (b) Was wird durch den Kriegswagen mit Eseln und den mit Kamelen dargestellt?
11 Nun redet Jehova mit dem Propheten. Jesaja berichtet: „Dies hat Jehova zu mir gesprochen: ‚Geh, stell jemand auf, der Ausschau hält, damit er genau das mitteilt, was er sieht‘ “ (Jesaja 21:6). Mit diesen Worten wird ein weiteres wichtiges Thema dieses Kapitels eingeführt: der Wächter, der Ausschau hält. Das ist für alle wahren Christen heute von Interesse, denn Jesus forderte seine Nachfolger auf, ‘beharrlich zu wachen’. Der „treue und verständige Sklave“ teilt unablässig mit, was er hinsichtlich der Nähe des Gerichtstages Gottes und der Gefahren in der heutigen korrupten Welt sieht (Matthäus 24:42, 45-47). Was sieht der Wächter in der Vision Jesajas? „Er sah einen Kriegswagen mit einem Pferdegespann, einen Kriegswagen mit Eseln, einen Kriegswagen mit Kamelen. Und er gab genau Acht, mit viel Aufmerksamkeit“ (Jesaja 21:7). Diese einzelnen Kriegswagen stellen wahrscheinlich ganze Wagenkolonnen dar, die in Schlachtordnung mit der Geschwindigkeit abgerichteter Rosse vorrücken. Der Kriegswagen mit Eseln und der mit Kamelen stellen passenderweise die beiden Mächte Medien und Persien dar, die sich zu diesem Angriff vereinen. Wie die Geschichte bestätigt, setzte das persische Heer im Krieg sowohl Esel als auch Kamele ein.
12. Welche Eigenschaften lässt der Wächter in Jesajas Vision erkennen, und wer benötigt heute diese Eigenschaften?
12 Der Wächter sieht sich gezwungen, Meldung zu machen. „Er ging daran, wie ein Löwe auszurufen: ‚Auf dem Wachtturm, o Jehova, stehe ich beständig bei Tag, und auf meinem Wachtposten bin ich aufgestellt alle Nächte. Und siehe nun, da kommt ein Kriegswagen mit Männern, mit einem Pferdegespann!‘ “ (Jesaja 21:8, 9a). Der Wächter in der Vision ruft mutig, „wie ein Löwe“. Eine Gerichtsbotschaft gegen eine solch beeindruckende Nation wie Babylon auszurufen erfordert Mut. Aber auch Ausharren ist nötig. Der Wächter bleibt Tag und Nacht auf seinem Posten und lässt in seiner Wachsamkeit nicht nach. Ebenso mutig und ausdauernd muss die Wächterklasse in den gegenwärtigen letzten Tagen sein (Offenbarung 14:12). Ja, alle wahren Christen benötigen diese Eigenschaften.
13, 14. (a) Wie erging es dem alten Babylon, und in welchem Sinne wurden die Götzen dieser Stadt zerschmettert? (b) Inwiefern und wann fiel auf ähnliche Weise Babylon die Große?
13 In Jesajas Vision sieht der Wächter einen Kriegswagen vorrücken. Was meldet er? „Er hob an und sprach: ‚Sie ist gefallen! Babylon ist gefallen, und all die gehauenen Bilder ihrer Götter hat er zur Erde geschmettert!‘ “ (Jesaja 21:9b). Welch aufregende Nachricht! Endlich ist dieser treulose, heimtückische Verheerer des Volkes Gottes gefallen!c In welchem Sinne werden jedoch Babylons gehauene Bilder und Götter zerschmettert? Werden die medo-persischen Invasoren in die Tempel Babylons eindringen und die unzähligen Götzen zertrümmern? Nein, nichts dergleichen muss geschehen. Babylons Götzen werden insofern zerschmettert, als sie als machtlose Beschützer der Stadt entlarvt werden. Und wenn Babylon fällt, wird es Gottes Volk nicht mehr unterdrücken können.
14 Wie verhält es sich mit Babylon der Großen? Dadurch, dass sie im Ersten Weltkrieg die Unterdrückung des Volkes Gottes geschickt in die Wege leitete, konnte sie es eine Zeit lang sozusagen im Exil halten. Das Predigtwerk kam praktisch zum Erliegen. Aufgrund von Falschanklagen wurden der Präsident der Watch Tower Society und weitere Vorstandsmitglieder inhaftiert. Doch 1919 kam es zu einer erstaunlichen Wende. Die Vorstandsmitglieder wurden aus dem Gefängnis freigelassen, das Hauptbüro wurde wieder eröffnet und das Predigtwerk wieder aufgenommen. So fiel Babylon die Große in dem Sinne, dass sie Gottes Volk nicht mehr gefangen halten konnte.d In der Offenbarung wird dieser Fall zweimal von einem Engel verkündet, der den Wortlaut der Meldung aus Jesaja 21:9 verwendet (Offenbarung 14:8; 18:2).
15, 16. In welchem Sinne sind Jesajas Landsleute „Gedroschene“, und was können wir daraus lernen, wie Jesaja zu ihnen eingestellt ist?
15 Zum Abschluss dieser prophetischen Botschaft richtet Jesaja ein mitfühlendes Wort an sein eigenes Volk, indem er sagt: „O meine Gedroschenen und du, Sohn meiner Dreschtenne, was ich von Jehova der Heerscharen, dem Gott Israels, gehört habe, habe ich euch berichtet“ (Jesaja 21:10). In der Bibel dient das Dreschen oft als ein Sinnbild für das Züchtigen und Läutern des Volkes Gottes. Gottes Bundesvolk wird zu ‘Söhnen der Dreschtenne’ — ein Ort, wo Weizen durch Krafteinwirkung aus den Ähren gelöst wird und nach dem Trennen von der Spreu nur noch das begehrte Getreide übrig bleibt. Jesaja freut sich nicht über diese Zuchtmaßnahme, sondern hat Mitleid mit diesen künftigen ‘Söhnen der Dreschtenne’, von denen einige ihr ganzes Leben als Gefangene in einem fremden Land verbringen werden.
16 Das mag uns allen als eine nützliche Mahnung dienen. Manch einer in der Christenversammlung ist vielleicht heute geneigt, mit Missetätern kein Mitleid mehr zu haben. Und nicht selten ist jemand, der in Zucht genommen wird, verärgert. Denken wir aber daran, dass Jehova sein Volk in Zucht nimmt, um es zu läutern. Deshalb sollten wir weder die Zuchtmaßnahme gering achten noch diejenigen, die sich ihr demütig unterziehen, noch sollten wir uns ihr widersetzen. Nehmen wir eine Zuchtmaßnahme von Gott stets als einen Ausdruck seiner Liebe an (Hebräer 12:6).
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‘Babylon ist gefallen!’Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen I
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a Den persischen König Cyrus nannte man bisweilen „König von Anschan“, wobei es sich bei Anschan entweder um ein Gebiet oder eine Stadt in Elam handelte. Persien war den Israeliten der Tage Jesajas — im 8. Jahrhundert v. u. Z. — möglicherweise unbekannt, Elam dagegen war für sie ein Begriff. Das erklärt vielleicht, warum Jesaja hier Elam anstelle von Persien anführt.
b Viele Bibelkommentatoren vertreten die Auffassung, die Worte „Salbt den Schild“ seien ein Hinweis darauf, dass in alter Zeit Krieger vor einer Schlacht Lederschilde einzuölen pflegten, damit die meisten Hiebe davon abglitten. Das ist zwar eine mögliche Interpretation, doch sollte man berücksichtigen, dass die Babylonier in der Nacht, in der die Stadt fiel, kaum die Zeit für ein Gefecht hatten, ganz zu schweigen von dem Einfetten ihrer Schilde, um sich auf eine Schlacht vorzubereiten!
c Jesajas Prophezeiung über den Fall Babylons ist so genau, dass einige Bibelkritiker die Theorie aufgestellt haben, sie müsse nach dem Ereignis aufgezeichnet worden sein. Doch der Hebraist F. Delitzsch bemerkt, eine solche Vermutung erübrige sich, wenn wir es akzeptieren, dass ein Prophet dazu inspiriert werden kann, Ereignisse Hunderte von Jahren im Voraus vorherzusagen.
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