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Erwachet! 1987
g87 22. 8. S. 26-27

Der Zuckerhut und der Bucklige von Rio

Von unserem Korrespondenten in Brasilien

DER österreichische Schriftsteller Stefan Zweig beschrieb Rio de Janeiro als die schönste Stadt der Erde. Der Anblick Rios von der schwindelerregenden Höhe des Zuckerhuts oder des Corcovado (Buckliger) ist wirklich atemberaubend.

Vom Gipfel dieser beiden berühmten Berge aus öffnet sich, so weit das Auge reicht, ein wunderschönes Panorama. Da sind Buchten, Meeresarme, Inseln, Strände, in die Höhe ragende kahle Felsen, dichtbewaldete Berghänge, das glitzernde Meer mit seinen wechselnden Farben und natürlich die Stadt selbst.

Rio hat mit seinen Wohnvierteln, die sich in jeden bebaubaren Winkel schmiegen und sich über die Hänge und Ausläufer der Berge erstrecken, einen unverwechselbaren Reiz. Und dann die kunterbunte architektonische Gestaltung! Bauten im Kolonialstil Seite an Seite mit hypermodernen Gebäuden, umgeben von Barackensiedlungen, die sich verzweifelt an den Hügeln festklammern.

Der Zuckerhut

Die erste Beschreibung des Zuckerhuts findet sich in einem Brief, der vom 9. Juli 1565 datiert ist. Der Jesuit und Missionar José de Anchieta erwähnt in diesem Schreiben an seinen Superior „einen sehr hohen Gipfel wie ein Zuckerhut, der die unberührten dichten Wälder überschaut“. Dieser kegelförmige granitene Felsberg, der 395 m aufragt, steht wie ein Wächter am Eingang der Guanabarabucht.

Bis zum Jahre 1817 hatte noch kein Mensch den Gipfel des Zuckerhuts erreicht. In jenem Jahr erkletterte eine Engländerin mit der Zähigkeit eines Marco Polo die steile Wand und hißte auf der Bergkuppe die britische Fahne. Dies verursachte einen solchen Aufruhr unter den Bewohnern Rios — Untertanen des portugiesischen Königs Johann VI., der damals in Brasilien residierte —, daß am nächsten Tag ein Soldat den Berg bestieg, die Anstoß erregende Fahne herausriß und sie durch das Banner seines Landes ersetzte. Für sein übereiltes patriotisches Heldenstück wurde er aus dem Militärdienst entlassen — Portugal und Großbritannien waren verbündet.

Auf der Internationalen Ausstellung in Rio (1909) erörterte man den Gedanken, den Zuckerhut zu einer Touristenattraktion zu machen. Der Bürgermeister genehmigte ein Projekt zur Errichtung einer Schwebebahn, und die Arbeit wurde im selben Jahr aufgenommen. Vom Vermelha-Strand ausgehend, wurde der erste Abschnitt der Seilbahn am 27. Oktober 1912 fertiggestellt. Am Tag der Einweihung fuhren 577 Personen zum Gipfel des Ucra (220 m), eines Vorbergs des Zuckerhuts. Der zweite Abschnitt wurde am 19. Januar 1913 vollendet. An diesem Tag wurden 449 Personen die schwindelerregende Strecke von 750 m mit der Seilbahn zur äußersten Spitze transportiert, die ihre Betrachter schon seit Jahrhunderten fasziniert hatte.

Die ursprünglichen Kabinen beförderten während der 60 Jahre ihres Einsatzes Millionen von Menschen. Am 29. Oktober 1972 wurden sie dann durch eine moderne, stromlinienförmige Ausführung ersetzt, die in Italien hergestellt worden war. Mit dieser neueren Seilbahn können in der Stunde 1 360 Personen befördert werden.

Der Corcovado

Vom Aussichtspunkt des Zuckerhuts aus fesselt ein anderer Berg die Aufmerksamkeit des Betrachters — der Corcovado (Buckliger). Er ist weiter von der Küste entfernt. Sein steiler, felsiger 704 m hoher Gipfel bietet Aussicht auf die ganze Stadt, ihre Bucht und die umliegenden Bezirke.

Er ist leichter zu bezwingen als der Zuckerhut, und man sagt, daß Dom Pedro I., der Kaiser Brasiliens (1822—1831), und seine Gattin Leopoldina, die auf einem Pferd ritt, die ersten waren, die den Corcovado bestiegen. Danach wurde er zum beliebten Ausflugsziel für die Bewohner Rios und für ausländische Besucher.

Dom Pedro II. genehmigte am 7. Januar 1882 durch einen Erlaß den Bau einer Eisenbahnlinie, die am 9. Oktober 1884 eingeweiht wurde. Die Ausgangsstation, Cosme Velho, befindet sich 37 m über dem Meeresspiegel, und die letzte Haltestelle liegt 670 m hoch. Im Jahre 1912 wurde die Bahnlinie elektrifiziert, und die Dampflokomotiven wurden abgeschafft.

Die in vielen Windungen verlaufende Fahrt auf der Straße oder auf den Schienen ist ein ebenso faszinierendes Erlebnis wie die Aussicht vom Gipfel. Der belebende Geruch des feuchten Tropenwaldes, die Vögel und die riesigen farbenprächtigen Schmetterlinge, die Kühle des dunklen Schattens und das plötzliche gleißende Sonnenlicht in den vielen Lichtungen — all das macht die Auffahrt zu einem unvergeßlichen Erlebnis.

Die schönste Stadt der Erde? Für einige vielleicht — für Besucher und Einheimische gleichermaßen. Doch eines ist sicher: Rio de Janeiro hat zwei herrliche Gipfel, den Zuckerhut und den Corcovado, von wo aus man die schöne Stadt überblicken kann.

[Bildnachweis auf Seite 26]

Fotos: Colombo Cine Foto Produções Ltda., Rio de Janeiro

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