Königreichsverkündiger berichten
In Brasilien „den Gefangenen Freilassung“ predigen
IN Brasilien wirkt Jehovas Geist machtvoll durch sein Volk, das denen, die sich in der Knechtschaft der falschen Religion befinden, die gute Botschaft der Freilassung predigt (Jesaja 61:1, 2; Lukas 4:18). 1947 gab es im Land nur 648 Zeugen. Bis 1967 war ihre Zahl auf 41 548 gestiegen. Mit dem Segen Jehovas wurde Anfang 1991 eine Höchstzahl von mehr als 302 000 Verkündigern erreicht. Wahrhaftig, ‘Gott hat es wachsen lassen’! (1. Korinther 3:7). Allein im Dienstjahr 1990 wurden 27 068 Personen getauft.
Aufgrund dieses Wachstums mußte bisher jeden Monat ein neuer Kreis gebildet werden, und im Verlauf eines Jahres wurden 150 neue Königreichssäle der Bestimmung übergeben. Das Zweigbüro erwarb außerdem 180 Hektar Land, um die Druckerei zu erweitern, in der nun Bibeln auf eigenen Druckpressen hergestellt werden. Die Zeugen in Brasilien arbeiten somit hart, um demütigen Menschen zu helfen, vor der „großen Drangsal“ aus „Babylon der Großen“ hinauszugehen (Offenbarung 7:9, 10, 14; 18:2, 4).
□ Ein achtjähriger Verkündiger ließ bei der Frau eines Polizeichefs ein Buch zurück und machte dann ganz allein einen Rückbesuch. Er wollte sich von der Frau einige Geschichten vorlesen lassen, und sie sollte ihm sagen, wie sie es verstand. Als sie ihm die Geschichten erklärte, begann sie das Buch zu schätzen und bat ihn, sie mit seiner Mutter bekannt zu machen. Das tat er, und nun wird mit der Frau ein regelmäßiges Heimbibelstudium durchgeführt.
□ Maria war die Heuchelei leid, die sie in der Gesellschaft beobachtete, und sie war verzweifelt über die vielen Katastrophen in der Welt. Deshalb wurde sie zur Punkerin. Das war 1984. Sie berichtete: „Punker wollen zeigen, daß sie gegen alles und jeden sind. Mein Äußeres sollte die Menschen schockieren — seltsame dunkle Kleidung, die Haare teilweise abrasiert. Ich vernachlässigte meinen Mann, unsere Kinder und unsere Wohnung. Um vor der Wirklichkeit zu fliehen, rauchte ich Marihuana und nahm Kokain. Doch dadurch fühlte ich mich eher noch schlechter. Ich weinte. Ich las in der Bibel, verstand jedoch nichts. Daher betete ich zu Gott um Hilfe.
Eines Tages sprachen zwei Zeugen Jehovas bei mir vor und boten mir nach einem kurzen Gespräch zwei Zeitschriften an. Beim Durchblättern der einen fiel mir ein Artikel ins Auge, der betitelt war: ‚Unabhängigkeit von Gott — Warum nicht?‘a Der Artikel ging mir zu Herzen. Ich spürte, daß Gott meine Gebete erhört hatte, und noch am selben Tag begannen die Zeugen, mit mir die Bibel zu studieren. Von da an nahm ich Änderungen zum Besseren vor. Mein Mann und meine Angehörigen waren zunächst dagegen, daß ich die Bibel studierte, aber als sie sahen, wie ich mich veränderte, ermunterten sie mich sogar dazu. Heute bin ich eine getaufte Dienerin Gottes.“
Wie in allen anderen Teilen der Erde predigen Jehovas Zeugen auch in Brasilien eifrig „den Gefangenen Freilassung“. Große Menschenmengen reagieren günstig darauf und finden wahre Befreiung und Glück im Dienst für Jehova.
[Fußnote]
a Der Wachtturm vom 1. November 1985.
[Kasten auf Seite 30]
BRASILIEN
Einwohner: 150 367 800
Verkündigerhöchstzahl 1990: 293 466
Verhältnis Verk./Einw.: 1 zu 512
Getaufte 1990: 27 068
Pioniere (Durchschnitt): 30 115
Versammlungen: 4 625
Bibelstudien (Durchschnitt): 341 305
Gedächtnismahl-Anwesende: 790 926