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Costa RicaJahrbuch der Zeugen Jehovas 1988
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Als die Organisation noch in den Kinderschuhen steckte, streute Satan durch Neid, Stolz, Eifersucht und selbstsüchtigen Ehrgeiz Samen der Zwietracht aus. Der Geist der Streitsucht trat zutage, als verschiedene Brüder um prominente Stellungen in der Versammlung wetteiferten. Von Zeit zu Zeit fanden nach demokratischem Muster Wahlen statt, bei denen die Mehrheit entschied, wer in das Amt des Ältesten eingesetzt werden sollte. Ehrgeizige Brüder, die dachten, sie hätten ein besseres Verständnis der Wahrheit als die gewählten Ältesten, versuchten das Vertrauen der Versammlung, das die verantwortlichen Brüder genossen, zu erschüttern. Wie? Indem sie während der Zusammenkünfte Fragen und Gegenfragen stellten. Die Brüder nahmen Partei, und als Folge davon versammelten sich zwei voneinander getrennte Gruppen der Versammlung an verschiedenen Stätten in Puerto Limón.
SCHLECHTER EINFLUSS
Für die kleine, aber geteilte Gruppe von Christen sollten noch mehr Schwierigkeiten kommen, als Charles T. Russell, der erste Präsident der Watch Tower Society, 1916 starb. Im Hauptbüro in Brooklyn (New York, USA) planten selbstsüchtige Brüder auf teuflische Weise, dem zweiten Präsidenten, Joseph F. Rutherford, und anderen Verantwortlichen ihr Amt zu entreißen. Jehova ließ jedoch nicht zu, daß seine Organisation in die Hände von Untreuen fiel.
Ein Führer der Gegenpartei war Paul Johnson, der entgegen den Erklärungen der Gesellschaft glaubte, das Loskaufsopfer Jesu würde auch auf Adam und Eva angewandt werden. Er schickte Briefe, in denen er seine Lehren darlegte, an Brüder in Costa Rica und forderte sie auf, Bruder Rutherford nicht zu unterstützen. Einigen wenigen gefielen die Lehren Johnsons besser als die Lehren der Bibel, und sie trennten sich von der Organisation.
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Costa RicaJahrbuch der Zeugen Jehovas 1988
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Satan setzte wiederum alles daran, um die Wahrheit zu ersticken. Er versuchte, die Brüder von der wichtigsten Aufgabe, Jehovas Namen hochzuhalten, abzulenken. Unter der schwarzen Bevölkerung des atlantischen Raums erregte eine neue Organisation, die Universal Negro Improvement Association (UNIA), die Aufmerksamkeit.
Was war das Ziel dieser Organisation? Wie der Name andeutet, wollte sie die Verhältnisse für die Schwarzen verbessern. Einer ihrer Feldzüge wurde „Zurück nach Afrika“ genannt, und die schwarze Bevölkerung verglich ihn mit der Rückkehr der Juden nach Palästina.
Mehrere Brüder interessierten sich nicht nur für diese Organisation, sondern gingen sogar so weit, daß sie gewisse Bibeltexte falsch interpretierten, damit sie eine Grundlage hätten, diese Gemeinschaft beim Verfolgen ihrer Ziele zu unterstützen. Was war das Ergebnis? Einige Brüder ließen sich vom Predigen der guten Botschaft vom Königreich, das die Probleme der Menschen lösen wird, ablenken. Selbst der Pilgerbruder Victor Samuels wurde zum Wanken gebracht. Er wurde von der UNIA zum Geistlichen eingesetzt, und er hielt nun Ansprachen in ihren Zusammenkünften und nicht mehr in den Zusammenkünften der Versammlung. Für die Brüder wirkte sich das natürlich sehr ungünstig aus.
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Costa RicaJahrbuch der Zeugen Jehovas 1988
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Nachdem Victor Samuels Costa Rica verlassen hatte, wurde 1924 Henry Adamson aus der ursprünglichen Versammlung in Guácimo von der Gesellschaft zum Pilgerbruder ernannt und über das gesamte Werk dort gesetzt. Einigen Brüdern in Puerto Limón gefiel es nicht, wie Bruder Adamson vorging, und so rebellierten sie gegen ihn. Etwa zwei Jahre später schickte die Gesellschaft George Young, einen anderen Vertreter aus Brooklyn. Was war seine Aufgabe? Er sollte unter den Brüdern von Puerto Limón die Einheit wiederherstellen und dem Predigtwerk eine echte Grundlage geben. Zuerst hielt er im Arrasty-Theater in Puerto Limón bei Laternenlicht einen biblischen Lichtbildervortrag. Danach besuchte er die Brüder in San José, um das Werk unter der spanischsprechenden Bevölkerung in der Hauptstadt in Gang zu bringen.
Bruder Youngs Bemühungen, die beiden Gruppen in Puerto Limón zu vereinen, schlugen fehl, und so kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück. Anfang 1927 wurde Bruder Adamson von Costa Rica nach Panama versetzt. Die Gesellschaft setzte nicht sogleich wieder einen Pilgerbruder ein, der das Werk beaufsichtigen sollte, sondern erst zehn Jahre später, im Jahre 1937. Doch die Brüder machten unverzagt weiter. Sie predigten in den vier oder fünf Orten, wo Gruppen zusammenkamen, und schickten ihren Predigtdienstbericht direkt an die Gesellschaft in Brooklyn.
Im Jahre 1931 wurden die Gebete der Treuen um Einheit erhört, nämlich als die Gesellschaft an alle Versammlungen einen Brief schickte und diejenigen, die mit den Lehren der Gesellschaft übereinstimmten, aufforderte, einen neuen Namen anzunehmen: Jehovas Zeugen. Die Resolution bedeutete das Ende für die rebellische namenlose Gruppe. Sie hörte auf zu bestehen, wodurch der trennende Faktor in der Versammlung von Puerto Limón beseitigt war.
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