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Erwachet! 1990
g90 8. 4. S. 22-23

Die wunderschönen Kofu-Kristalle

Von unserem Korrespondenten in Japan

HAT dich je die Schönheit von Kristallschmuck oder Steinschneidearbeiten fasziniert? Sicherlich. Doch wahrscheinlich weißt du wie die meisten von uns nicht, wie sie entstehen. Um uns darüber näher zu informieren, wollen wir einmal Kofu besuchen, eine japanische Stadt nordwestlich des berühmten Fudschijamas. Sie ist eines der größten Schmucksteinzentren der Welt.

Zuerst besichtigen wir das Steinschneideinstitut, wo wir von archäologischen Funden erfahren, die anzeigen, daß die japanischen Krieger vergangener Zeiten Kristalle als Pfeilspitzen benutzten. Einige Pfeilspitzen datieren möglicherweise aus der Zeit Christi. Wir lernen auch etwas über die Rolle kennen, die Kristalle in der Religion gespielt haben. Der Schintoismus ist auf Dinge in der Natur ausgerichtet wie etwa die Sonne, Berge, Bäume und Felsen. Alles, was außerhalb des Üblichen lag, kam für die Anbetung in Frage. Fand man daher ungewöhnliche Kristalle, bewahrte man sie in der Gemeinde in einem Schrein auf.

Während der japanischen Feudalzeit wurden kaum Kristalle gehandelt. Doch 1867 begann Kaiser Meidschi zu regieren, und kurz darauf kam das Ende des Feudalsystems. Infolge dieser Veränderung konnte man uneingeschränkt nach Kristallen suchen und sie verkaufen. Kofus Kristallindustrie wurde geboren.

Was sind Kristalle?

Professor Kenro Tsunoda von der Universität von Jamanaschi antwortet: „Das Wort ‚Kristall‘ kann sich auf jeden festen Stoff beziehen, dessen Atome regelmäßig und gleichförmig angeordnet sind. Diamanten, Schneeflocken und sogar gewöhnliches Tafelsalz weisen eine kristalline Struktur auf.“

Woher kommen Kristalle? Professor Tsunoda erklärt dazu: „Quarzkristalle bestehen aus Silicium und Sauerstoff, den zwei häufigsten Elementen der Erdkruste. Nach der Erschaffung der Erde kühlte sie ab, und leichtere Substanzen wurden an die Oberfläche geschwemmt. Als sie erhärteten, bildete sich eine dünne, felsige Kruste. Von Zeit zu Zeit durchbricht jedoch heißes granitisches Magma aus dem Erdinnern diese Kruste. Das Ergebnis ist ein Vulkan. Bei anderen Gelegenheiten kommt das Magma nur so weit nach oben, daß es unter der Erdkruste eine Art Hügel bildet.“ Der fortwährende Anstieg und das langsame Abkühlen des Magmas haben über die Jahrhunderte hinweg genau zur richtigen Elementmischung sowie zu den richtigen Temperaturen und Drücken geführt, die für die Bildung klarer Quarzkristalle notwendig sind.

„Diese Kristalle haben immer sechs Seiten“, fährt der Professor fort, „gleichgültig, welche Größe oder Gestalt sie haben. Die glatten, flachen Flächen stehen in 60-Grad-Winkeln zueinander und enden oben in einer Spitze. Natürlich sind die Kristalle nicht so hart wie Diamanten, die bei viel höheren Temperaturen und Drücken entstehen, aber ihre Härte liegt nach der Mohsschen Härteskala bei 7 (zum Vergleich: Saphire und Rubine haben eine Härte von 9). Und sie können ziemlich groß sein.“

Vom Mineral zum Meisterstück

Herr Momose, Besitzer einer der größeren Werkstätten Kofus, ist so freundlich, uns zu zeigen, wie die Kristalle ihre grobe Gestalt erhalten und dann zu schönen Schmuckstücken werden. „In der Vergangenheit“, erklärt er, „stammten die meisten hier verarbeiteten Kristalle aus Japan. Aus wirtschaftlichen Gründen baut man heute in Japan keine Vorkommen mehr ab. Dafür werden jedes Jahr etwa 480 Tonnen Kristall importiert, der größte Teil aus Brasilien, aber auch einige Steine aus Afrika, der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten.“

Die Steine werden mit einem Carborundum-Sägeblatt in Scheiben geschnitten, so als ob man ein Brot aufschneidet. Ein Vorarbeiter markiert auf dem Stein, wo er jedes Stück abschleifen will. Um das Schleifen zu erleichtern, klebt der Steinschleifer die Stücke an einen langen Stock. Dann setzt er sich an eine rotierende Scheibe und schleift geschickt von Hand die Facetten. Er könnte einen ovalen, einen Brillant-, Smaragd- oder anderen schönen Schliff anbringen. Als nächstes werden die Stücke auf einer sich drehenden Scheibe poliert. Jeder Stein ist zu einem Meisterstück geworden!

Der Wert und die Schönheit dieser Steine werden noch erheblich gesteigert, wenn sie von einem Juwelier geschmackvoll gefaßt werden. So besuchen wir einen in Kofu ansässigen Juwelier, bei dem wir eine verwirrende Vielzahl von Schmuckstücken sehen. Wie wir bemerken, kann aus Kristall eine große Vielfalt von Gegenständen hergestellt werden: Broschen, Manschettenknöpfe, Briefbeschwerer, Krawattennadeln und Anhänger. An der Wand sind Darstellungen des Fudschijamas, farbenprächtiger Vögel sowie des berühmten japanischen Karpfens zu bewundern.

Die Juweliere verwenden Gold, Platin, Weißgold oder Silber in scheinbar endlosen Variationen, um die natürliche Schönheit der Schmucksteine zu unterstreichen. Indem man die Kristalle mit Edelsteinen wie z. B. Diamanten kombiniert, verstärkt man ihre Pracht und erhöht ihren Wert erheblich. Winzige Quarzkristalle in weniger prächtiger Fassung dienen heutzutage als Oszillatoren in Uhren, Fernseh- und Radioapparaten sowie anderen elektronischen Geräten. Und wer kann schon sagen, welcher Verwendungszweck in Zukunft noch für sie gefunden wird? Doch inzwischen sind wir damit zufrieden, ihre glitzernde Schönheit zu bestaunen.

[Bildnachweis auf Seite 23]

Schmuckmuseum, Jamanaschi

Museum der Dschomon-Kultur, Shakado

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