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Erwachet! 1992
g92 8. 12. S. 13-15

Brennholz — Geht die Zukunft in Rauch auf?

Von unserem Korrespondenten in Nigeria

DIE untergehende Sonne läßt den afrikanischen Himmel rot erglühen. Sampa kocht Reis für ihren Mann und ihre Kinder. Sie schöpft Wasser aus einem Eimer und gießt es in einen rußgeschwärzten Aluminiumtopf. Unter dem Topf knistert ein kleines Feuer, das von drei dicken Ästen unterhalten wird.

In der Nähe liegt noch mehr Brennholz. Sampa kauft es von den Männern, die es mit dem Lastwagen aus den Bergen herbeischaffen. Holz ist lebenswichtig. Ohne Holz kein Feuer. Ohne Feuer kein gekochter Reis.

Sampas ältester Sohn erklärt: „Wenn wir kein Holz haben, gibt es auch nichts zu essen.“ Er weist auf die Häuser der Reichen auf dem Hügel. „Diese Häuser haben Strom. Dort gibt es Herde, die mit Strom funktionieren, und andere, die mit Gas arbeiten.“ Er wendet sich dem Feuer zu, zuckt mit den Achseln und sagt: „Wir benutzen Holz.“

So wie Sampas Familie geht es unzähligen anderen. Drei von vier Menschen in den Entwicklungsländern sind auf Holz als einzige Energiequelle für das Kochen und Heizen angewiesen. Doch an Holz herrscht ein schlimmer Mangel.

Der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) zufolge ist das Ausmaß der Brennholzkrise schwindelerregend. Etwa eine Milliarde Menschen in den Entwicklungsländern haben nicht genügend Brennholz. Wenn der gegenwärtige Trend anhält, könnte sich diese Zahl bis zum Ende des Jahrhunderts gut und gern verdoppeln. Ein Sprecher der FAO führte aus: „Es hat wenig Wert, den Hungernden der Welt Nahrungsmittel zukommen zu lassen, wenn sie nicht die Mittel haben, diese zu kochen.“

Warum der Mangel?

Seit Menschengedenken wird Holz als Brennstoff benutzt. Warum? Holz ist so praktisch. Man braucht zu seiner Beschaffung weder eine teure Ausrüstung noch aufwendige Technologien. Solange die Vorräte nicht übermäßig ausgebeutet werden, können sie sich durch das Heranwachsen neuer Bäume selbst erneuern. Das Kochen und Heizen mit Holz erfordert keinen Herd oder Ofen. Und im Idealfall kostet Holz nichts und ist nur so weit weg wie der nächste Baum. Erst in den letzten zweihundert Jahren sind die reicheren Länder auf andere Brennstoffe wie etwa Gas, Kohle oder Öl umgestiegen. Die restlichen Länder sind ohnehin beim Holz geblieben.

Nach Einschätzung vieler Fachleute liegt die eigentliche Ursache des Problems in dem dramatischen Bevölkerungswachstum. Nimmt die Bevölkerung zu, werden Wälder gerodet, um Platz für Siedlungen zu schaffen, um mehr Land zu kultivieren und um Holz als Rohstoff für die Industrie sowie als Brennmaterial zu gewinnen. Die Entwicklung fast jeden Landes ist von einer rasanten Entwaldung begleitet. Nordamerika und Europa haben diese Phase bereits durchlaufen.

Heute allerdings wächst die Bevölkerung in alarmierendem Ausmaß. Etwa fünfeinhalb Milliarden Menschen leben bereits auf der Erde. Und in den Entwicklungsländern verdoppelt sich die Bevölkerung alle 20 bis 30 Jahre. Mit der Anzahl der Menschen nimmt auch der Bedarf an Holz zu. Es ist so, als wäre die Bevölkerung ein riesiges, waldfressendes Ungetüm mit unstillbarem Appetit geworden, das jeden Tag größer und hungriger wird. So werden die Brennholzvorräte aufgezehrt, bevor sie wieder erneuert werden können. Nach Angaben der FAO sind bereits über 100 Millionen Menschen in 26 Ländern nicht in der Lage, auch nur für ihre grundlegendsten Bedürfnisse genug Brennholz zu bekommen.

Doch nicht alle, die in Ländern mit akuter Knappheit leben, sind in gleichem Maße betroffen. Wer es sich leisten kann, wechselt einfach zu anderen Brennstoffen wie Petroleum oder Butangas über. Die Brennholzkrise ist eine Krise der Armen, deren Zahl allerdings ständig wächst.

Die Auswirkungen auf die Menschen

In den letzten Jahren hat sich der Preis für Holz verdoppelt, verdreifacht und an manchen Orten vervierfacht. Und die Preise steigen weiter, je mehr die Gebiete um die Städte herum abgeholzt werden. Die Umgebung vieler asiatischer und afrikanischer Städte ist inzwischen fast völlig entwaldet. Einige Städte müssen sich das Holz aus fast zweihundert Kilometer Entfernung anliefern lassen.

Steigende Preise belasten die Menschen, die ohnehin in verzweifelter Armut leben, noch zusätzlich. Untersuchungen zufolge geben in manchen Gebieten Mittelamerikas und Westafrikas die Arbeiterfamilien bis zu 30 Prozent ihres Gesamteinkommens für Brennholz aus. Was übrigbleibt, muß wohl oder übel für alles andere wie Nahrung, Kleidung, Obdach, Verkehrsmittel und Bildung reichen. Für sie trifft das Sprichwort zu: „Was unter dem Topf ist, kostet mehr als das, was im Topf ist.“

Wie werden sie mit der Situation fertig? Wo das Holz rar oder teuer ist, verringern die Menschen die Anzahl der warmen Mahlzeiten. Sie kaufen weniger oder billigere Nahrungsmittel, wodurch ihre Ernährung einseitiger wird. Auch kochen sie ihre Nahrungsmittel weniger gründlich. Bakterien und Parasiten werden nicht abgetötet, und die Nährstoffe sind für den Körper schlechter absorbierbar. Das Trinkwasser wird nicht mehr abgekocht. Und sie sammeln alles, was nur irgendwie brennt.

Millionen sind zu minderwertigen Brennmaterialien wie Stroh, Strünken und getrockneten Dungfladen übergegangen. Wo Holz teuer ist und Dung billig zu haben, scheint es wirtschaftlich vernünftig zu sein, den Dung als Brennstoff zu verwenden, statt ihn aufs Feld auszubringen. Oft bleibt kaum eine andere Wahl. Als Folge davon werden dem Boden jedoch wertvolle organische Stoffe vorenthalten. Mit der Zeit läßt die Fruchtbarkeit des Bodens nach, und er verödet.

Zwar kostet das Holz in den Landgebieten normalerweise nichts, aber wegen des Mangels muß beträchtlich mehr Zeit für das Sammeln aufgewandt werden. In gewissen Gebieten Südamerikas verbringen die Frauen 10 Prozent ihres Tages mit dem Holzsammeln. Das Sammelergebnis eines ganzen Tages reicht in einigen afrikanischen Ländern gerade für drei Tage. Manche Familien bestimmen ein Kind, dessen Ganztagsbeschäftigung dann das Sammeln von Brennstoff ist.

Nur zu oft wird die ländliche Umgebung den Bedürfnissen der Stadt geopfert. Das Holz wird weit schneller geschlagen und verkauft, als es nachwachsen kann. Die Vorräte schwinden, und die Familien ziehen entweder in die Stadt oder verbringen noch mehr Zeit damit, für sich selbst Holz zu sammeln.

So müssen Millionen von Menschen immer mehr Zeit und Geld für ihren grundlegendsten Bedarf an Brennmaterial aufwenden. Welche Alternativen gibt es? Den Armen bliebe ansonsten nur, weniger zu essen, zu frieren oder nachts ohne Licht zu sein.

Was unternommen wird

Vor einigen Jahren begann der Ernst der Brennholzkrise ins Bewußtsein der Weltöffentlichkeit zu rücken. Die Weltbank und andere Institutionen haben Geld für Wiederaufforstungsprojekte zur Verfügung gestellt. Auch wenn nicht alle Projekte erfolgreich waren, so hat man doch viel gelernt. Wie die Erfahrung gezeigt hat, liegt die Lösung nicht einfach nur in immer umfangreicheren Aufforstungen. Ein Problem beispielsweise bestand darin, daß die Planer nicht immer die Gefühle der Einheimischen berücksichtigten. So zerstörten Dorfbewohner in einem westafrikanischen Land Setzlinge, weil diese auf einem traditionellen Weideland ausgepflanzt worden waren.

Des weiteren ist eine Wiederaufforstung nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen. Es kann bis zu 25 Jahre dauern, bevor man Brennholz gewinnen kann, ohne den Bestand zu schädigen. Das bedeutet, daß eine lange Zeitspanne zwischen Investition und Profit liegt. Folglich tragen die heutigen Anpflanzungen nichts dazu bei, den momentanen Bedarf zu decken.

In vielen Ländern laufen Wiederaufforstungsprogramme. Doch werden sie für den künftigen Bedarf ausreichen? Forstexperten verneinen das. Die Bäume werden viel schneller abgeholzt, als sie durch neue ersetzt werden. Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin des Worldwatch-Instituts schrieb: „Unglücklicherweise hapert es in vielen tropischen Gebieten der dritten Welt an dem politischen Willen und dem Einsatz der Ressourcen, die notwendig wären, um den Entwaldungskreislauf zu durchbrechen. Zur Zeit wird für zehn Hektar gerodeten Wald nur ein Hektar neu angepflanzt. Bei weitem am größten ist diese Kluft in Afrika, wo das Verhältnis von Anpflanzung zu Rodung eins zu neunundzwanzig beträgt. Um den für das Jahr 2000 prognostizierten Brennholzbedarf zu decken, müßte die gegenwärtige Pflanzfläche zu nichtindustriellem Gebrauch um das 13fache wachsen.“

Aussichten

Heutzutage bemühen sich viele aufrichtige Menschen angestrengt, das Problem der Brennholzknappheit zu lösen. Doch ihre Prognosen sind meist pessimistisch. Wissenschaftler vom Earthscan-Institut schreiben in dem Buch Fuelwood—The Energy Crisis That Won’t Go Away: „All diese Maßnahmen [zur Bekämpfung der Brennholzkrise] zusammengenommen sind nicht ausreichend, um den Armen die Last völlig abzunehmen, die ihnen der Brennstoffmangel und die steigenden Holzpreise auferlegen. In dem FAO-Lehrbuch The Fuelwood Crisis and Population—Africa heißt es: „Keine Initiative wird große Erfolgschancen haben, solange das Bevölkerungswachstum nicht unter Kontrolle gebracht wird.“ Die gleiche Publikation zeigt jedoch auch, daß die Bevölkerung weiter wachsen wird, „denn die Eltern von morgen sind zahlreicher als die Eltern von heute. Die Eltern von morgen sind bereits geboren.“

Im Gegensatz zu solch düsteren Aussichten zeigt die biblische Prophezeiung deutlich, daß Gott, der Allmächtige, nichts weniger als die vollständige Wiederherstellung des Paradieses hier auf der Erde beabsichtigt (Lukas 23:43). Die komplexen Probleme in Verbindung mit Brennholz, Bevölkerung und Armut sind für ihn nicht unlösbar (Jesaja 65:17-25).

Geht die Zukunft in Rauch auf? Auf keinen Fall! Schon bald wird sich die folgende Prophezeiung erfüllen, in der es über unseren liebevollen Schöpfer heißt: „Du öffnest deine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden“ (Psalm 145:16).

[Herausgestellter Text auf Seite 14]

Es hat wenig Wert, Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen, wenn keine Mittel da sind, um sie zu kochen

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