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  • Was ist der Sinn unseres Lebens?
    Der Wachtturm 1997 | 15. Februar
    • Was ist der Sinn unseres Lebens?

      „Ich [leitete] mein Herz mit Weisheit ..., bis ich sehen könnte, was für Gutes es für die Menschensöhne gab ... [während der] Zahl der Tage ihres Lebens“ (PREDIGER 2:3).

      1, 2. Warum ist ein vernünftiges Eigeninteresse nicht verkehrt?

      HAT nicht jeder von uns ein gewisses Eigeninteresse? Das ist ganz normal. Deshalb essen wir jeden Tag, schlafen, wenn wir müde sind, und sind gern mit Freunden und anderen uns nahestehenden Menschen zusammen. Manchmal spielen wir Spiele, gehen schwimmen oder tun andere Dinge, die uns gefallen, wodurch ein ausgewogenes Interesse an uns selbst zum Ausdruck kommt.

      2 Solches Eigeninteresse ist im Einklang mit folgender Aussage, die Salomo in Gottes Auftrag festhielt: „Für einen Menschen gibt es nichts Besseres, als daß er essen und trinken und seine Seele Gutes sehen lassen sollte wegen seiner harten Arbeit.“ Gestützt auf seine eigene Erfahrung, fügte Salomo hinzu: „Auch das habe ich gesehen, ja ich, daß dies von der Hand des wahren Gottes her ist. Denn wer ißt und wer trinkt besser als ich?“ (Prediger 2:24, 25).

      3. Auf welche schwierigen Fragen gibt es nach Ansicht der meisten keine Antwort?

      3 Doch wir wissen, daß das Leben nicht nur daraus besteht, zu essen und zu trinken, zu schlafen und sich etwas Gutes zu tun. Wir verspüren Schmerzen, erleben Enttäuschungen und machen uns Sorgen. Und wir scheinen viel zu beschäftigt zu sein, um über den Sinn unseres Lebens nachzudenken. Ist es nicht so? Vermont Royster, ehemaliger Herausgeber des Wall Street Journal, schrieb, nachdem er sich darüber geäußert hatte, über wieviel Wissen und über welche Fähigkeiten man heute verfügt: „Hier haben wir etwas Eigenartiges. Betrachten wir den Menschen selbst, seine Probleme, seinen Platz im Universum, so sind wir wenig weiter als zu Beginn der Zeit. Wir stehen noch immer vor der Frage, wer wir sind, warum wir sind und wohin wir gehen.“

      4. Warum sollten wir an der Beantwortung gewisser Fragen interessiert sein, die uns betreffen?

      4 Wie würden wir die Fragen beantworten, wer wir sind, warum wir sind und wohin wir gehen? Herr Royster starb im Juli vergangenen Jahres. Können wir uns vorstellen, daß er bis dahin zufriedenstellende Antworten gefunden hatte? Oder besser gefragt: Besteht für uns die Möglichkeit, das zu tun? Und wie können uns die Antworten helfen, ein glücklicheres, sinnvolleres Leben zu führen? Wir werden sehen.

      Die hauptsächliche Quelle der Einsicht

      5. Warum müssen wir uns an Gott wenden, wenn wir Einsicht in Fragen über den Sinn des Lebens wünschen?

      5 Wenn jeder von uns auf sich allein gestellt den Sinn seines Lebens ergründen müßte, hätten wir wahrscheinlich kaum oder keinen Erfolg — wie schon die meisten Männer und Frauen vor uns, selbst wenn sie noch so gebildet und erfahren waren. Doch wir sind keineswegs völlig auf uns allein gestellt. Unser Schöpfer hat für Hilfe gesorgt. Und wenn wir es recht überlegen: Ist er nicht der absolute Quell der Einsicht und der Weisheit, da er „von unabsehbarer Zeit bis auf unabsehbare Zeit“ existiert und über alle Erkenntnisse in bezug auf das Universum und die Geschichte verfügt? (Psalm 90:1, 2). Weil er die Menschen erschaffen hat und alles beobachtet, was die Menschheit durchmacht, ist er derjenige, von dem wir erwarten sollten, uns Einsicht zu verleihen; unvollkommene Menschen mit ihrer begrenzten Erkenntnis und ihrem begrenzten Wahrnehmungsvermögen können das nicht (Psalm 14:1-3; Römer 3:10-12).

      6. (a) Wie vermittelt der Schöpfer die erforderliche Einsicht? (b) Welche Rolle spielte Salomo dabei?

      6 Wir können zwar nicht erwarten, daß uns der Schöpfer eine Offenbarung über den Sinn des Lebens „ins Ohr flüstert“, aber er hat für eine Quelle der Einsicht gesorgt — sein inspiriertes Wort (Psalm 32:8; 111:10). Das Bibelbuch Prediger ist in dieser Hinsicht von besonderem Wert. Gott inspirierte Salomo, den Schreiber des Buches, und daher war dessen „Weisheit ... größer als die Weisheit aller Orientalen“ (1. Könige 3:6-12; 4:30-34). Von der „Weisheit Salomos“ beeindruckt, erklärte eine Monarchin, die ihm einen Besuch abstattete, ihr sei zuvor nicht einmal die Hälfte mitgeteilt worden, und diejenigen, die seine Weisheit hörten, könnten sich wirklich glücklich schätzen (1. Könige 10:4-8).a Auch wir können durch die göttliche Weisheit, die unser Schöpfer König Salomo offenbart hat, Einsicht und Glück erlangen.

      7. (a) Zu welchem Schluß kam Salomo hinsichtlich der meisten Tätigkeiten unter den Himmeln? (b) Was zeigt, daß Salomos Einschätzung realistisch war?

      7 Das Buch Prediger zeugt von Gottes Weisheit, die Salomos Herz und Sinn beeinflußte. Da Salomo über die nötige Zeit und Einsicht sowie über die erforderlichen Mittel verfügte, untersuchte er ‘alles, was unter den Himmeln getan worden war’. Er sah, daß das meiste „Nichtigkeit [war] und ein Haschen nach Wind“ — und diese inspirierte Einschätzung sollten wir berücksichtigen, wenn wir uns über den Sinn des Lebens Gedanken machen (Prediger 1:13, 14, 16). Salomo war offen und realistisch. Denken wir zum Beispiel einmal über seine Worte aus Prediger 1:15, 18 nach. Die Menschen haben im Laufe der Jahrhunderte bekanntlich die unterschiedlichsten Regierungsformen ausprobiert, nicht selten in dem aufrichtigen Bemühen, Probleme zu lösen und ihr Los zu verbessern. Hat jedoch irgendeine Regierung alles, was am gegenwärtigen unvollkommenen System „krumm“ ist, wirklich gerademachen können? Und je größer die Erkenntnis eines Menschen ist, desto schmerzlicher wird ihm bewußt, daß es innerhalb seiner kurzen Lebensspanne unmöglich ist, etwas grundlegend zu verändern, wie wir vielleicht selbst schon festgestellt haben. Dieses Bewußtsein führt bei vielen zu Enttäuschung, aber uns muß es nicht unbedingt so ergehen.

      8. Welche Kreisläufe gibt es schon seit langem?

      8 Ein anderer beachtenswerter Punkt sind die stetigen Kreisläufe, die sich auf uns auswirken, zum Beispiel der Sonnenaufgang und Sonnenuntergang oder die Bewegungen von Wind und Wasser. Diese gab es schon in den Tagen Mose, Salomos, Napoleons und in den Tagen unserer Urgroßväter. Und sie bestehen noch heute. Ebenso ‘geht eine Generation, und eine Generation kommt’ (Prediger 1:4-7). Vom Standpunkt der Menschen aus gesehen, hat sich wenig geändert. Die Beschäftigungen, Hoffnungen, Wünsche und Fertigkeiten der Menschen in alter Zeit sind mit denen der Menschen in der Neuzeit durchaus vergleichbar. Vielleicht hat sich jemand nach menschlichem Ermessen einen berühmten Namen gemacht beziehungsweise sich durch seine Schönheit oder seine Fähigkeiten ausgezeichnet. Doch was ist mit dem Betreffenden heute? Er ist tot und wahrscheinlich vergessen. Dieser Standpunkt ist keineswegs pessimistisch. Die meisten Menschen kennen nicht einmal die Namen ihrer Urgroßeltern, noch können sie sagen, wo diese geboren wurden und wo sie begraben sind. Für uns ist verständlich, warum Salomo die menschlichen Unternehmungen und Bemühungen realistischerweise als Nichtigkeit betrachtete (Prediger 1:9-11).

      9. Inwiefern ist uns eine realistische Sicht der Situation der Menschen eine Hilfe?

      9 Die göttliche Einsicht über die grundlegende Situation der Menschen muß uns allerdings nicht frustrieren, sondern kann sich positiv auswirken, sofern sie uns veranlaßt, vergänglichen Zielen oder Bestrebungen keinen ungebührlichen Wert beizumessen. Diese Einsicht sollte uns helfen, das zu beurteilen, was wir aus unserem Leben machen und was wir zu erreichen suchen. Wir müssen zum Beispiel keine Asketen sein, sondern können Freude daran haben, in ausgeglichener Weise zu essen und zu trinken (Prediger 2:24). Und wie wir sehen werden, kommt Salomo zu einem äußerst positiven und optimistischen Schluß. Kurz gesagt, es geht darum, daß wir das Verhältnis zu unserem Schöpfer aufrichtig schätzen sollten, denn er kann uns helfen, eine ewig glückliche, sinnvolle Zukunft zu haben. Salomo erklärte: „Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (Prediger 12:13).

      Der Sinn des Lebens angesichts der Lebenskreisläufe

      10. Welchen Vergleich zog Salomo zwischen Menschen und Tieren?

      10 Die göttliche Weisheit, die im Bibelbuch Prediger zum Ausdruck kommt, kann auch eine Hilfe sein, unseren Lebenssinn zu begreifen. Inwiefern? Insofern, als Salomo gewisse Wahrheiten ins Blickfeld rückte, über die wir uns wahrscheinlich selten Gedanken machen. Eine Wahrheit betrifft Ähnlichkeiten zwischen Mensch und Tier. Jesus verglich seine Nachfolger mit Schafen, doch die Menschen schätzen es im allgemeinen nicht, mit Tieren verglichen zu werden (Johannes 10:11-16). Salomo brachte allerdings gewisse unleugbare Tatsachen zur Sprache, nämlich daß „der wahre Gott sie [die Menschensöhne] auslesen wird, damit sie sehen können, daß sie an sich Tiere sind. Denn es gibt eine Zufälligkeit hinsichtlich der Menschensöhne und eine Zufälligkeit hinsichtlich des Tieres, und dieselbe Zufälligkeit trifft sie. Wie der eine stirbt, so stirbt der andere ..., so daß es keine Überlegenheit des Menschen gegenüber dem Tier gibt, denn alles ist Nichtigkeit. ... Sie alle sind aus dem Staub geworden, und sie alle kehren zum Staub zurück“ (Prediger 3:18-20).

      11. (a) Wie sieht der typische Lebensablauf eines Tieres aus? (b) Wie berührt uns diese Darlegung?

      11 Denken wir an ein Tier, das wir gern beobachten, vielleicht an einen Klippdachs oder an einen Hasen (5. Mose 14:7; Psalm 104:18; Sprüche 30:26). Möglicherweise kommt uns auch ein Eichhörnchen in den Sinn, ein Tier, von dem es weltweit 300 verschiedene Arten gibt. Wie sieht sein Lebensablauf aus? Nachdem ein Tier geboren worden ist, ernährt die Mutter es einige Wochen lang. Bald wächst sein Fell, und es kann sich aus dem Nest wagen. Wir sehen es womöglich umherhüpfen, während es lernt, Nahrung zu finden. Oft scheint es jedoch nur zu spielen und sich seines jungen Lebens zu erfreuen. Nach etwa einem Jahr ist es ausgewachsen und sucht sich einen Partner. Dann muß es ein Nest bauen und für die Nachkommen sorgen. Wenn genügend Beeren, Nüsse und Samenkörner zu finden sind, ist die Eichhörnchenfamilie wohlgenährt und hat Zeit, die Behausung zu vergrößern. Doch nach verhältnismäßig wenigen Jahren wird das Eichhörnchen alt, es wird in verstärktem Maße Opfer von Unfällen und Krankheiten. Mit etwa zehn Jahren stirbt es. So sieht im großen und ganzen der Lebensablauf eines Eichhörnchens aus.

      12. (a) Inwiefern gleicht, realistisch betrachtet, der Lebensablauf vieler Menschen dem vieler Tiere? (b) Was wird uns womöglich in den Sinn kommen, wenn wir das nächste Mal das Tier sehen, an das wir gedacht haben?

      12 Die meisten Menschen werden diesen Lebensablauf eines Tieres für ganz normal halten und kaum erwarten, daß sich ein Eichhörnchen Gedanken über den Sinn des Lebens macht. Aber sieht das Leben vieler Menschen eigentlich nicht fast genauso aus? Sie werden geboren und als Babys umsorgt. Sie essen, wachsen heran und spielen in ihrer Jugend. Bald sind sie erwachsen, finden einen Partner und suchen sich einen Platz zum Leben und eine Möglichkeit, für Nahrung zu sorgen. Gelingt ihnen das, sind sie wahrscheinlich wohlgenährt, und sie erweitern ihr Heim (Nest), wo sie dann ihre Kinder großziehen. Aber die Jahrzehnte gehen schnell vorbei, und sie werden älter. Wenn nicht schon früher, sterben sie nach vielleicht 70 oder 80 Jahren, nach einem Leben voll „Ungemach und schädlichen Dingen“ (Psalm 90:9, 10, 12). Womöglich werden uns diese ernüchternden Tatsachen in den Sinn kommen, wenn wir das nächste Mal ein Eichhörnchen sehen (oder ein anderes Tier, an das wir gedacht haben).

      13. Was trifft letzten Endes auf Mensch und Tier gleichermaßen zu?

      13 Uns wird bewußt, warum Salomo das Leben der Menschen mit dem der Tiere verglich. Er schrieb: „Für alles gibt es eine bestimmte Zeit ...: eine Zeit zur Geburt und eine Zeit zum Sterben.“ Letzteres, der Tod, ist für Mensch und Tier gleich, denn „wie der eine stirbt, so stirbt der andere“. Salomo fügte hinzu: „Sie alle sind aus dem Staub geworden, und sie alle kehren zum Staub zurück“ (Prediger 3:1, 2, 19, 20).

      14. Wie versuchen manche Menschen, den normalen Lebensablauf zu beeinflussen, doch mit welchem Erfolg?

      14 Wir dürfen diese realistische Einschätzung nicht für negatives Denken halten. Zugegeben, einige versuchen zwar, die Situation zu ändern, zum Beispiel dadurch, daß sie mehr arbeiten, um ihre materielle Situation im Vergleich zu der ihrer Eltern zu verbessern. Sie verwenden vielleicht mehr Zeit auf ihre Ausbildung, damit sie sich einen höheren Lebensstandard leisten können, während sie sich bemühen, ihr Verständnis des Lebens zu erweitern. Möglicherweise sind sie auf körperliche Bewegung oder auf eine gesunde Ernährung bedacht, um gesünder zu sein und etwas länger zu leben. Und diese Anstrengungen können manchmal einen gewissen Nutzen haben. Aber wer kann mit Gewißheit sagen, daß sich solche Bemühungen wirklich auszahlen? Selbst wenn das der Fall ist, weiß niemand, wie lange der Nutzen anhält.

      15. Welche freimütige Aussage trifft auf das Leben der meisten Menschen zu?

      15 Salomo fragte: „Da es viele Dinge gibt, die viel Nichtigkeit verursachen, welchen Vorteil hat ein Mensch? Denn wer weiß, was für Gutes ein Mensch im Leben während der Zahl der Tage seines nichtigen Lebens hat, wenn er sie wie ein Schatten verbringt? Denn wer kann dem Menschen mitteilen, was nach ihm ... geschehen wird?“ (Prediger 6:11, 12). Ist es angesichts dessen, daß der Tod den Bemühungen eines Menschen relativ bald ein Ende macht, wirklich von Vorteil, nach dem Erwerb von noch mehr materiellen Dingen zu streben oder viele Jahre auf seine Ausbildung zu verwenden, und das in erster Linie, um sich mehr leisten zu können? Und da das Leben so kurz ist, es tatsächlich gleich einem Schatten vergeht, begreifen viele, daß einem keine Zeit mehr bleibt, seine Bemühungen auf ein anderes menschliches Ziel zu richten, wenn einem der Erfolg offenbar verwehrt bleibt; auch kann niemand wissen, was seinen Kindern „nach ihm“ widerfahren wird.

      An der Zeit, sich einen guten Namen zu machen

      16. (a) Was sollten wir tun, wozu Tiere nicht fähig sind? (b) Welche weitere Wahrheit sollte sich auf unser Denken auswirken?

      16 Im Gegensatz zu den Tieren haben wir Menschen die Fähigkeit, uns folgendes zu fragen: „Was ist der Sinn unseres Daseins? Handelt es sich lediglich um einen festgelegten Kreislauf mit einer Zeit des Geborenwerdens und einer Zeit des Sterbens?“ Erinnern wir uns in Verbindung damit an die Wahrheit, die in Salomos Worten über Mensch und Tier zum Ausdruck kommt: „Sie alle kehren zum Staub zurück.“ Bedeutet das, daß der Tod jeglicher Existenz ein Ende macht? Nun, wie die Bibel zeigt, hat der Mensch keine unsterbliche Seele, die beim Tod des Körpers weiterlebt. Menschen sind Seelen, und die Seele, die sündigt, stirbt (Hesekiel 18:4, 20). Salomo führte aus: „Die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt, auch haben sie keinen Lohn mehr, denn die Erinnerung an sie ist vergessen. Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheol, dem Ort, wohin du gehst“ (Prediger 9:5, 10).

      17. Worüber nachzudenken, sollten wir uns durch Prediger 7:1, 2 veranlaßt fühlen?

      17 Angesichts dieser unvermeidlichen Konsequenz ist folgende Aussage beachtenswert: „Ein Name ist besser als gutes Öl und der Tag des Todes als der Tag, an dem man geboren wird. Besser ist es, in das Haus der Trauer zu gehen, als in das Haus des Festmahls zu gehen, denn das ist das Ende aller Menschen; und der Lebende sollte es sich zu Herzen nehmen“ (Prediger 7:1, 2). Der Tod ist unbestreitbar „das Ende aller Menschen“. Niemand kann dadurch, daß er irgendein Elixier trinkt, eine Vitaminmixtur einnimmt, Diät hält oder sich körperlich betätigt, ewig leben. Und für gewöhnlich ist schon bald nach dem Tod eines Menschen „die Erinnerung an ... [ihn] vergessen“. Weshalb ist dann ein Name „besser als gutes Öl und der Tag des Todes als der Tag, an dem man geboren wird“?

      18. Warum können wir mit Gewißheit sagen, daß Salomo an die Auferstehung glaubte?

      18 Wie bereits erwähnt, war Salomo ein Realist. Er wußte von seinen Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob, die sich bei unserem Schöpfer gewiß einen guten Namen gemacht hatten. Jehova Gott war mit Abraham gut vertraut, und er versprach, ihn und seinen Samen zu segnen (1. Mose 18:18, 19; 22:17). Ja, Abraham hatte einen guten Namen bei Gott, und er wurde sein Freund (2. Chronika 20:7; Jesaja 41:8; Jakobus 2:23). Abraham wußte, daß sein Leben und das Leben seines Sohnes nicht bloß Teil einer nie endenden Abfolge von Geburt und Tod waren. Es war auf jeden Fall viel mehr damit verbunden. Sie hatten die begründete Hoffnung, wieder zu leben, nicht weil sie eine unsterbliche Seele gehabt hätten, sondern weil sie zur Auferstehung gebracht werden würden. Abraham war überzeugt, daß „Gott imstande sei, ... [Isaak] sogar von den Toten aufzuerwecken“ (Hebräer 11:17-19).

      19. Welche Einsicht vermittelt uns Hiob in bezug auf die Bedeutung von Prediger 7:1?

      19 Hier haben wir einen Schlüssel für das Verständnis, inwiefern ein Name „besser [ist] als gutes Öl und der Tag des Todes als der Tag, an dem man geboren wird“. Salomo war wie Hiob vor ihm überzeugt, daß derjenige, der das menschliche Leben geschaffen hat, es auch wiederherstellen kann. Er ist in der Lage, Verstorbene wieder zum Leben zurückzubringen (Hiob 14:7-14). Der treue Hiob sagte: „Du [Jehova] wirst rufen, und ich, ich werde dir antworten. Nach dem Werk deiner Hände wirst du dich sehnen“ (Hiob 14:15). Machen wir uns das einmal bewußt: Unser Schöpfer ‘sehnt sich’ nach seinen loyalen Dienern, die gestorben sind. („Du möchtest das Werk deiner Hände wiedersehen“ [The Jerusalem Bible].) Die Anwendung des Loskaufsopfers Jesu Christi ermöglicht es dem Schöpfer, Menschen aufzuerwecken (Johannes 3:16; Apostelgeschichte 24:15). Für den Menschen besteht also die Möglichkeit, sich eindeutig vom Tier zu unterscheiden, auch wenn beide sterben.

      20. (a) Nur wann ist der Tag des Todes besser als der Tag der Geburt? (b) Wie muß die Auferstehung des Lazarus viele berührt haben?

      20 Der Tag des Todes kann somit besser sein als der Tag der Geburt, sofern sich jemand bis dahin einen guten Namen bei Jehova gemacht hat, der treue Menschen, die sterben, auferwecken kann. Jesus Christus, der größere Salomo, lieferte den Beweis dafür. Er brachte beispielsweise den treuen Lazarus wieder zum Leben (Lukas 11:31; Johannes 11:1-44). Wie wir uns vorstellen können, waren viele, die Zeuge der Rückkehr des Lazarus zum Leben wurden, davon tief berührt und glaubten an Gottes Sohn (Johannes 11:45). Würden wir etwa annehmen, daß sie keinen Sinn im Leben sahen, daß sie keine Vorstellung davon hatten, wer sie waren und wohin sie gingen? Ganz im Gegenteil: Sie konnten sehen, daß sie nicht wie die Tiere zu sein brauchten, die geboren werden, eine Zeitlang leben und dann sterben. Der Sinn ihres Lebens war direkt und eng damit verbunden, Jesu Vater zu kennen und dessen Willen zu tun. Wie steht es mit uns? Hat uns diese Abhandlung geholfen, noch deutlicher beziehungsweise überhaupt zu erkennen, daß unser Leben wirklich einen Sinn haben kann und haben sollte?

      21. Mit welchem Aspekt, der damit zu tun hat, einen Sinn im Leben zu finden, werden wir uns noch beschäftigen?

      21 Einen echten, wahren Sinn im Leben zu haben bedeutet allerdings weit mehr, als sich über den Tod und das künftige Leben Gedanken zu machen. Es schließt auch das ein, was wir Tag für Tag aus unserem Leben machen. Das zeigte Salomo ebenfalls im Bibelbuch Prediger sehr deutlich, wie wir im nächsten Artikel sehen werden.

  • „Des Menschen ganze Pflicht“
    Der Wachtturm 1997 | 15. Februar
    • „Des Menschen ganze Pflicht“

      „Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (PREDIGER 12:13).

      1, 2. Warum ist es angebracht, sich über seine Pflicht Gott gegenüber Gedanken zu machen?

      „WAS fordert Jehova von dir zurück?“ Diese Frage stellte ein Prophet in alter Zeit. Dann ging er näher darauf ein, was Jehova verlangt, nämlich Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit Gott (Micha 6:8).

      2 In der heutigen Zeit, wo sich alles um Individualität und Unabhängigkeit dreht, können sich viele nicht mit dem Gedanken anfreunden, daß Gott etwas von ihnen fordert. Sie möchten keine Verpflichtung eingehen. Doch wie verhält es sich mit der Schlußfolgerung, zu der Salomo im Buch Prediger kam? Er sagte: „Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (Prediger 12:13).

      3. Warum sollten wir uns ernsthaft mit dem Bibelbuch Prediger auseinandersetzen?

      3 Ungeachtet unserer Umstände und unserer Lebensauffassung kann es für uns von großem Nutzen sein, uns mit den Gründen für diese Schlußfolgerung zu befassen. König Salomo, der Schreiber des inspirierten Buches Prediger, behandelte einige wesentliche Dinge, die Bestandteil unseres täglichen Lebens sind. Mancher mag vorschnell zu dem Schluß kommen, seine Darlegung sei grundlegend negativ. Sie war jedoch von Gott inspiriert und kann uns helfen, unsere Tätigkeiten und Prioritäten zu bewerten, was zu größerer Freude führt.

      Den hauptsächlichen Bestrebungen des Lebens nachgehen

      4. Was untersuchte und behandelte Salomo im Bibelbuch Prediger?

      4 Salomo befaßte sich eingehend mit ‘der Beschäftigung der Menschensöhne’: „Ich richtete mein Herz darauf, nach Weisheit zu suchen und sie zu erforschen in Verbindung mit allem, was unter den Himmeln getan worden ist.“ Mit „Beschäftigung“ meinte Salomo nicht unbedingt eine Arbeit oder Anstellung, sondern vielmehr das gesamte Spektrum dessen, womit Männer und Frauen in ihrem Leben beschäftigt sind (Prediger 1:13). Betrachten wir einige der wesentlichen Bestrebungen oder Beschäftigungen, und vergleichen wir sie dann einmal mit unseren eigenen Tätigkeiten und Prioritäten.

      5. Was ist eine der Hauptbeschäftigungen der Menschen?

      5 Bei vielen Bestrebungen und Tätigkeiten der Menschen steht das Geld im Mittelpunkt. Niemand könnte mit Recht behaupten, Salomo habe eine unbekümmerte Einstellung zu Geld gehabt, wie sie manchen reichen Menschen eigen ist. Er erkannte durchaus an, daß man Geld benötigt; über ausreichende Geldmittel zu verfügen ist besser, als ein karges oder ärmliches Leben zu führen (Prediger 7:11, 12). Aber wir haben wahrscheinlich schon beobachtet, daß Geld und der damit erwerbbare Besitz zum Lebensinhalt werden können — und zwar für Arm und Reich in gleicher Weise.

      6. Was können wir aus einem Gleichnis Jesu und aus Salomos persönlicher Erfahrung über das Geld erfahren?

      6 Denken wir an Jesu Gleichnis von dem Reichen, der mit dem Vorhandenen niemals zufrieden war und mehr zu erwerben suchte. Gott bezeichnete ihn als unvernünftig. Warum? Weil ‘das Leben nicht aus den Dingen kommt, die man besitzt’ (Lukas 12:15-21). Salomos Erfahrung — die möglicherweise umfassender war als unsere eigene — stimmt mit Jesu Worten überein. Lesen wir doch einmal das, was in Prediger 2:4-9 gesagt wird. Eine Zeitlang bemühte sich Salomo selbst, Reichtum zu erlangen. Er baute sich prächtige Häuser und legte sich herrliche Gärten an. Er konnte es sich leisten, wunderschöne Frauen als Gefährtinnen zu haben. Gaben ihm der Reichtum und das, was dieser ihm ermöglichte, tiefe Befriedigung, echte Erfüllung und einen Sinn im Leben? Freimütig räumte er ein: „Ich, ja ich, wandte mich all meinen Arbeiten zu, die meine Hände getan hatten, und der harten Arbeit, die zu vollbringen ich hart gearbeitet hatte, und siehe, alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind, und da war nichts von Vorteil unter der Sonne“ (Prediger 2:11; 4:8).

      7. (a) Was lehrt die Erfahrung in bezug auf den Wert des Geldes? (b) Welche persönlichen Beobachtungen unsererseits bestätigen Salomos Schlußfolgerung?

      7 Das ist realistisch, eine Wahrheit, die sich schon im Leben vieler bestätigt hat. Wir müssen uns eingestehen, daß allein durch mehr Geld nicht alle Probleme aus der Welt geschafft werden. Einige können dadurch gelöst werden; Geld erleichtert beispielsweise den Erwerb von Nahrung und Kleidung. Aber man kann nur eine gewisse Anzahl von Kleidungsstücken gleichzeitig tragen und nur eine bestimmte Menge an Speisen und Getränken auf einmal zu sich nehmen. Und wir haben gewiß schon von reichen Leuten gelesen, deren Leben von Scheidung, Alkohol- oder Drogenmißbrauch und Auseinandersetzungen mit Angehörigen geprägt war. Der Multimillionär J. P. Getty sagte: „Geld macht nicht unbedingt glücklich; vielleicht unglücklich.“ Aus gutem Grund betrachtete Salomo es als Nichtigkeit, Silber zu lieben. Man beachte andererseits auch folgende Beobachtung Salomos: „Süß ist der Schlaf des Dienenden, ungeachtet, ob es wenig oder viel sei, was er ißt; aber der Überfluß, der dem Reichen gehört, läßt ihn nicht schlafen“ (Prediger 5:10-12).

      8. Aus welchem Grund sollte die Bedeutung des Geldes nicht überschätzt werden?

      8 Geld und Besitz bringen auch kein Gefühl der Zufriedenheit, was die Zukunft betrifft. Würden wir über mehr Geld und Besitz verfügen, hätten wir wahrscheinlich auch mehr Sorgen, das Vorhandene zu schützen; trotzdem wüßten wir nicht, was der nächste Tag bringt. Werden wir vielleicht alles verlieren und unser Leben womöglich noch dazu? (Prediger 5:13-17; 9:11, 12). Das könnte durchaus geschehen, und daraus sollte für uns klar zu ersehen sein, warum unser Leben einen höheren Sinn haben sollte, als vergängliche Dinge wie Geld und Besitz zu erlangen.

      Familie, Ruhm und Macht

      9. Warum war es angebracht, daß Salomo in seiner Untersuchung auf das Familienleben einging?

      9 Salomo befaßte sich bei seiner Analyse des Lebens auch mit der Überbetonung des Familienlebens. Die Bibel mißt dem Familienleben einen hohen Stellenwert bei, auch der Freude, Kinder zu haben und sie großzuziehen (1. Mose 2:22-24; Psalm 127:3-5; Sprüche 5:15, 18-20; 6:20; Markus 10:6-9; Epheser 5:22-33). Ist das jedoch der wichtigste Aspekt des Lebens? Viele scheinen dieser Ansicht zu sein, wenn man sieht, welcher Nachdruck in manchen Kulturkreisen auf Ehe, Kinder und Familienbande gelegt wird. Doch wie Prediger 6:3 zeigt, sind nicht einmal hundert eigene Kinder der Schlüssel zu einem befriedigenden Leben. Denken wir nur einmal daran, wie viele Eltern für ihre Kinder Opfer gebracht haben, um ihnen einen guten Start und ein leichteres Leben zu ermöglichen. Das ist gewiß lobenswert, doch unser Schöpfer beabsichtigte gewiß nicht, daß der Hauptzweck unseres Daseins lediglich darin besteht, das Leben an die nächste Generation weiterzugeben, wie es Tiere aus ihrem Instinkt heraus tun, damit ihre Art erhalten bleibt.

      10. Warum kann sich die ungebührliche Konzentration auf die Familie als Nichtigkeit erweisen?

      10 Salomo wies scharfsichtig auf einige Realitäten des Familienlebens hin. Ein Mann mag sich beispielsweise darauf konzentrieren, für seine Kinder und Enkel zu sorgen. Doch werden sie sich als klug erweisen? Oder werden sie mit dem, was er mühevoll für sie zusammengetragen hat, töricht umgehen? Welch eine „Nichtigkeit und ein großes Unglück“ wäre es, wenn letzteres zuträfe! (Prediger 2:18-21; 1. Könige 12:8; 2. Chronika 12:1-4, 9).

      11, 12. (a) Worauf haben einige ihr Leben ausgerichtet? (b) Warum kann gesagt werden, daß das Streben nach Prominenz „ein Haschen nach Wind“ ist?

      11 Andererseits ist auch das Extrem zu beobachten, daß viele ein normales Familienleben zurückstellen, um ihr Ziel zu verfolgen, Ruhm zu erlangen oder Macht über andere. Dieses Fehlverhalten kommt wahrscheinlich häufiger unter Männern vor als unter Frauen. Können wir das bei unseren Schulkameraden, Arbeitskollegen oder Nachbarn feststellen? Viele kämpfen verbissen darum, Aufmerksamkeit zu erhalten, jemand zu sein oder Autorität über andere auszuüben. Aber hat das wirklich einen Sinn?

      12 Denken wir nur einmal daran, wie sich einige abmühen, berühmt zu werden, sei es in größerem oder kleinerem Rahmen. Wir beobachten das in der Schule, in unserer Nachbarschaft und in verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Dieses Verlangen treibt auch diejenigen an, die sich in der Kunst, in der Unterhaltung oder in der Politik einen Namen machen wollen. Doch ist es im Grunde genommen nicht ein vergebliches Bemühen? Salomo bezeichnete es richtigerweise als „ein Haschen nach Wind“ (Prediger 4:4). Wie viele wissen wirklich davon, wenn ein Jugendlicher in einem Verein, in einer Sportmannschaft oder in einer Musikgruppe einen bestimmten Bekanntheitsgrad erlangt oder wenn ein Mann beziehungsweise eine Frau sich einen gewissen Ruf in einer Firma oder einem Gemeinwesen erwirbt? Wissen die meisten Menschen auf der anderen Seite des Erdballs (vielleicht sogar in demselben Land), daß es diese Person überhaupt gibt? Oder führen sie ihr Leben weiter, völlig ahnungslos von dem bißchen Ruhm des Betreffenden? Und dasselbe gilt für irgendwelche Macht oder Autorität, die jemand am Arbeitsplatz, in einer Stadt oder innerhalb einer Gruppe erlangen mag.

      13. (a) Wie wird uns durch Prediger 9:4, 5 geholfen, das Streben nach Prominenz oder Macht im richtigen Licht zu sehen? (b) Welcher Tatsache müßten wir uns stellen, wenn mit dem jetzigen Leben alles vorbei wäre? (Siehe Fußnote.)

      13 Was zählt solche Prominenz oder Autorität auf lange Sicht? Da eine Generation geht und eine andere kommt, treten die Prominenten oder Mächtigen irgendwann von der Bühne ab und sind vergessen. Das trifft auf Baumeister genauso zu wie auf Musiker und andere Künstler, auf Sozialreformer genauso wie auf die meisten Politiker und Militärs. Wie viele Personen aus diesen Bereichen sind uns bekannt, die im 18. Jahrhundert gelebt haben? Zu Recht gelangte Salomo zu der Einsicht, daß „ein lebender Hund besser daran ist als ein toter Löwe. Denn die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt, ... denn die Erinnerung an sie ist vergessen“ (Prediger 9:4, 5). Und für den, der glaubt, daß mit dem jetzigen Leben alles vorbei ist, ist das Streben nach Prominenz oder Macht ohnehin Nichtigkeit.a

      Der Mittelpunkt unseres Interesses und unsere Pflicht

      14. Warum kann das Bibelbuch Prediger für uns persönlich eine Hilfe sein?

      14 Salomo äußerte sich nicht über allzu viele Tätigkeiten, Ziele und Vergnügungen, um die sich das Leben der Menschen dreht. Doch das, was er schrieb, ist bereits ausreichend. Es soll nicht der Eindruck entstehen, daß diese Betrachtung verbittert oder negativ ist, denn hier wird ganz realistisch ein Buch der Bibel behandelt, das Jehova Gott bewußt zu unserem Nutzen inspiriert hat. Uns kann dadurch geholfen werden, unsere Lebensanschauung und das, worauf wir uns konzentrieren, zu überprüfen (Prediger 7:2; 2. Timotheus 3:16, 17). Dazu sollten uns vor allem die Schlußfolgerungen veranlassen, zu denen Salomo mit der Hilfe Jehovas kam.

      15, 16. (a) Wie dachte Salomo darüber, das Leben zu genießen? (b) Was ist laut Salomo unbedingt notwendig, damit man das Leben genießen kann?

      15 Wiederholt sprach Salomo zum Beispiel davon, daß Diener des wahren Gottes an ihrem Tun vor Gott Freude haben sollten. „Ich habe erkannt, daß es nichts Besseres für sie gibt, als sich zu freuen und zeitlebens Gutes zu tun, und auch, daß jeder Mensch essen und trinken und Gutes sehen sollte für all seine harte Arbeit. Es ist die Gabe Gottes“ (Prediger 2:24; 3:12, 13; 5:18; 8:15). Beachten wir, daß Salomo nicht zur Ausschweifung ermunterte; er billigte auch nicht die Einstellung: ‘Laßt uns essen, trinken und fröhlich sein, denn morgen sterben wir’ (1. Korinther 15:14, 32-34). Er meinte mit seinen Worten, daß wir Freude an normalen Vergnügungen finden sollten, zum Beispiel am Essen und Trinken, während wir ‘zeitlebens Gutes tun’. Da der Schöpfer entscheidet, was wirklich gut ist, steht bei alldem zweifellos sein Wille im Mittelpunkt unseres Lebens (Psalm 25:8; Prediger 9:1; Markus 10:17, 18; Römer 12:2).

      16 Salomo schrieb: „Geh, iß deine Speise mit Freuden, und trink deinen Wein mit gutem Herzen, denn der wahre Gott hat bereits Wohlgefallen gefunden an deinen Werken“ (Prediger 9:7-9). Ja, wenn jemand, Mann oder Frau, wirklich ein inhaltsreiches, ausgefülltes Leben führt, dann ist er mit Werken beschäftigt, an denen Jehova Freude findet. Das erfordert unsererseits, ihn niemals außer acht zu lassen. Wie sehr sich diese Ansicht doch von der der meisten Menschen unterscheidet, die sich bei ihrer Lebensführung auf menschliche Überlegungen stützen!

      17, 18. (a) Wie reagieren viele Menschen auf die Realitäten des Lebens? (b) Woran sollten wir immer denken?

      17 Viele Religionen lehren zwar, daß es ein Jenseits gibt, doch ein Großteil der Menschen hält das jetzige Leben eigentlich für alles, was einem sicher ist. Wir konnten vielleicht schon beobachten, daß sie genauso reagieren, wie es Salomo beschrieb: „Weil das Urteil über ein schlechtes Werk nicht eilends vollzogen worden ist, darum hat sich das Herz der Menschensöhne in ihnen völlig darauf gerichtet, Schlechtes zu tun“ (Prediger 8:11). Selbst diejenigen, die nicht darin aufgehen, Schlechtes zu tun, zeigen, daß sie hauptsächlich auf das Hier und Heute bedacht sind. Deshalb messen sie beispielsweise auch dem Geld, dem Besitz, dem Ansehen, der Macht über andere, der Familie oder ähnlichen Interessen eine übertriebene Bedeutung bei. Salomo ließ es allerdings nicht bei diesem Gedanken bewenden. Er fügte hinzu: „Obwohl ein Sünder hundertmal Schlechtes tun und es lange Zeit treiben mag, wie es ihm gefällt, weiß ich doch auch, daß es mit denen, die den wahren Gott fürchten, gut ausgehen wird, weil sie sich vor ihm gefürchtet haben. Mit dem Bösen aber wird es gar nicht gut ausgehen, noch wird er seine Tage verlängern, die wie ein Schatten sind, weil er sich vor Gott nicht fürchtet“ (Prediger 8:12, 13). Salomo war eindeutig davon überzeugt, daß es für uns gut ausgehen wird, wenn wir „den wahren Gott fürchten“. Wie gut? Die Antwort ergibt sich aus dem Umkehrschluß seiner Darlegung: Jehova kann ‘unsere Tage verlängern’.

      18 Vor allem diejenigen, die noch relativ jung sind, sollten sich die unumstößliche Tatsache vor Augen führen, daß es mit ihnen gut ausgehen wird, wenn sie Gott fürchten. Wie wir vielleicht selbst schon gesehen haben, kann der schnellste Läufer stolpern und einen Wettlauf verlieren. Ein mächtiges Heer kann eine Niederlage erleiden. Ein kluger Geschäftsmann kann verarmen. Und viele Ungewißheiten machen das Leben relativ unvorhersehbar. Doch in bezug auf folgendes können wir absolut sicher sein: Es ist der weiseste und sicherste Lebensweg, sich des Lebens zu erfreuen, während wir im Einklang mit Gottes Sittengesetzen und gemäß seinem Willen Gutes tun (Prediger 9:11). Das schließt ein, aus der Bibel kennenzulernen, was Gottes Wille ist, sich Gott hinzugeben und ein getaufter Christ zu werden (Matthäus 28:19, 20).

      19. Was können junge Leute mit ihrem Leben tun, doch was ist der beste Lebensweg?

      19 Der Schöpfer wird weder junge Leute noch andere Personen zwingen, seine Anleitung zu befolgen. Sie können völlig in der Bildung aufgehen, womöglich sogar ein Leben lang die zahllosen Bücher voll menschlicher Gelehrsamkeit studieren. Das wird sich letztlich als ermüdend für das Fleisch erweisen. Oder sie können in den Wegen ihres unvollkommenen menschlichen Herzens wandeln oder dem folgen, was dem Auge gefällt. Das wird ihnen ganz gewiß Verdruß eintragen, und ein so verbrachtes Leben wird sich mit der Zeit als bloße Nichtigkeit erweisen (Prediger 11:9 bis 12:12; 1. Johannes 2:15-17). Deshalb richtete Salomo einen Appell an junge Leute — einen Appell, den wir ungeachtet unseres Alters ernsthaft berücksichtigen sollten: „Gedenke nun deines großen Schöpfers in den Tagen deines Jünglingsalters, bevor die unglücklichen Tage herankommen oder die Jahre sich eingestellt haben, da du sagen wirst: ‚Ich habe kein Gefallen daran‘ “ (Prediger 12:1).

      20. Welche Ansicht über die Botschaft des Bibelbuches Prediger ist ausgewogen?

      20 Welchen Schluß sollten wir aus alldem ziehen? Nun, zu welchem Schluß kam denn Salomo? Er sah oder untersuchte „alle Werke, die unter der Sonne getan wurden, und siehe, alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind“ (Prediger 1:14). Wir finden im Bibelbuch Prediger nicht die Worte eines zynischen oder verbitterten Mannes. Die Ausführungen sind Bestandteil des inspirierten Wortes Gottes und verdienen unsere Beachtung.

      21, 22. (a) Welche Aspekte des Lebens zog Salomo in Betracht? (b) Zu welcher klugen Schlußfolgerung kam er? (c) Wie hat dich die Behandlung des Buches Prediger berührt?

      21 Salomo untersuchte die mühevolle Arbeit der Menschen, ihr Sinnen und Trachten. Er hielt sich vor Augen, wie die Dinge normalerweise ausgehen — wie enttäuschend und nichtig das ist, was viele Menschen letztlich von ihren Bestrebungen haben. Er beschäftigte sich mit der Realität der menschlichen Unvollkommenheit und des darauf zurückzuführenden Todes. Und er schloß in seine Analyse auch die von Gott stammende Erkenntnis über den Zustand der Toten ein sowie die Aussichten auf künftiges Leben. All das wurde von einem Mann beurteilt, der von Gott große Weisheit erhalten hatte, ja von einem der weisesten Menschen, die je gelebt haben. Die Schlußfolgerung, zu der er kam, wurde dann zum Nutzen all derer, die ein wirklich sinnvolles Leben führen möchten, in der Heiligen Schrift festgehalten. Sollten wir dieser Schlußfolgerung nicht zustimmen?

      22 „Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht. Denn der wahre Gott selbst wird jederlei Werk ins Gericht über alles Verborgene bringen im Hinblick darauf, ob es gut ist oder böse“ (Prediger 12:13, 14).

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