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  • g99 22. 4. S. 3-5
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  • Die tragischen Folgen der Untreue
  • Erwachet! 1999
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Erwachet! 1999
g99 22. 4. S. 3-5

Die tragischen Folgen der Untreue

„Ich bin gegangen“, sagte die Stimme am Telefon — wahrscheinlich die verheerendsten Worte, die Pata je von ihrem Mann hörte. „Ich konnte nicht glauben, daß er mich betrogen hatte“, erzählt sie. „Wovor ich immer am meisten Angst hatte — daß mein Mann mich wegen einer anderen verlassen würde —, ist schreckliche Realität geworden.“

PAT (33 Jahre) hatte echtes Interesse daran, daß ihre Ehe intakt war. Ihr Mann hatte ihr versichert, er würde nie von ihr weggehen. „Wir hatten uns gegenseitig versprochen zusammenzuhalten, egal, was kommt“, fährt Pat fort. „Ich war überzeugt, daß er es ernst meinte. Und dann das ... Jetzt habe ich rein gar nichts mehr — nicht mal eine Katze oder einen Goldfisch —, nichts!“

Hiroshi wird nie den Tag vergessen, an dem die außereheliche Beziehung seiner Mutter ans Licht kam. „Ich war erst 11“, berichtet er. „Mutti wirbelte durchs Haus. Papa lief hinter ihr her und sagte: ‚Überstürz doch nichts. Wir können doch drüber reden.‘ Ich spürte, daß irgendwas total schiefgelaufen war. Mein Vater war am Ende. Er ist nie richtig darüber hinweggekommen. Dazu kam noch, daß er niemand hatte, bei dem er sich aussprechen konnte. Also mußte ich dafür herhalten. Das muß man sich mal vorstellen: Ein Mann in den Vierzigern holt sich bei seinem 11jährigen Sohn Trost und Mitgefühl!“

Angefangen von den Skandalgeschichten über Königshäuser oder die Ehen von Politikern, Filmstars und prominenten Geistlichen bis zu den Betrügereien und Tränen in der eigenen Familie: eheliche Untreue fordert nach wie vor einen hohen Tribut. „Ehebruch“, schreibt die New Encyclopædia Britannica, „scheint so universell und in manchen Kulturen so gang und gäbe zu sein wie die Ehe.“ Schätzungen zufolge sind 50 bis 75 Prozent der Verheirateten schon einmal fremdgegangen. Wie die Eheforscherin Zelda West-Meads sagt, bleibt Untreue zwar oft unentdeckt, doch „alles deutet darauf hin, daß Seitensprünge im Ansteigen sind“.

Eine Lawine von Gefühlen

Die Statistiken über Untreue und Scheidung sind schockierend, geben aber nicht die Auswirkungen auf das Alltagsleben in ihrer vollen Heftigkeit wieder. Außer enormen finanziellen Konsequenzen verbirgt sich hinter diesen Statistiken eine Flut von Gefühlen: viele Tränenströme, zahllose bange Nächte, in denen die Angehörigen keinen Schlaf finden, dazu grenzenlose Bestürzung, Trauer, Angst und Qual. Die Opfer überstehen die Zerreißprobe vielleicht, aber wahrscheinlich werden die Narben lange Zeit bleiben. Die Verletzungen und der angerichtete Schaden lassen sich nicht leicht aus der Welt schaffen.

„Eine Ehezerrüttung verursacht normalerweise heftige Gefühlsausbrüche, die den Blick trüben können“, heißt es in dem Buch How to Survive Divorce. „Was soll ich tun? Wie soll ich reagieren? Wie komme ich da raus? Oft schwankt man hin und her zwischen Gewißheit und Zweifeln, Wut und Schuldgefühlen, Vertrauen und Argwohn.“

So ging es jedenfalls Pedro, als er von der Untreue seiner Frau erfuhr. „Wenn man betrogen wird“, gesteht er, „bricht eine Flut verworrener Gefühle über einen herein.“ Die niederschmetternden Gefühle sind schon für den Betrogenen schwer zu begreifen, geschweige denn für Außenstehende, die sich kaum in die Lage hineindenken können. „Keiner versteht wirklich, wie ich fühle“, meint Pat. „Wenn ich daran denke, daß mein Mann mit ihr zusammen ist, verspüre ich einen buchstäblichen Schmerz, den ich unmöglich beschreiben kann.“ Sie fährt fort: „Es gibt Zeiten, da denke ich, ich drehe durch. Den einen Tag stehe ich über den Dingen, am nächsten sieht es schon wieder ganz anders aus. Den einen Tag vermisse ich ihn, am nächsten kommen mir wieder alle Intrigen, Lügen und Demütigungen in den Sinn.“

Wut und Angst

„Manchmal packt einen die pure Wut“, gibt ein Betrogener zu. Es ist nicht allein Ärger über das geschehene Unrecht und die erlittenen Verletzungen. Es ist eher „ein Groll über das, was hätte sein können, aber kaputtgegangen ist“, wie es eine Journalistin formulierte.

Üblich sind außerdem ein geringes Selbstwertgefühl und Komplexe. Pedro verrät: „Es kommen einem Gedanken wie: ‚Bin ich nicht attraktiv genug? Habe ich irgendwelche anderen Mängel?‘ Man fängt an, bei sich selbst Fehler zu suchen.“ In ihrem Buch To Love, Honour and Betray bestätigt Zelda West-Meads von der britischen Nationalen Eheberatungsstelle dies wie folgt: „Mit am schwersten zu verkraften ... ist die Schwächung der Selbstachtung.“

Schuldgefühle und Depressionen

Diesen Emotionen folgt meistens eine Woge von Schuldgefühlen dicht auf den Fersen. Eine verzweifelte Frau sagt: „Ich glaube, Frauen leiden schrecklich unter Schuldgefühlen. Man macht sich Vorwürfe und fragt sich, was man bloß falsch gemacht hat.“

Ein betrogener Mann nennt einen weiteren Aspekt der Achterbahn der Gefühle, um es mit seinen Worten auszudrücken. Er erläutert: „Neu sind die Depressionen, die so plötzlich einsetzen wie schlechtes Wetter.“ Eine Frau schildert, daß, als ihr Mann sie verließ, nicht ein Tag verging, an dem sie nicht losheulte. „Ich kann mich noch genau an den ersten tränenfreien Tag erinnern. Das war, ein paar Wochen nachdem er gegangen war“, erzählt sie. „Bis zu meiner ersten Woche ohne Tränen vergingen mehrere Monate. Diese tränenfreien Tage und Wochen waren Meilensteine auf meinem Weg nach vorn.“

Zweifacher Verrat

Was viele nicht realisieren, ist, daß der Ehebrecher seinem Partner oft in zweifacher Hinsicht einen schweren Schlag versetzt. Wieso? Pat deutet das mit folgender Aussage an: „Es war hart für mich. Er war nicht nur mein Mann, sondern auch viele Jahre lang mein Freund — mein bester Freund.“ Wenn Schwierigkeiten auftreten, sucht eine Frau meistens bei ihrem Mann Halt. Jetzt hingegen ist er nicht nur die Ursache traumatischer Probleme, sondern fällt auch noch als dringend benötigte Stütze aus. Auf einen Schlag hat er seiner Frau großen Schmerz zugefügt und sie ihrer Vertrauensperson beraubt.

Das daraus resultierende tiefsitzende Gefühl des Betrogenseins und des Vertrauensbruchs ist eine der heftigsten Empfindungen unschuldiger Partner. Eine Eheberaterin erklärt, warum sich eheliche Untreue emotionell so lähmend auswirken kann: „Wir investieren so viel von uns selbst, so viele Hoffnungen, Träume und Erwartungen, in die Ehe ... und suchen jemand, an den wir wirklich glauben können, jemand, bei dem wir das Gefühl haben, wir können uns jederzeit auf ihn verlassen. Der unvermittelte Verlust dieses Vertrauens kann auf uns so wirken, als wäre ein Kartenhaus von einem Windstoß weggepustet worden.“

Es liegt auf der Hand, daß die Opfer, wie in dem Buch How to Survive Divorce beschrieben, „Hilfe brauchen, um mit dem Aufruhr der Gefühle klarzukommen ... Sie brauchen unter Umständen Hilfe, um herauszufinden, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen und wie sie diese wahrnehmen können.“ Aber welche Möglichkeiten stehen zur Auswahl?

Sie stehen vor der Frage: „Ist eine Versöhnung für uns die Lösung, oder sollen wir uns scheiden lassen?“ Vor allem wenn es in der Ehe bereits gekriselt hat, kann die Versuchung groß sein, übereilt zu folgern, eine Scheidung würde die eigenen Probleme lösen. „Schließlich erlaubt die Bibel ja bei ehelicher Untreue, sich scheiden zu lassen“, könnte man argumentieren (Matthäus 19:9). Dem läßt sich allerdings entgegenhalten, daß die Bibel nicht auf einer Scheidung besteht. Mancher hält es deshalb für besser, sich mit seinem Partner zu versöhnen und die Ehe wiederaufzubauen und zu festigen.

Ob man sich von einem untreuen Partner scheiden läßt oder nicht, ist eine persönliche Angelegenheit. Doch wie kann man wissen, was man tun sollte? Wir möchten dazu raten, als erstes einige Faktoren zu überprüfen, die bei der Frage, ob eine Versöhnung möglich ist oder nicht, Entscheidungshilfe bieten können.

[Fußnote]

a Einige Namen wurden geändert.

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