Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • g99 8. 4. S. 13-16
  • Das Gewitter — Eindrucksvoller Herrscher der Wolken

Kein Video für diese Auswahl verfügbar.

Beim Laden des Videos ist ein Fehler aufgetreten.

  • Das Gewitter — Eindrucksvoller Herrscher der Wolken
  • Erwachet! 1999
  • Zwischentitel
  • Ähnliches Material
  • Wie Gewitter entstehen
  • Feuerwerk am Himmel
  • Der größte Nutzen des Gewitters
  • Wie steht es mit Hagel?
  • Tornados und Gewitter
  • Grandiose Vorstellung am Himmel
    Erwachet! 1989
  • Der Blitz — furchterregende Naturgewalt
    Erwachet! 1978
  • Blitz
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
  • So schützt man sich vor Blitzen
    Erwachet! 1996
Hier mehr
Erwachet! 1999
g99 8. 4. S. 13-16

Das Gewitter — Eindrucksvoller Herrscher der Wolken

Von unserem Korrespondenten in Australien

WOLKEN faszinieren viele Menschen schon von Kindheit an. Ein 80jähriger Mann erinnert sich daran, wie er als kleiner Junge oft im Gras lag und die vorbeiziehenden Wolkengebilde beobachtete, die, wie er sich ausdrückt, „am Himmel paradierten“. Er weiß noch, daß er sich oft fragte, woraus Wolken gemacht waren. Waren sie aus Watte? Warum sah jede anders aus? Eine glich einem Segelschiff, die andere einem tänzelnden Pferd; und schon kam ein wogendes Schloß vorbei. Seine kindliche Phantasie wurde beflügelt, während die Wolken vorbeizogen und dabei ständig Form und Größe veränderten. Wie er sagt, beobachtet er auch heute noch gern, wenn die Wolken am Himmel scheinbar „Scharade spielen“. Vielleicht finden ja auch wir Gefallen an diesem einfachen Vergnügen.

Doch die beeindruckendsten und ehrfurchtgebietendsten Wolken sind wohl diejenigen, die „sprechen“ können. Man nennt sie Kumulonimbusse oder Gewitterwolken. Dunkel und unheildrohend können sich diese Wolken 16 Kilometer hoch oder sogar noch höher auftürmen; sie bringen die Gewitter mit sich. Sturmwolken können Blitze zucken lassen und ein warnendes Donnergrollen ausstoßen, während sie sich am Himmel auftürmen. Nachts bieten sie mitunter ein strahlend schönes Schauspiel mit Licht- und Geräuscheffekten, das jedes Feuerwerksspektakel übertrifft. Sie wirbeln den Regen und Hagel umher und lassen ihn niederprasseln. Dann ziehen sie weiter, und zurück bleibt oftmals ein frischer, feuchter Duft von Erde über einem zuvor ausgetrockneten Boden.

Wie Gewitter entstehen

In neuerer Zeit ist es möglich geworden, den Planeten Erde vom Weltraum aus zu betrachten. Man erkennt einen Wolkenteppich, der über einem Großteil der Erdoberfläche schwebt. Von dem Autor Fred Hapgood ist zu erfahren, daß „in jedem beliebigen Augenblick die Hälfte der Erdoberfläche (250 Millionen Quadratkilometer) mit ... [Wolken] bedeckt ist — mit flächigen, gerundeten, schichtförmigen, faserigen, spitzenartigen und bauschigen Gebilden, die in ihrer Lumineszenz und Opazität unterschiedlich ausgeprägt sind; Wolken entstehen überall auf der Welt, breiten sich aus, ziehen vorbei und lösen sich auf“. Ein Teil dieser Wolkenmassen wird von Gewittern gebildet — jedes Jahr gibt es auf der Erde bis zu 15 000 000 (!) Gewitter, und zu jedem Zeitpunkt ereignen sich etwa 2 000.

Ein Gewitter entsteht, wenn dichte, kalte Luft sich über feuchte, weniger dichte Luft schiebt. Auslöser wie Sonneneinstrahlung, Wetterfronten oder Bodenerhebungen veranlassen die warme, feuchte Luft inmitten der kalten Luft aufzusteigen. Es entstehen Luftströme, und die in den Luftmassen und in dem Wasserdampf enthaltene Wärmeenergie wird dann in Wind und elektrische Energie umgewandelt.

Die atmosphärischen Bedingungen für das Entstehen eines Gewitters sind besonders in den südlichen Breiten vorzufinden. Das erklärt, warum über Südamerika und Afrika die meisten Gewitter niedergehen und warum man schon lange annimmt, daß in Zentralafrika und Indonesien die größte Gewitteraktivität herrscht. Der allgemein anerkannte Rekord liegt bei 242 Gewittertagen pro Jahr, aufgezeichnet in Kampala (Uganda). Doch treten Gewitter auch in vielen anderen Gebieten der Erde auf.

Feuerwerk am Himmel

Donner und Blitz, die beiden offensichtlichen Kennzeichen eines Gewitters, kennt jeder. Wodurch wird das spektakuläre, oft furchteinflößende Phänomen denn ausgelöst? Ein Blitz ist einfach eine Entladung, die stattfindet, wenn die entgegengesetzten elektrischen Aufladungen an zwei Stellen so hoch sind, daß sie die isolierende Wirkung der Luft überwinden können. Das kann innerhalb einer Wolke sein, zwischen Wolken oder zwischen Wolken und Erdboden. Durch einen Blitz erhitzt sich die Luft vorübergehend auf erstaunlich hohe Temperaturen — bis zu 30 000 Grad Celsius herrschen in dem Augenblick, wo der Blitzschlag seine elektrische Ladung freisetzt.

Blitze können als Linienblitze, Gabelblitze und Flächenblitze eingeordnet werden. Wenn bei der Entladung ein ausgeprägter Kanal zu sehen ist, handelt es sich um einen Linienblitz. Von einem Gabelblitz spricht man, wenn der Kanal sichtbar geteilt oder verzweigt ist. Leuchtet es innerhalb einer Wolke auf (Wolkenblitz), spricht man von einem Flächenblitz. Wie Experten sagen, sind die meisten Blitze, die man sieht, Wolke-Erde-Blitze.

Blitze richten bei Lebewesen Schaden an — bei Menschen und Tieren können Verletzungen und sogar der Tod die Folge sein. Menschen, die sich am Strand, auf dem Golfplatz oder in ländlichen Gegenden im Freien aufhalten, sind am meisten gefährdet, denn sie sind den elektrischen Entladungen schutzlos ausgesetzt. (Siehe Kasten auf Seite 15.)

Nur etwa ein Drittel aller Blitzopfer sterben, und wenn unverzüglich Erste Hilfe geleistet wird, treten bei den übrigen anhaltende Schäden recht selten auf. Entgegen einer landläufigen Meinung können Blitze mehr als einmal an der gleichen Stelle einschlagen, und sie tun es auch!

Viele Brände werden durch Blitzschläge ausgelöst. Große Landstriche können dabei verwüstet werden. Um die 10 Prozent der Waldbrände in den Vereinigten Staaten gehen auf Blitze zurück. Von dem gesamten Wald- und Buschland, das dort vom Feuer heimgesucht wird, fallen über 35 Prozent diesen Waldbränden zum Opfer.

Blitzschläge sind aber auch nützlich. Wälder beispielsweise profitieren auf verschiedene Weise davon. Bodenbrände, die durch Blitze hervorgerufen werden, reduzieren den Bodenbewuchs. Dadurch kann das Risiko der gefährlicheren Gipfelbrände gesenkt werden, bei denen das Feuer die Baumkronen erreicht. Blitze bewirken außerdem, daß sich der Stickstoff verändert, der als Gas von Pflanzen nicht verwertet werden kann. Durch Blitze wird das Gas in Stickstoffverbindungen umgewandelt, die unbedingt erforderlich sind für die Bildung von pflanzlichem Gewebe und Samen. Diese liefern Proteine, die wiederum für das tierische Leben unentbehrlich sind. Man schätzt, daß zwischen 30 und 50 Prozent der Stickstoffoxyde, die im Niederschlag zu finden sind, durch Blitze entstehen und daß jedes Jahr weltweit auf diese Weise 30 Millionen Tonnen gebundener Stickstoff erzeugt werden.

Der größte Nutzen des Gewitters

Ein Gewitter kann enorme Wassermengen freisetzen. Der Hauptgrund für einen Wolkenbruch ist, daß durch den starken Aufwind bei einem heftigen Gewittersturm eine große Wassermenge zunächst schwebend festgehalten wird und dann plötzlich herabstürzt. Bis zu 30 Zentimeter Niederschlag in der Stunde kann bei solch einem Wolkenbruch fallen. Derartig schwere Regenfälle können selbstredend auch ihre negativen Seiten haben.

Wenn ein Gewitter nur langsam dahinzieht, bekommt ein relativ kleiner Bereich das meiste von dem Regen ab, und das kann zu Überflutungen führen. Während eines solchen Unwetters läßt das abfließende Wasser Bäche und Flüsse anschwellen. Schätzungsweise ein Drittel aller Flutschäden in den Vereinigten Staaten werden von Überflutungen hervorgerufen, die in ursächlichem Zusammenhang mit Gewittern stehen.

Gewitterbedingte Niederschläge haben jedoch auch viele nützliche Aspekte. Der Erdboden, Wasserreservoire und Stauseen werden mit beträchtlichen Mengen an Wasser versorgt. Forschungen haben ergeben, daß in einigen Gebieten 50 bis 70 Prozent aller Niederschläge auf Gewitter zurückgehen; an diesen Orten ist der Gewitterregen (über)lebenswichtig.

Wie steht es mit Hagel?

Eine äußerst verheerende Begleiterscheinung von Gewittern, die oft auftritt, ist der Hagelschlag. Hagel entsteht, wenn Regentropfen gefrieren und immer größer werden, während sie von Auf- und Abwinden herumgewirbelt werden. Über die Größe und das Gewicht von Hagelkörnern gibt es einige erstaunliche Berichte. Ein 26 mal 14 mal 12 Zentimeter großes Hagelkorn soll 1925 in Deutschland niedergegangen sein. Sein Gewicht wurde auf 2 Kilogramm geschätzt. Eins der größten Hagelkörner, die jemals in den Vereinigten Staaten vermessen wurden, fiel 1970 im Bundesstaat Kansas. Es maß 44 Zentimeter an seinem größten Umfang und wog 776 Gramm. Ein Hagelkorn dieser Ausmaße, das aus den Wolken zur Erde stürzt, ist groß genug, um einen Menschen zu töten.

Glücklicherweise sind Hagelkörner in der Regel viel kleiner und wirken sich wohl eher unangenehm als tödlich aus. Außerdem sind die Gebiete, die von Hagelschäden betroffen werden, bedingt durch die Art der Gewitter, die Hagel erzeugen, relativ klein. Allerdings beläuft sich der weltweite Verlust der Ernteerträge durch Hagelschäden jährlich auf Hunderte Millionen von Dollar.

Tornados und Gewitter

Tornados sind die vielleicht gefährlichste Folge von Gewittern. Praktisch jeder Tornado geht mit einem Gewitter einher, aber nicht jedes Gewitter mit einem Tornado. Ein Tornado ist eine schnell rotierende schmale Luftsäule mit einem durchschnittlichen Durchmesser von mehreren hundert Metern, die sich von einer Gewitterwolke zum Erdboden erstreckt. Bei den schwersten Tornados kann die Windgeschwindigkeit zwischen 400 und 500 Kilometer in der Stunde betragen oder noch mehr. Die gewaltigen rotierenden Winde zusammen mit dem Aufwind im Zentrum des Tornados können bewirken, daß Gebäude zusammenstürzen und tödliche Geschosse durch die Luft wirbeln. Tornados kommen in vielen Ländern der Erde vor.

Visuell weniger dramatisch, aber dennoch potentiell Schaden anrichtend, sind die horizontal blasenden Winde in Verbindung mit schwächeren und stärkeren Abwinden. Sie können verheerende Windböen auf oder dicht über dem Erdboden auslösen, die Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern und bei den heftigeren Abwinden sogar von über 200 Kilometern in der Stunde erreichen können.

Es liegt auf der Hand, daß man vor einem Gewitter Respekt haben und sich der damit verbundenen Gefahren bewußt sein sollte. Ein Gewitter ist nur eine von vielen Facetten der Schöpfung, über die es noch viel zu lernen gibt.

[Kasten/Bild auf Seite 15]

Vorsichtsmaßnahmen

Eine für Katastrophenschutz zuständige Einrichtung in Australien rät zu folgenden vorbeugenden Maßnahmen während eines Gewitters:

Schutz im Freien

◼ Suchen Sie Schutz in einem (fest überdachten) Fahrzeug oder in einem Gebäude. Meiden Sie kleinere Unterstände, Zelte und einzelne Bäume oder kleinere Baumgruppen.

◼ Ist im Freien kein Unterschlupf zu finden, hocken Sie sich mit geschlossenen Beinen (allein) hin, am besten in eine Mulde, und entfernen Sie Gegenstände aus Metall vom Körper. Legen Sie sich nicht hin, aber bilden Sie auch nicht die höchste Erhebung in der Umgebung.

◼ Wenn Ihre Haare zu Berge stehen oder wenn Sie ein Summen von Felsen oder Zäunen, die sich in der Nähe befinden, hören, flüchten Sie sich sofort woandershin.

◼ Lassen Sie keine leinengesteuerten Drachen oder Modellflugzeuge fliegen.

◼ Benutzen Sie im Freien keine langen oder metallenen Gegenstände wie Angeln, Regenschirme und Golfschläger.

◼ Halten Sie sich von Metallkonstruktionen, Stacheldraht oder Wäscheleinen aus Draht fern.

◼ Reiten Sie nicht, fahren Sie nicht Rad, und fahren Sie nicht in offenen Fahrzeugen.

◼ Verlangsamen Sie, wenn Sie fahren, das Tempo, oder parken Sie weit entfernt von hohen Objekten wie Bäumen und Stromleitungen. Bleiben Sie im (fest überdachten) Fahrzeug oder Wohnwagen, aber berühren Sie nicht die Metallkarosserie, und lehnen Sie sich auch nicht daran.

◼ Wenn Sie gerade schwimmen oder surfen, verlassen Sie unverzüglich das Gewässer, und suchen Sie Schutz.

◼ Wenn Sie mit dem Boot unterwegs sind, laufen Sie schnellstmöglich das Ufer an. Ist das zu riskant, suchen Sie Schutz unter einer hohen Konstruktion wie einer Brücke oder einem offenen Pier. Vergewissern Sie sich bei einem Segelboot, daß Mast und Stagen sorgfältig zum Wasser hin geerdet sind.

Blitzschutz im Haus

◼ Halten Sie sich von Fenstern, elektrischen Geräten, Leitungen und anderen Metallkörpern fern.

◼ Verschieben Sie Telefonanrufe. Wenn Sie einen Notruf tätigen müssen, fassen Sie sich so kurz wie möglich.

◼ Ziehen Sie Netz- und Antennenstecker heraus, die zu Radio- und Fernsehgeräten gehören, bevor das Gewitter Ihr Haus erreicht. Das gleiche gilt für Computermodems und -netzteile. Halten Sie dann Abstand zu elektrischen Geräten.

[Bildnachweis]

Entnommen der Publikation Severe Storms: Facts, Warnings and Protection.

    Deutsche Publikationen (1950-2025)
    Abmelden
    Anmelden
    • Deutsch
    • Teilen
    • Einstellungen
    • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
    • Nutzungsbedingungen
    • Datenschutzerklärung
    • Datenschutzeinstellungen
    • JW.ORG
    • Anmelden
    Teilen