ETAM
(Ẹtam) [„Raubvögel-Ort“].
1. Eine simeonitische Siedlung innerhalb des Gebiets von Juda (1Ch 4:24, 32). Ihre einstige Lage ist ungewiss, obwohl einige den Ort mit Tell ʽEtun (Tel ʽEitun) in Verbindung bringen, das mitten im Gebiet von Juda liegt, ungefähr 44 km w. von En-Gedi und ebensoweit sw. von Jerusalem.
2. Der Felsen Etam, wo sich Simson aufhielt, nachdem er die Felder der Philister niedergebrannt hatte. 3000 Männer von Juda brachten Simson, der sich willig hatte binden lassen, von diesem Felsen zu den Philistern zurück (Ri 15:8-13). Wenngleich sich die Lage des Felsens Etam nicht mit Sicherheit bestimmen lässt, ist ein Zusammenhang mit der Stadt (Nr. 3 unten) nicht ganz ausgeschlossen. Allerdings befindet sich nur 4 km osö. von der Stelle, wo man Simsons Heimatstadt Zora vermutet (Ri 13:2), ein einzelner zerklüfteter Felsen, ʽAraq Ismaʽin genannt, mit einer hochgelegenen Höhle, die einen weiten Ausblick auf die darunterliegende Schephela gestattet. Bei diesem Felsen könnte es sich in Übereinstimmung mit der Bedeutung des Namens um den Felsen Etam handeln.
3. Eine Stadt in Juda, die wahrscheinlich an der Stelle des heutigen Chirbet el-Choch auf einem Hügel lag, etwa 2,5 km sw. von Bethlehem. Es scheint, dass Etam und Bethlehem von nahen Verwandten gegründet wurden (1Ch 4:3, 4; siehe ATROTH-BETH-JOAB). Wie Josephus berichtet, fuhr König Salomo oft frühmorgens in einem Wagen die 13 km von Jerusalem nach Etam hinaus, wo es Gartenanlagen und Quellen gab (Jüdische Altertümer, 8. Buch, Kap. 7, Abs. 3). Etam wurde von Salomos Nachfolger Rehabeam ausgebaut und befestigt (2Ch 11:5, 6). Gemäß dem Talmud war Jerusalem durch einen Aquädukt mit einer w. von Etam entspringenden Quelle verbunden (babylonischer Talmud, Joma 31a; palästinischer [Jerusalemer] Talmud, Joma 41a).