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Erwachet! 1994
g94 8. 5. S. 26-27

Was sagt die Bibel?

Ist es verkehrt zu trauern?

„ICH GLAUBE GANZ FEST AN DIE AUFERSTEHUNGSHOFFNUNG, MEINTE ALLERDINGS, ES SEI VERKEHRT, MEINE TRAUER VOR ANDEREN ZU ZEIGEN, SO DASS SIE GRUND HÄTTEN, AN MEINER FESTEN ÜBERZEUGUNG ZU ZWEIFELN. ICH DACHTE, WENN ICH WIRKLICH AN DIE AUFERSTEHUNG GLAUBE, DANN DARF DER VERLUST DOCH NICHT SO SCHMERZLICH SEIN“ (CHARLENE, EINE SEIT ÜBER 21 JAHREN GETAUFTE CHRISTIN).

WENN ein geliebter Mensch stirbt, mögen bei den Hinterbliebenen ganz unerwartete Gefühle und Reaktionen auftreten — Angst, Zorn, Schuldgefühle und Depressionen. Die herzerfreuende biblische Verheißung, daß die Toten auferweckt werden und dann unter Gottes Königreichsherrschaft auf einer paradiesischen Erde leben, kann einem Christen in solch einem Fall helfen, den Schock zu dämpfen (Johannes 5:28, 29; Apostelgeschichte 24:15; Offenbarung 21:1-4). Wie die Äußerung von Charlene jedoch erkennen läßt, tragen manche Christen eine unnötige Bürde mit sich herum, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist — das Empfinden, daß es verkehrt sei, betrübt zu sein, und daß Trauer irgendwie ein Anzeichen für mangelnden Glauben an die biblische Verheißung der Auferstehung sei.

Was aber sagt die Bibel über Trauer? Ist es verkehrt, bedrückt zu sein, wenn ein lieber Mensch gestorben ist?

Sie trauerten

Daß Abraham einen starken Glauben hatte, ist bekannt. Als er auf die Probe gestellt wurde, „brachte ... [er seinen Sohn] Isaak so gut wie als Opfer dar“ (Hebräer 11:17; 1. Mose 22:9-13). Offensichtlich war vor der Zeit Abrahams noch niemand auferweckt worden, doch er glaubte daran, daß — falls nötig — „Gott imstande sei, ihn [seinen Sohn] sogar von den Toten aufzuerwecken“ (Hebräer 11:19). Ungefähr 12 Jahre nachdem Abrahams Glaube auf die Probe gestellt worden war, starb seine Frau Sara. Wie reagierte dieser Glaubensmann? Die Bibel erklärt, daß er hineinging, „um Klage um Sara zu halten und sie zu beweinen“ (1. Mose 23:2).a Ja, der Mann, der glaubte, daß Gott die Toten auferwecken kann, zeigte seine Trauer ganz offen. Dennoch wird Abraham als Beispiel für herausragenden Glauben angeführt (Hebräer 11:8-10).

Eines der bewegendsten Beispiele der offenen Trauer über den Verlust eines lieben Menschen lieferte Jesus Christus. Als Lazarus, ein guter Freund von Jesus, gestorben war, ereignete sich folgendes: „Als dann Maria dort ankam, wo Jesus war, und ihn erblickte, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: ‚Herr, wenn du hiergewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben.‘ Als Jesus daher sah, wie sie weinte und wie die Juden, die mit ihr kamen, weinten, seufzte er im Geist und wurde beunruhigt; und er sprach: ‚Wo habt ihr ihn hingelegt?‘ Sie sagten zu ihm: ‚Herr, komm und sieh.‘ Jesus brach in Tränen aus“ (Johannes 11:32-35).

Wie bewegend es doch ist, daß der vollkommene Sohn Gottes sich nicht schämte, seine Trauer unverhüllt zu zeigen! Das in der Ursprache verwendete Wort (dakrýō), das mit „in Tränen ausbrechen“ wiedergegeben wird, bedeutet „still Tränen vergießen“. Bemerkenswert ist, daß Jesus kurz zuvor zwei Menschen auferweckt hatte — den Sohn der Witwe von Nain und die Tochter des Jairus —, und er hatte fest vor, Lazarus aufzuerwecken (Lukas 7:11-15; 8:41, 42, 49-55; vergleiche Johannes 11:11). Nur wenige Augenblicke vorher hatte er zu Martha gesagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer Glauben an mich ausübt, wird zum Leben kommen, auch wenn er stirbt“ (Johannes 11:25). Doch Jesus war von solch einer starken Gefühlsbewegung ergriffen, daß seine Augen in Tränen schwammen.

Diese Begebenheit weist jedoch auf etwas noch Tiefgründigeres oder Wichtigeres hin. Jesus ist „der genaue Abdruck seines [Jehovas] Wesens selbst“ (Hebräer 1:3). Daher vermitteln die tiefen Gefühle, die Jesus ergriffen, und die Sensibilität, mit der er auf den Tod eines lieben Freundes reagierte, ein bewegendes Bild von Jehova, unserem himmlischen Vater. Die Reaktion Jesu zeigt, daß es Gott sehr nahegeht, wenn seine Diener trauern. (Vergleiche Psalm 56:8.)

Deswegen ist ganz bestimmt nichts dagegen einzuwenden, im Fall des Todes eines geliebten Menschen zu trauern. Abraham hielt um Sara Klage. Jesus trauerte ganz unverhohlen um Lazarus. Jehova Gott versteht unseren Schmerz, denn ‘er sorgt für uns’ (1. Petrus 5:7).

Sieht die Sache für einen Christen, der die christliche Hoffnung hegt, jedoch tatsächlich anders aus?

‘Nicht betrübt sein wie die übrigen’

Als im ersten Jahrhundert einige aus der Christenversammlung in Thessalonich um Mitgläubige trauerten, suchte der Apostel Paulus sie zu trösten, indem er schrieb: „Ferner, Brüder, wollen wir nicht, daß ihr hinsichtlich derer unwissend seid, die im Tod schlafen, damit ihr nicht auch betrübt seid wie die übrigen, die keine Hoffnung haben“ (1. Thessalonicher 4:13). Ja, wer sein Vertrauen in Gottes Verheißung auf eine Auferstehung der Toten setzt, befindet sich in einer viel besseren Lage als derjenige, der keine Auferstehungshoffnung hat.b Wieso?

Wenn Menschen, die nicht an eine Auferstehung glauben, mit dem Tod konfrontiert werden, sind sie völlig verzweifelt. Selbst wenn sie behaupten, an eine Form des Lebens nach dem Tod zu glauben, schöpfen nur wenige echten Trost daraus. Und viele sind nicht nur deshalb bekümmert, weil ein geliebter Mensch durch den Tod von ihnen getrennt wurde, sondern auch deshalb, weil diese Trennung in ihren Augen dauerhafter Natur ist. Da sie kein klares Verständnis über die Auferstehung besitzen, begraben sie ihre Hoffnung mit ihren Toten; sie glauben nicht an ein Wiedersehen. (Vergleiche 1. Korinther 15:12-19, 32.)

Für wahre Christen hingegen sieht die Sache anders aus. Wie Paulus erklärte, ist der Tod mit dem Schlaf vergleichbar — nicht nur, weil er ein Zustand der Bewußtlosigkeit ist, der einem tiefen Schlaf ähnelt, sondern auch, weil es durch die Auferstehung möglich ist, aus diesem „Schlaf“ aufgeweckt zu werden (Psalm 13:3; Prediger 9:5, 10). Diese biblisch begründete Hoffnung macht den Unterschied aus.

Verliert ein Christ einen geliebten Menschen durch den Tod, empfindet er den Verlust — die fehlende Gemeinschaft und das Fehlen eines vertrauten Gesichts und einer vertrauten Stimme — als genauso schmerzlich wie ein Ungläubiger. Die Auferstehungshoffnung läßt das Herz nicht etwa unempfindlich werden. Aber sie dämpft die Trauer, mildert sie. Diese Hoffnung macht es leichter, den Schmerz zu ertragen; sie läßt die Trauer allerdings nicht überflüssig werden.

[Fußnoten]

a Über das hebräische Wort, das mit „Klage halten“ wiedergegeben wird, heißt es im Theological Wordbook of the Old Testament: „Es war üblich, daß jeder, der einem Dahingeschiedenen nachtrauerte, diese Trauer mit den Mitgliedern der Familie teilte. ... Die Trauer war häufig von gellenden Schreien oder von lautem Klagen begleitet.“ In bezug auf das hebräische Wort für „weinen“ erklärt das gleiche Werk: „Während Tränen mit den Augen in Verbindung stehen, kommt beim Weinen die Stimme ins Spiel; Semiten weinen nicht still, sondern mit lauter Stimme. ... Das ganze A[lte] T[estament] hindurch taucht Weinen als natürlicher und spontaner Ausdruck starker Gefühlsregungen auf.“

b Die Christen des ersten Jahrhunderts, an die Paulus schrieb, hofften, zu himmlischem Leben auferweckt zu werden und Mitregenten Jesu zu sein (1. Thessalonicher 4:14-17; vergleiche Lukas 22:29, 30). Daher ermunterte Paulus sie, sich gegenseitig mit der Hoffnung zu trösten, daß treue Verstorbene während der Gegenwart Christi auferweckt werden, um miteinander und mit Christus vereint zu sein. Für die überwiegende Mehrheit der Verstorbenen dagegen besteht gemäß der Bibel die Hoffnung, auferweckt zu werden und in einem wiederhergestellten irdischen Paradies zu leben (Johannes 5:28, 29; Offenbarung 21:1-4).

[Bildnachweis auf Seite 26]

Jean-Baptiste Greuze: Le fils puni (Ausschnitt), Louvre; © Foto R.M.N.

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