„Inline“-Zeitschriftenproduktion in Japan
MONATLICH 3,5 Millionen Exemplare der Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! zu drucken, zu verpacken und zu versenden ist eine der Aufgaben, die der japanische Zweig der Watch Tower Society bewältigen muß, um den Bedarf zu decken, der durch das Predigtwerk der Zeugen Jehovas in Japan und in einer Anzahl anderer fernöstlicher Länder entsteht. Ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit ist offensichtlich der Schlüssel.
Um dieser Anforderung gerecht zu werden, entwarfen und bauten die Zeugen in Japan ein Fördersystem, das den Löwenanteil der zeitraubenden und arbeitsintensiven Tätigkeiten übernimmt, wie zum Beispiel das Stapeln und Entstapeln der Zeitschriften in den verschiedenen Produktionsstufen.
Die einzigen im Handel erhältlichen Maschinen waren eine Rotationspresse mit dem dazugehörenden Stapler und der Dreischneider, der die Zeitschriften auf ihr Endformat bringt. Die Zeugen gingen das Problem an und erdachten ein System, das beide Einheiten und andere Spezialgeräte so miteinander verbindet, daß es möglich ist, die Zeitschriften kontinuierlich zu drucken, zu stapeln, zu schneiden und zu verpacken.
Ein Durchlauf durch das System
Sieht man sich die Abbildungen der Reihe nach an, erhält man eine Vorstellung von der Arbeitsweise des „Inline“-Systems. Zuerst läuft das Papier von zwei Rollen mit einer Geschwindigkeit von 8 Metern in der Sekunde in die Rotationspresse (Abb. A). Am anderen Ende (Abb. B) verlassen kontinuierlich zwei sogenannte Schuppenströme farbenprächtiger Zeitschriften die Presse — 1 000 Exemplare in der Minute. Über Förderbänder gelangen die Zeitschriften zum Stapler (Abb. C). Dort werden sie in lockere Stapel von je 50 Exemplaren gesammelt.
Die Stapel gelangen anschließend in eine Hydraulikpresse (Abb. D), wo jeder Stapel zwei Sekunden lang einem Gewicht von 50 Tonnen ausgesetzt wird, um die Luft zwischen den Seiten herauszupressen. Allein dieser Schritt ersetzt den aufwendigen Arbeitsgang, die Zeitschriften von den Förderbändern zu nehmen, sie auf Paletten zu stapeln und unter Druck über Nacht zu lagern, um sie dann mit der Hand zu entstapeln und dem Dreischneider in Stapeln von je 50 Zeitschriften zuzuführen.
Nach dem Pressen vereinigen sich die zwei Stapelreihen, bevor die Zeitschriften den Dreischneider erreichen (Abb. E) und dort auf das Endformat geschnitten werden. Das Förderband transportiert die beschnittenen und gepreßten Zeitschriften zu der speziell angefertigten Verpackungsstation (Abb. F), wo sie in Kartons verpackt werden, die anschließend automatisch mit einem Aufkleber versehen und nun in die bereitstehenden Fahrzeuge an der Laderampe gebracht werden können.
Hohe Ausnutzung der vorhandenen Mittel
Ist dieser Aufwand erforderlich? „Wenn wir die gegenwärtige Arbeit auf die herkömmliche Weise erledigen müßten“, sagt Yasuyuki, der mit der Aufsicht über die gesamte Anlage betraut ist, „müßten wir unsere Mannschaft um mindestens zehn Mitarbeiter vergrößern. Das ginge aber nur, wenn wir Platz hätten, all die Zeitschriften zwischenzulagern.“ Mit dem „Inline“-System kann ein Team von 11 Mitarbeitern 54 000 Zeitschriften in der Stunde bewältigen. Es ist unschwer zu erkennen, warum die Zeugen im japanischen Zweig hoch erfreut darüber sind, daß die Zeitschriftenproduktion in Japan auf „Inline“ umgestellt wurde.
[Bilder auf Seite 20, 21]
A. Rotationspresse
B. Zeitschriften verlassen die Presse
C. Zum Stapler
D. Hydraulikpresse
E. Dreischneider
F. Verpackungsstation