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  • Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 1

      Organisiert, Jehovas Willen zu tun

      WELTWEIT gibt es zahlreiche religiöse, politische, kommerzielle und soziale Organisationen mit unterschiedlichen Merkmalen, Zielen, Ansichten und Philosophien. Doch eine Organisation hebt sich von allen anderen deutlich ab. Aus Gottes Wort geht klar hervor, dass es sich bei dieser Organisation um Jehovas Zeugen handelt.

      2 Wie schön, dass du jetzt mit der Organisation Jehovas verbunden bist. Du hast dich selbst davon überzeugt, was der Wille Gottes ist, und lebst entsprechend (Ps. 143:10; Röm. 12:2). Als Diener Gottes arbeitest du mit einer liebevollen weltweiten Bruderschaft zusammen (2. Kor. 6:4; 1. Pet. 2:17; 5:9). Wie Gottes Wort verspricht, bringt das viel Segen und große Freude mit sich (Spr. 10:22; Mar. 10:30). Heute treu den Willen Jehovas auszuführen bereitet dich auf eine endlose, herrliche Zukunft vor (1. Tim. 6:18, 19; 1. Joh. 2:17).

      3 Unser großer Schöpfer hat eine einzigartige weltweite Organisation, die theokratisch geführt wird. Das bedeutet, sie wird von Jehova, dem Höchsten, geleitet. Wir vertrauen ihm völlig. Er ist unser Richter, unser Gesetzgeber und unser König (Jes. 33:22). Er ist ein Gott der Ordnung und hat deshalb für Regelungen gesorgt. Durch diese können wir mit ihm in allem so zusammenarbeiten, wie er es möchte (2. Kor. 6:1, 2).

      4 Während das Ende des gegenwärtigen Weltsystems immer näher rückt, macht das Predigtwerk unter der Führung des ernannten Königs, Christus Jesus, weiter Fortschritte (Jes. 55:4; Offb. 6:2; 11:15). Jesus selbst sagte vorher, seine Nachfolger würden größere Taten vollbringen als die Taten, die er während seines Dienstes auf der Erde vollbrachte (Joh. 14:12). Seine Nachfolger würden an Zahl zunehmen, über einen längeren Zeitraum predigen, ein weit größeres Gebiet betreuen und die gute Botschaft vom Königreich bis an die Enden der Erde verkünden (Mat. 24:14; 28:19, 20; Apg. 1:8).

      5 Das hat sich bereits erfüllt. Wie Jesus jedoch deutlich sagte, wird die Verkündigung der guten Botschaft erst zu der von Jehova festgelegten Zeit enden. Gemäß dem prophetischen Wort Gottes deutet alles darauf hin, dass der große und Ehrfurcht einflößende Tag Jehovas nah ist (Joel 2:31; Zeph. 1:14-18; 2:2, 3; 1. Pet. 4:7).

      Es ist wichtiger denn je, mit ganzer Kraft den Willen Jehovas auszuführen. Das setzt voraus, dass wir uns mit der Organisation Gottes gut vertraut machen

      6 Erkennen wir, was der Wille Jehovas in der Spätphase der letzten Tage ist? Dann ist uns klar: Es ist wichtiger denn je, mit ganzer Kraft den Willen Jehovas zu erfüllen. Das setzt voraus, dass wir uns mit der Organisation Gottes gut vertraut machen und uneingeschränkt mit ihr zusammenarbeiten. Ihre Arbeitsweise beruht sowohl auf biblischen Grundsätzen als auch auf Geboten, Gesetzen, Befehlen, Bestimmungen und Lehren aus Gottes inspiriertem Wort (Ps. 19:7-9).

      7 Halten sich Diener Jehovas an diese biblische Anleitung, leben und arbeiten sie in Frieden und Einheit zusammen (Ps. 133:1; Jes. 60:17; Röm. 14:19). Was verbindet uns mit unseren Brüdern weltweit? Liebe. Wir handeln aus Liebe und kleiden uns mit Liebe (Joh. 13:34, 35; Kol. 3:14). Durch die Einheit ist es uns möglich, mit dem himmlischen Teil der Organisation Jehovas Schritt zu halten.

      DER HIMMLISCHE TEIL DER ORGANISATION JEHOVAS

      8 Die Propheten Jesaja, Hesekiel und Daniel hatten Visionen von dem himmlischen Teil der Organisation Jehovas (Jes., Kap. 6; Hes., Kap. 1; Dan. 7:9, 10). Auch der Apostel Johannes hatte eine Vision von der organisatorischen Struktur im Himmel und gibt uns in der Offenbarung einen kleinen Einblick. Er sah Jehova auf einem herrlichen Thron, umgeben von Engeln, die ausriefen: „Heilig, heilig, heilig ist Jehova Gott, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt“ (Offb. 4:8). Johannes sah auch „inmitten des Thrones . . . ein Lamm stehen“: das Lamm Gottes, Jesus Christus (Offb. 5:6, 13, 14; Joh. 1:29).

      9 Diese Vision, in der Jehova auf einem Thron sitzt, zeigt an, dass ihm der himmlische Teil seiner Organisation untersteht. Über ihn und seine höchste Stellung heißt es in 1. Chronika 29:11, 12: „Dir, o Jehova, gehören die Größe und die Macht und die Schönheit und die Pracht und die Majestät, denn dir gehört alles im Himmel und auf der Erde. Dir gehört das Königreich, o Jehova. Du erhebst dich als Oberhaupt über alles. Von dir kommen Reichtum und Herrlichkeit und du regierst über alles. In deiner Hand sind Stärke und Macht, und deine Hand ist imstande, Größe zu verleihen und allen Kraft zu geben.“

      10 Jesus Christus nimmt als Jehovas Mitarbeiter im Himmel eine erhöhte Stellung ein und hat große Befugnisse erhalten. Gott „hat . . . alles unter seine Füße gelegt und ihn zum Haupt von allem gemacht, was die Versammlung betrifft“ (Eph. 1:22). Der Apostel Paulus schrieb über Jesus, Gott habe ihn „in eine übergeordnete Stellung erhöht und ihm gütigerweise den Namen gegeben, der über jedem anderen Namen ist, damit jeder – ob im Himmel, auf der Erde oder unter dem Erdboden – seine Knie im Namen Jesu beugt und jeder offen anerkennt, dass Jesus Christus Herr ist zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“ (Phil. 2:9-11). Wir können daher der Führung Jesu Christi völlig vertrauen.

      11 Der Prophet Daniel sah in einer Vision den Alten an Tagen auf seinem himmlischen Thron sowie Engel – „1000 mal 1000 verrichteten ständig Dienst für ihn und 10 000 mal 10 000 standen vor ihm“ (Dan. 7:10). Die Bibel spricht von diesen Engeln als von einem Heer und bezeichnet sie als „Geister für den heiligen Dienst, ausgesandt, um denen zu dienen, die die Rettung erben werden“ (Heb. 1:14). All diese Geistwesen sind organisiert, und zwar in „Throne oder Herrschaften oder Regierungen oder Autoritäten“ (Kol. 1:16).

      12 Wenn wir uns die Zeit nehmen, über diese Merkmale des himmlischen Teils der Organisation Jehovas nachzudenken, können wir Jesajas Reaktion verstehen. Er sah Jehova in einer Vision „auf einem hohen und erhabenen Thron“ und „Seraphim standen über ihm“. Jesaja sagte: „Wehe mir! . . . Ich bin so gut wie tot, denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und lebe mitten unter einem Volk mit unreinen Lippen, und meine Augen haben den König gesehen, Jehova, den Herrn der Heere, höchstpersönlich!“ Als Jesaja den enormen Wirkungsbereich der Organisation Jehovas erkannte, war er von Ehrfurcht ergriffen und merkte, wie klein er war. Das Erlebnis berührte ihn so tief, dass er auf den Ruf aus dem Himmel, die Gerichtsbotschaften Jehovas zu verkünden, wie folgt reagierte: „Hier bin ich! Sende mich!“ (Jes. 6:1-5, 8).

      13 Jehovas Organisation anzuerkennen und zu schätzen motiviert uns, ähnlich zu reagieren wie Jesaja. Wir bemühen uns, mit der Organisation Schritt zu halten und auch zu zeigen, dass wir ihr vertrauen.

      JEHOVAS DYNAMISCHE ORGANISATION

      14 Im ersten Kapitel der Prophezeiung Hesekiels wird geschildert, wie Jehova auf einem gewaltigen himmlischen Wagen fährt. Dieser prächtige Wagen steht für den unsichtbaren Teil der Organisation Jehovas. Jehova lenkt seinen Wagen oder seine Organisation so, dass es sich zum Guten auswirkt und seinem Vorsatz dient (Ps. 103:20).

      15 In jedem Rad dieses Wagens befindet sich ein weiteres Rad. Es hat denselben Durchmesser und passt quer in das Basisrad. Deshalb kann von den Rädern auch gesagt werden, sie könnten „irgendeine der vier Richtungen nehmen, ohne sich zu wenden“ (Hes. 1:17). Die Räder können augenblicklich den Kurs wechseln. Der Wagen fährt jedoch nicht unkontrolliert oder führerlos. Jehova lässt nicht zu, dass sich seine Organisation einfach in eine Richtung bewegt, die ihr gerade gefällt. In Hesekiel 1:20 heißt es: „Wohin der Geist sie lenkte, dorthin gingen sie.“ Es ist also Jehova, der seine Organisation durch seinen Geist veranlasst, sich dorthin zu bewegen, wohin er möchte. Die Frage für jeden von uns ist: „Halte ich mit ihr Schritt?“

      16 Mit der Organisation Jehovas Schritt zu halten umfasst mehr, als nur Zusammenkünfte zu besuchen und in den Predigtdienst zu gehen. In erster Linie hat es mit Fortschritt und unserem Wachstum als Christ zu tun. Wir müssen prüfen, „worauf es wirklich ankommt“, und mit der geistigen Nahrung auf dem Laufenden bleiben (Phil. 1:10; 4:8, 9; Joh. 17:3). Außerdem erfordert Organisation gute Koordination und Kooperation. Es geht also darum, wie wir unsere Zeit, Kraft, Fähigkeiten und Mittel, die wir von Jehova erhalten haben, bestmöglich für ihn einsetzen. Mit dem himmlischen Wagen Jehovas Schritt zu halten bedeutet, ein Leben zu führen, das im Einklang mit der Botschaft ist, die wir bekannt machen.

      17 Mithilfe der Organisation Jehovas machen wir Fortschritte darin, den Willen Gottes auszuführen. Vergessen wir nicht: Der himmlische Wagen wird von Jehova gelenkt. Wenn wir mit seinem Wagen Schritt halten, zeigen wir, dass wir Jehova achten und ihm als unserem „Fels“ vertrauen (Ps. 18:31). Die Bibel verspricht: „Jehova wird seinem Volk Kraft geben. Jehova wird sein Volk mit Frieden segnen“ (Ps. 29:11). Gehören wir heute zur Organisation Jehovas, können auch wir die Kraft und den Frieden verspüren, mit denen er sein organisiertes Volk segnet. Es besteht kein Zweifel: Wenn wir den Willen Jehovas erfüllen – gegenwärtig und zukünftig –, werden wir immer reich gesegnet.

  • Christi Stellung in der Organisation Gottes anerkennen
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 2

      Christi Stellung in der Organisation Gottes anerkennen

      „AM Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.“ Alles, was er machte, war „sehr gut“ (1. Mo. 1:1, 31). Jehova erschuf den Menschen und stellte ihm wunderbare Dinge in Aussicht. Doch durch die Rebellion in Eden wurde dem Menschen für eine gewisse Zeit das ursprüngliche Glück genommen. Jehovas Vorhaben mit der Erde und den Menschen blieb davon jedoch unberührt. Gott deutete sogar an, dass gehorsamen Nachkommen Adams eine Befreiung in Aussicht steht. Die wahre Anbetung sollte wiederhergestellt werden, und Gott würde Satan und alles, was er angerichtet hat, vernichten (1. Mo. 3:15). Alles sollte wieder „sehr gut“ werden. Jehova würde dies durch seinen Sohn, Jesus Christus, bewirken (1. Joh. 3:8). Daher ist es unumgänglich, die Stellung Christi in der Organisation Gottes anzuerkennen (Apg. 4:12; Phil. 2:9, 11).

      DIE AUFGABEN DES CHRISTUS

      2 Die Stellung, die Christus in der Organisation Gottes einnimmt, beinhaltet viele Aufgaben. Jesus ist Erlöser der Menschheit, Hoher Priester, Haupt der Christenversammlung und König des Königreiches Gottes. Über diese Funktionen nachzudenken steigert unsere Wertschätzung für Gottes Organisation und vertieft unsere Liebe zu Christus Jesus. In der Bibel werden einige seiner Aufgaben beschrieben.

      Jesus ist die Schlüsselfigur in der Verwirklichung des Vorsatzes Jehovas

      3 Während Christi Dienst auf der Erde wurde klar, dass durch ihn gehorsame Menschen mit Gott versöhnt werden sollten (Joh. 14:6). Als Erlöser der Menschheit gab Jesus sein Leben als Lösegeld für viele (Mat. 20:28). Jesus ist also mehr als nur ein Vorbild für einen Lebenswandel, der Gott gefällt. Er ist die Schlüsselfigur in der Verwirklichung des Vorhabens Jehovas mit der Menschheit. Nur durch ihn können wir wieder Gottes Anerkennung erlangen (Apg. 5:31; 2. Kor. 5:18, 19). Jesu Opfertod und seine Auferweckung ermöglichen es gehorsamen Menschen, unter der Herrschaft des himmlischen Königreiches Gottes ewige Segnungen zu erhalten.

      4 Wir haben in Jesus einen Hohen Priester, der mit uns mitfühlen kann und für die Sünden seiner Gott hingegebenen Nachfolger Sühne leistet. Der Apostel Paulus erklärte: „Wir haben als Hohen Priester nicht jemand, der mit unseren Schwächen nicht mitfühlen kann, sondern jemand, der in allem auf die Probe gestellt worden ist wie wir, doch blieb er ohne Sünde.“ Anschließend ermunterte Paulus diejenigen, die an Jesus Christus glauben, diese Möglichkeit der Versöhnung voll auszuschöpfen, und sagte: „Nähern wir uns also ganz offen dem Thron der unverdienten Güte, damit uns Barmherzigkeit erwiesen wird und wir unverdiente Güte finden als Hilfe zur richtigen Zeit“ (Heb. 4:14-16; 1. Joh. 2:2).

      5 Jesus ist auch das Haupt der Christenversammlung. Ebenso wenig wie seine Nachfolger im 1. Jahrhundert sind wir heute auf einen Menschen als Führer angewiesen. Jesus leitet uns durch den heiligen Geist und durch fähige Unterhirten. Sie sind ihm und seinem himmlischen Vater rechenschaftspflichtig darüber, wie sie die Herde Gottes hüten (Heb. 13:17; 1. Pet. 5:2, 3). Jehova sagte prophetisch über Jesus: „Seht! Ich habe ihn zu einem Zeugen für die Völker gemacht, zu einem Führer und Befehlshaber für die Völker“ (Jes. 55:4). Jesus bestätigte, dass sich diese Prophezeiung erfüllt hatte, als er zu seinen Jüngern sagte: „Auch lasst euch nicht Führer nennen, denn nur einer ist euer Führer, der Christus“ (Mat. 23:10).

      6 Jesu Einstellung und seine Bereitschaft, uns zu helfen, äußern sich in der Einladung: „Kommt zu mir, alle, die ihr euch abplagt und belastet seid, und ich werde euch neue Kraft geben. Legt euch mein Joch auf und lernt von mir, denn ich habe ein mildes Wesen und bin von Herzen demütig, und ihr werdet neue Kraft gewinnen. Denn mein Joch ist angenehm zu tragen und meine Last ist leicht“ (Mat. 11:28-30). Jesus Christus hat sich gemäß dem Vorbild seines himmlischen Vaters, Jehova Gott, als der „gute Hirte“ erwiesen. Er verwaltet die Angelegenheiten der Christenversammlung mit Milde und auf eine Weise, die uns belebt (Joh. 10:11; Jes. 40:11).

      7 Im ersten Korintherbrief erklärte Paulus eine weitere Aufgabe Jesu Christi: „Er muss als König regieren, bis Gott alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Wenn dem Sohn jedoch alles unterworfen sein wird, dann wird er sich auch selbst dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott für jeden alles ist“ (1. Kor. 15:25, 28). Jesus war die erste Schöpfung Gottes. Bevor er auf die Erde kam, diente er als „Werkmeister“ Gottes (Spr. 8:22-31). Dann wurde er von Gott auf die Erde gesandt, wo er konsequent nach Gottes Willen lebte. Er machte die größte Prüfung durch, die einem Menschen widerfahren kann, und starb in Treue zu seinem Vater (Joh. 4:34; 15:10). Weil Jesus treu bis in den Tod war, wurde er von Gott zu Leben im Himmel auferweckt und erhielt das Recht, König im himmlischen Königreich zu sein (Apg. 2:32-36). Als solcher hat Christus Jesus von Gott die gewaltige Aufgabe übertragen bekommen, Myriaden mächtiger Geistgeschöpfe dabei anzuführen, die Menschenherrschaft zu beseitigen und mit ihr alles Böse (Spr. 2:21, 22; 2. Thes. 1:6-9; Offb. 19:11-21; 20:1-3). Dann wird nur noch Gottes himmlisches Königreich unter Christus über die gesamte Erde herrschen (Offb. 11:15).

      WIE MAN JESU STELLUNG ANERKENNT

      8 Jesus Christus, unser Vorbild, ist vollkommen. Ihm wurde die Aufgabe übertragen, für uns zu sorgen. Damit uns seine liebevolle, aufmerksame Fürsorge zugutekommt, müssen wir Jehova treu bleiben und mit seiner dynamischen Organisation Schritt halten.

      9 Im 1. Jahrhundert haben Jesu Nachfolger die Stellung Christi uneingeschränkt anerkannt. Das zeigte sich darin, dass sie in Einheit unter der Leitung Christi zusammenarbeiteten und seine Anweisungen durch den heiligen Geist bereitwillig befolgten (Apg. 15:12-21). Der Apostel Paulus bezog sich auf die Einheit in der Versammlung gesalbter Christen, als er schrieb: „Lasst uns vielmehr die Wahrheit reden und so in allem durch Liebe in den hineinwachsen, der das Haupt ist, Christus. Von ihm aus ist der ganze Körper harmonisch zusammengefügt, und so kann durch jedes Gelenk, das seine Funktion erfüllt, alles zusammenarbeiten. Wenn jeder Körperteil richtig funktioniert, trägt das zum Wachstum des Körpers bei, und er baut sich in Liebe auf“ (Eph. 4:15, 16).

      10 Wenn jeder in der Versammlung mit den anderen zusammenarbeitet und alle in Harmonie unter der Leitung Christi tätig sind, entsteht Wachstum und eine herzliche, liebevolle Atmosphäre: „ein vollkommenes Band der Einheit“ (Joh. 10:16; Kol. 3:14; 1. Kor. 12:14-26).

      11 Die Weltereignisse entwickeln sich genau so, wie in der Bibel vorausgesagt. Sie beweisen eindeutig, dass Jesus Christus seit 1914 mit Königsmacht betraut ist. Er herrscht jetzt mitten unter seinen Feinden (Ps. 2:1-12; 110:1, 2). Was bedeutet das für die Menschen, die heute auf der Erde leben? In seiner Funktion als „König der Könige und Herr der Herren“ wird Jesus bald an seinen Feinden das göttliche Urteil vollstrecken (Offb. 11:15; 12:10; 19:16). Alle, die dann an Jesu rechter Seite stehen, also seine Anerkennung haben, werden die Befreiung erleben, die Jehova zu Beginn der Rebellion des Menschen versprochen hat (Mat. 25:34). Wie froh wir doch sein können, dass wir die Stellung Christi in der Organisation Gottes anerkennen. Dienen wir daher in den gegenwärtigen letzten Tagen Gott weiterhin weltweit vereint unter Christi Leitung!

  • „Denkt an die, die unter euch die Führung übernehmen“
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 3

      „Denkt an die, die unter euch die Führung übernehmen“

      DIESE Worte des Apostels Paulus aus Hebräer 13:7 können auch so wiedergegeben werden: „Denkt an die, die eure Leiter sind.“ Ab Pfingsten 33 bildeten die treuen Apostel des Herrn Jesus Christus eine leitende Körperschaft, die die Führung darin übernahm, für die neu gegründete Christenversammlung Richtlinien festzulegen (Apg. 6:2-4). Um das Jahr 49 gehörten nicht nur Jesu Apostel zur leitenden Körperschaft. Als damals die Beschneidungsfrage geklärt wurde, zählten neben den Aposteln auch die Ältesten in Jerusalem dazu (Apg. 15:1, 2). Die Männer der leitenden Körperschaft hatten die Verantwortung, sich um Angelegenheiten zu kümmern, die sich auf alle Christen auswirkten. Sie schrieben Briefe und erließen Verordnungen, die die Versammlungen stärkten und den Jüngern halfen, im Denken und Handeln vereint zu bleiben. Die Versammlungen kamen den Anweisungen der leitenden Körperschaft bereitwillig nach. Das Ergebnis? Jehova segnete sie mit Wachstum (Apg. 8:1, 14, 15; 15:22-31; 16:4, 5; Heb. 13:17).

      2 Nach dem Tod der Apostel setzte eine große Abtrünnigkeit ein (2. Thes. 2:3-12). Wie Jesus im Gleichnis vom Weizen und Unkraut vorausgesagt hatte, wurde unter den Weizen (gesalbte Christen) Unkraut (Scheinchristen) gesät. Die Gruppen sollten über Jahrhunderte hinweg Seite an Seite wachsen bis zur Ernte, dem „Abschluss eines Weltsystems“ (Mat. 13:24-30, 36-43). Während dieser Zeit gab es immer einzelne gesalbte Christen, die Jesu Anerkennung hatten, doch es gab keine leitende Körperschaft, keinen eindeutigen Weg, auf dem Jesus seinen Nachfolgern Anleitung zukommen ließ (Mat. 28:20). Wie Jesus voraussagte, sollte sich das aber während der Ernte ändern.

      3 „Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave?“ Mit dieser Frage leitete Jesus ein Gleichnis ein, das zu dem Zeichen gehört, das er in Verbindung mit dem „Abschluss des Weltsystems“ nannte (Mat. 24:3, 42-47). Wie Jesus sagte, wäre dieser treue Sklave damit beschäftigt, Gottes Volk „zur richtigen Zeit“ mit geistiger Nahrung zu versorgen. Im 1. Jahrhundert bediente sich Jesus keiner Einzelperson, sondern einer Gruppe von Männern, die führend voranging. Auch während des Abschlusses des Weltsystems ist der treue Sklave keine Einzelperson.

      WER DER „TREUE UND VERSTÄNDIGE SKLAVE“ IST

      4 Wen setzte Jesus ein, um seine Nachfolger mit Nahrung zu versorgen? Es ist nur passend, dass er dazu gesalbte Christen gebrauchte. In der Bibel werden sie als „eine königliche Priesterschaft“ bezeichnet, die beauftragt ist, „die hervorragenden Eigenschaften“ dessen weit und breit zu verkünden, der sie „aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat“ (1. Pet. 2:9; Mal. 2:7; Offb. 12:17). Bilden alle Gesalbten auf der Erde den treuen Sklaven? Nein. Als Jesus durch ein Wunder etwa 5 000 Männer – Frauen und Kinder nicht mitgezählt – mit buchstäblicher Nahrung versorgte, gab er diese den Jüngern, und die Jünger verteilten sie an die Menschenmenge (Mat. 14:19). Jesus versorgte viele mit Nahrung und bediente sich dabei einiger weniger. Auf dieselbe Weise sorgt er heute für geistige Nahrung.

      5 Bei dem „treuen Verwalter, dem verständigen“, handelt es sich deshalb um eine kleine Gruppe geistgesalbter Brüder, die während der Gegenwart Christi unmittelbar daran beteiligt sind, die geistige Nahrung vorzubereiten und auszuteilen (Luk. 12:42). Während der gesamten letzten Tage dienen die gesalbten Brüder, die den treuen Sklaven bilden, gemeinsam in der Weltzentrale. Diese gesalbten Brüder bilden heute die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas.

      6 Christus gebraucht diese Personengruppe, um Aufschluss über die Erfüllung von biblischen Prophezeiungen zu veröffentlichen und um zeitgemäße Anleitung zu geben, wie man sich im täglichen Leben nach biblischen Grundsätzen ausrichten kann. Diese geistige Nahrung wird durch die Versammlungen der Zeugen Jehovas ausgeteilt (Jes. 43:10; Gal. 6:16). In biblischen Zeiten hatte ein vertrauenswürdiger Sklave oft den Auftrag, das Haus seines Herrn zu verwalten. Dementsprechend hat der treue und verständige Sklave die Verantwortung, den Haushalt der Gläubigen zu verwalten. Das schließt sowohl den verantwortlichen Umgang mit materiellen Mitteln ein als auch die Aufsicht über das Predigtwerk, das Zusammenstellen von Kongressprogrammen, die Ernennung von Aufsehern für die verschiedenen organisatorischen Aufgaben und das Herstellen von biblischen Veröffentlichungen. All das kommt den „Hausdienern“ zugute (Mat. 24:45).

      7 Wer sind dann die „Hausdiener“? Einfach ausgedrückt: Jeder, der mit geistiger Nahrung versorgt wird. In der Anfangszeit der letzten Tage waren alle Hausdiener Gesalbte. Im Lauf der Zeit kam zu den Hausdienern auch die große Volksmenge „anderer Schafe“ hinzu (Joh. 10:16). Beide Gruppen erhalten die geistige Nahrung, die der treue Sklave austeilt.

      8 Wenn Jesus in der großen Drangsal kommt, um das Urteil über das System Satans zu verkünden und dieses Urteil zu vollstrecken, wird er dem treuen Sklaven „die Verantwortung für seinen ganzen Besitz übertragen“ (Mat. 24:46, 47). Diejenigen, die den treuen Sklaven bilden, werden im Himmel ihre Belohnung empfangen. Zusammen mit den Übrigen der 144 000 werden sie an Christi Königsmacht teilhaben. Auch wenn es auf der Erde keinen treuen und verständigen Sklaven mehr geben wird, werden Jehova und Jesus die irdischen Untertanen des messianischen Königreichs weiter anleiten, und zwar durch „Fürsten“, die dann eingesetzt werden (Ps. 45:16).

      WARUM AN DIE DENKEN, DIE „DIE FÜHRUNG ÜBERNEHMEN“?

      9 Es gibt viele Gründe, an die zu denken, die „die Führung übernehmen“, und ihnen Vertrauen entgegenzubringen. Der Apostel Paulus erklärte, warum das zu unserem Vorteil ist: „Sie wachen ständig über euch und werden Rechenschaft darüber ablegen. Sie sollen das nämlich mit Freude und nicht mit Seufzen tun, sonst wäre es zu eurem Schaden“ (Heb. 13:17). Es ist wichtig, sich diesen Männern unterzuordnen und ihre Anweisungen zu beachten, denn sie wachen über uns, damit wir im Glauben gesund bleiben und es uns gut geht.

      10 Paulus schrieb in 1. Korinther 16:14: „Alles, was ihr tut, soll mit Liebe geschehen.“ Werden Entscheidungen getroffen, die Auswirkungen auf das Volk Jehovas haben, gründen sie sich immer auf diese überragende Eigenschaft – die Liebe. Über sie heißt es in 1. Korinther 13:4-8: „Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe ist nicht eifersüchtig. Sie prahlt nicht, ist nicht aufgeblasen, benimmt sich nicht unanständig, hat nicht ihre eigenen Interessen im Sinn, lässt sich nicht provozieren. Sie rechnet das Böse nicht an. Sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit, sondern freut sich mit der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, erduldet alles. Die Liebe versagt nie.“ Da Liebe die Grundlage für alle Entscheidungen ist, die für Diener Jehovas getroffen werden, können wir uns unter dieser Leitung geborgen fühlen. Außerdem spiegelt sich darin einfach die Liebe Jehovas wider.

      Es ist wichtig, sich denen unterzuordnen, die über uns wachen, damit wir im Glauben gesund bleiben

      11 Wie im 1. Jahrhundert gebraucht Jehova unvollkommene Menschen, um sein Volk zu leiten. Jehova hat von jeher unvollkommene Menschen dazu gebraucht, seinen Willen auszuführen. Noah baute eine Arche und kündigte eine Vernichtung an (1. Mo. 6:13, 14, 22; 2. Pet. 2:5). Moses wurde dazu eingesetzt, das Volk Jehovas aus Ägypten herauszuführen (2. Mo. 3:10). Unvollkommene Menschen wurden inspiriert, die Bibel zu schreiben (2. Tim. 3:16; 2. Pet. 1:21). Die Tatsache, dass Jehova die Predigt- und Lehrtätigkeit durch unvollkommene Menschen leitet, schwächt nicht unser Vertrauen zu seiner Organisation. Im Gegenteil: Unser Vertrauen wird gestärkt, denn die Organisation könnte ohne den Rückhalt Jehovas all das gar nicht leisten. Durch Erfahrungen, die der treue Sklave auch während schwieriger Zeiten gemacht hat, wurde deutlich, dass Gottes Geist Angelegenheiten lenkt. Der sichtbare Teil der Organisation Jehovas verspürt heute reichen Segen. Daher vertrauen wir der Organisation von Herzen und unterstützen sie mit ganzer Kraft.

      WORAN UNSER VERTRAUEN ZU ERKENNEN IST

      12 Brüder, denen in der Versammlung Verantwortung übertragen worden ist, zeigen ihr Vertrauen dadurch, dass sie Aufgaben gern annehmen und treu ausführen (Apg. 20:28). Als Königreichsverkündiger beteiligen wir uns eifrig am Dienst von Haus zu Haus, machen Rückbesuche und führen Bibelstudien durch (Mat. 24:14; 28:19, 20). Damit wir aus der reichhaltigen geistigen Nahrung, die der treue Sklave austeilt, den vollen Nutzen ziehen, bereiten wir uns auf unsere Zusammenkünfte vor und sind anwesend. Dazu gehören auch Kreiskongresse und regionale Kongresse. Wenn wir bei diesen Anlässen mit unseren Brüdern zusammen sind und uns gegenseitig Mut machen, wirkt sich das sehr gut auf uns aus (Heb. 10:24, 25).

      13 Wir können unser Vertrauen zur Organisation zeigen, indem wir sie materiell unterstützen (Spr. 3:9, 10). Sind unsere Brüder in Not, reagieren wir sofort (Gal. 6:10; 1. Tim. 6:18). Wir tun es aus brüderlicher Liebe – immer auf Gelegenheiten bedacht, Jehova und seiner Organisation unsere Wertschätzung für all das Gute zu zeigen, das wir bekommen (Joh. 13:35).

      14 Es zeugt auch von Vertrauen zur Organisation, wenn wir ihre Entscheidungen unterstützen. Das schließt ein, demütig der Anleitung derer zu folgen, die in Aufsichtsstellungen eingesetzt worden sind, wie Kreisaufseher und Versammlungsälteste. Diese Brüder gehören zu denen, die „die Führung übernehmen“ und denen wir uns unterordnen sollten (Heb. 13:7, 17). Selbst wenn wir die Gründe für bestimmte Entscheidungen nicht ganz verstehen, sind wir überzeugt, dass es letztendlich zum Vorteil ist, sie zu unterstützen. Wir können dadurch zeigen, dass wir uns dem Herrn Jesus Christus unterordnen. Das Ergebnis? Jehova segnet uns für unseren Gehorsam gegenüber seinem Wort und seiner Organisation.

      15 Wir haben sicher allen Grund, dem treuen und verständigen Sklaven zu vertrauen. Satan, der Gott dieses Weltsystems, bemüht sich wie nie zuvor, Schande auf Jehovas Namen und seine Organisation zu bringen (2. Kor. 4:4). Fallen wir auf seine Taktik nicht herein (2. Kor. 2:11). Er weiß, dass ihm nur „eine kurze Frist“ bleibt, bis er in den Abgrund geschleudert wird, und ist entschlossen, möglichst viele Diener Jehovas dazu zu bringen, sich von Gott abzuwenden (Offb. 12:12). Während Satan seine Bemühungen verstärkt, wollen wir Jehova immer näher kommen. Vertrauen wir Jehova und denen, durch die er sein Volk heute leitet. Daraus entsteht eine vereinte Bruderschaft.

  • Wie die Versammlung organisiert ist
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 4

      Wie die Versammlung organisiert ist

      EINE wichtige Wahrheit über Gott finden wir im ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther. Er schrieb: „Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.“ In Bezug auf die Zusammenkünfte der Versammlung heißt es weiter: „Lasst alles anständig und geordnet geschehen“ (1. Kor. 14:33, 40).

      2 Schon zu Beginn des Briefes ermahnte Paulus die Korinther wegen der Unstimmigkeiten in ihrer Versammlung. Er forderte die Brüder auf, „übereinstimmend“ zu reden und „in demselben Denken und in demselben Gedankengang völlig vereint“ zu sein (1. Kor. 1:10, 11). Dann sprach er verschiedene Situationen an, die die Einheit der Versammlung gefährden könnten. Um zu zeigen, wie wichtig Einheit und Zusammenarbeit sind, verglich er die Christenversammlung mit dem menschlichen Körper. Er hielt alle dazu an, sich ungeachtet ihrer Funktion liebevoll umeinander zu kümmern (1. Kor. 12:12-26). So eine harmonische Zusammenarbeit innerhalb der Versammlung lässt auf Organisation schließen.

      3 Doch wie sollte die Christenversammlung organisiert sein? Wer würde sie organisieren und welche Struktur sollte sie haben? Wer würde die Verantwortung tragen? Auf diese Fragen gibt die Bibel eine klare Antwort (1. Kor. 4:6).

      THEOKRATISCH AUFGEBAUT

      4 Die Christenversammlung wurde Pfingsten 33 gegründet. Was wissen wir über die Versammlung im 1. Jahrhundert? Sie war theokratisch aufgebaut und wurde auch theokratisch geleitet, das heißt, sie unterstand der Herrschaft (griechisch krátos) Gottes (theós). Diese beiden Wörter erscheinen in 1. Petrus 5:10, 11 im griechischen Urtext. Der inspirierte Bericht über die Geschehnisse in Jerusalem vor fast 2 000 Jahren lässt keinen Zweifel daran, dass Gott die Versammlung der gesalbten Christen gegründet hatte (Apg. 2:1-47). Sie war „Gottes Bauwerk“; ihre Mitglieder waren seine „Hausgemeinschaft“ (1. Kor. 3:9; Eph. 2:19). Der Aufbau und die Funktion der Christenversammlung heute entsprechen dem Muster aus dem 1. Jahrhundert.

      Der Aufbau und die Funktion der Christenversammlung heute entsprechen dem Muster aus dem 1. Jahrhundert

      5 Als die Christenversammlung gegründet wurde, zählten rund 120 Personen dazu. Sie waren die Ersten, auf die heiliger Geist ausgegossen wurde, in Erfüllung von Joel 2:28, 29 (Apg. 2:16-18). Noch am gleichen Tag ließen sich 3 000 weitere Personen im Wasser taufen und wurden in die Versammlung der Geistgezeugten aufgenommen. Sie hatten die Worte über den Christus angenommen und „widmeten sich weiter der Lehre der Apostel“. Danach „ließ Jehova täglich weitere dazukommen, die gerettet werden sollten“ (Apg. 2:41, 42, 47).

      6 Die Versammlung in Jerusalem wuchs so sehr, dass der jüdische Hohe Priester den Jüngern vorwarf, Jerusalem mit ihrer Lehre durchsetzt zu haben. Zu den Neuen, die zur Versammlung in Jerusalem dazukamen, gehörten viele jüdische Priester (Apg. 5:27, 28; 6:7).

      7 Jesus hatte gesagt: „Ihr werdet Zeugen von mir sein – in Jerusalem, in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apg. 1:8). Als dann nach dem Tod von Stephanus in Jerusalem eine groß angelegte Verfolgung einsetzte, wurden die dort lebenden Jünger über Judäa und Samaria zerstreut. Doch wohin sie auch kamen, verkündeten sie die gute Botschaft und machten Menschen zu Jüngern, auch unter den Samaritern (Apg. 8:1-13). Später wurde die gute Botschaft unbeschnittenen Nichtjuden gepredigt, und das mit Erfolg (Apg. 10:1-48). Die Predigttätigkeit führte dazu, dass viele Jünger dazukamen und neue Versammlungen außerhalb von Jerusalem entstanden (Apg. 11:19-21; 14:21-23).

      8 Wodurch war sichergestellt, dass jede neu gegründete Versammlung nach Gottes Willen, also theokratisch aufgebaut und geleitet wurde? Der Geist Gottes sorgte dafür, dass sich Unterhirten der Herde annahmen. Paulus und Barnabas ernannten auf ihrer ersten Missionsreise Älteste in den Versammlungen (Apg. 14:23). Der Bibelschreiber Lukas berichtet von einer Zusammenkunft, bei der sich Paulus mit den Ältesten der Versammlung in Ephesus traf. Paulus sagte zu ihnen: „Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist zu Aufsehern ernannt hat, um die Versammlung Gottes zu hüten, die er mit dem Blut seines eigenen Sohnes erworben hat“ (Apg. 20:17, 28). Sie eigneten sich als Älteste, weil sie den biblischen Erfordernissen entsprachen (1. Tim. 3:1-7). Titus, ein Mitarbeiter von Paulus, wurde ermächtigt, in den Versammlungen auf Kreta Älteste zu ernennen (Tit. 1:5).

      9 Als immer mehr Versammlungen gegründet wurden, blieben die Apostel und die Ältesten in Jerusalem weiterhin die hauptverantwortlichen Aufseher der mittlerweile internationalen Christenversammlung des 1. Jahrhunderts. Sie dienten als leitende Körperschaft.

      10 Der Apostel Paulus erklärte in seinem Brief an die Versammlung in Ephesus, wodurch die Einheit der Christenversammlung bewahrt bleibt: Indem wir Jesus Christus als Haupt unterstützen und mit dem heiligen Geist zusammenarbeiten. Er forderte die dortigen Christen auf, Demut zu entwickeln und „die Einheit des Geistes“ durch friedlichen Umgang in der Versammlung zu bewahren (Eph. 4:1-6). Danach zitierte er Psalm 68:18 und wandte den Vers auf befähigte Männer an, die Jehova einsetzt. Sie würden sich als Apostel, Propheten, Evangeliumsverkündiger, Hirten und Lehrer um die Bedürfnisse der Versammlung kümmern. Solche Männer würden als Gaben von Jehova die gesamte Versammlung zur Reife führen, sodass sie Gott gefällt (Eph. 4:7-16).

      DAS APOSTOLISCHE MUSTER

      11 Heute folgen die Versammlungen der Zeugen Jehovas dem gleichen Muster. Gemeinsam bilden sie eine geeinte weltweite Versammlung, deren Kern die Geistgesalbten sind (Sach. 8:23). Das ermöglicht Jesus Christus. Er hat versprochen, die ganze Zeit über treu bei seinen gesalbten Jüngern zu sein, „bis zum Abschluss des Weltsystems“. Wer sich heute der wachsenden Versammlung anschließt, nimmt die gute Botschaft Gottes an, gibt sich Jehova rückhaltlos hin und lässt sich als Jünger Jesu taufen (Mat. 28:19, 20; Mar. 1:14; Apg. 2:41). Er erkennt den „guten Hirten“, Jesus Christus, als Haupt der gesamten Herde an, die sowohl aus gesalbten Christen als auch aus „anderen Schafen“ besteht (Joh. 10:14, 16; Eph. 1:22, 23). Diese Herde bewahrt ihre Einheit dadurch, dass sie Christus loyal als Haupt anerkennt und sich dem „treuen und verständigen Sklaven“ unterordnet – dem von ihm ernannten Organ. Schenken wir doch dem treuen und verständigen Sklaven weiterhin unser volles Vertrauen (Mat. 24:45).

      RELIGIÖSE KÖRPERSCHAFTEN

      12 Damit die geistige Nahrung zur richtigen Zeit ausgeteilt und die gute Botschaft vom Königreich vor dem Ende gepredigt wird, sind bestimmte Körperschaften gebildet worden. Diese Rechtskörperschaften sind gemäß den jeweiligen Gesetzen der verschiedenen Länder anerkannt und arbeiten Hand in Hand. Durch sie wird das weltweite Predigen der guten Botschaft erleichtert.

      ORGANISATIONSSTRUKTUR DER ZWEIGE

      13 Mit der Eröffnung eines Zweigbüros wird ein Zweigkomitee, bestehend aus drei oder mehr Ältesten, ernannt. Das Komitee beaufsichtigt das Werk in dem Land oder den Ländern, für die der betreffende Zweig zuständig ist. Ein Komiteemitglied dient als Koordinator des Zweigkomitees.

      14 Aus den Versammlungen im Zweiggebiet werden Kreise gebildet. Die Größe der Kreise hängt von geografischen und sprachlichen Faktoren ab sowie von der Anzahl der Versammlungen im Zweiggebiet. Für jeden Kreis gibt es einen Kreisaufseher, der die jeweiligen Versammlungen betreut. Er erhält vom Zweigkomitee Anleitung, wie er seine Aufgaben am besten erfüllt.

      15 Die Versammlungen respektieren organisatorische Regelungen, die im Interesse aller getroffen werden. Dazu gehört die Ernennung von Ältesten, die die Tätigkeit in den Zweigen, Kreisen und Versammlungen beaufsichtigen. Die Versammlungen vertrauen darauf, dass ihnen der treue und verständige Sklave zur richtigen Zeit geistige Nahrung gibt. Der treue Sklave seinerseits richtet sich genau nach der Führung Christi aus, hält an biblischen Grundsätzen fest und lässt sich vom heiligen Geist leiten. Arbeiten wir in Einheit zusammen, werden wir ähnliche Ergebnisse erzielen wie die Christen im 1. Jahrhundert: „Daraufhin wurden die Versammlungen im Glauben weiter gestärkt und nahmen Tag für Tag an Zahl zu“ (Apg. 16:5).

  • Aufseher, die die Herde hüten
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 5

      Aufseher, die die Herde hüten

      WÄHREND seines Dienstes auf der Erde erwies sich Jesus als der „gute Hirte“ (Joh. 10:11). Als er sah, wie ihm Menschenmengen erwartungsvoll folgten, „empfand er tiefes Mitgefühl, denn sie waren wie geschundene und herumgestoßene Schafe, die keinen Hirten haben“ (Mat. 9:36). Petrus und den anderen Aposteln fiel Jesu liebevolle Fürsorge auf. Wie sehr sich Jesus doch von den falschen Hirten Israels unterschied! Sie vernachlässigten die Herde so sehr, dass die Schafe zerstreut wurden und geistig ausgehungert waren (Hes. 34:7, 8). Es war beispielhaft, wie Jesus lehrte und sich um die Schafe kümmerte, ja sogar sein Leben für sie gab. Dadurch lernten die Apostel, wie sie gläubigen Menschen helfen konnten, zu Jehova, „dem Hirten und Aufseher . . . [ihrer] Seelen“, zurückzufinden (1. Pet. 2:25).

      2 In einem Gespräch mit Petrus betonte Jesus, wie wichtig es ist, die Schafe zu weiden und zu hüten (Joh. 21:15-17). Dies hat Petrus offensichtlich sehr berührt, denn er ermahnte später die Ältesten der frühen Christenversammlung: „Hütet die Herde Gottes, die euch anvertraut ist, und dient als Aufseher – nicht aus Zwang, sondern freiwillig vor Gott, nicht aus Liebe zu unehrlichem Gewinn, sondern voll Eifer. Spielt euch nicht als Herren über die auf, die Gottes Erbe sind, sondern werdet Vorbilder für die Herde“ (1. Pet. 5:1-3). Die Worte von Petrus gelten auch Aufsehern in der Versammlung heute. Wie Jesus dienen Älteste freiwillig und voll Eifer als Vorbilder für die Herde, indem sie im Dienst Jehovas führend vorangehen (Heb. 13:7).

      Wie Jesus dienen Älteste freiwillig und voll Eifer als Vorbilder für die Herde

      3 Wir können für die vom heiligen Geist ernannten Aufseher in der Versammlung dankbar sein. Ihre Arbeit ist für uns von großem Nutzen. Beispielsweise kümmern sich die Aufseher um die Einzelnen in der Versammlung und ermuntern sie. Sie leiten jede Woche engagiert die Zusammenkünfte der Versammlung, in denen alle im Glauben gestärkt werden (Röm. 12:8). Sie setzen alles daran, die Herde vor schädlichen Einflüssen zu schützen, wie zum Beispiel vor gottlosen Menschen (Jes. 32:2; Tit. 1:9-11). Dadurch, dass sie im Predigtdienst die Führung übernehmen, werden wir ermuntert, die gute Botschaft regelmäßig jeden Monat zu predigen (Heb. 13:15-17). Solche Männer sind ein Geschenk von Jehova, durch das die Versammlung gestärkt wird (Eph. 4:8, 11, 12).

      ERFORDERNISSE FÜR AUFSEHER

      4 Damit für die Versammlung richtig gesorgt ist, müssen Männer, die zu Aufsehern ernannt werden, die biblischen Erfordernisse erfüllen. Nur dann kann man sagen, dass sie vom heiligen Geist ernannt sind (Apg. 20:28). Die biblischen Maßstäbe für christliche Aufseher sind zwar hoch, allerdings trägt ein Aufseher auch eine schwere Verantwortung. Für Männer, die Jehova wirklich lieben und sich gern von ihm gebrauchen lassen, sind diese Maßstäbe aber nicht unerreichbar. Alle sollten deutlich sehen, dass sich Aufseher auch im Alltag an den Rat der Bibel halten.

      Damit für die Versammlung richtig gesorgt ist, müssen Aufseher die biblischen Erfordernisse erfüllen

      5 Der Apostel Paulus nannte in seinem ersten Brief an Timotheus und in seinem Brief an Titus die biblischen Grunderfordernisse für Aufseher. In 1. Timotheus 3:1-7 schrieb er: „Wenn sich ein Mann darum bemüht, Aufseher zu werden, strebt er nach guter Arbeit. Der Aufseher muss deshalb ein Mann sein, dem nichts vorzuwerfen ist, der nur eine Frau hat und in seinen Gewohnheiten maßvoll ist. Er muss gutes Urteilsvermögen haben, ordentlich, gastfreundlich und lehrfähig sein. Er darf kein Trinker und nicht gewalttätig sein, sondern soll vernünftig, nicht streitsüchtig und nicht geldliebend sein, ein Mann, der seinem eigenen Haushalt gut vorsteht und der Kinder hat, die gehorsam sind und sich gut benehmen. (Denn wenn jemand seinem eigenen Haushalt nicht vorstehen kann, wie soll er dann für die Versammlung Gottes sorgen?) Er darf kein Neubekehrter sein, damit er nicht vor Stolz aufgeblasen wird und das Urteil erhält, das über den Teufel gefällt worden ist. Außerdem muss er bei Außenstehenden einen guten Ruf haben, damit ihm nichts vorzuwerfen ist und er nicht in eine Schlinge des Teufels gerät.“

      6 Paulus schrieb an Titus: „Ich habe dich auf Kreta gelassen, damit du korrigierst, was nicht in Ordnung ist, und nach den Anweisungen, die ich dir gegeben habe, von Stadt zu Stadt Älteste ernennst. Ein Ältester muss frei von Anklage sein, Mann von nur einer Frau, er muss gläubige Kinder haben, denen kein ausschweifendes oder aufsässiges Verhalten vorgeworfen wird. Denn als Gottes Verwalter muss ein Aufseher frei von Anklage sein, er darf nicht eigensinnig sein, nicht aufbrausend, kein Trinker und nicht gewalttätig, auch darf er nicht auf unehrlichen Gewinn aus sein. Er muss vielmehr gastfreundlich sein, das Gute lieben, gesundes Urteilsvermögen haben sowie gerecht, loyal und beherrscht sein. Er muss beim Lehren an der zuverlässigen Botschaft festhalten, damit er durch die gesunde Lehre sowohl Mut machen als auch die Widersprechenden zurechtweisen kann“ (Titus 1:5-9).

      7 Auf den ersten Blick könnten die biblischen Erfordernisse für Aufseher vielleicht etwas erdrückend wirken, aber deswegen sollten sich Brüder nicht zurückhalten, sich um diese Aufgabe zu bemühen. Wenn sie die wertvollen christlichen Eigenschaften für Aufseher zeigen, werden andere in der Versammlung angespornt, das Gleiche zu tun. Paulus schrieb, wozu diese „Gaben“, die Ältesten, da sind: „Damit sie die Heiligen auf den richtigen Weg bringen, damit sie anderen dienen und damit der Körper des Christus aufgebaut wird, bis wir alle zur Einheit im Glauben und in der genauen Erkenntnis des Sohnes Gottes kommen, bis wir zum voll erwachsenen Mann geworden sind und das Maß erreicht haben, das der Fülle des Christus entspricht“ (Eph. 4:8, 12, 13).

      8 Aufseher sind keine unreifen jungen Männer oder Neubekehrten, sondern besitzen Erfahrung im Ausleben biblischer Grundsätze, haben eine umfassende Bibelkenntnis, ein tiefes Verständnis der Bibel und echte Liebe zur Versammlung. Sie bringen den Mut auf, etwas offen anzusprechen und jemanden zurechtzuweisen, der einen verkehrten Weg eingeschlagen hat. So schützen sie die Schafe vor Ausbeutern (Jes. 32:2). Alle in der Versammlung sehen diese Männer als reife Christen an, als solche, die um die Herde Gottes wirklich besorgt sind.

      9 Wer für die Ernennung zu einem Aufseher infrage kommt, wendet in seinem Leben den weisen Rat der Bibel an. Ist ein Aufseher verheiratet, hält er sich an den christlichen Maßstab für die Ehe, nämlich Mann nur einer Frau zu sein und seinem eigenen Haushalt gut vorzustehen. Hat er gläubige Kinder, die gehorsam sind und sich gut benehmen und denen kein ausschweifendes oder aufsässiges Verhalten vorgeworfen wird, dann werden sich andere in der Versammlung vertrauensvoll an ihn wenden, wenn es um Fragen zum Familienleben und zur christlichen Lebensführung geht. Der Aufseher ist auch ein Mann, dem nichts vorzuwerfen ist. Er ist frei von Anklage und hat sogar bei Außenstehenden einen guten Ruf. Es kann ihm nicht zu Recht ein Fehlverhalten vorgeworfen werden, das dem Ruf der Versammlung schaden würde. Auch ist er nicht erst kürzlich wegen einer schweren Sünde zurechtgewiesen worden. Andere in der Versammlung fühlen sich gedrängt, sein gutes Beispiel nachzuahmen, und vertrauen sich ihm in Glaubensdingen gern an (1. Kor. 11:1; 16:15, 16).

      10 Männer, die diese Qualifikation aufweisen, nehmen in der Christenversammlung eine ähnliche Funktion ein wie die Ältesten von Israel, die als weise, verständig und erfahren beschrieben werden (5. Mo. 1:13). Älteste sind nicht vollkommen, aber sie sind in der Versammlung und am Ort als aufrichtige, gottesfürchtige Männer bekannt, die schon seit Längerem ihr Leben nach Gottes Grundsätzen ausrichten. Weil sie frei von Anklage sind, können sie frei und offen zur Versammlung sprechen (Röm. 3:23).

      11 Männer, die sich als Aufseher eignen, sind in ihren Gewohnheiten maßvoll und erwarten nicht zu viel von anderen. Sie sind nicht extrem, sondern ihr Verhalten zeichnet sich durch Ausgeglichenheit und Selbstbeherrschung aus. Das betrifft Essen und Trinken, Entspannung, Hobbys und Unterhaltung. Sie trinken Alkohol nur in Maßen, damit ihnen nicht vorgeworfen werden kann, sich betrunken zu haben oder gar ein Trinker zu sein. Jemand, dessen Verstand durch Alkohol beeinträchtigt ist, verliert leicht die Beherrschung und ist nicht in der Lage, über die Versammlung zu wachen.

      12 Um die Versammlung beaufsichtigen zu können, muss ein Mann auch ein gesundes Maß an Ordentlichkeit aufweisen, was sich in seinem Äußeren, seiner Wohnung und seinem Alltag widerspiegelt. Er schiebt Dinge nicht auf; er sieht, was getan werden muss, und plant entsprechend. Er hält sich an göttliche Grundsätze.

      13 Ein Aufseher muss vernünftig sein. Er muss in der Lage sein, mit den anderen in der Ältestenschaft in Einheit zusammenzuarbeiten. Er sollte sich selbst richtig einschätzen und von anderen nicht zu viel verlangen. Er ist nicht rechthaberisch und stellt seine Meinung nicht über die seiner Mitältesten – andere zeichnen sich vielleicht durch Eigenschaften oder Fähigkeiten aus, die ihm fehlen. Die Vernünftigkeit eines Ältesten zeigt sich daran, dass er seine Schlussfolgerungen fest auf die Bibel stützt und sich bemüht, das Beispiel Jesu Christi nachzuahmen (Phil. 2:2-8). Ein Ältester ist nicht streitsüchtig und auch nicht gewalttätig, sondern zeigt angemessenen Respekt vor anderen und achtet sie höher als sich selbst. Er ist nicht eigensinnig; er besteht nicht darauf, dass immer alles nach seinem Willen geht oder seine Sichtweise übernommen wird. Er ist nicht aufbrausend, sondern verhält sich anderen gegenüber friedlich.

      14 Wer sich in der Versammlung als Aufseher eignet, hat auch ein gutes Urteilsvermögen. Das bedeutet, dass er besonnen ist und nicht vorschnell urteilt. Er versteht Jehovas Grundsätze gut und weiß, wie man sie umsetzt. Wer ein gutes Urteilsvermögen besitzt, ist für Rat und Anleitung aufgeschlossen. Er ist nicht heuchlerisch.

      15 Paulus erinnerte Titus daran, dass ein Aufseher das Gute liebt. Er sollte gerecht und loyal sein. Diese Eigenschaften zeigen sich in seinem Umgang mit anderen und durch sein festes Eintreten für das, was richtig und gut ist. Ein Aufseher ist Jehova unerschütterlich ergeben und hält konsequent an gerechten Grundsätzen fest. Er kann Vertrauliches vertraulich behandeln. Auch ist er gastfreundlich, das heißt, er setzt sich selbst und seine materiellen Mittel großzügig für andere ein (Apg. 20:33-35).

      16 Um seiner Aufgabe wirkungsvoll nachkommen zu können, muss ein Aufseher lehrfähig sein. Wie Paulus an Titus schrieb, muss ein Aufseher „beim Lehren an der zuverlässigen Botschaft festhalten, damit er durch die gesunde Lehre sowohl Mut machen als auch die Widersprechenden zurechtweisen kann“ (Tit. 1:9). Er ist in der Lage, vernünftig zu argumentieren, Beweise zu liefern, auf Einwände einzugehen und Bibeltexte so anzuwenden, dass andere überzeugt und im Glauben gestärkt werden. Diese Lehrfähigkeit zeigt ein Aufseher sowohl in günstigen als auch in schwierigen Zeiten (2. Tim. 4:2). Er bringt die nötige Geduld auf, jemand, der im Irrtum ist, mit Milde zurechtzuweisen oder einen Zweifler zum Umdenken zu bewegen und zu Glaubenstaten zu motivieren. Um lehrfähig zu sein, muss er vor einer Zuhörerschaft oder im persönlichen Gespräch lehren können.

      17 Für Älteste ist es wichtig, sich eifrig am Predigtdienst zu beteiligen. Es sollte zu erkennen sein, dass sie sich auch auf diesem Gebiet bemühen, Jesus nachzuahmen; für ihn hatte das Predigen der guten Botschaft Vorrang. Jesu Interesse an seinen Jüngern zeigte sich dadurch, dass er ihnen half, wirkungsvoll zu predigen (Mar. 1:38; Luk. 8:1). Die Entschlossenheit der Ältesten, trotz ihres ausgefüllten Terminplans Zeit für den Predigtdienst einzusetzen, spornt die ganze Versammlung an, ebenfalls eifrig zu sein. Wenn die Ältesten zusammen mit ihrer Familie und auch mit anderen aus der Versammlung predigen gehen, machen sich alle „gegenseitig Mut“ (Röm. 1:11, 12).

      18 Man könnte den Eindruck bekommen, von einem Aufseher werde sehr viel verlangt. Natürlich kann kein Aufseher dem in der Bibel festgelegten Maßstab vollkommen entsprechen. Doch kein Ältester sollte bei einem dieser Erfordernisse ein so großes Defizit aufweisen, dass man von einem schwerwiegenden Mangel sprechen könnte. Einige Älteste besitzen auf bestimmten Gebieten hervorragende Eigenschaften, während andere Älteste auf anderen Gebieten herausragen. Dadurch weist die Ältestenschaft als Ganzes all die guten Eigenschaften auf, die notwendig sind, um die Versammlung Gottes richtig zu beaufsichtigen.

      19 Wenn die Ältestenschaft Männer für die Ernennung zu Aufsehern vorschlägt, sollte sie die Worte des Apostels Paulus berücksichtigen: „Ich [sage] jedem von euch, dass er nicht höher von sich denken soll, als nötig ist. Seid vielmehr in eurem Denken vernünftig, entsprechend dem Maß des Glaubens, das Gott jedem gegeben hat“ (Röm. 12:3). Jeder Älteste braucht Demut. Keiner sollte „allzu gerecht“ sein, wenn die Eignung eines Bruders geprüft wird (Pred. 7:16). Mit den biblischen Erfordernissen für Aufseher deutlich vor Augen muss die Ältestenschaft herausfinden, ob jemand, den sie in Erwägung zieht, die Voraussetzungen in einem vernünftigen Maß erfüllt. Älteste, die anderen menschliche Unzulänglichkeiten zugestehen sowie unvoreingenommen und frei von Heuchelei sind, nehmen Empfehlungen so vor, dass sie gebührenden Respekt vor Jehovas gerechten Maßstäben und Interesse am Wohl der Versammlung zeigen. Sie erwägen jede Empfehlung unter Gebet und lassen sich von Gottes heiligem Geist leiten. Das gehört zu der schweren Verantwortung, die sie tragen und der sie in Übereinstimmung mit der Ermahnung des Apostels Paulus nachkommen müssen: „Leg nie jemandem die Hände voreilig auf“ (1. Tim. 5:21, 22).

      DIE FRUCHT, DIE DER GEIST HERVORBRINGT

      20 Männer, die sich als Älteste eignen, bringen im Alltag die Frucht des Geistes hervor und zeigen so, dass sie sich vom heiligen Geist leiten lassen. Paulus zählt die neun Bestandteile der Frucht des Geistes auf: „Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Glaube, Milde, Selbstbeherrschung“ (Gal. 5:22, 23). Solche Aufseher tun den Brüdern gut. Sie tragen dazu bei, die Versammlung im heiligen Dienst zu vereinen. Ihr Lebenswandel und die Ergebnisse ihrer Arbeit zeugen davon, dass sie vom heiligen Geist ernannt worden sind (Apg. 20:28).

      MÄNNER, DIE DIE EINHEIT FÖRDERN

      21 Es ist wichtig, dass Älteste zusammenarbeiten, um die Einheit in der Versammlung zu fördern. Obwohl sie sich vielleicht in ihrer Persönlichkeit sehr unterscheiden, bewahren sie die Einheit in der Ältestenschaft dadurch, dass sie einander respektvoll zuhören – auch dann, wenn sie nicht bei allem einer Meinung sind. Solange kein biblischer Grundsatz übertreten wird, sollte jeder nachgiebig sein und die endgültige Entscheidung der Ältestenschaft unterstützen. Nachgiebigkeit beweist, dass man sich von der „Weisheit von oben“ leiten lässt, die friedlich und vernünftig ist (Jak. 3:17, 18). Kein Ältester sollte denken, er stehe über den anderen, oder versuchen, die anderen zu dominieren. Arbeiten Älteste wie ein Körper zum Wohl der Versammlung zusammen, arbeiten sie in Wirklichkeit mit Jehova zusammen (1. Kor., Kap. 12; Kol. 2:19).

      SICH UM VERANTWORTUNG BEMÜHEN

      22 Reife christliche Männer sollten den Wunsch haben, Aufseher zu werden (1. Tim. 3:1). Dabei darf man nicht vergessen: Ein Ältester zu sein bringt natürlich Arbeit mit sich und erfordert Opferbereitschaft. Es bedeutet, persönlich Freiräume zu schaffen, um auf die Brüder einzugehen und ihnen in Glaubensdingen beizustehen. Wie kann man sich darum bemühen, ein Aufseher zu werden? Indem man daran arbeitet, die biblischen Erfordernisse zu erfüllen.

      WENN SICH PERSÖNLICHE UMSTÄNDE ÄNDERN

      23 Ein Bruder, der lange Zeit treu als Ältester gedient hat, kann krank werden oder durch etwas anderes eingeschränkt sein. Vielleicht ist es ihm aus Altersgründen nicht mehr möglich, allen Verpflichtungen eines Aufsehers nachzukommen. Trotzdem sollte er immer noch als ein Ältester geachtet und angesehen werden. Auch wenn er nicht mehr so viel tun kann, braucht er nicht von seinem Amt zurückzutreten. Er verdient immer noch doppelte Ehre, genauso wie alle hart arbeitenden Ältesten, die nach besten Kräften die Herde hüten.

      24 Wenn aber ein Bruder meint, es sei für ihn das Beste, von seinem Amt zurückzutreten, weil er aufgrund veränderter persönlicher Umstände in seiner Tätigkeit eingeschränkt ist, kann er dies tun (1. Pet. 5:2). Er sollte weiterhin geachtet werden. Er kann viel Gutes für die Versammlung bewirken, selbst wenn er nicht mehr die Aufgaben und Pflichten eines Ältesten hat.

      VERANTWORTUNGSVOLLE AUFGABEN IN DER VERSAMMLUNG

      25 Älteste nehmen in der Versammlung verschiedene Aufgaben wahr. Es gibt den Koordinator der Ältestenschaft, den Sekretär, den Dienstaufseher, den Wachtturm-Studienleiter und den Aufseher der Leben-und-Dienst-Zusammenkunft. Viele Älteste sind Gruppenaufseher. Die Ältesten dienen in diesen Funktionen auf unbestimmte Zeit. Wenn ein Bruder wegzieht, aus gesundheitlichen Gründen seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann oder seine Eignung verliert, weil er den biblischen Erfordernissen nicht mehr entspricht, wird natürlich ein anderer Ältester für diese Aufgabe ausgewählt. In Versammlungen mit nur wenig Aufsehern kann es nötig sein, dass ein Ältester mehr als eine Aufgabe übernimmt, bis sich andere Brüder als Älteste eignen.

      26 Der Koordinator der Ältestenschaft hat bei Zusammenkünften der Ältestenschaft den Vorsitz. Er arbeitet mit den anderen Ältesten demütig zusammen, um die Herde Gottes zu hüten (Röm. 12:10; 1. Pet. 5:2, 3). Er sollte gut organisieren können und seine Aufgaben gewissenhaft erfüllen (Röm. 12:8).

      27 Der Sekretär führt die Versammlungsunterlagen und unterrichtet die Ältesten über wichtige Mitteilungen. Wenn erforderlich, kann ihm ein anderer Ältester oder ein befähigter Dienstamtgehilfe zur Seite gestellt werden.

      28 Planungen für den Predigtdienst und alles andere, was den Predigtdienst betrifft, fallen in den Aufgabenbereich des Dienstaufsehers. Für den regelmäßigen Besuch der Predigtdienstgruppen stellt er einen Plan auf und besucht jeden Monat an einem Wochenende eine andere Gruppe. In kleineren Versammlungen, in denen es nur wenig Predigtdienstgruppen gibt, kann er jede Gruppe zweimal im Jahr besuchen. Bei seinem Besuch leitet er die Zusammenkünfte für den Predigtdienst, ist mit der Gruppe im Dienst tätig und unterstützt die Verkündiger bei Rückbesuchen und Bibelstudien.

      GRUPPENAUFSEHER

      29 Es ist ein besonderes Vorrecht, in der Versammlung als Gruppenaufseher zu dienen. Zu den Aufgaben zählt: 1. am Glaubensleben eines jeden in der Predigtdienstgruppe interessiert zu sein, 2. jedem in der Gruppe zu helfen, regelmäßig und mit Freude und Eifer zu predigen, und 3. Dienstamtgehilfen in der Gruppe zu unterstützen und zu schulen, damit sie Fortschritte machen und für weitere Aufgaben in der Versammlung infrage kommen. Die Ältestenschaft entscheidet, welche Brüder am besten dafür geeignet sind, die Aufgabe als Gruppenaufseher zu übernehmen.

      30 Aufgrund der Aufgabenstellung eines Gruppenaufsehers sollte er nach Möglichkeit Ältester sein. Es könnte auch ein befähigter Dienstamtgehilfe eingesetzt werden, bis ein Ältester die Aufgabe übernehmen kann. Ein Dienstamtgehilfe, der in dieser Eigenschaft dient, wird Gruppendiener genannt, weil er in der Versammlung kein Aufseher ist. Er nimmt diese Aufgabe unter der Leitung der Ältesten wahr.

      31 Eine wichtige Aufgabe des Gruppenaufsehers besteht darin, im Predigtdienst führend voranzugehen. Seine Regelmäßigkeit, sein Eifer und seine Begeisterung spornen die Verkündiger seiner Gruppe an. Da sie die Ermunterung und Hilfe schätzen, die sich durch die Gemeinschaft ergibt, empfiehlt es sich, einen Plan für das gruppenweise Zeugnisgeben aufzustellen, der für die Mehrheit günstig ist (Luk. 10:1-16). Der Aufseher stellt sicher, dass immer genügend Gebiet vorhanden ist. In der Regel leitet er die Zusammenkunft für den Predigtdienst und teilt die Verkündiger für die Tätigkeit an dem betreffenden Tag ein. Wenn er nicht da sein kann, sollte er einen anderen Ältesten, einen Dienstamtgehilfen oder – wenn dies auch nicht möglich ist – einen befähigten Verkündiger bitten, diese Aufgaben zu übernehmen, damit die Brüder die entsprechende Anleitung haben.

      32 Der Gruppenaufseher trifft Vorbereitungen für den Besuch des Dienstaufsehers. Er informiert die Gruppe über den Besuch und weckt Vorfreude. Wenn alle in der Gruppe wissen, was geplant ist, können sie den Besuch begeistert unterstützen.

      33 Die Dienstgruppen sollten nicht zu groß sein, damit der Gruppenaufseher mit jedem in der Gruppe vertraut werden kann. Als liebevoller Hirte ist er sehr an jedem interessiert. Er versucht, dem Einzelnen persönliche Hilfe zu leisten und ihn zum Predigtdienst sowie zur Unterstützung der Versammlungszusammenkünfte zu ermuntern. Außerdem bemüht er sich, auf alle individuell einzugehen, damit sie im Glauben stark bleiben. Wer krank wird oder niedergeschlagen ist, wird sich über einen persönlichen Besuch freuen. Ein liebevoller Hinweis oder ein guter Rat könnte jemand veranlassen, sich um weitere Vorrechte in der Versammlung zu bemühen, um so die Brüder noch besser zu unterstützen. Der Gruppenaufseher kümmert sich natürlich hauptsächlich um die eigene Gruppe. Doch als Ältester und Hirte ist er liebevoll um alle in der Versammlung besorgt, und er ist bereit, jedem beizustehen, der Hilfe benötigt (Apg. 20:17, 28).

      34 Der Gruppenaufseher hat auch die Aufgabe, dabei mitzuhelfen, die Predigtdienstberichte seiner Gruppe zusammenzutragen. Diese Berichte werden an den Sekretär weitergeleitet. Die einzelnen Verkündiger können den Gruppenaufseher unterstützen, indem sie ihre Berichte rechtzeitig abgeben. Entweder geben sie ihren Bericht am Monatsende direkt dem Gruppenaufseher oder werfen ihn in den Berichtskasten im Königreichssaal ein.

      DAS VERSAMMLUNGSDIENSTKOMITEE

      35 Bestimmte Aufgaben erledigt das Versammlungsdienstkomitee. Es besteht aus dem Koordinator der Ältestenschaft, dem Sekretär und dem Dienstaufseher. Das Dienstkomitee genehmigt zum Beispiel die Nutzung des Königreichssaals anlässlich von Hochzeiten und Todesfällen. Außerdem teilt das Komitee Verkündiger den Predigtdienstgruppen zu und genehmigt auch Bewerbungen um den allgemeinen Pionierdienst, den Hilfspionierdienst und andere Dienstmöglichkeiten. Das Komitee ist unter der Leitung der Ältestenschaft tätig.

      36 Die speziellen Aufgaben dieser Brüder werden vom Zweigbüro umrissen. Das Gleiche gilt auch für die Aufgaben des Wachtturm-Studienleiters, des Aufsehers der Leben-und-Dienst-Zusammenkunft und anderer Mitglieder der Ältestenschaft.

      37 Die Ältestenschaft jeder Versammlung kommt in regelmäßigen Abständen zusammen, um Angelegenheiten zu besprechen, die den Fortschritt der Versammlung betreffen. Außer der Ältestensitzung beim Besuch des Kreisaufsehers findet noch etwa drei Monate nach jedem Kreisaufseherbesuch eine Ältestensitzung statt. Natürlich können die Ältesten jederzeit bei Bedarf zusammenkommen.

      SICH UNTERORDNEN

      38 Auch Aufseher sind unvollkommen; dennoch wird allen in der Versammlung eindringlich nahegelegt, sich ihnen unterzuordnen, weil Jehova es so vorgesehen hat. Aufseher sind Jehova rechenschaftspflichtig, denn sie vertreten ihn und seine theokratische Herrschaft. In Hebräer 13:17 steht: „Hört auf die, die unter euch die Führung übernehmen, und ordnet euch ihnen unter, denn sie wachen ständig über euch und werden Rechenschaft darüber ablegen. Sie sollen das nämlich mit Freude und nicht mit Seufzen tun, sonst wäre es zu eurem Schaden.“ So wie Jehova Männer durch heiligen Geist ernennt, so kann er durch denselben heiligen Geist einen Aufseher auch wieder aus seinem Amt entfernen, wenn er die Frucht des Geistes nicht mehr hervorbringt und seine Lebensweise nicht mehr den biblischen Erfordernissen entspricht.

      39 Für die harte Arbeit und das gute Beispiel der Aufseher in der Versammlung sind wir wirklich dankbar. In einem Brief an die Versammlung in Thessalonich legte Paulus den Brüdern ans Herz: „Wir bitten euch nun, Brüder, denen Respekt zu zeigen, die unter euch hart arbeiten und euch im Herrn vorstehen und euch eindringlich ermahnen, und ihnen wegen ihrer Arbeit besondere Achtung entgegenzubringen und sie zu lieben“ (1. Thes. 5:12, 13). Die harte Arbeit der Aufseher erleichtert uns den Dienst für Gott und wir haben mehr Freude. Auch im ersten Brief an Timotheus erwähnte Paulus, welche Einstellung jeder in der Versammlung den Aufsehern gegenüber haben sollte: „Die Ältesten, die ihrer Führungsaufgabe gut nachkommen, haben doppelte Ehre verdient, vor allem die, die sich im Reden und Lehren voll einsetzen“ (1. Tim. 5:17).

      ANDERE VERANTWORTUNGSVOLLE AUFGABEN IN DER ORGANISATION

      40 Manchmal werden Älteste als Mitglieder einer Krankenbesuchsgruppe ausgewählt. Andere sind in Krankenhaus-Verbindungskomitees tätig und besuchen Krankenhäuser und Ärzte, damit Zeugen Jehovas weiterhin blutlos behandelt werden können. Andere Aufseher sind in der Lage, die Königreichsinteressen dadurch zu fördern, dass sie beim Bau und der Instandhaltung von Königreichssälen und Kongresssälen mithelfen oder in Kongresskomitees dienen. Die harte Arbeit dieser Brüder und ihre Bereitschaft, sich auf diese Weise einzusetzen, werden von allen in der Organisation sehr geschätzt. Wir bringen ihnen weiterhin Achtung entgegen (Phil. 2:29).

      KREISAUFSEHER

      41 Die leitende Körperschaft sorgt dafür, dass befähigte Älteste zu Kreisaufsehern ernannt werden. Diese werden vom Zweigbüro beauftragt, die Versammlungen in ihrem Kreis gewöhnlich zweimal im Jahr zu besuchen. Sie besuchen auch in regelmäßigen Abständen Pioniere, die in abgelegenen Gebieten tätig sind. Sie stellen einen Zeitplan auf, wann sie die einzelnen Versammlungen besuchen, und benachrichtigen diese rechtzeitig, damit durch den Besuch möglichst viel erreicht wird.

      42 Der Koordinator der Ältestenschaft koordiniert die Vorbereitungen, damit der Besuch für alle glaubensstärkend ist (Röm. 1:11, 12). Sobald er über den Termin und über die persönlichen Bedürfnisse des Kreisaufsehers und (falls verheiratet) seiner Frau informiert worden ist, beauftragt er verschiedene Brüder, für Unterkunft zu sorgen und andere notwendige Dinge zu erledigen. Er stellt sicher, dass alle, auch der Kreisaufseher, über diese Planungen unterrichtet werden.

      43 Der Kreisaufseher nimmt mit dem Koordinator der Ältestenschaft Kontakt auf und bespricht mit ihm, wann die Zusammenkünfte, auch die für den Predigtdienst, stattfinden sollen. Diese Zusammenkünfte werden gemäß den Vorschlägen des Kreisaufsehers sowie den Anweisungen des Zweigbüros festgesetzt. Alle sollten im Voraus erfahren, wann und wo die Zusammenkünfte mit der Versammlung, mit den Pionieren sowie mit den Ältesten und Dienstamtgehilfen stattfinden, und auch über die Zusammenkünfte für den Predigtdienst informiert werden.

      44 Am Dienstagnachmittag überprüft der Kreisaufseher die Verkündigerberichtskarten, die Aufzeichnungen über den Besuch der Zusammenkünfte, die Gebietsunterlagen und die Konten. Auf diese Weise bekommt er einen gewissen Einblick, wo die Bedürfnisse der Versammlung liegen und wie er eventuell diejenigen unterstützen kann, die für das Führen der Unterlagen verantwortlich sind. Der Koordinator der Ältestenschaft sollte dafür sorgen, dass dem Kreisaufseher die Unterlagen rechtzeitig zur Verfügung stehen.

      45 Der Kreisaufseher nimmt sich, soweit es ihm möglich ist, bei seinem Besuch Zeit, mit den Brüdern und Schwestern zu sprechen – vor und nach den Zusammenkünften, im Predigtdienst, bei Mahlzeiten und anderen Gelegenheiten. Außerdem kommt er mit den Ältesten und den Dienstamtgehilfen zusammen. Sie erhalten von ihm passenden biblischen Rat sowie Anregungen und Ermunterung, um der Verantwortung nachkommen zu können, die ihnen anvertraute Herde zu hüten (Spr. 27:23; Apg. 20:26-32; 1. Tim. 4:11-16). Er kommt auch mit den Pionieren zusammen, um sie in ihrer Tätigkeit zu ermutigen und ihnen persönlich beizustehen, falls sie im Dienst irgendwelche Probleme haben.

      46 Erfordern andere Angelegenheiten Aufmerksamkeit, wird der Kreisaufseher, soweit es ihm möglich ist, während der Woche Hilfestellung leisten. Lässt sich eine Angelegenheit während der Woche nicht abschließen, kann er den Ältesten oder betroffenen Personen helfen, passende biblische Anleitung zu finden. Sollte es nötig sein, dass das Zweigbüro noch etwas unternimmt, so senden er und die Ältesten einen detaillierten Bericht an das Zweigbüro.

      47 Während der Besuchswoche ist der Kreisaufseher bei den regulären Zusammenkünften anwesend. Der Ablauf der Zusammenkünfte kann sich von Zeit zu Zeit aufgrund von Anweisungen des Zweigbüros ändern. Der Kreisaufseher hält Vorträge, um die Versammlung zu ermuntern, zu motivieren, anzuleiten und zu stärken. Er bemüht sich, die Liebe zu Jehova, zu Jesus Christus und zur Organisation zu fördern.

      48 Ein Ziel des Kreisaufseherbesuchs ist, zur eifrigen Beteiligung am Predigtdienst zu ermuntern und praktische Anregungen zu geben. Vielen in der Versammlung dürfte es möglich sein, ihren Terminplan so zu ändern, dass sie sich in dieser Woche vermehrt am Predigtdienst beteiligen und in dem Monat des Kreisaufseherbesuchs sogar Hilfspionier sein können. Wer gern mit dem Kreisaufseher oder seiner Frau in den Dienst gehen möchte, kann eine Verabredung treffen. Werden sie zu Bibelstudien und Rückbesuchen mitgenommen, kann viel Gutes bewirkt werden. Besondere Anstrengungen, den Predigtdienst in dieser Woche voll zu unterstützen, werden sehr geschätzt (Spr. 27:17).

      49 Für jeden Kreis sind zwei Kreiskongresse im Jahr vorgesehen. Der Kreisaufseher ist für den organisatorischen Ablauf dieser Kongresse verantwortlich und ernennt einen Kreiskongressaufseher und einen stellvertretenden Kreiskongressaufseher. Sie arbeiten in der Kreiskongressorganisation eng mit ihm zusammen und ermöglichen ihm dadurch, sich hauptsächlich um das Kongressprogramm zu kümmern. Der Kreisaufseher bestimmt auch andere befähigte Männer, Verantwortung für verschiedene Abteilungen zu übernehmen. Er sorgt außerdem dafür, dass nach jedem Kongress die Kreiskonten geprüft werden. Auf einem der beiden jährlichen Kreiskongresse ist ein Vertreter des Zweigbüros als Gastredner anwesend. Da manche Kongressstätten zu klein oder zu weit entfernt sind, hat man einige Kreise geteilt. Für jeden Kreisteil wird ein eigener Kreiskongress abgehalten.

      50 Der Kreisaufseher schickt seinen Predigtdienstbericht am Ende jeden Monats direkt an das Zweigbüro. Sofern ihm gewisse notwendige Ausgaben, zum Beispiel für Fahrten, Verpflegung und Unterkünfte, von der Versammlung, die er gerade besucht, nicht erstattet worden sind, kann er sie beim Zweigbüro einreichen. Er hat das Vertrauen, dass er, wie von Jesus versprochen, in materieller Hinsicht alles Nötige erhalten wird, wenn er die Interessen des Königreiches Jehovas an die erste Stelle setzt (Luk. 12:31). Bestimmt empfinden es die Versammlungen als Ehre, diesen hingebungsvollen Ältesten Gastfreundschaft zu erweisen (3. Joh. 5-8).

      ZWEIGKOMITEE

      51 In jedem Zweigbüro der Zeugen Jehovas gibt es ein Zweigkomitee, das aus drei oder mehr befähigten, reifen Brüdern besteht. Dieses beaufsichtigt das Predigtwerk in dem Land oder den Ländern, für die es zuständig ist. Ein Komiteemitglied dient als Koordinator des Zweigkomitees.

      52 Die Brüder des Zweigkomitees behandeln Angelegenheiten, die alle Versammlungen im Zweiggebiet betreffen. Sie beaufsichtigen das Predigen der guten Botschaft vom Königreich im gesamten Zweiggebiet und sorgen dafür, dass Versammlungen gegründet sowie Kreise gebildet werden, damit den Bedürfnissen im Gebiet die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Das Zweigkomitee kümmert sich auch um das Missionargebiet sowie um die Tätigkeit der Sonderpioniere, der allgemeinen Pioniere und der Hilfspioniere. Finden Kongresse statt, sorgt das Komitee dafür, dass Vereinbarungen getroffen und Zuteilungen vorgenommen werden, damit alles „anständig und geordnet“ geschieht (1. Kor. 14:40).

      53 In manchen Ländern wird ein Landeskomitee eingesetzt, das unter der Aufsicht eines Zweigkomitees in einem anderen Land tätig ist. Dadurch kann die Tätigkeit in diesen Ländern besser beaufsichtigt werden. Dieses Komitee kümmert sich um den Wohn- und Bürobereich des Landesbüros, führt den Schriftverkehr, stellt Berichte zusammen und nimmt sich allgemein der Tätigkeit im Land an. Es arbeitet mit dem Zweigkomitee bei der Förderung der Königreichsinteressen zusammen.

      54 Alle Brüder, die in einem Zweig- oder Landeskomitee dienen, werden von der leitenden Körperschaft ernannt.

      VERTRETER DER WELTZENTRALE

      55 In regelmäßigen Abständen veranlasst die leitende Körperschaft, dass die Zweigbüros auf der ganzen Erde von befähigten Brüdern besucht werden. Ein solcher Bruder wird Vertreter der Weltzentrale genannt. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Bethelfamilie zu ermuntern und dem Zweigkomitee bei Problemen oder Fragen zu helfen, die vielleicht im Zusammenhang mit der Predigt- und Lehrtätigkeit entstanden sind. Dieser Bruder kommt mit ausgewählten Kreisaufsehern und in regelmäßigen Abständen auch mit Missionaren zusammen. Er spricht mit ihnen über ihre Probleme und Bedürfnisse und ermuntert sie, die wichtigste Tätigkeit – das Predigen und Jüngermachen – fortzusetzen.

      56 Der Vertreter der Weltzentrale interessiert sich besonders dafür, was im Königreichspredigtwerk und in Verbindung mit anderen Versammlungsaktivitäten erreicht worden ist. Falls es die Zeit erlaubt, besucht er auch Übersetzungsbüros außerhalb des Bethels. Wenn der Vertreter der Weltzentrale ein Zweigbüro besucht, beteiligt er sich auch in dem ihm möglichen Umfang am Predigtdienst.

      Ordnen wir uns weiter den Aufsehern unter, arbeiten wir mit dem Haupt der Versammlung, Christus Jesus, zusammen

      LIEBEVOLLE AUFSICHT

      57 Die harte Arbeit und die liebevolle Fürsorge reifer christlicher Männer kommt uns sehr zugute. Ordnen wir uns weiter den Aufsehern unter, denen die Herde anvertraut ist, arbeiten wir mit dem Haupt der Versammlung, Christus Jesus, zusammen (1. Kor. 16:15-18; Eph. 1:22, 23). Das Ergebnis? Die Versammlungen weltweit sind von Gottes Geist durchdrungen, und die Tätigkeit auf der ganzen Erde wird gemäß dem Wort Gottes geleitet (Ps. 119:105).

  • Dienstamtgehilfen leisten wertvolle Arbeit
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 6

      Dienstamtgehilfen leisten wertvolle Arbeit

      DER Apostel Paulus schrieb an die Versammlung in Philippi: „Paulus und Timotheus, Sklaven von Christus Jesus, an alle Heiligen in Philippi, die mit Christus Jesus verbunden sind, einschließlich der Aufseher und Dienstamtgehilfen“ (Phil. 1:1). Beachte, dass er die Dienstamtgehilfen erwähnte. Diese Männer spielten offenbar eine wichtige Rolle dabei, die Ältesten in der Versammlung zu unterstützen. Das Gleiche trifft auch heute zu. Dienstamtgehilfen übernehmen Arbeiten, die die Aufseher entlasten und zur Ordnung in der Versammlung beitragen.

      2 Weißt du, wer in deiner Versammlung die Dienstamtgehilfen sind? Ist dir bewusst, was sie für dich und für die ganze Versammlung tun? Ganz sicher schätzt Jehova die Anstrengungen dieser Männer. Paulus schrieb: „Die Männer, die auf gute Weise dienen, erwerben sich einen guten Ruf und können im Glauben an Christus Jesus frei und offen reden“ (1. Tim. 3:13).

      BIBLISCHE ERFORDERNISSE FÜR DIENSTAMTGEHILFEN

      3 Von Dienstamtgehilfen wird erwartet, dass sie ein moralisch einwandfreies Leben führen, verantwortungsbewusst sind und ihre Aufgaben gewissenhaft erfüllen. Das wird an den Erfordernissen deutlich, die Paulus in seinem Brief an Timotheus für Dienstamtgehilfen nannte: „Dienstamtgehilfen müssen ernsthaft sein. Sie dürfen nicht doppelzüngig sein, nicht übermäßig viel Wein trinken und nicht auf unehrlichen Gewinn aus sein. Sie sollen das heilige Geheimnis des Glaubens mit reinem Gewissen bewahren. Sie müssen auch erst auf ihre Eignung geprüft werden. Dann können sie, wenn sie frei von Anklage sind, als Diener tätig sein. Ein Dienstamtgehilfe soll der Mann von nur einer Frau sein und muss seinen Kindern und seinem eigenen Haushalt gut vorstehen“ (1. Tim. 3:8-10, 12). Hält man an dem hohen Maßstab für Dienstamtgehilfen fest, ist das ein Schutz für die Versammlung – so entstehen keine berechtigten Vorwürfe gegen Männer, denen besondere Verantwortung übertragen wurde.

      4 Dienstamtgehilfen – ob jung oder alt – beteiligen sich jeden Monat am Predigtdienst. Sie nehmen sich Jesus zum Vorbild, was sich an ihrem Eifer im Dienst zeigt. Damit spiegeln sie Jehovas Interesse wider, die Menschen zu retten (Jes. 9:7).

      5 Dienstamtgehilfen sind auch vorbildlich in ihrer Kleidung, ihrer sonstigen äußeren Erscheinung, ihrem Reden, ihrer Einstellung und ihrem Benehmen. Sie sind vernünftig und verdienen sich so den Respekt anderer. Sie nehmen auch ihr Verhältnis zu Jehova und ihre Dienstvorrechte in der Versammlung ernst (Tit. 2:2, 6-8).

      6 Diese Brüder sind „auf ihre Eignung geprüft“ worden. Schon vor ihrer Ernennung haben sie sich mit Hingabe eingesetzt. Sie haben gezeigt, dass sie die Königreichsinteressen in ihrem Leben an die erste Stelle setzen, und bemühen sich um weitere Dienstaufgaben. Sie sind für andere in der Versammlung ein echtes Vorbild (1. Tim. 3:10).

      IHRE AUFGABEN

      7 Dienstamtgehilfen leisten ihren Brüdern und Schwestern viele praktische Dienste; dadurch bleibt den Ältesten mehr Zeit für das Lehren und die Hirtentätigkeit. Überträgt die Ältestenschaft ihnen Aufgaben, werden die Fähigkeiten des Einzelnen und die Bedürfnisse der Versammlung berücksichtigt.

      Dienstamtgehilfen leisten viele praktische Dienste; dadurch bleibt Ältesten mehr Zeit für das Lehren und die Hirtentätigkeit

      8 Betrachten wir nur einige dieser Aufgaben. Ein Dienstamtgehilfe könnte gebeten werden, sich um die Literatur zu kümmern, damit jeder die nötige Literatur für sich und den Predigtdienst bekommt. Andere werden damit beauftragt, die Konten- oder Gebietsunterlagen der Versammlung zu verwalten. Manche werden gebeten, die Mikrofone zu reichen und die Lautsprecheranlage zu bedienen. Sie können auch als Ordner eingesetzt werden oder den Ältesten auf andere Weise helfen. Zum Beispiel ist viel Arbeit damit verbunden, den Königreichssaal instand zu halten und zu reinigen, weshalb hier oft Dienstamtgehilfen miteinbezogen werden.

      9 In einigen Versammlungen kann für jede Aufgabe ein anderer Dienstamtgehilfe eingesetzt werden. In anderen Versammlungen muss sich ein Dienstamtgehilfe vielleicht um mehrere Aufgaben kümmern. Es kann auch sein, dass mehrere Dienstamtgehilfen für eine bestimmte Aufgabe zuständig sind. Gibt es nicht genügend Dienstamtgehilfen, kann die Ältestenschaft andere vorbildliche getaufte Brüder bitten, die notwendigen Arbeiten zu erledigen. So können diese Brüder Erfahrungen sammeln, die ihnen später zugutekommen, wenn sie selbst zu Dienstamtgehilfen ernannt werden. Sind keine Brüder vorhanden, kann eine vorbildliche Schwester um Hilfe gebeten werden – auch wenn sie natürlich nicht zum Dienstamtgehilfen ernannt wird. Vorbildlich ist ein Bruder oder eine Schwester dann, wenn ihr Verhalten und ihr Glaube nachahmenswert sind. Andere sollten sich an ihrem Zusammenkunftsbesuch, der Beteiligung am Predigtdienst, dem Familienleben, der Wahl der Unterhaltung, der Kleidung sowie der sonstigen äußeren Erscheinung und so weiter ein Beispiel nehmen können.

      10 Gibt es in einer Versammlung nur sehr wenig Älteste, können befähigte Dienstamtgehilfen gebeten werden, mit jemandem die Tauffragen zu besprechen, bei denen es um die biblische Lehre geht. Sie sind im Anhang dieses Buches in „Teil 1: Christliche Glaubenslehren“ zu finden. In „Teil 2: Christliche Lebensführung“ geht es um sensible persönliche Angelegenheiten. Deshalb sollte ein Ältester diesen Teil betrachten.

      11 Mitunter mag eine Ältestenschaft gute Gründe haben, manche Aufgaben der Dienstamtgehilfen von Zeit zu Zeit neu zu verteilen. Dennoch hat es natürlich große Vorteile, wenn die Brüder ihre Aufgaben eine Zeit lang behalten, damit sie Erfahrung darin sammeln können.

      12 Je nach den örtlichen Gegebenheiten ist es möglich, Dienstamtgehilfen auch andere Aufgaben zu übertragen, wenn ihr Fortschritt für alle deutlich erkennbar ist (1. Tim. 4:15). Gibt es nicht genügend Älteste, kann ein Dienstamtgehilfe als Gehilfe eines Gruppenaufsehers eingesetzt werden, manchmal auch als Gruppendiener, der dann unter der Aufsicht der Ältesten dient. Dienstamtgehilfen können auch gewisse Programmpunkte in der Leben-und-Dienst-Zusammenkunft übernehmen. Sie können öffentliche Vorträge halten oder wenn nötig das Versammlungsbibelstudium leiten. Besteht ein besonderer Bedarf, können Dienstamtgehilfen weitere Aufgaben erhalten, sofern sie die Voraussetzungen dafür erfüllen (1. Pet. 4:10). Dienstamtgehilfen sollten bereit sein, die Ältesten von ganzem Herzen zu unterstützen.

      13 Ihre Arbeit unterscheidet sich zwar von der eines Ältesten, ist aber ebenfalls heiliger Dienst für Gott und ist für den reibungslosen Ablauf in der Versammlung wichtig. Wenn Dienstamtgehilfen ihre Verpflichtungen gut erfüllen und sich mit der Zeit als Hirten und Lehrer eignen, können sie als Älteste empfohlen werden.

      14 Bist du ein junger oder neugetaufter Bruder? Bemühst du dich darum, Dienstamtgehilfe zu werden? (1. Tim. 3:1). Da jedes Jahr so viele Neue in die Wahrheit kommen, werden befähigte Männer gebraucht, die Verantwortung in der Versammlung übernehmen. Möchtest du ein Dienstamtgehilfe werden, ist es wichtig, den Wunsch zu entwickeln, anderen zu helfen. Das kannst du erreichen, wenn du über Jesu gutes Beispiel nachdenkst (Mat. 20:28; Joh. 4:6, 7; 13:4, 5). Dieser Wunsch wird noch stärker, wenn du verspürst, wie viel Freude es macht, anderen etwas zu geben (Apg. 20:35). Stell dich zur Verfügung, wenn andere deine praktische Hilfe benötigen, wenn Instandhaltungsarbeiten am Königreichssaal anstehen oder wenn kurzfristig jemand für eine Aufgabe in der Leben-und-Dienst-Zusammenkunft gesucht wird. Du solltest auch regelmäßig persönlich studieren, damit du Eigenschaften entwickelst, die Gott gefallen (Ps. 1:1, 2; Gal. 5:22, 23). Außerdem wird von dir erwartet, dass du deine Aufgaben in der Versammlung zuverlässig und gewissenhaft erledigst (1. Kor. 4:2).

      15 Dienstamtgehilfen werden vom heiligen Geist ernannt, um für die Versammlung da zu sein. Alle in der Versammlung können Wertschätzung für den Einsatz der Dienstamtgehilfen zeigen, indem sie mit ihnen zusammenarbeiten. Auf diese Weise zeigt die Versammlung, wie sehr sie es schätzt, dass Jehova für einen ordentlichen Ablauf sorgt (Gal. 6:10).

  • Zusammenkünfte, die „zur Liebe und zu guten Taten anspornen“
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 7

      Zusammenkünfte, die „zur Liebe und zu guten Taten anspornen“

      ÜBER die Jahrhunderte hat sich Jehovas Volk auf organisierte Weise versammelt. Im alten Israel reisten die Männer jedes Jahr zu den drei großen Festen nach Jerusalem (5. Mo. 16:16). Die Christen im 1. Jahrhundert versammelten sich regelmäßig – oft in Privatwohnungen (Philem. 1, 2). Heute besuchen wir Zusammenkünfte und Kongresse. Warum versammeln sich Gottes Diener? Vor allem, weil es ein wichtiger Bestandteil unserer Anbetung ist (Ps. 95:6; Kol. 3:16).

      2 Jeder Anwesende hat aber auch einen persönlichen Nutzen davon. In Bezug auf jedes siebte Laubhüttenfest wurden die Israeliten angewiesen: „Ruft das Volk zusammen, die Männer, die Frauen, die Kinder und den Fremden, der in euren Städten ansässig ist. Sie sollen zuhören und etwas über Jehova, euren Gott, lernen und Ehrfurcht vor ihm haben und darauf achten, dass sie sich an alle Worte dieses Gesetzes halten“ (5. Mo. 31:12). Ein wichtiger Grund für Zusammenkünfte besteht zweifellos darin, „von Jehova geschult“ zu werden (Jes. 54:13). Zusammenkünfte liefern auch Gelegenheiten, sich besser kennenzulernen, sich gegenseitig Mut zu machen und durch die Gemeinschaft neue Kraft zu gewinnen.

      VERSAMMLUNGSZUSAMMENKÜNFTE

      3 Die Jünger, die nach Pfingsten 33 zusammenkamen, widmeten sich der Lehre der Apostel und waren „Tag für Tag . . . immer wieder vereint im Tempel anwesend“ (Apg. 2:42, 46). Als sich später die Christen zur Anbetung versammelten, wurde aus den Schriften vorgelesen – das schloss die Briefe der Apostel und anderer Jünger ein (1. Kor. 1:1, 2; Kol. 4:16; 1. Thes. 1:1; Jak. 1:1). Sie beteten auch gemeinsam als Versammlung (Apg. 4:24-29; 20:36). Manchmal berichteten sie, was sie beim Predigen erlebt hatten (Apg. 11:5-18; 14:27, 28). Sie betrachteten biblische Lehren und die Erfüllung von Prophezeiungen. Es wurde Anleitung vermittelt, was für ein Verhalten für einen Christen passend ist und wie man Gottergebenheit zeigt. Alle wurden ermuntert, eifrig die gute Botschaft zu verkünden (Röm. 10:9, 10; 1. Kor. 11:23-26; 15:58; Eph. 5:1-33).

      In diesen schwierigen letzten Tagen brauchen wir die Ermunterung durch regelmäßiges Zusammenkommen

      4 Heute folgen wir bei unseren Zusammenkünften dem apostolischen Muster. Wir beachten die Aufforderung aus Hebräer 10:24, 25: „Lasst uns aufeinander achten . . . Und geben wir unser Zusammenkommen nicht auf, wie manche es sich angewöhnt haben, sondern machen wir uns gegenseitig Mut – und das umso mehr, je näher ihr den Tag herankommen seht.“ In diesen schwierigen letzten Tagen brauchen wir die zusätzliche Ermunterung durch regelmäßiges Zusammenkommen, damit wir die Kraft haben, treu zu bleiben (Röm. 1:11, 12). Als Christen leben wir „mitten in einer verkehrten und verdrehten Generation“ und lehnen „Gottlosigkeit und weltliche Wünsche“ ab (Phil. 2:15, 16; Tit. 2:12-14). Gibt es da etwas Besseres als die Gemeinschaft mit Jehovas Volk? (Ps. 84:10). Was könnte nützlicher sein, als Gottes Wort zu studieren und darüber zu sprechen? Gehen wir jetzt auf die verschiedenen Zusammenkünfte ein.

      ZUSAMMENKUNFT AM WOCHENENDE

      5 Die Zusammenkunft am Wochenende beginnt mit einem biblischen Vortrag, der sich besonders an die Allgemeinheit richtet – an Personen, die vielleicht zum ersten Mal eine Zusammenkunft besuchen. Aber auch alle anderen in der Versammlung werden dadurch im Glauben gestärkt (Apg. 18:4; 19:9, 10).

      6 Die öffentlichen Vorträge bei Jehovas Zeugen ähneln denen, die Christus Jesus, seine Apostel und ihre Gefährten hielten. Zweifellos war Jesus Christus der größte öffentliche Redner, der je auf der Erde lebte. Über ihn wurde gesagt: „Noch nie hat ein Mensch so geredet“ (Joh. 7:46). Jesus sprach mit Autorität und versetzte seine Zuhörer in Erstaunen (Mat. 7:28, 29). Wer sich seine Botschaft zu Herzen nahm, zog großen Nutzen daraus (Mat. 13:16, 17). Die Apostel folgten seinem Beispiel. In Apostelgeschichte 2:14-36 ist die kraftvolle Rede von Petrus zu finden, die er zu Pfingsten 33 hielt und die Tausende zum Handeln anspornte. Auch nachdem Paulus in Athen seine Rede gehalten hatte, kamen einige zum Glauben (Apg. 17:22-34).

      7 Heute ziehen Millionen Nutzen aus den öffentlichen Vorträgen in den Versammlungen sowie auf den verschiedenen Kongressen. Solche Vorträge helfen uns, die christlichen Lehren fest im Sinn zu behalten und im Dienst für das Königreich standhaft zu bleiben. Laden wir Interessierte und die Öffentlichkeit zu diesen Vorträgen ein, leisten wir einen großen Beitrag, sie mit den Grundlehren der Bibel vertraut zu machen.

      8 Die öffentlichen Vorträge behandeln die unterschiedlichsten Themen. Es geht um biblische Lehren und Prophezeiungen, biblische Grundsätze und Rat für das Familienleben und Eheangelegenheiten, um Situationen, mit denen Jugendliche konfrontiert werden, sowie um die christliche Moral oder Jehovas wunderbare Schöpfungswerke. Andere heben den beispielhaften Glauben, den Mut und die Treue verschiedener biblischer Personen hervor und zeigen, was wir aus ihrem Leben lernen können.

      9 Um möglichst viel von diesen Vorträgen zu haben, müssen wir aufmerksam zuhören, die Bibelstellen aufschlagen, auf die der Redner verweist, und mitlesen, wenn er die Texte vorliest und erklärt (Luk. 8:18). So „prüfen“ wir das Gesagte und sind dann fest entschlossen, an dem Gelernten festzuhalten und es umzusetzen (1. Thes. 5:21).

      10 Sind genügend Redner vorhanden, wird jede Woche ein öffentlicher Vortrag gehalten. Das ist oft dadurch möglich, dass Redner aus umliegenden Versammlungen eingeladen werden. Gibt es nur wenig Redner, wird so oft wie möglich ein Vortrag stattfinden.

      11 Auf den öffentlichen Vortrag folgt das Wachtturm-Studium, bei dem ein Artikel aus der Studienausgabe des Wachtturms in Form von Fragen und Antworten besprochen wird. Durch den Wachtturm versorgt Jehova uns mit zeitgemäßer geistiger Nahrung.

      12 Die Studienartikel gehen häufig darauf ein, wie man im Alltag nach biblischen Grundsätzen leben kann. Diese schützen uns vor dem „Geist der Welt“ und einem unreinen Lebenswandel (1. Kor. 2:12). Durch den Wachtturm erhalten wir ein besseres Verständnis biblischer Lehren und Prophezeiungen. Das ermöglicht allen, mit der Wahrheit immer auf dem Laufenden zu sein und auf dem „Weg der Gerechten“ zu bleiben (Ps. 97:11; Spr. 4:18). Sind wir beim Wachtturm-Studium anwesend und beteiligen uns daran, bestärkt uns das in der Hoffnung auf Jehovas gerechte neue Welt (Röm. 12:12; 2. Pet. 3:13). Die Gemeinschaft mit unseren Brüdern hilft uns, die Frucht des Geistes hervorzubringen, und vertieft unseren Wunsch, Jehova eifrig zu dienen (Gal. 5:22, 23). Wir werden gestärkt, Prüfungen durchzustehen und eine „gute Grundlage für die Zukunft“ zu legen, damit wir „das wirkliche Leben fest ergreifen können“ (1. Tim. 6:19; 1. Pet. 1:6, 7).

      13 Wie können wir von dieser Zusammenkunft am meisten profitieren? Wenn wir als Familie oder auch allein den Stoff vorbereiten, die angeführten Bibelstellen nachschlagen und in den Zusammenkünften Kommentare in eigenen Worten geben. Dadurch lassen wir die Wahrheit tief in unser Herz dringen und unsere Glaubensäußerungen kommen anderen zugute. Und uns selbst bringt es viel, wenn wir bei den Kommentaren anderer aufmerksam zuhören.

      ZUSAMMENKUNFT UNTER DER WOCHE

      14 Die Versammlung kommt jede Woche im Königreichssaal zur Leben-und-Dienst-Zusammenkunft zusammen. Sie besteht aus drei Teilen und trägt dazu bei, dass wir als Diener Gottes „ausreichend befähigt sind“ (2. Kor. 3:5, 6). Das Programm und der zu behandelnde Stoff erscheinen in der monatlichen Ausgabe der Publikation Unser Leben und Dienst als Christ: Arbeitsheft. Das Arbeitsheft enthält auch Gesprächsvorschläge für den Predigtdienst.

      15 Der erste Teil dieser Zusammenkunft, „Schätze aus Gottes Wort“ genannt, macht uns mit dem Hintergrund und Zusammenhang von Bibelberichten vertraut und hilft uns, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Dieser Teil der Zusammenkunft besteht aus einem Vortrag, einer Lesung und einer Besprechung, die sich auf das wöchentliche Bibelleseprogramm stützt. Passend dazu enthält das Arbeitsheft Anschauungsmaterial und Arbeitsblätter. Diese tief gehende Betrachtung der Bibel wirkt sich auf unser Leben und Lehren gut aus, sodass wir „völlig geeignet und für jedes gute Werk vollständig ausgerüstet“ sind (2. Tim. 3:16, 17).

      16 Der zweite Teil der Zusammenkunft, „Uns im Dienst verbessern“, gibt allen die Möglichkeit, für den Dienst zu üben und sich im Predigen und Lehren zu verbessern. Es werden Aufgaben vorgetragen und Videos mit Gesprächsvorschlägen besprochen. Dieser Teil der Zusammenkunft hilft uns, „eine gut geschulte Zunge“ zu erwerben, sodass wir „dem Müden mit den richtigen Worten antworten“ können (Jes. 50:4).

      17 Der dritte Teil, „Unser Leben als Christ“, zeigt, wie man biblische Grundsätze im täglichen Leben anwenden kann (Ps. 119:105). Er besteht in erster Linie aus dem Versammlungsbibelstudium und wird wie das Wachtturm-Studium in Form von Fragen und Antworten durchgeführt.

      18 Sobald das monatliche Arbeitsheft erscheint, sieht sich der Koordinator der Ältestenschaft oder ein Ältester, der ihn unterstützt, den Inhalt genau an und teilt die Programmpunkte zu. Den Vorsitz der Zusammenkunft übernimmt ein Ältester, der ein befähigter Lehrer ist und von der Ältestenschaft bestimmt wurde. Er sorgt dafür, dass die Zusammenkunft pünktlich beginnt und endet, und sagt allen, die eine Studierendenaufgabe haben, was sie gut gemacht haben und woran sie noch arbeiten können.

      19 Es wäre gut, wenn wir uns regelmäßig auf die Leben-und-Dienst-Zusammenkunft vorbereiten, sie besuchen und uns daran beteiligen. Dadurch eignen wir uns Bibelwissen an, verstehen biblische Grundsätze besser, bekommen Sicherheit beim Predigen und werden beim Jüngermachen geschickter. Auch wer noch nicht getauft ist, profitiert von der herzlichen Gemeinschaft und den glaubensstärkenden Besprechungen. Wie kann man sich auf diese und andere Zusammenkünfte vorbereiten? Eine Hilfe dabei ist die Watchtower Library, die JW Library®, die Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK™ (wenn es sie in der jeweiligen Sprache gibt) oder die Königreichssaalbibliothek. In dieser Bibliothek ist Folgendes zu finden: die zurzeit erhältlichen Veröffentlichungen von Jehovas Zeugen, der Index der Wachtturm-Publikationen oder der Studienleitfaden für Jehovas Zeugen sowie einige Bibelübersetzungen, eine Konkordanz, ein Wörterbuch und andere nützliche Nachschlagewerke. Die Bibliothek kann von jedem vor oder nach den Zusammenkünften genutzt werden.

      ZUSAMMENKÜNFTE FÜR DEN PREDIGTDIENST

      20 Verkündiger treffen sich zu verschiedenen Zeiten unter der Woche und am Wochenende zu kurzen Zusammenkünften für den Predigtdienst. Diese werden zumeist in Privatwohnungen oder an anderen geeigneten Orten abgehalten – dazu kann auch der Königreichssaal gehören. Trifft man sich in kleineren Gruppen an verschiedenen Orten im Gebiet, mag es für die Verkündiger leichter sein, zum Treffpunkt und ins Gebiet zu kommen. Die Einteilung lässt sich schneller vornehmen und man kann direkt losgehen. Außerdem kann der Gruppenaufseher besser auf jeden Einzelnen eingehen. Obwohl es Vorteile hat, wenn sich Gruppen separat treffen, können Umstände es erfordern, dass sich mehrere Gruppen zusammentun. Gehen beispielsweise unter der Woche weniger Verkündiger in den Dienst, ist es vielleicht günstiger, für mehrere Gruppen oder die ganze Versammlung eine gemeinsame Zusammenkunft für den Predigtdienst einzuplanen – entweder im Königreichssaal oder an einem anderen passenden Ort. So kann sichergestellt werden, dass jeder einen Partner bekommt. Es mag auch praktisch sein, an Feiertagen oder im Anschluss an das Wachtturm-Studium gemeinsam als Versammlung eine Zusammenkunft für den Predigtdienst abzuhalten.

      21 Treffen sich Gruppen separat, leitet der Gruppenaufseher die Zusammenkunft für den Predigtdienst. Von Zeit zu Zeit kann er damit auch seinen Stellvertreter oder einen anderen geeigneten Bruder beauftragen. Der Leiter sollte etwas vorbereitet haben, was für den Dienst praktisch und hilfreich ist. Es wird die Einteilung für den Predigtdienst vorgenommen und einer aus der Gruppe spricht ein Gebet. Dann sind alle bereit, sofort loszugehen. Diese Zusammenkünfte dauern 5 bis 7 Minuten. Finden sie jedoch im Anschluss an eine Versammlungszusammenkunft statt, sollten sie kürzer sein. Das Ziel ist, den Verkündigern Mut zu machen und praktische Hinweise sowie Anleitung für den Dienst zu geben. Neue oder andere, die vielleicht Unterstützung brauchen, können mit erfahrenen Verkündigern zusammenarbeiten und so geschult werden.

      ZUSAMMENKÜNFTE NEUER ODER KLEINER VERSAMMLUNGEN

      22 Da es immer mehr Jünger Jesu gibt, nimmt auch die Zahl der Versammlungen zu. Der Antrag auf Gründung einer neuen Versammlung wird gewöhnlich vom Kreisaufseher eingereicht. In einigen Fällen mögen es kleine Gruppen aber bevorzugen, mit der nächstgelegenen Versammlung verbunden zu bleiben.

      23 Manchmal kommt es vor, dass kleine Versammlungen ausschließlich aus Schwestern bestehen. Ist das der Fall, trägt eine Schwester eine Kopfbedeckung, wenn sie in der Versammlung betet oder eine Zusammenkunft leitet. Das entspricht dem biblischen Erfordernis (1. Kor. 11:3-16). In der Regel wird sie dies im Sitzen tun; dabei sitzt sie der Zuhörerschaft gegenüber. Schwestern halten in den Zusammenkünften keine Vorträge. Stattdessen lesen sie den von der Organisation vorgesehenen Stoff vor und kommentieren ihn. Um das Programm abwechslungsreicher zu gestalten, können sie den Stoff auch in Form von Besprechungen oder Demonstrationen behandeln. Das Zweigbüro wird eine der Schwestern bitten, den Schriftverkehr mit dem Zweigbüro zu führen und sich um den Ablauf der Zusammenkünfte zu kümmern. Sobald sich Brüder dafür eignen, werden sie diese Aufgaben übernehmen.

      KREISKONGRESSE

      24 Jedes Jahr werden für Versammlungen, die zum gleichen Kreis gehören, zwei eintägige Kreiskongresse geplant. Diese freudigen Anlässe geben allen Anwesenden Gelegenheit, durch die christliche Gemeinschaft ihr Herz weit zu öffnen (2. Kor. 6:11-13). Jehovas Organisation erkennt besondere Bedürfnisse und stimmt darauf das biblische Motto und die verschiedenen Programmpunkte ab. Der Stoff wird durch Vorträge, Demonstrationen, nachgespielte Szenen, Selbstgespräche und Interviews vermittelt. Diese zeitgemäße Unterweisung stärkt alle Anwesenden. Auf Kongressen besteht für Neue die Möglichkeit, sich zum Zeichen ihrer Hingabe an Jehova taufen zu lassen.

      REGIONALE KONGRESSE

      25 Einmal im Jahr finden größere Kongresse statt – die regionalen Kongresse. Sie dauern gewöhnlich drei Tage und Versammlungen aus mehreren Kreisen nehmen daran teil. In kleineren Zweigen kann es praktischer sein, wenn alle Versammlungen des Zweiggebiets an einem Ort zusammenkommen. In einigen Ländern mag der Ablauf der Kongresse aufgrund besonderer Umstände oder entsprechender Anweisungen der Organisation variieren. Von Zeit zu Zeit finden in einigen Ländern auch internationale Kongresse oder Sonderkongresse statt, die oft von Zehntausenden Zeugen Jehovas aus verschiedenen Ländern besucht werden. Da diese Großveranstaltungen von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden, kamen so schon viele mit der guten Botschaft vom Königreich in Berührung.

      26 Für Jehovas Diener sind Kongresse freudige Anlässe, Jehova vereint anzubeten. Sie bieten den passenden Rahmen, um ein verfeinertes Verständnis der Wahrheit mitzuteilen. Auf einigen dieser Kongresse werden neue Veröffentlichungen vorgestellt: für das persönliche Studium, das Studium in der Versammlung oder für den Predigtdienst. Es finden auch Taufen statt. Kongresse stärken den Glauben auf ganz besondere Weise. Sie machen deutlich, dass Jehovas Diener wirklich eine internationale Bruderschaft Gott hingegebener Christen sind, die das Kennzeichen von Jüngern Jesu Christi tragen (Joh. 13:35).

      27 Versammlungszusammenkünfte und Kongresse des Volkes Jehovas zu besuchen bestärkt uns darin, Jehovas Willen auszuführen. Es schützt uns auch vor weltlichen Einflüssen, die unseren christlichen Glauben untergraben könnten. Solche Zusammenkünfte ehren und preisen Jehova (Ps. 35:18; Spr. 14:28). Wir können wirklich dankbar sein, dass Jehova seinem Volk in der Zeit des Endes bei diesen Gelegenheiten neue Kraft schenkt.

      DAS ABENDMAHL DES HERRN

      28 Einmal im Jahr, am Jahrestag des Todes Jesu Christi, begehen alle Versammlungen der Zeugen Jehovas eine Feier zum Gedenken an den Tod Christi: das Abendmahl des Herrn (1. Kor. 11:20, 23, 24). Für Jehovas Volk ist dies die wichtigste Zusammenkunft des Jahres. Wir werden ausdrücklich dazu aufgefordert, das Gedächtnismahl zu feiern (Luk. 22:19).

      29 Das Datum der Gedächtnismahlfeier entspricht dem Datum des biblischen Passahs, auf das in der Bibel hingewiesen wird (2. Mo. 12:2, 6; Mat. 26:17, 20, 26). Das Passah war die jährliche Feier zum Gedenken an den Auszug der Israeliten aus Ägypten im Jahr 1513 v. u. Z. Damals legte Jehova den 14. Tag des ersten Mondmonats als das Datum fest, an dem sie das Passahlamm essen und Ägypten, das Land ihrer Sklaverei, verlassen sollten (2. Mo. 12:1-51). Das Datum wird dadurch ermittelt, dass man vom ersten Sichtbarwerden der Mondsichel in Jerusalem nach dem Neumond, welcher der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche am nächsten kommt, 13 Tage weiterzählt. Einfach ausgedrückt fällt die Gedächtnismahlfeier auf den ersten Vollmond nach der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche.

      30 In Matthäus 26:26-28 finden wir die Beschreibung Jesu, wie das Gedächtnismahl gefeiert werden soll. Es ist kein Ritus mit mystischem Beiklang, sondern ein symbolisches Mahl, an dem diejenigen teilnehmen, die zu Miterben Jesu Christi in seinem himmlischen Königreich berufen sind (Luk. 22:28-30). Alle anderen Diener Jehovas sowie interessierte Personen sind eingeladen, das Abendmahl des Herrn als Beobachter zu besuchen. Dadurch zeigen sie Wertschätzung für das, was Jehova Gott durch das Opfer seines Sohnes, Jesus Christus, für alle Menschen getan hat. Vor dem Gedächtnismahl wird ein Sondervortrag gehalten, der auf diesen Anlass einstimmen und das Interesse an einem Bibelkurs weiter fördern soll.

      31 Jehovas Zeugen freuen sich auf Gelegenheiten, sich zu versammeln, um „aufeinander zu achten“ und sich gegenseitig „zur Liebe und zu guten Taten“ anzuspornen (Heb. 10:24). Der treue und verständige Sklave achtet darauf, Zusammenkünfte vorzubereiten, die auf unsere Bedürfnisse abgestimmt sind. Allen Dienern Jehovas und interessierten Personen wird dringend ans Herz gelegt, jede Möglichkeit zum Zusammenkommen zu nutzen. Tiefe Dankbarkeit für das, was Jehova uns durch seine Organisation bietet, fördert die Einheit unter seinem Volk. Und wichtiger noch: Wir ehren und preisen dadurch Jehova! (Ps. 111:1).

  • Diener der guten Botschaft
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 8

      Diener der guten Botschaft

      JEHOVA hat uns seinen Sohn, Jesus Christus, als perfektes Vorbild gegeben (1. Pet. 2:21). Wenn jemand ein Nachfolger Jesu wird, predigt er als ein Diener Gottes die gute Botschaft. Wie Jesus andeutete, hat diese Tätigkeit eine belebende Wirkung: „Kommt zu mir, alle, die ihr euch abplagt und belastet seid, und ich werde euch neue Kraft geben. Legt euch mein Joch auf und lernt von mir, denn ich habe ein mildes Wesen und bin von Herzen demütig, und ihr werdet neue Kraft gewinnen“ (Mat. 11:28, 29). Jeder, der dieser Einladung gefolgt ist, konnte erleben, dass Jesus sein Versprechen hält.

      2 Als oberster Diener Gottes wählte Jesus bestimmte Personen als seine Nachfolger aus (Mat. 9:9; Joh. 1:43). Er schulte sie für den Dienst und sandte sie aus, das gleiche Werk zu verrichten wie er (Mat. 10:1 bis 11:1; 20:28; Luk. 4:43). Später sandte er 70 weitere Jünger aus, die gute Botschaft von Gottes Königreich bekannt zu machen (Luk. 10:1, 8-11). Jesus sagte zu ihnen: „Wer auf euch hört, hört auf mich. Und wer euch missachtet, missachtet auch mich. Und wer mich missachtet, missachtet auch den, der mich gesandt hat“ (Luk. 10:16). So betonte Jesus, was für eine große Verantwortung den Jüngern übertragen wurde. Sie sollten Jesus und Gott, den Höchsten, vertreten. Das trifft auch auf diejenigen zu, die heute die Einladung Jesu annehmen: „Komm, folge mir nach!“ (Luk. 18:22; 2. Kor. 2:17). Alle, die darauf reagieren, haben von Gott den Auftrag, die gute Botschaft vom Königreich zu predigen und Menschen zu Jüngern zu machen (Mat. 24:14; 28:19, 20).

      3 Da wir diese Einladung angenommen haben, durften wir Jehova Gott und Jesus Christus kennenlernen (Joh. 17:3). Wir haben erfahren, wie Jehova denkt und handelt. Mit seiner Hilfe konnten wir unser Denken neugestalten, „die neue Persönlichkeit anziehen“ und unser Verhalten nach seinen gerechten Maßstäben ausrichten (Röm. 12:1, 2; Eph. 4:22-24; Kol. 3:9, 10). Aus tiefer Dankbarkeit haben wir uns Jehova hingegeben und uns zum Zeichen dafür im Wasser taufen lassen. Mit unserer Taufe wurden wir ordinierte Diener Gottes.

      4 Achten wir stets darauf, den Dienst für Gott mit „unschuldigen Händen“ und „einem reinen Herzen“ zu verrichten (Ps. 24:3, 4; Jes. 52:11; 2. Kor. 6:14 bis 7:1). Durch unseren Glauben an Jesus Christus haben wir ein reines Gewissen (Heb. 10:19-23, 35, 36; Offb. 7:9, 10, 14). Der Apostel Paulus riet Christen, alles zur Verherrlichung Gottes zu tun, damit andere nicht zum Stolpern gebracht werden. Und der Apostel Petrus wies darauf hin, wie wertvoll ein vorbildliches Verhalten ist, wenn man jemand, der kein Zeuge Jehovas ist, für die Wahrheit gewinnen möchte (1. Kor. 10:31, 33; 1. Pet. 3:1). Wie können wir jemandem helfen, die Voraussetzungen für einen Diener der guten Botschaft zu erfüllen?

      NEUE VERKÜNDIGER

      5 Ermuntere einen Interessierten, mit dem du die Bibel studierst, von Anfang an, anderen zu erzählen, was er dazugelernt hat. Er könnte sich mit Verwandten, Freunden, Arbeitskollegen und anderen ganz zwanglos darüber unterhalten. Das ist ein wichtiger Schritt bei der Schulung Neuer zu Nachfolgern Jesu Christi und Dienern der guten Botschaft (Mat. 9:9; Luk. 6:40). Wenn der Neue Fortschritte macht und im informellen Zeugnisgeben Erfahrung gesammelt hat, wird er bestimmt den Wunsch äußern, sich formell am Predigtdienst zu beteiligen.

      DEN ERFORDERNISSEN ENTSPRECHEN

      6 Bevor jemand das erste Mal von Haus zu Haus gehen kann, muss er bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Wer mit uns in den Predigtdienst geht, identifiziert sich öffentlich mit Jehovas Zeugen. Er muss deshalb sein Leben bereits mit den gerechten Maßstäben Jehovas in Übereinstimmung gebracht haben und die Voraussetzungen für einen ungetauften Verkündiger erfüllen.

      7 Studierst du mit jemandem die Bibel und besprichst mit ihm biblische Grundsätze, lernst du wahrscheinlich seine Lebensumstände kennen. Vielleicht hast du beobachtet, dass er das Gelernte auch umsetzt. Über bestimmte Bereiche im Leben des Studierenden werden die Ältesten jedoch noch mit euch beiden sprechen wollen.

      8 Der Koordinator der Ältestenschaft wird dafür sorgen, dass zwei Älteste (einer aus dem Dienstkomitee) mit dir und dem Studierenden dieses Gespräch führen. In Versammlungen mit nur sehr wenig Ältesten kann das auch ein Ältester zusammen mit einem befähigten Dienstamtgehilfen tun. Die ausgewählten Brüder sollten sich bemühen, die Besprechung unverzüglich durchzuführen. Falls sie bei einer Zusammenkunft von dem Wunsch des Studierenden erfahren, könnten sie sogar direkt nach der Zusammenkunft dieses Gespräch führen. Das sollte in entspannter Atmosphäre geschehen. Bevor ein Studierender ungetaufter Verkündiger werden kann, muss Folgendes auf ihn zutreffen:

      1. 1. Er glaubt, dass die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist (2. Tim. 3:16).

      2. 2. Er kennt die Grundlehren der Bibel und glaubt daran. Wird er mit Fragen konfrontiert, beantwortet er sie in Übereinstimmung mit der Bibel und nicht gemäß eigenen Ideen oder religiösen Irrlehren (Mat. 7:21-23; 2. Tim. 2:15).

      3. 3. Er beachtet das Gebot der Bibel, sich mit Jehovas Volk zu versammeln, wenn er dazu in der Lage ist (Ps. 122:1; Heb. 10:24, 25).

      4. 4. Er weiß, was die Bibel über sexuelle Unmoral wie zum Beispiel Ehebruch, Polygamie und Homosexualität sagt, und lebt entsprechend. Falls er mit jemandem vom anderen Geschlecht zusammenlebt, mit dem er nicht verwandt ist, müssen die beiden rechtmäßig verheiratet sein (Mat. 19:9; 1. Kor. 6:9, 10; 1. Tim. 3:2, 12; Heb. 13:4).

      5. 5. Er beachtet, was die Bibel über Trunkenheit sagt, und enthält sich von allen natürlichen oder künstlichen Substanzen, die suchterzeugend oder bewusstseinsverändernd wirken und nicht zu medizinischen Zwecken eingenommen werden (2. Kor. 7:1; Eph. 5:18; 1. Pet. 4:3, 4).

      6. 6. Ihm ist bewusst, wie wichtig es ist, schlechten Umgang zu meiden (1. Kor. 15:33).

      7. 7. Er hat alle Organisationen der falschen Religion endgültig verlassen, denen er vielleicht als Mitglied angehörte. Er hat aufgehört, ihre Gottesdienste zu besuchen und an ihren Aktivitäten teilzunehmen oder diese zu unterstützen (2. Kor. 6:14-18; Offb. 18:4).

      8. 8. Er ist in keine politische Angelegenheit der Welt involviert (Joh. 6:15; 15:19; Jak. 1:27).

      9. 9. Er verhält sich in kriegerischen Auseinandersetzungen neutral (Jes. 2:4).

      10. 10. Er möchte wirklich ein Zeuge Jehovas werden (Ps. 110:3).

      9 Wenn sich die Ältesten nicht sicher sind, wie der Studierende über einen dieser Punkte denkt, sollten sie ihn dazu befragen; Grundlage können die oben angeführten Bibelstellen sein. Der Studierende sollte verstehen, dass diejenigen, die sich an der Predigttätigkeit von Jehovas Zeugen beteiligen, gemäß diesen biblischen Erfordernissen leben müssen. Das Gespräch hilft den Ältesten festzustellen, ob der Studierende weiß, was von ihm erwartet wird, und ob er in vernünftigem Maß die Voraussetzungen erfüllt, sich am Predigtdienst zu beteiligen.

      10 Die Ältesten sollten dem Studierenden schnell mitteilen, ob er den Erfordernissen entspricht. Meistens ist das am Ende des Gesprächs möglich. Erfüllt er die Erfordernisse, können die Ältesten ihn als Verkündiger herzlich willkommen heißen (Röm. 15:7). Der Betreffende sollte ermuntert werden, sich so bald wie möglich am Predigtdienst zu beteiligen und nach Ablauf des Monats einen Predigtdienstbericht abzugeben. Die Ältesten erklären ihm, dass für einen ungetauften Verkündiger eine Verkündigerberichtskarte der Versammlung angelegt und in der Versammlungsablage aufbewahrt wird, sobald er das erste Mal einen Bericht abgibt. Die Ältesten tragen solche persönlichen Informationen zusammen, damit unsere weltweiten religiösen Aktivitäten besser koordiniert werden können. Dem Verkündiger wird es dadurch auch ermöglicht, sich an bestimmten Aktivitäten zu beteiligen und gezielt Beistand zu erhalten. Außerdem können die Ältesten neue Verkündiger darauf hinweisen, dass alle persönlichen Informationen entsprechend der Weltweiten Datenschutzrichtlinie von Jehovas Zeugen behandelt werden (zu finden auf jw.org).

      11 Es kann sich auf den neuen Verkündiger sehr gut auswirken, wenn wir uns für ihn persönlich und seine Fortschritte interessieren. Das mag für ihn ein Ansporn sein, regelmäßig einen Predigtdienstbericht abzugeben und noch größere Anstrengungen zu unternehmen, Jehova zu dienen (Phil. 2:4; Heb. 13:2).

      12 Sobald die Ältesten entschieden haben, dass sich der Studierende für den Predigtdienst eignet, bekommt er das Buch Organisiert, Jehovas Willen zu tun. Hat er das erste Mal über seinen Predigtdienst berichtet, wird der Versammlung kurz bekannt gegeben, dass er ein ungetaufter Verkündiger geworden ist.

      JUNGEN MENSCHEN HELFEN

      13 Auch Kinder können die Voraussetzungen für Verkündiger der guten Botschaft erfüllen. Jesus nahm kleine Kinder herzlich auf und segnete sie (Mat. 19:13-15; 21:15, 16). In erster Linie sind zwar die Eltern für ihre Kinder verantwortlich, aber auch andere in der Versammlung können Kindern und Jugendlichen helfen, die von sich aus am Königreichspredigtwerk teilnehmen möchten. Eltern können Kinder durch ihr eigenes gutes Beispiel im Predigtdienst sehr ermuntern, im Dienst für Gott eifrig zu sein. Welche weitere Hilfe kann einem Kind gegeben werden, wenn es sich vorbildlich verhält und von sich aus mit anderen über seinen Glauben sprechen möchte?

      14 Ein Elternteil könnte dann einen Ältesten des Dienstkomitees darüber informieren, dass das Kind ungetaufter Verkündiger werden möchte. Der Koordinator der Ältestenschaft wird zwei Älteste (einer aus dem Dienstkomitee) bitten, mit dem Kind und den gläubigen Eltern (oder dem gläubigen Elternteil oder Erziehungsberechtigten) zusammenzukommen. Besitzt das Kind eine grundlegende Erkenntnis der biblischen Wahrheit und hat den Wunsch, sich am Predigtdienst zu beteiligen, ist das ein Zeichen für Fortschritt. Nachdem die beiden Ältesten diese und andere Faktoren abgewogen haben – sie entsprechen in etwa denen, die für Erwachsene gelten –, können sie entscheiden, ob das Kind ungetaufter Verkündiger werden kann (Luk. 6:45; Röm. 10:10). Findet das Gespräch mit einem Kind statt, ist es nicht nötig, auf Punkte einzugehen, die normalerweise nur auf Erwachsene zutreffen.

      15 Die Ältesten sollten das Kind bei den Zusammenkünften für seine Fortschritte loben und es ermutigen, sich die Taufe zum Ziel zu setzen. Auch die Eltern verdienen Lob, denn sie haben bestimmt viel Mühe investiert, ihrem Kind die Wahrheit zu vermitteln. Die Ältesten können sie auf das „Wort an die Eltern“ auf den Seiten 179–181 aufmerksam machen, wo sie weitere Tipps bekommen.

      HINGABE UND TAUFE

      16 Wenn du Jehova kennen- und lieben gelernt hast, nach den göttlichen Erfordernissen lebst und dich am Predigtdienst beteiligst, ist es jetzt wichtig, dein persönliches Verhältnis zu ihm zu festigen. Wie? Indem du dich ihm hingibst und dich zum Zeichen dafür im Wasser taufen lässt (Mat. 28:19, 20).

      17 Die Hingabe bedeutet, für einen heiligen Zweck ausgesondert zu sein. Wenn du dich Jehova hingibst, versprichst du ihm im Gebet, dein Leben in seinen Dienst zu stellen und auf seinen Wegen zu gehen, ihm also für immer ausschließlich ergeben zu sein (5. Mo. 5:9). Das ist eine ganz persönliche Angelegenheit. Niemand kann das für dich tun.

      18 Allerdings ist noch mehr nötig, als Jehova nur persönlich zu sagen, dass du ihm gehören möchtest. Es muss auch für andere sichtbar werden, dass du dich Gott hingegeben hast. Dies geschieht, wenn du dich – wie Jesus damals – im Wasser taufen lässt (1. Pet. 2:21; 3:21). Hast du den Wunsch, Jehova zu dienen und dich taufen zu lassen, solltest du den Koordinator der Ältestenschaft darüber informieren. Er wird veranlassen, dass verschiedene Älteste mit dir sprechen, um festzustellen, ob du den göttlichen Erfordernissen für die Taufe entsprichst. Näheres ist unter „Ein Wort an den ungetauften Verkündiger“ auf den Seiten 182–184 zu finden sowie unter „Fragen für Personen, die sich taufen lassen möchten“ auf den Seiten 185–207.

      BERICHTE ÜBER DEN FORTSCHRITT DES PREDIGTDIENSTES

      19 Berichte über die weltweite Ausdehnung der reinen Anbetung waren all die Jahre für Jehovas Volk eine Ermunterung. Seit Jesus Christus seinen Jüngern sagte, die gute Botschaft würde auf der ganzen Erde gepredigt werden, verfolgen wahre Christen begeistert, wie dieses Ziel erreicht wird (Mat. 28:19, 20; Mar. 13:10; Apg. 1:8).

      20 Die Nachfolger Jesu im 1. Jahrhundert freuten sich, Berichte über die guten Ergebnisse der Predigttätigkeit zu hören (Mar. 6:30). Aus der Apostelgeschichte erfahren wir, dass etwa 120 Personen anwesend waren, als zu Pfingsten 33 der heilige Geist auf die Jünger ausgegossen wurde. Bald wuchs die Zahl der Jünger auf etwa 3 000 an und dann auf ungefähr 5 000. Es wurde berichtet, dass Jehova täglich weitere dazukommen ließ, die gerettet werden sollten, und dass „eine große Menge Priester“ den Glauben annahm (Apg. 1:15; 2:5-11, 41, 47; 4:4; 6:7). Wie sehr doch die Berichte über das Wachstum die Jünger ermuntert haben müssen! Bestimmt wurden sie dadurch angespornt, das ihnen von Gott aufgetragene Werk fortzusetzen – und das trotz der heftigen Verfolgung, zu der die religiösen Führer der Juden anstifteten.

      21 Um das Jahr 60/61 berichtete Paulus in seinem Brief an die Kolosser, dass die gute Botschaft „in der ganzen Welt Frucht trägt und sich verbreitet“ und dass sie „in der ganzen Schöpfung unter dem Himmel gepredigt worden ist“ (Kol. 1:5, 6, 23). Die ersten Christen befolgten den Auftrag Gottes, und der heilige Geist gab ihnen die Kraft, vor dem Ende des jüdischen Systems (im Jahr 70) ein gewaltiges Predigtwerk durchzuführen. Wie ermutigend es für diese treuen Christen war, Berichte über die Ergebnisse ihrer Tätigkeit zu hören!

      Bist du persönlich daran interessiert, dass der Dienst gründlich durchgeführt wird, bevor das Ende kommt?

      22 Ebenso bemüht sich Jehovas Organisation heute, Aufzeichnungen über das Predigtwerk zu führen, das in Erfüllung von Matthäus 24:14 verrichtet wird, wo es heißt: „Die gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde bekannt gemacht werden als Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“ Als Diener Gottes haben wir eine dringliche Aufgabe zu erfüllen. Jeder von uns sollte persönlich daran interessiert sein, dass der Dienst gründlich durchgeführt wird, bevor das Ende kommt. Letztlich wird Jehova dafür sorgen, dass dieses Werk abgeschlossen wird. Und wenn wir uns daran beteiligen, wird sich Jehova über uns freuen (Hes. 3:18-21).

      DEIN PERSÖNLICHER PREDIGTDIENSTBERICHT

      23 Was genau sollten wir berichten? Auf dem Formular Predigtdienstbericht, das wir von der Organisation erhalten, ist vermerkt, welche Angaben zu machen sind. Die folgenden allgemeinen Bemerkungen liefern zusätzliche Informationen.

      24 Vermerke unter „Abgabe (gedruckt und elektronisch)“ die Gesamtzahl der Veröffentlichungen – ob gedruckt oder elektronisch –, die du an Personen weitergegeben hast, die keine getauften Zeugen sind. Vermerke unter „Videovorführungen“, wie oft du eines unserer Videos zeigen konntest.

      25 Von einem „Rückbesuch“ spricht man, wenn man bei einer Person, die kein getaufter Zeuge Jehovas ist, wieder vorspricht, um ihr Interesse weiter zu fördern. Ein Rückbesuch kann ein persönlicher Besuch sein, ein Brief, ein Telefonanruf, eine Textnachricht, eine E-Mail oder das Einwerfen von Publikationen. Jedes Mal wenn ein Heimbibelstudium durchgeführt wird, kann es als Rückbesuch gezählt werden. Ein Vater oder eine Mutter kann wöchentlich bis zu einen Rückbesuch notieren, wenn er oder sie das Familienstudium leitet und ein ungetauftes Kind zugegen ist.

      26 Ein Bibelstudium wird zwar im Allgemeinen wöchentlich durchgeführt, aber es wird nur als ein Studium im Monat berichtet. Verkündiger sollten die Gesamtzahl der verschiedenen Bibelstudien angeben, die sie in dem Monat durchgeführt haben. Als Heimbibelstudien können berichtet werden: Studien mit Personen, die keine getauften Zeugen Jehovas sind; das Studium mit einem untätigen Bruder oder einer untätigen Schwester, das auf Bitte eines Ältesten des Dienstkomitees durchgeführt wird; Studien mit Neugetauften, die das Buch Glücklich – für immer noch nicht zu Ende studiert haben.

      27 Es ist wichtig, beim Berichten unserer „Predigtdienststunden“ genau zu sein. Grundsätzlich ist das die Zeit, die man im Dienst von Haus zu Haus, bei Rückbesuchen, bei Heimbibelstudien oder beim formellen oder informellen Zeugnisgeben einsetzt – Zeit, die man für biblische Gespräche mit Personen einsetzt, die keine getauften Zeugen Jehovas sind. Arbeiten zwei Verkündiger zusammen, können beide die Zeit zählen. Rückbesuche oder Bibelstudien kann aber jeweils nur einer berichten. Wenn beide Elternteile beim Familienstudium einen aktiven Anteil an der Schulung ihrer Kinder haben, kann jeder von ihnen bis zu eine Stunde wöchentlich berichten. Auch Brüder, die öffentliche Vorträge halten, können die Zeit zählen. Wird der öffentliche Vortrag übersetzt, kann der Dolmetscher die Zeit ebenfalls berichten. Zeit für andere notwendige Dinge wie die Vorbereitung auf den Predigtdienst, der Besuch des Treffpunkts, Besorgungen oder Ähnliches wird nicht berichtet.

      28 Jeder Verkündiger sollte seinem biblisch geschulten Gewissen folgen und unter Gebet entscheiden, was als Predigtdienstzeit zählt. Manche Verkündiger sind in dicht besiedelten Gebieten tätig, andere in Gebieten mit einer geringen Einwohnerzahl, wo man weite Wege zurücklegen muss. Die Gebiete sind unterschiedlich, und auch die Verkündiger betrachten ihren Dienst unterschiedlich. Die leitende Körperschaft drängt der weltweiten Versammlung nicht ihr Gewissen auf, wenn es darum geht, was als Predigtdienstzeit zu zählen ist, noch hat jemand anders den Auftrag, das zu beurteilen (Mat. 6:1; 7:1; 1. Tim. 1:5).

      29 Die Predigtdienstzeit sollte in vollen Stunden berichtet werden. Eine Ausnahme besteht, wenn ein Verkündiger stark eingeschränkt ist, zum Beispiel aufgrund fortgeschrittenen Alters, weil er ans Haus gebunden ist, sich in einem Pflegeheim befindet oder wegen ähnlicher Umstände. Diese Verkündiger können in Einheiten von 15 Minuten berichten. Selbst wenn sie in einem Monat nur 15 Minuten predigen, sollten sie diese Zeit angeben. Sie werden als regelmäßige Verkündiger gezählt. Diese Regelung gilt auch für Verkündiger, die vorübergehend eingeschränkt sind, weil sie vielleicht in einem Monat wegen einer schweren Krankheit oder Verletzung nicht mobil sind. Die Regelung trifft nur auf diejenigen zu, die in ihrer Tätigkeit stark eingeschränkt sind. Das Dienstkomitee entscheidet, wann das auf einen Verkündiger zutrifft.

      VERKÜNDIGERBERICHTSKARTE DER VERSAMMLUNG

      30 Jeden Monat wird dein Predigtdienstbericht in eine Verkündigerberichtskarte der Versammlung eingetragen. Diese Unterlagen gehören der Versammlung. Wenn du vorhast, in das Gebiet einer anderen Versammlung zu ziehen, unterrichte bitte unbedingt die Ältesten deiner Versammlung davon. Der Sekretär wird deine Unterlagen an die neue Versammlung weiterleiten. Das erleichtert es den Ältesten deiner neuen Versammlung, dich zu integrieren und zu unterstützen. Solltest du weniger als drei Monate von deiner Versammlung abwesend sein, dann schicke deinen Predigtdienstbericht bitte weiterhin an deine Heimatversammlung.

      WARUM WIR EINEN PREDIGTDIENSTBERICHT ABGEBEN

      31 Vergisst du manchmal, deinen Predigtdienstbericht abzugeben? Wahrscheinlich müssen wir alle gelegentlich daran erinnert werden. Wenn wir jedoch zur Berichterstattung richtig eingestellt sind und verstehen, weshalb sie wichtig ist, denken wir eher daran, unseren Bericht abzugeben.

      32 Manche fragen sich, warum es nötig ist, einen Bericht abzugeben, wenn Jehova doch weiß, was wir für ihn tun. Natürlich sieht Jehova, was wir tun, und er sieht auch, ob wir unseren Dienst von ganzem Herzen verrichten oder nur pro forma. Denken wir jedoch an Folgendes: Jehova ließ aufzeichnen, wie viele Tage Noah in der Arche verbrachte und wie viele Jahre die Israeliten durch die Wildnis zogen. Gott führte Buch darüber, wie viele treu waren und wie viele sich von ihm abwandten. Er ließ Aufzeichnungen über die fortschreitende Eroberung des Landes Kanaan führen und über das, was die treuen Richter Israels bewirkten. Jehova ließ wirklich viele Einzelheiten über die Tätigkeiten seiner Diener festhalten. Diese Berichte wurden unter Inspiration aufgeschrieben und machen so Jehovas Ansicht über das Führen genauer Aufzeichnungen deutlich.

      33 Die Bibelberichte über historische Ereignisse zeigen, mit welcher Genauigkeit Jehovas Volk Begebenheiten festhielt. In vielen Fällen haben die speziellen Zahlenangaben dem Bibelbericht erst die volle Aussagekraft gegeben. Dazu folgende Beispiele: 1. Mose 46:27; 2. Mose 12:37; Richter 7:7; 2. Könige 19:35; 2. Chronika 14:9-13; Johannes 6:10; 21:11; Apostelgeschichte 2:41; 19:19.

      34 Natürlich schließen unsere Berichte nicht alles ein, was wir im Dienst für Jehova tun. Dennoch sind sie für die Organisation Jehovas sehr nützlich. Als im 1. Jahrhundert die Apostel von ihrer Predigttätigkeit zurückkehrten, berichteten sie Jesus „alles, was sie getan und gelehrt hatten“ (Mar. 6:30). Manchmal lassen Berichte erkennen, dass bestimmten Bereichen unseres Dienstes besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Die Zahlen mögen in einigen Bereichen Fortschritte anzeigen, aber woanders auch einen Rückgang erkennen lassen, beispielsweise bei der Zahl der Verkündiger. Vielleicht fehlt Ermunterung oder es sind Probleme zu lösen. Verantwortungsbewusste Aufseher befassen sich daher mit den Berichten und bemühen sich, auf Umstände zu reagieren, die eventuell den Fortschritt einzelner Personen oder der gesamten Versammlung behindern.

      35 Durch Berichte kann die Organisation auch besser erkennen, wo im Gebiet Unterstützung benötigt wird. Welche Gegenden sind produktiver? Wo ist wenig Fortschritt zu verzeichnen? Welche Veröffentlichungen werden benötigt, um den Menschen zu helfen, die Wahrheit kennenzulernen? Berichte ermöglichen es, den Literaturbedarf für das Predigtwerk in den verschiedenen Teilen der Welt abzuschätzen und dann den Bedarf zu decken.

      36 Berichte lösen bei den meisten von uns Freude aus. Es begeistert uns zu erfahren, was unsere Brüder beim Predigen der guten Botschaft weltweit alles leisten. Zahlen über das Wachstum geben uns einen umfassenden Überblick über die Ausdehnung der Organisation Jehovas. Erfahrungsberichte gehen uns zu Herzen und motivieren uns, einen größeren Anteil an der Predigttätigkeit zu haben (Apg. 15:3). Unsere Bereitschaft, Predigtdienstberichte abzugeben, ist von großer Bedeutung und lässt Interesse an der weltweiten Bruderschaft erkennen. So zeigen wir auch in kleinen Dingen, dass wir Jehovas Ordnungsgefüge anerkennen (Luk. 16:10; Heb. 13:17).

      EIGENE ZIELE SETZEN

      37 Es besteht kein Grund, unseren Dienst mit dem eines anderen zu vergleichen (Gal. 5:26; 6:4). Bei jedem sind die Umstände anders. Viel besser ist es, wenn man sich persönlich realistische Ziele setzt und daran seinen Fortschritt im Dienst misst. Erreicht man diese Ziele, wird man Zufriedenheit verspüren.

      38 Es ist zu erkennen, dass Jehova tatsächlich die Einsammlung von Personen beschleunigt, die er während der „großen Drangsal“ beschützen wird. Wir leben in der Zeit, in der sich Jesajas Prophezeiung erfüllt: „Der Kleine wird zu 1000 werden und der Unbedeutende zu einer mächtigen Nation. Ich selbst, Jehova, werde es beschleunigen zu seiner eigenen Zeit“ (Offb. 7:9, 14; Jes. 60:22). In diesen bedeutsamen letzten Tagen die gute Botschaft zu predigen, ist wirklich etwas Besonderes! (Mat. 24:14).

  • Methoden, die gute Botschaft zu predigen
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 9

      Methoden, die gute Botschaft zu predigen

      JESUS war ein dynamischer Verkündiger der guten Botschaft und gab damit seinen Nachfolgern ein Beispiel. Er wurde aktiv. Er ging zu den Menschen hin und lehrte in ihren Häusern sowie auf öffentlichen Plätzen (Mat. 9:35; 13:36; Luk. 8:1). Er unterhielt sich mit Einzelnen, lehrte seine Jünger, wenn er mit ihnen allein war, und sprach vor Tausenden von Zuhörern (Mar. 4:10-13; 6:35-44; Joh. 3:2-21). Jesus nutzte jede passende Gelegenheit, anderen Mut zu machen und ihnen Hoffnung zu schenken (Luk. 4:16-19). Selbst wenn er sich ausruhen und erholen wollte, ließ er sich keine Gelegenheit entgehen, über die gute Botschaft zu sprechen (Mar. 6:30-34; Joh. 4:4-34). Wenn wir diese inspirierten Berichte lesen, sind wir bestimmt genauso motiviert, Jesu Beispiel nachzuahmen, wie die Apostel damals (Mat. 4:19, 20; Luk. 5:27, 28; Joh. 1:43-45).

      2 Welche Möglichkeiten stehen Christen heute offen, sich an dem Predigtwerk zu beteiligen, das Jesus Christus vor fast 2 000 Jahren in Gang setzte?

      VON HAUS ZU HAUS PREDIGEN

      3 Als Zeugen Jehovas ist uns bewusst, von welchem Wert es ist, die gute Botschaft vom Königreich systematisch von Haus zu Haus zu predigen. Nach dieser Methode haben wir so intensiv gearbeitet, dass sie zu unserem Markenzeichen geworden ist. Die guten Ergebnisse bestätigen, wie wirkungsvoll diese Methode ist, um in kurzer Zeit Millionen Menschen zu erreichen (Mat. 11:19; 24:14). Der Dienst von Haus zu Haus ist eine Möglichkeit, Jehova und unseren Mitmenschen konkret unsere Liebe zu zeigen (Mat. 22:34-40).

      4 Das Predigen von Haus zu Haus ist nicht etwas, was erst Jehovas Zeugen eingeführt haben. Schon der Apostel Paulus sprach davon, dass er den Menschen in ihren Häusern predigte. „Vom ersten Tag an, als ich die Provinz Asien betrat“, so schrieb Paulus an die Aufseher in Ephesus, „[habe] ich mich nicht davon zurückgehalten, euch alles mitzuteilen, was nützlich war, und euch . . . von Haus zu Haus zu lehren.“ Auf diese und andere Weise hatte Paulus sowohl vor Juden als auch vor Griechen „gründlich bezeugt, dass sie bereuen und sich Gott zuwenden und an unseren Herrn Jesus glauben sollten“ (Apg. 20:18, 20, 21). Damals förderten die römischen Kaiser den Götzendienst und viele hatten „Ehrfurcht vor Gottheiten“. Daher war es dringend notwendig, den Gott zu suchen, „der die Welt und alles darin gemacht hat“ – den Gott, der damals den Menschen überall sagen ließ, „dass sie bereuen sollen“ (Apg. 17:22-31).

      5 Heute ist es dringender denn je, Menschen mit der guten Botschaft zu erreichen. Das Ende der Welt Satans rückt schnell näher. Deshalb fühlen wir uns gedrängt, uns noch mehr einzusetzen. Bis heute ist keine bessere Vorgehensweise bekannt, nach wahrheitshungrigen Menschen zu suchen, als die bewährte Methode von Haus zu Haus. Sie ist heute noch genauso wirkungsvoll wie zur Zeit Jesu und der Apostel (Mar. 13:10).

      6 Bist du in der Lage, einen vollen Anteil am Dienst von Haus zu Haus zu haben? Wenn ja, kannst du sicher sein, dass sich Jehova darüber freut (Hes. 9:11; Apg. 20:35). Es kann aber auch sein, dass dir der Dienst von Haus zu Haus schwerfällt. Vielleicht sind dir körperlich Grenzen gesetzt oder du predigst in einem Gebiet, in dem kaum jemand etwas hören möchte. Möglicherweise bestehen sogar staatliche Einschränkungen. Oder du bist schüchtern und es fällt dir schwer, mit fremden Leuten ein Gespräch zu beginnen, weshalb du jedes Mal im Dienst von Haus zu Haus eine gewisse Nervosität verspürst. Sei nicht entmutigt! (2. Mo. 4:10-12). Vielen geht es ähnlich wie dir.

      7 Jesus versprach seinen Jüngern: „Ich bin die ganze Zeit über bei euch bis zum Abschluss des Weltsystems“ (Mat. 28:20). Dieses Versprechen stärkt uns im Predigtwerk. Wir empfinden wie der Apostel Paulus, der schrieb: „Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft gibt“ (Phil. 4:13). Schöpfe die Möglichkeiten aus, die die Versammlung für das Predigen von Haus zu Haus bietet. Durch die Zusammenarbeit mit anderen erhältst du Ermunterung und persönliche Unterstützung. Welchen Hindernissen du auch immer gegenüberstehst – bete um Hilfe, sie zu überwinden, und kämpfe mit ganzer Kraft darum, die gute Botschaft zu predigen (1. Joh. 5:14).

      8 Beim Predigen hast du die Gelegenheit, deine Hoffnung vor anderen zu begründen (1. Pet. 3:15). Dir wird der Gegensatz zwischen denen, die die Königreichshoffnung haben, und denen, die ohne Hoffnung sind, immer bewusster (Jes. 65:13, 14). Wie wird es sich auswirken, wenn du dem Auftrag Jesu, dein Licht leuchten zu lassen, nachkommst? Du wirst Zufriedenheit verspüren, und vielleicht kannst du sogar jemandem helfen, Jehova und die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt, kennenzulernen (Mat. 5:16; Joh. 17:3; 1. Tim. 4:16).

      9 Die Versammlung plant sowohl am Wochenende als auch unter der Woche Zusammenkünfte für den Predigtdienst. In Gegenden, wo es schwierig ist, tagsüber jemand zu Hause anzutreffen, organisieren einige Versammlungen den Abenddienst. Vielleicht sind die Menschen im Gebiet eher bereit, Besucher am späten Nachmittag oder am frühen Abend zu empfangen als am Morgen.

      HERAUSFINDEN, WER WÜRDIG IST

      10 Jesus wies seine Jünger an: „Findet heraus, wer eurer Botschaft würdig ist“ (Mat. 10:11). Er suchte nicht nur von Haus zu Haus nach solch positiv eingestellten Menschen. Vielmehr predigte er bei jeder passenden Gelegenheit – sowohl formell als auch informell (Luk. 8:1; Joh. 4:7-15). Auch die Apostel predigten an den unterschiedlichsten Orten (Apg. 17:17; 28:16, 23, 30, 31).

      Es ist unser Ziel, möglichst jeden mit der Königreichsbotschaft anzusprechen

      11 Genauso ist es unser Ziel, möglichst jeden mit der Königreichsbotschaft anzusprechen. Das bedeutet, dass wir beim Predigen und Jüngermachen so vorgehen wie Jesus und seine Apostel und unser Predigen dem Zeitplan und dem veränderten Lebensrhythmus der Menschen in unserem Gebiet anpassen (1. Kor. 7:31). Einige Verkündiger predigen zum Beispiel erfolgreich in Geschäftsvierteln. In vielen Ländern hat sich der Straßendienst bewährt, aber auch der Dienst in Parks, auf Parkplätzen und überall sonst, wo man Menschen trifft. In manchen Versammlungsgebieten kommen Stände oder Trolleys zum Einsatz. In Ballungszentren mit viel Publikumsverkehr kann das Zweigbüro außerdem ein besonderes öffentliches Zeugnisgeben organisieren, an dem sich Verkündiger aus mehreren Versammlungen beteiligen. Das Ergebnis all dieser Bemühungen: Menschen, die man zu Hause nicht antrifft, können mit der guten Botschaft woanders erreicht werden.

      12 Wenn wir in der Öffentlichkeit Menschen begegnen, die sich für die Bibel interessieren, können wir ihnen eine passende Publikation anbieten. Das Interesse lässt sich vielleicht dadurch weiter fördern, dass wir unsere Kontaktdaten weitergeben und einen Rückbesuch vereinbaren, auf jw.org hinweisen oder die Adresse eines nahe gelegenen Königreichssaals weitergeben. An Orten mit Publikumsverkehr zu predigen macht Freude und ist eine Möglichkeit, seinen Dienst zu erweitern.

      13 Die Aufgabe, die Christen heute übertragen wurde, schließt allerdings noch mehr ein, als lediglich die gute Botschaft bekannt zu machen. Um interessierten Personen zu helfen, die Wahrheit anzunehmen, sind wiederholte Besuche nötig, damit sie auf dem Weg zu einem reifen Christen Fortschritte machen können.

      RÜCKBESUCHE DURCHFÜHREN

      14 Jesus sagte zu seinen Nachfolgern: „Ihr werdet Zeugen von mir sein . . . bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apg. 1:8). Er forderte sie aber auch auf: „Geht und macht Menschen aus allen Völkern zu meinen Jüngern, . . . und lehrt sie, sich an alles zu halten, was ich euch aufgetragen habe“ (Mat. 28:19, 20). Rückbesuche können viel Freude bereiten. Personen, die beim ersten Besuch Interesse für die gute Botschaft gezeigt haben, freuen sich wahrscheinlich, wenn du sie wieder besuchst. Dadurch, dass du ihnen etwas aus der Bibel erklärst, wird ihnen vielleicht bewusst, „dass sie Gott brauchen“ und ihr Glaube an ihn wird gestärkt (Mat. 5:3). Wenn du dich auf den Rückbesuch gut vorbereitest und den Wohnungsinhaber zu einer für ihn passenden Zeit besuchst, kannst du eventuell ein Heimbibelstudium beginnen – das eigentliche Ziel von Rückbesuchen. Wir „pflanzen“ nicht nur den Samen der Wahrheit, sondern „begießen“ ihn auch (1. Kor. 3:6).

      15 Für manche sind Rückbesuche eine echte Herausforderung. Vielleicht bist du inzwischen recht geschickt darin, ein kurzes Gespräch zu führen, und hast Freude dabei. Aber bei dem Gedanken, wieder hinzugehen und biblisch zu argumentieren, fühlst du dich überfordert. Mit guter Vorbereitung wirst du dich wohler fühlen. Setz die praktischen Hinweise um, die du in der Zusammenkunft unter der Woche erhältst. Du kannst auch einen erfahrenen Verkündiger bitten, dich zu begleiten.

      HEIMBIBELSTUDIEN LEITEN

      16 Der Evangeliumsverkündiger Philippus sprach einen jüdischen Proselyten an, der in Gottes Wort las, und fragte ihn: „Verstehst du denn, was du da liest?“ Der Mann erwiderte: „Wie soll ich das jemals verstehen, wenn mir nicht jemand dabei hilft?“ Aus dem Bibelbericht in Apostelgeschichte, Kapitel 8 erfahren wir, dass Philippus dem Mann die Passage, die er gerade las, erklärte und ihm „die gute Botschaft über Jesus“ bekannt machte (Apg. 8:26-36). Wir wissen nicht, wie viel Zeit Philippus sich dafür nahm, aber er erklärte dem Mann die gute Botschaft so gründlich, dass er gläubig wurde und darum bat, getauft zu werden. Er wurde ein Jünger Jesu Christi.

      17 Heute sind viele mit der Bibel nicht vertraut. Deshalb sind wahrscheinlich etliche Rückbesuche und ein eingehendes Bibelstudium über Wochen, Monate oder sogar mehr als ein Jahr nötig, bis jemand Glauben entwickelt hat und sich für die Taufe eignet. Doch die Geduld und Liebe, die wir investieren, um aufrichtigen Personen zu helfen, Jünger zu werden, wird belohnt werden – so wie Jesus sagte: „Geben macht glücklicher als Empfangen“ (Apg. 20:35).

      18 Es ist gut, bei einem Heimbibelstudium eine Publikation zu verwenden, die speziell dafür vorgesehen ist. Wenn du umsetzt, was du in der Zusammenkunft unter der Woche lernst, und mit erfahrenen Bibellehrern aus der Versammlung zusammenarbeitest, wirst du produktive Studien durchführen und anderen helfen können, Jünger Jesu Christi zu werden.

      19 Benötigst du beim Einrichten oder Leiten eines Heimbibelstudiums Hilfe, dann sprich doch einen Ältesten oder einen Verkündiger an, von dem du weißt, dass er wirkungsvoll Bibelstudien durchführt. Auch die Vorschläge, die du im Arbeitsheft findest und die in der Zusammenkunft demonstriert werden, können eine Hilfe sein. Vertraue auf Jehova und trage ihm deinen Wunsch im Gebet vor (1. Joh. 3:22). Setze dir wenn irgend möglich zum Ziel, ein Bibelstudium durchzuführen – zusätzlich zu eventuellen Studien innerhalb der Familie. Durch das Leiten von Bibelstudien wirst du noch mehr Freude im Dienst haben.

      INTERESSIERTE ZU JEHOVAS ORGANISATION FÜHREN

      20 Helfen wir Menschen, Jehova Gott kennenzulernen und Jünger Jesu Christi zu werden, werden sie ein Teil der Versammlung. Damit sie Fortschritte machen und reifer werden, müssen sie Jehovas Organisation anerkennen und mit ihr zusammenarbeiten. Es ist wichtig, dass wir ihnen erklären, wie sie das tun können. Speziell für diesen Zweck wurden Videos und die Broschüre Der Wille Jehovas: Wer lebt heute danach? herausgegeben. Weitere nützliche Informationen findet man in Kapitel 4 des vorliegenden Buches.

      21 Hilf dem Studierenden, schon bei den ersten biblischen Gesprächen zu verstehen, dass Jehova eine Organisation gebraucht, um das Predigtwerk heute auf der Erde durchzuführen. Hebe den Wert unserer Bibelstudienhilfsmittel hervor und erkläre, wie sie weltweit in aufopferungsvoller Freiwilligenarbeit hergestellt und verbreitet werden. Lade den Studierenden zu den Zusammenkünften im Königreichssaal ein, erkläre ihm, wie sie ablaufen, und stelle ihn den Brüdern und Schwestern vor. Hilf ihm auch, auf Kongressen weitere Glaubensbrüder kennenzulernen. Bei diesen und anderen Anlässen hat ein Neuer die Möglichkeit, die Liebe unter Jehovas Volk selbst zu beobachten – das Kennzeichen wahrer Christen (Joh. 13:35). Wenn bei einem Interessierten die Wertschätzung für Jehovas Organisation wächst, kommt er Jehova näher.

      BIBLISCHE LITERATUR VERWENDEN

      22 Die ersten Christen wurden eifrige Verkündiger des Wortes Gottes. Sie stellten für ihren persönlichen Gebrauch und für das Studium in der Versammlung Abschriften her. Sie empfahlen Gottes Wort der Wahrheit auch anderen. Die wenigen Abschriften, die sie hatten, waren sehr kostbar (Kol. 4:16; 2. Tim. 2:15; 3:14-17; 4:13; 1. Pet. 1:1). Heute ist es Jehovas Zeugen mithilfe moderner Druckmethoden möglich, Hunderte Millionen von Bibeln und Studienhilfsmitteln herzustellen. Dazu gehören Traktate, Broschüren, Bücher und Zeitschriften in mehreren Hundert Sprachen.

      23 Verwende diese Bibelstudienhilfsmittel der Organisation Jehovas, wenn du mit anderen über die gute Botschaft sprichst. Da dir bewusst ist, wie nützlich das Lesen und Studieren der Publikationen für dich ist, möchtest du sie bestimmt auch anderen zukommen lassen (Heb. 13:15, 16).

      24 Für immer mehr Menschen ist das Internet die Hauptinformationsquelle. Deshalb ist unsere offizielle Website jw.org neben der gedruckten biblischen Literatur ein wirksames Mittel, die gute Botschaft bekannt zu machen. Rund um die Welt kann man mithilfe eines Computers die Bibel oder biblische Publikationen in Hunderten von Sprachen lesen oder sich anhören. Wer sich vor einem Gespräch mit uns scheut oder in einer Gegend lebt, wo er kaum Gelegenheit hat, mit einem Zeugen Jehovas zu sprechen, kann sich in den eigenen vier Wänden auf jw.org über unsere Glaubensansichten informieren.

      25 Deswegen weisen wir bei jeder passenden Gelegenheit auf jw.org hin. Hat jemand eine Frage zu unseren Glaubensansichten, können wir ihm auf einem mobilen Gerät oder am Computer sofort die Antwort auf der Website zeigen. Spricht jemand eine andere Sprache – das schließt auch die Gebärdensprachen ein –, können wir ihm zeigen, wie er auf unserer Website die Bibel und biblische Veröffentlichungen in seiner Sprache findet. Die Videos auf der Website werden von vielen Verkündigern verwendet, um ein biblisches Gespräch zu beginnen.

      INFORMELLES ZEUGNISGEBEN

      26 Jesus sagte zu denen, die auf sein Wort hörten: „Ihr seid das Licht der Welt. . . . lasst auch ihr euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater, der im Himmel ist, verherrlichen“ (Mat. 5:14-16). Diese Jünger spiegelten Gottes Denk- und Handlungsweise dadurch wider, dass sie Jesus nachahmten, der von sich sagte: „Ich bin das Licht der Welt.“ Jesus gab Christen ein Beispiel, indem er das „Licht des Lebens“ für alle leuchten ließ, die zuhörten (Joh. 8:12).

      27 Der Apostel Paulus ist ebenfalls ein nachahmenswertes Beispiel (1. Kor. 4:16; 11:1). In Athen sprach er jeden Tag auf dem Marktplatz mit denen, „die gerade da waren“ (Apg. 17:17). Die Christen in Philippi folgten seinem Beispiel. Deshalb konnte Paulus sagen, sie würden „mitten in einer verkehrten und verdrehten Generation“ leben, unter der sie „wie Lichtspender in der Welt leuchten“ (Phil. 2:15). Wir können heute die Königreichswahrheit durch unsere Worte und Taten leuchten lassen. Nutzen wir jede Gelegenheit, mit anderen über die gute Botschaft zu sprechen. Natürlich kann schon unser gutes Beispiel als ehrliche Menschen die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass wir anders sind als die Welt. Wenn wir aber mit den Leuten über die gute Botschaft sprechen, erfahren sie, warum wir anders sind.

      28 Viele Diener Jehovas sprechen im Alltag mit anderen über die gute Botschaft: am Arbeitsplatz, in der Schule, in öffentlichen Verkehrsmitteln und anderswo. Auf Reisen ergeben sich manchmal Gespräche mit Mitreisenden. Seien wir darauf vorbereitet, bei alltäglichen Unterhaltungen auf Gelegenheiten zu achten, über die Bibel zu sprechen.

      29 Wenn wir daran denken, dass wir so unseren Schöpfer preisen und seinen Namen ehren, wird uns das motivieren. Gleichzeitig können wir aufrichtigen Menschen vielleicht helfen, Jehova kennenzulernen, sodass auch sie ihm dienen und die Hoffnung auf Leben erlangen, die auf dem Glauben an Jesus Christus basiert. Jehova freut sich über unsere Bemühungen und betrachtet sie als heiligen Dienst (Heb. 12:28; Offb. 7:9, 10).

      GEBIET

      30 Es ist Jehovas Wille, dass die Königreichsbotschaft weltweit gepredigt wird – sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen. Zu diesem Zweck erhalten Versammlungen sowie Verkündiger, die in abgelegenen Gegenden tätig sind, vom Zweigbüro Gebiet (1. Kor. 14:40). Das entspricht der Regelung, die im 1. Jahrhundert unter Gottes Leitung getroffen wurde (2. Kor. 10:13; Gal. 2:9). Da sich in den letzten Tagen das Königreichswerk schnell ausbreitet, kann durch eine gut organisierte Gebietsbearbeitung viel erreicht werden.

      31 Die Gebietsbearbeitung fällt unter die Aufsicht des Dienstaufsehers. Ein Dienstamtgehilfe kann die Gebiete austeilen. Beim Gebiet unterscheidet man zwischen Gruppengebieten und persönlichen Gebieten. Wo es nur wenig Gebiet gibt, haben die Gruppenaufseher Gruppengebiete, in denen die Verkündiger der Gruppe predigen können. Ist jedoch viel Gebiet vorhanden, können einzelne Verkündiger ein persönliches Gebiet erhalten.

      32 Verkündiger, die ein persönliches Gebiet haben, können darin arbeiten, wenn keine Zusammenkünfte für den Predigtdienst stattfinden oder es unpraktisch ist, sich mit der Gruppe zu treffen. Manche haben zum Beispiel ein Gebiet in der Nähe ihrer Arbeitsstelle, wo sie in der Mittagspause oder nach der Arbeit predigen. Einige Familien haben Gebiet in ihrer Nachbarschaft, wo sie auch abends predigen können. Ein günstig gelegenes persönliches Gebiet wird einem Verkündiger helfen, die Zeit, die er für den Predigtdienst einsetzen kann, so gut wie möglich zu nutzen. Die persönlichen Gebiete können natürlich auch von der Gruppe bearbeitet werden. Möchtest du ein eigenes Gebiet haben, kannst du dich an den Gebietsdiener wenden.

      33 Wer ein Gebiet erhält, unternimmt sein Möglichstes, in jedem Haus oder in jeder Wohnung jemand anzutreffen – das gilt für den Gruppenaufseher, der das Gruppengebiet verwaltet, wie für den einzelnen Verkündiger, der ein persönliches Gebiet hat. Bei der Gebietsbearbeitung sind die Datenschutzgesetze zu berücksichtigen. Jeder Gruppenaufseher oder Verkündiger, der ein Gebiet hat, sollte sich bemühen, es in vier Monaten durchzuarbeiten. Nach der Bearbeitung sollte er den Gebietsdiener informieren, damit es in den Unterlagen vermerkt werden kann. Der Gruppenaufseher oder der Verkündiger kann das Gebiet je nach Situation behalten und erneut bearbeiten oder es dem Gebietsdiener zurückgeben.

      34 Wenn alle in der Versammlung gut zusammenarbeiten, kann das Gebiet gründlich bearbeitet werden. Es wird auch vermieden, dass unterschiedliche Verkündigergruppen das gleiche Gebiet zeitgleich bearbeiten, was Wohnungsinhaber verärgern könnte. So wird nicht nur auf die Brüder Rücksicht genommen, sondern auch auf die Menschen im Gebiet.

      ZUSAMMENARBEITEN, UM MENSCHEN IN ALLEN SPRACHEN ZU PREDIGEN

      35 Jeder muss von Jehova Gott, seinem Sohn und dem Königreich erfahren (Offb. 14:6, 7). Wir möchten gerne Menschen in allen Sprachen helfen, die neue Persönlichkeit anzuziehen und den Namen Jehovas anzurufen, damit sie gerettet werden (Röm. 10:12, 13; Kol. 3:10, 11). Worin bestehen einige Herausforderungen, wenn man in einem mehrsprachigen Gebiet predigt? Und was kann man deshalb tun, damit so viele wie möglich die Königreichsbotschaft in ihrer Sprache hören können? (Röm. 10:14).

      36 Die Gebietszuteilungen der Versammlungen werden nach der Sprache vorgenommen. So kann es in mehrsprachigen Regionen vorkommen, dass Verkündiger aus verschiedenen Versammlungen in derselben Gegend tätig sind. Dann ist es gut, wenn sich die Verkündiger jeder Versammlung darauf konzentrieren, Menschen in ihrer Sprache zu predigen. Das trifft auch auf die jährlichen Einladungsaktionen zu. Beim öffentlichen und informellen Zeugnisgeben können Verkündiger jedoch alle ansprechen und Veröffentlichungen in allen Sprachen anbieten.

      37 Manchmal sind fremdsprachige Versammlungen nicht in der Lage, abgelegenere Gebiete regelmäßig zu bearbeiten. In diesem Fall sollten die Dienstaufseher der betreffenden Versammlungen eine Regelung treffen, wie das Gebiet bearbeitet werden kann. So hat jeder die Gelegenheit, die Königreichsbotschaft zu hören, und unnötige Überlappungen werden vermieden (Spr. 15:22).

      38 Was können wir tun, wenn der Wohnungsinhaber nicht unsere Sprache spricht? Wir sollten nicht davon ausgehen, dass er von Verkündigern besucht wird, die seine Sprache sprechen. Einige haben eine einfache Einleitung in der Sprache gelernt, die in ihrem Gebiet häufiger gesprochen wird. Wir können einer Person zeigen, wie sie auf unserer Website jw.org Publikationen in ihrer Sprache lesen und herunterladen kann, oder ihr anbieten, Literatur in ihrer Sprache zu bringen.

      39 Zeigt ein Wohnungsinhaber Interesse, versuchen wir jemand ausfindig zu machen, der eine Sprache spricht, die er versteht, und sich um ihn kümmern kann. Erklären wir ihm auch, wo in der Nähe Zusammenkünfte in seiner Sprache abgehalten werden. Möchte er von jemandem besucht werden, der seine Sprache spricht, können wir ihm helfen, das Kontaktformular auf jw.org auszufüllen. In diesem Fall wird sich das Zweigbüro bemühen, in seiner Nähe einen Verkündiger, eine Gruppe oder Versammlung zu finden, die ihn weiter unterstützen kann.

      40 Wir sollten den Interessierten so lange besuchen, bis er uns mitteilt, dass er von jemandem besucht wird, der seine Sprache spricht. Manchmal informiert das Zweigbüro die Ältesten, dass niemand gefunden werden konnte, der die gesuchte Sprache spricht. Dann sollten wir unser Bestes tun, um das Interesse des Betreffenden weiter zu fördern. Wir können mit ihm die Bibel studieren, vielleicht anhand einer Publikation in seiner Sprache. Wenn wir guten Gebrauch von den Bildern machen und ihn die angegebenen Schriftstellen lesen lassen, wird er einige Grundkenntnisse der Bibel erlangen. Möglicherweise kann jemand aus seiner Familie, der beide Sprachen versteht, dolmetschen.

      41 Um den Interessierten zu Gottes Organisation zu führen, sollten wir ihn zu unseren Zusammenkünften einladen, auch wenn er nicht alles versteht. Werden Bibeltexte vorgelesen, können wir ihm helfen, sie in der Bibel – möglichst in seiner Sprache – aufzuschlagen. Schon die Gemeinschaft in der Versammlung kann für ihn erbauend sein und ihm helfen, Fortschritte zu machen.

      42 Vorgruppen: Eine Vorgruppe besteht aus einer Anzahl von Verkündigern, die in einer anderen Sprache predigt als die Versammlung, der sie angehören, ohne dass geeignete Älteste oder Dienstamtgehilfen vorhanden sind, die eine wöchentliche Zusammenkunft in der Sprache leiten könnten. Unter folgenden Voraussetzungen kann das Zweigbüro seine Zustimmung geben, dass eine Versammlung eine Vorgruppe aufnimmt:

      1. 1. Es gibt eine beachtliche Bevölkerungsgruppe in dem Gebiet, die eine andere Sprache als die der Versammlung spricht.

      2. 2. Es gibt zumindest einige Verkündiger, die die Zielsprache sprechen oder lernen möchten.

      3. 3. Die Ältestenschaft übernimmt die Verantwortung dafür, dass die Predigttätigkeit in dieser Sprache organisiert wird.

      Hat die Ältestenschaft den Wunsch, eine Vorgruppe aufzunehmen, dann spricht sie sich mit dem Kreisaufseher ab. Er weiß vielleicht von anderen Versammlungen, die in dieser Sprache predigen, und kann wertvolle Hinweise geben, welche Versammlung sich am besten dafür eignet, eine Vorgruppe zu unterstützen. Ist die Wahl auf eine bestimmte Versammlung gefallen, unterbreiten die Ältesten dem Zweigbüro einen schriftlichen Antrag, als unterstützende Versammlung eine Vorgruppe aufnehmen zu dürfen.

      43 Gruppen: Unter folgenden Voraussetzungen kann das Zweigbüro seine Zustimmung geben, dass eine Versammlung eine Gruppe aufnimmt:

      1. 1. Es gibt in der jeweiligen Sprache genügend Interessierte und Wachstumspotenzial.

      2. 2. Es gibt zumindest einige Verkündiger, die die Sprache sprechen oder gerade lernen.

      3. 3. Es gibt einen geeigneten Ältesten oder Dienstamtgehilfen, der die Führung übernehmen und wenigstens eine wöchentliche Zusammenkunft – oder einen Teil davon wie den Vortrag oder das Wachtturm-Studium – in der Sprache leiten kann.

      Werden diese Voraussetzungen angemessen erfüllt, schreibt die Ältestenschaft an das Zweigbüro, schildert die Details und beantragt die Gruppengründung. Der Älteste oder Dienstamtgehilfe, der die Leitung der Gruppe übernimmt, ist als Gruppenaufseher oder Gruppendiener für sie verantwortlich.

      44 Ist die Gruppe gegründet, entscheidet die Ältestenschaft der unterstützenden Versammlung, ob noch weitere Programmteile hinzukommen sollen und wie oft die Zusammenkünfte monatlich stattfinden werden. Für die Gruppe können auch Zusammenkünfte für den Predigtdienst organisiert werden. Alle in der Gruppe unterstehen der Ältestenschaft der unterstützenden Versammlung. Die Ältesten werden für ausgeglichene Anleitung sorgen und sich um die Bedürfnisse der Gruppe kümmern. Besucht der Kreisaufseher die Versammlung, wird er auch mit der Gruppe zusammenarbeiten und einen kurzen Bericht über deren Fortschritt an das Zweigbüro senden und dabei spezielle Bedürfnisse erwähnen. Im Lauf der Zeit ist es vielleicht möglich, dass aus der Gruppe eine Versammlung wird. Halten sich alle an theokratische Anweisungen, wird sich Jehova freuen (1. Kor. 1:10; 3:5, 6).

      GRUPPENWEISES ZEUGNISGEBEN

      45 Gott hingegebene Christen haben die persönliche Verantwortung, mit anderen über die gute Botschaft zu sprechen. Obwohl es viele Möglichkeiten dazu gibt, gehen die meisten von uns am liebsten in Begleitung anderer in den Predigtdienst (Luk. 10:1). Aus diesem Grund treffen sich Versammlungen an Wochenenden, aber auch während der Woche zu Zusammenkünften für den Predigtdienst. Feiertage eignen sich ebenfalls gut für das gruppenweise Zeugnisgeben, weil viele Brüder dann nicht arbeiten müssen. Das Versammlungsdienstkomitee sorgt dafür, dass tagsüber und abends Zusammenkünfte für den Predigtdienst stattfinden, und zwar an geeigneten Orten und zu passenden Zeiten.

      46 Gruppenweises Zeugnisgeben ermöglicht Verkündigern, zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu ermuntern (Röm. 1:12). Neue können mit geschickten, erfahrenen Verkündigern in den Dienst gehen und von ihnen geschult werden. In einigen Gegenden kann es auch aus Gründen der Sicherheit ratsam sein, dass zwei oder mehr Verkündiger zusammenarbeiten. Selbst wenn du dir vorgenommen hast, allein im Gebiet zu predigen, kann es für alle ermutigend sein, dich mit der Gruppe zu treffen. Schon allein das Bewusstsein, dass andere in der gleichen Gegend im Dienst sind, kann dir Mut machen. Pioniere und andere sollten sich nicht verpflichtet fühlen, alle Zusammenkünfte für den Predigtdienst der Versammlung zu unterstützen, besonders wenn sie jeden Tag stattfinden. Es wird ihnen aber sicher möglich sein, jede Woche zumindest einige zu besuchen.

      47 Folgen wir doch alle dem Beispiel Jesu und seiner Apostel! Wir können sicher sein, dass Jehova uns segnet, wenn wir uns bemühen, an dem wichtigen Predigtwerk einen vollen Anteil zu haben (Luk. 9:57-62).

  • Wie du deinen Dienst erweitern kannst
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 10

      Wie du deinen Dienst erweitern kannst

      ALS für Jesus die Zeit kam, seine Jünger als Königreichsprediger auszusenden, sagte er zu ihnen: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter.“ Es gab viel zu tun und so fügte er hinzu: „Bittet . . . den Herrn der Ernte, mehr Arbeiter für seine Ernte auszusenden“ (Mat. 9:37, 38). Jesus erklärte seinen Jüngern, wie sie im Dienst vorgehen sollten. Aus seinen Worten spricht ein Gefühl der Dringlichkeit, als er sagte: „Ihr werdet . . . auf keinen Fall mit allen Städten Israels fertig sein, bis der Menschensohn kommt“ (Mat. 10:23).

      2 Auch heute ist im Predigtdienst viel zu tun. Die gute Botschaft vom Königreich muss gepredigt werden, bevor das Ende kommt, und die Zeit dafür wird knapp (Mar. 13:10). Wir stehen vor einer ganz ähnlichen Situation wie Jesus und seine Jünger – nur in einem viel größeren Ausmaß, denn unser Betätigungsfeld umfasst die ganze Welt. Wir sind wenige im Vergleich zu den Milliarden Menschen auf der Welt, aber wir können überzeugt sein, dass Jehova uns helfen wird. Die gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen Erde gepredigt werden und das Ende wird kommen, und zwar zu der von Jehova festgelegten Zeit. Die Frage ist: Stellen wir Gottes Königreich im Leben allem voran? Welche Ziele können wir uns setzen, um uns im Dienst für Jehova voll einzusetzen?

      3 Jesus erklärte, was sich Jehova von seinen Dienern wünscht: „Liebe Jehova, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft“ (Mar. 12:30). Von uns wird erwartet, Jehova mit ganzem Herzen zu dienen. Das bedeutet, die Tiefe unserer Ergebenheit und die Echtheit unserer Hingabe dadurch zu zeigen, dass wir im Dienst für ihn unser Äußerstes tun (2. Tim. 2:15). Jedem von uns bieten sich, je nach unseren Verhältnissen und Fähigkeiten, Möglichkeiten dazu. Schau dir einige davon an und überlege, welche Ziele du dir setzen möchtest.

      VERSAMMLUNGSVERKÜNDIGER

      4 Alle, die die Wahrheit annehmen, haben die Ehre, die gute Botschaft zu verkünden. Das ist die Hauptaufgabe, die Jesus seinen Jüngern übertrug (Mat. 24:14; 28:19, 20). In der Regel beginnt ein Jünger Jesu Christi über die gute Botschaft zu sprechen, sobald er davon hört. Genau das taten damals Andreas, Philippus, Kornelius und andere (Joh. 1:40, 41, 43-45; Apg. 10:1, 2, 24; 16:14, 15, 25-34). Kann jemand schon über die gute Botschaft sprechen, bevor er sich taufen lässt? Ja. Sobald er sich als ungetaufter Verkündiger eignet, steht ihm die Möglichkeit offen, von Haus zu Haus zu predigen. Je nach seinen Fähigkeiten und Umständen kann er sich auch an anderen Dienstzweigen beteiligen.

      5 Nach der Taufe wird ein Verkündiger bestimmt alles ihm Mögliche tun, um anderen zu helfen, die gute Botschaft kennenzulernen. An dieser Tätigkeit dürfen sich sowohl Männer als auch Frauen beteiligen. Selbst wenn wir nur einen kleinen Anteil an der Förderung der Königreichsinteressen haben können, werden wir gesegnet. Jeder, der seinen Dienst auf irgendeine Weise erweitern kann, wird glücklich sein.

      DORT DIENEN, WO HILFE DRINGENDER BENÖTIGT WIRD

      6 Gehörst du zu einer Versammlung, deren Gebiet gründlich bearbeitet wird? Dann denkst du vielleicht darüber nach, ob du deinen Dienst erweitern und in ein Gebiet ziehen kannst, wo mehr Prediger benötigt werden (Apg. 16:9). Bist du ein Ältester oder Dienstamtgehilfe, wird sich vielleicht eine andere Versammlung über deine Hilfe freuen. Möchtest du eine andere Versammlung im Kreis unterstützen, kann dir der Kreisaufseher sicher Auskunft geben. Möchtest du in einer anderen Gegend des Landes dienen, kannst du dich an das Zweigbüro wenden.

      7 Würdest du gern im Ausland dienen? Vielleicht kannst du mit den Ältesten deiner Versammlung darüber sprechen. Ein solcher Schritt muss gut durchdacht sein, denn er wird für dich und alle, die dich begleiten, große Auswirkungen haben (Luk. 14:28). Hast du jedoch nicht vor, für eine längere Zeit im Ausland zu bleiben, dann ist es vielleicht besser, wenn du dich für eine Gegend in deinem eigenen Land entscheidest.

      8 In manchen Ländern sind die Brüder, die in der Versammlung Verantwortung tragen, noch relativ neu in der Wahrheit. Kommen erfahrenere Älteste in so eine Versammlung, werden die anderen es ihnen aus Demut gern überlassen, die Führung zu übernehmen. Hast du als Ältester vor, in ein solches Land zu ziehen, dann behalte im Sinn: Dein Ziel ist nicht, Brüder zu ersetzen, sondern gemeinsam mit ihnen zu dienen. Ermuntere sie, sich zur Verfügung zu stellen und Verantwortung in der Versammlung zu übernehmen (1. Tim. 3:1). Sei geduldig, wenn manches anders gemacht wird als in deinem Heimatland. Nutze deine Erfahrung als Ältester und sei den Brüdern eine wirkliche Hilfe. Falls du eines Tages in dein Heimatland zurückkehren musst, werden die einheimischen Ältesten besser in der Lage sein, sich um die Versammlung zu kümmern.

      9 Bevor dir das Zweigbüro Versammlungen nennen kann, die du unterstützen könntest, muss ein Empfehlungsschreiben vom Dienstkomitee deiner Versammlung vorliegen. Dieses Schreiben ist nötig, ganz gleich ob du Ältester, Dienstamtgehilfe, Pionier oder Verkündiger bist. Das Dienstkomitee sendet das Empfehlungsschreiben zusammen mit deiner Anfrage direkt an das Zweigbüro des Landes, in dem du dienen möchtest.

      IN EINER ANDEREN SPRACHE PREDIGEN

      10 Um deinen Dienst zu erweitern, möchtest du vielleicht eine Fremdsprache lernen, eventuell auch eine Gebärdensprache. Wenn du das vorhast, dann sprich doch mit den Ältesten und dem Kreisaufseher. Sie können dir Vorschläge machen und dich in deinem Entschluss bestärken. Unter der Leitung des Zweigbüros organisieren manche Kreise Sprachkurse, um befähigte Verkündiger und Pioniere zu schulen, in einer anderen Sprache zu predigen.

      PIONIERDIENST

      11 Jeder Verkündiger sollte mit den grundlegenden Erfordernissen für den Hilfspionierdienst, den allgemeinen Pionierdienst, den Sonderpionierdienst und für andere Arten des Vollzeitdienstes vertraut sein. Wer sich für eine Form des Pionierdienstes interessiert, muss ein vorbildlicher getaufter Christ sein. Seine persönlichen Verhältnisse sollten es ihm gestatten, die vorgesehene Anzahl von Stunden für das Predigen der guten Botschaft einzusetzen. Bewerbungen um den Hilfspionierdienst und den allgemeinen Pionierdienst genehmigt das Versammlungsdienstkomitee. Sonderpioniere erhalten ihre Ernennung vom Zweigbüro.

      12 Hilfspioniere können für einen Monat ernannt werden, für mehrere aufeinanderfolgende Monate oder für eine längere nicht festgelegte Zeit – je nach den Umständen. Viele Verkündiger führen bei besonderen Gelegenheiten den Hilfspionierdienst durch, zum Beispiel in der Zeit des Gedächtnismahls oder im Monat des Kreisaufseherbesuchs. Einige wählen Urlaubsmonate dafür aus und Schüler nutzen vielleicht ihre Ferienzeit. Im März und April sowie im Monat des Kreisaufseherbesuchs können sich Verkündiger für den Hilfspionierdienst mit einem reduzierten Stundenziel entscheiden. Unabhängig von deinen Umständen gilt: Wenn du für eine hohe Moral und gute Gewohnheiten bekannt bist, das entsprechende Stundenziel erreichen kannst und denkst, du könntest einen oder mehrere Monate Hilfspionier sein, werden die Ältesten deine Bewerbung berücksichtigen.

      13 Um allgemeiner Pionier werden zu können, musst du zum Zeitpunkt der Bewerbung in der Lage sein, das jährliche Stundenziel zu erreichen. Als Pionier solltest du eng mit deiner Versammlung zusammenarbeiten. Eifrige Pioniere sind für die Versammlung ein Segen. Sie begeistern andere für den Predigtdienst und ermuntern sie sogar, den Pionierdienst aufzunehmen. Du kannst dich jedoch erst dann um den Pionierdienst bewerben, wenn du ein vorbildlicher Verkündiger bist und mindestens sechs Monate getauft bist.

      14 Zu Sonderpionieren werden in der Regel allgemeine Pioniere ernannt, die im Predigtdienst besonders wirkungsvoll sind. Sie müssen überall dort dienen können, wohin das Zweigbüro sie schickt. Dabei handelt es sich oft um abgelegenes Gebiet, wo sie Interesse vorfinden und neue Versammlungen gründen können. Manchmal werden sie auch in Versammlungen geschickt, die bei der Gebietsbearbeitung Hilfe brauchen. Sonderpioniere, die Älteste sind, werden manchmal gebeten, kleinere Versammlungen zu unterstützen, auch wenn dort für die Gebietsbearbeitung keine zusätzliche Hilfe benötigt wird. Sonderpioniere erhalten für den Lebensunterhalt eine geringe Zuwendung. Bei einigen erfolgt die Ernennung zum Sonderpionier nur auf Zeit.

      MISSIONARDIENST

      15 Das Dienstkomitee der leitenden Körperschaft ernennt Missionare, die anschließend vom jeweiligen Zweigkomitee in dicht besiedeltes Gebiet geschickt werden. Missionare tragen viel dazu bei, das Predigtwerk und die Versammlungstätigkeit zu stabilisieren und zu stärken. Sehr oft sind sie Absolventen der Schule für Königreichsverkündiger. Für den Lebensunterhalt wird ihnen eine geringe Zuwendung sowie Wohnraum zur Verfügung gestellt.

      KREISDIENST

      16 Wer von der leitenden Körperschaft zum Kreisaufseher ernannt wird, ist im Vorfeld geschult worden und hat als stellvertretender Kreisaufseher Erfahrung gesammelt. Er liebt den Predigtdienst und seine Brüder. Er ist ein eifriger Pionier, studiert fleißig die Bibel und ist ein guter Redner und Lehrer. Er gibt ein gutes Beispiel darin, die Frucht des Geistes hervorzubringen, ist ausgeglichen, vernünftig und hat Unterscheidungsvermögen. Ist er verheiratet, dann ist seine Frau Pionier und predigt wirkungsvoll. Sie gibt durch ihr Verhalten und ihren Umgang mit anderen ein gutes Beispiel. Auch erkennt sie ihre Rolle als Ehefrau an und ordnet sich ihrem Mann unter; sie ergreift nicht für ihren Mann das Wort oder dominiert Gespräche. Da Kreisaufseher und ihre Frauen einen engen Zeitplan haben, müssen alle, die auf diesen Dienstzweig hinarbeiten, gesund sein. Es ist zwar nicht möglich, sich als Pionier um den Kreisdienst zu bewerben, aber man kann mit seinem Kreisaufseher über diesen Wunsch sprechen. Von ihm wird man gute Hinweise bekommen.

      THEOKRATISCHE SCHULEN

      17 Schule für Königreichsverkündiger: Es werden noch mehr Verkündiger benötigt, die sich in selten bearbeiteten Gebieten einsetzen und Versammlungen stärken. Deshalb können sich ledige Brüder, ledige Schwestern und Ehepaare für die Schule für Königreichsverkündiger bewerben, um eine spezielle Schulung zu erhalten. Nach Abschluss des Kurses werden Absolventen innerhalb ihres Heimatlandes als allgemeine Pioniere dorthin geschickt, wo größerer Bedarf besteht. Sie können aber auch, soweit es ihnen möglich ist, andere Aufgaben im Heimatland oder im Ausland erhalten. Einige werden vielleicht auf Zeit oder auf Dauer als Sonderpioniere eingesetzt. Pioniere, die am Besuch dieser Schule interessiert sind, können bei der dafür vorgesehenen Zusammenkunft auf dem regionalen Kongress mehr über die Erfordernisse erfahren.

      18 Wachtturm-Bibelschule Gilead: Ledige Brüder, ledige Schwestern und Ehepaare, die für den Besuch dieser Schule ausgewählt werden, sprechen Englisch und sind Sondervollzeitdiener. Sie bringen das Potenzial mit, im Predigtwerk und in der Zweigorganisation stabilisierend und stärkend zu wirken. Sie haben bereits bewiesen, dass sie gern ihren Brüdern dienen und in der Lage sind, anderen freundlich zu helfen, biblische und theokratische Anweisungen kennenzulernen und umzusetzen. Wer für diese Schule infrage kommt, wird vom zuständigen Zweigkomitee gebeten, eine Bewerbung abzugeben. Absolventen dieser Schule werden entweder im Heimatland oder im Ausland eingesetzt, um ihren Dienst innerhalb oder außerhalb des Zweigbüros durchzuführen.

      BETHELDIENST

      19 Im Bethel zu dienen ist etwas Besonderes. Der Name Bethel bedeutet „Haus Gottes“ – sicher eine passende Bezeichnung für Zentren theokratischer Aktivitäten. Brüder und Schwestern, die im Bethel dienen, verrichten in Verbindung mit dem Übersetzen, dem Herstellen und dem Versenden biblischer Literatur eine wichtige Arbeit. Die leitende Körperschaft, die die Versammlungen auf der ganzen Erde beaufsichtigt und anleitet, schätzt diesen Dienst sehr. Oft leben Betheldiener, die als Übersetzer tätig sind, in einer Gegend des Zweiggebiets, wo die Sprache gesprochen wird, in die sie übersetzen. So können sie die Sprache im Alltag hören und auch feststellen, ob der Leser den übersetzten Text versteht.

      20 Die meisten Tätigkeiten im Bethel sind körperlich anstrengend. Aus diesem Grund werden hauptsächlich Brüder eingeladen, die jung, gesund und kräftig sind. Besteht in dem Zweigbüro, das für dein Land zuständig ist, Bedarf? Würdest du dort gern dienen? Dann kannst du dich bei den Ältesten deiner Versammlung über die Voraussetzungen informieren.

      BAUPROGRAMM

      21 Die Mithilfe bei theokratischen Bauprojekten ist eine Form des heiligen Dienstes, vergleichbar mit dem Bau von Salomos Tempel (1. Kö. 8:13-18). Viele Brüder und Schwestern setzen auf beispielhafte Weise Zeit und Mittel für solche Projekte ein.

      22 Ist es dir möglich mitzuhelfen? Wenn du getauft bist und bei dieser Tätigkeit gern mitmachen möchtest, werden sich die Brüder, die in deiner Gegend für die Bautätigkeit verantwortlich sind, sehr über deine Mithilfe freuen. Selbst wenn du nur wenig Fachkenntnisse hast, sind sie gern bereit, dich anzulernen. Sprich doch mit den Ältesten vor Ort über deinen Wunsch. Geeignete getaufte Verkündiger können sogar Bauprojekte in anderen Ländern unterstützen.

      23 Es gibt viele Möglichkeiten, beim Bauprogramm mitzumachen. Vorbildliche getaufte Verkündiger, die gewisse Kenntnisse oder Fähigkeiten haben und in der Lage sind, Projekte in der Nähe ihres Wohnorts zu unterstützen, können als Helfer dienen. Anderen ist es vielleicht möglich, für eine gewisse Zeit bei entfernteren Projekten mitzuhelfen. Sie werden vom Zweigbüro für einen Zeitraum von zwei Wochen bis zu drei Monaten zu Bauhelfern ernannt. Alle, die auf Dauer ernannt werden, nennt man Baudiener. Ein Baudiener mit Auslandszuteilung wird Baudiener im Ausland genannt. Eine Baugruppe, bestehend aus Baudienern und Bauhelfern, leitet das jeweilige Projekt und wird sowohl durch Helfer als auch durch freiwillige Helfer aus den Versammlungen unterstützt, die an dem Projekt beteiligt sind. Baugruppen ziehen innerhalb des Zweiggebiets von Baustelle zu Baustelle.

      WELCHE ZIELE HAST DU?

      24 Wer sich Jehova hingegeben hat, hat den Wunsch, ihm bis in alle Ewigkeit zu dienen. Doch welche Ziele hast du auf diesem Weg? Theokratische Ziele helfen einem, Kraft und Mittel vernünftig einzusetzen (1. Kor. 9:26). Während du auf weitere Dienstvorrechte hinarbeitest, werden dir solche Ziele helfen, Fortschritte zu machen und dich auf wirklich Wichtiges zu konzentrieren (Phil. 1:10; 1. Tim. 4:15, 16).

      25 Der Apostel Paulus gab ein gutes Beispiel, das wir nachahmen können (1. Kor. 11:1). Er strengte sich im Dienst für Jehova sehr an. Ihm war bewusst, dass Jehova ihm viele Möglichkeiten bot, sich einzusetzen. An die Brüder in Korinth schrieb er: „Mir hat sich eine große Tür geöffnet, die zur Tätigkeit führt.“ Trifft das nicht auch auf uns zu? Auch uns bieten sich viele Möglichkeiten, Jehova in Verbindung mit der Versammlung zu dienen – besonders durch das Predigen der guten Botschaft vom Königreich. Doch wie bei Paulus ist es nicht leicht, durch diese „große Tür“ zu gehen, denn es gibt „viele Gegner“ (1. Kor. 16:9). Paulus war bereit, Selbstdisziplin zu üben. Er sagte: „Ich schlage vielmehr meinen Körper und mache ihn zum Sklaven“ (1. Kor. 9:24-27). Sind wir auch so eingestellt?

      Theokratische Ziele helfen einem, Kraft und Mittel vernünftig einzusetzen

      26 Wir alle haben guten Grund, gemäß unseren persönlichen Möglichkeiten theokratische Ziele zu verfolgen. Viele sind heute in irgendeiner Form des Vollzeitdienstes tätig, weil sie sich früh im Leben Ziele gesteckt haben. Oft sind sie schon als Kinder von ihren Eltern oder anderen dazu ermuntert worden. Sie haben im Dienst für Jehova viel Schönes erlebt und haben nichts zu bereuen (Spr. 10:22). Es gibt aber auch andere erstrebenswerte Ziele. Man kann sich zum Beispiel jede Woche am Predigtdienst beteiligen, ein Heimbibelstudium einrichten und leiten oder mehr Zeit für die Vorbereitung auf die Zusammenkünfte verwenden. Wichtig ist, dass wir treu bleiben und unseren Dienst gewissenhaft ausführen. Dann werden wir Jehova Ehre bereiten und unser großes Ziel, ihm für immer zu dienen, erreichen (Luk. 13:24; 1. Tim. 4:7b, 8).

  • Erwerb und Instandhaltung von Anbetungsstätten
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 11

      Erwerb und Instandhaltung von Anbetungsstätten

      WAHRE Anbeter Jehovas sind angehalten, sich zu versammeln, um belehrt zu werden und einander Mut zu machen (Heb. 10:23-25). Die erste Anbetungsstätte des auserwählten Volkes Gottes, der Israeliten, war „die Stiftshütte“, „das Zelt der Zusammenkunft“ (2. Mo. 39:32, 40). Später baute Davids Sohn Salomo zur Verherrlichung Gottes ein Haus, einen Tempel (1. Kö. 9:3). Nach der Zerstörung des Tempels im Jahr 607 v. u. Z. kam man zur Anbetung in kleineren Gebäuden, den Synagogen, zusammen. Schließlich wurde der Tempel wieder aufgebaut und diente erneut als Zentrum der wahren Anbetung. Jesus lehrte sowohl in Synagogen als auch im Tempel (Luk. 4:16; Joh. 18:20). Er hielt sogar eine Zusammenkunft an einem Berghang ab (Mat. 5:1 bis 7:29).

      2 Nach Jesu Tod versammelten sich Christen in öffentlichen Gebäuden und Privatwohnungen, um aus den Schriften zu lehren und mit Glaubensbrüdern zusammen zu sein (Apg. 19:8, 9; Röm. 16:3, 5; Kol. 4:15; Philem. 2). Manchmal mussten sich die ersten Christen an abgelegenen Orten treffen, damit Verfolger sie nicht entdeckten. Treue Diener Gottes der Vergangenheit hatten wirklich den aufrichtigen Wunsch, sich in Anbetungsstätten zu versammeln, um von Jehova geschult zu werden (Jes. 54:13).

      3 Auch heute werden öffentliche Gebäude und Privatwohnungen für christliche Zusammenkünfte genutzt. Zusammenkünfte für den Predigtdienst werden oft in Wohnungen abgehalten. Diejenigen, die ihre Wohnung dafür bereitstellen, betrachten das als etwas Besonderes. Viele haben festgestellt, dass sich das positiv auf ihren Glauben ausgewirkt hat.

      DER KÖNIGREICHSSAAL

      4 Die wichtigste Zusammenkunftsstätte von Jehovas Zeugen ist der Königreichssaal. In der Regel wird ein Grundstück gekauft und darauf ein Königreichssaal gebaut, oder es wird ein bereits bestehendes Gebäude saniert. Um Kosten zu sparen und unsere Gebäude optimal zu nutzen, teilen sich wenn möglich mehrere Versammlungen einen Königreichssaal. An manchen Orten muss ein Saal gemietet werden. Bei neuen Königreichssälen und solchen, die umfangreich saniert wurden, ist eine Bestimmungsübergabe angebracht, nicht jedoch bei einer kleineren Renovierung eines bestehenden Königreichssaals.

      5 Der Königreichssaal sollte kein pompöses Gebäude sein, das andere beeindrucken soll. Die Bauweise kann zwar örtlich variieren, aber sie ist immer zweckmäßig (Apg. 17:24). Entsprechend den örtlichen Gegebenheiten sollte es ein Saal sein, in dem man sich wohlfühlt und der sich für christliche Zusammenkünfte eignet.

      6 Alle Versammlungen von Jehovas Zeugen leisten einen finanziellen Beitrag für die Nutzung, den Betrieb und die Instandhaltung des Königreichssaals, den sie benutzen. Es werden keine Kollekten durchgeführt noch wird zu Spenden aufgerufen. Es gibt einen Spendenkasten, damit jeder, der die Zusammenkünfte besucht, zur Deckung der notwendigen Ausgaben beitragen kann. Wer etwas gibt, tut dies von Herzen gern (2. Kor. 9:7).

      7 Alle in der Versammlung freuen sich, dass sie sich an den laufenden Kosten des Königreichssaals beteiligen dürfen und mithelfen können, den Saal sauber und in einem guten Zustand zu halten. In der Regel wird ein Ältester oder ein Dienstamtgehilfe für diese Arbeiten einen Plan aufstellen. Im Allgemeinen wechseln sich die Predigtdienstgruppen mit der Saalreinigung ab; der Gruppenaufseher oder sein Vertreter übernimmt die Führung. Der Königreichssaal sollte sowohl von innen als auch von außen Jehova und seine Organisation würdig repräsentieren.

      Wir freuen uns, dass wir uns an den Kosten der Reinigung und der Instandhaltung des Königreichssaals beteiligen dürfen

      8 Benutzen mehrere Versammlungen einen Königreichssaal, setzen die Ältesten aller Versammlungen ein Instandhaltungskomitee ein, das sich um alles kümmert, was in Verbindung mit dem Gebäude und dem Grundstück anfällt. Die Ältestenschaften bestimmen einen Bruder als Koordinator des Instandhaltungskomitees. Unter der Leitung der Ältestenschaften stellt das Instandhaltungskomitee sicher, dass der Saal in einem guten Zustand gehalten wird und ausreichend Verbrauchsmaterialien vorhanden sind. Das erfordert eine enge Zusammenarbeit aller Versammlungen.

      9 Befinden sich mehrere Versammlungen in einem Saal, werden die Zusammenkunftszeiten vielleicht turnusgemäß gewechselt. Die Ältesten werden einen Plan aufstellen, der Rücksichtnahme und Liebe erkennen lässt (Phil. 2:2-4; 1. Pet. 3:8). Keine Versammlung wird sich herausnehmen, Entscheidungen für die anderen Versammlungen zu treffen. Besucht der Kreisaufseher eine der Versammlungen, ändern die anderen nötigenfalls die Zusammenkunftszeiten in dieser Woche.

      10 Der Königreichssaal kann mit Erlaubnis des Versammlungsdienstkomitees anlässlich von Hochzeiten oder Todesfällen genutzt werden. Das Komitee befasst sich sorgfältig mit der Anfrage und hält sich bei seiner Entscheidung an die Vorgaben des Zweigbüros.

      11 Es wird erwartet, dass sich diejenigen, die den Königreichssaal für solche Zwecke nutzen dürfen, so benehmen, wie es für echte Christen passend ist. Im Königreichssaal sollte nichts geschehen, was bei der Versammlung Anstoß erregen, Jehova Schande bringen oder dem guten Ruf der Versammlung schaden könnte (Phil. 2:14, 15). Im Auftrag des Zweigbüros kann der Königreichssaal auch für andere theokratische Zwecke genutzt werden, zum Beispiel für die Königreichsdienstschule oder die Pionierdienstschule.

      12 Die Versammlung wird immer Achtung vor der Zusammenkunftsstätte zeigen. Die Kleidung, die Aufmachung sowie das Benehmen sollten die Würde widerspiegeln, die mit der Anbetung Jehovas verbunden ist (Pred. 5:1; 1. Tim. 2:9, 10). Beachten wir entsprechenden Rat, zeigen wir Wertschätzung für unsere Zusammenkünfte.

      13 Die Zusammenkünfte sollten möglichst störungsfrei ablaufen. Es wird empfohlen, dass Kinder bei ihren Eltern sitzen. Eltern mit kleinen Kindern können gebeten werden, sich dorthin zu setzen, wo es möglichst wenig Aufmerksamkeit erregt, wenn sie mit dem Kind aus irgendwelchen Gründen den Saal verlassen müssen.

      14 Geeignete Brüder sind bei den Zusammenkünften im Königreichssaal als Ordner eingeteilt. Sie sollten aufmerksam, freundlich und umsichtig sein. Zu ihren Aufgaben gehört, Neue zu begrüßen und sie spüren zu lassen, dass sie willkommen sind; Zuspätkommenden zu helfen, Plätze zu finden; Besucherzahlen festzuhalten und im Saal für eine angemessene Raumtemperatur und Lüftung zu sorgen. Rennen die Kinder vor oder nach den Zusammenkünften im Saal herum oder spielen sie auf der Bühne, wird ein Ordner die Eltern bitten, auf ihre Kinder zu achten. Ein Ordner könnte die Eltern auch bitten, mit dem Kind hinauszugehen, wenn es während des Programms so unruhig ist, dass die Zuhörer gestört werden. Die Arbeit der Ordner kann sehr dazu beitragen, dass alle möglichst viel von den Zusammenkünften haben. Als Ordner werden vorzugsweise Älteste und Dienstamtgehilfen eingesetzt (1. Tim. 3:12).

      BAU VON KÖNIGREICHSSÄLEN

      15 Im 1. Jahrhundert ging es einigen Christen materiell besser als anderen. Deshalb schrieb der Apostel Paulus: „Vielmehr soll durch einen Ausgleich euer Überfluss jetzt ihrem Mangel abhelfen, damit ihr Überfluss auch eurem Mangel abhilft, sodass es zu einem Ausgleich kommt“ (2. Kor. 8:14). In unserer Zeit findet ein ähnlicher „Ausgleich“ statt. Weltweit fließen Spendengelder der Versammlungen in einen zentralen Fonds, um Gelder für den Bau oder die Renovierung von Königreichssälen zur Verfügung zu stellen. Die Organisation und die Versammlungen, denen diese Spenden zugutekommen, schätzen die großzügige Unterstützung der weltweiten Bruderschaft sehr.

      16 Basierend auf einer überregionalen Planung werden Versammlungen vom Zweigbüro Königreichssälen zugeteilt. Das Zweigbüro bestimmt auch, wann und wo im Zweiggebiet neue Königreichssäle gebaut und bestehende Säle renoviert werden. Nach Katastrophen wird dafür gesorgt, dass beschädigte Königreichssäle repariert werden, gelegentlich auch Häuser von Brüdern.

      17 Das Zweigbüro koordiniert den Einsatz von Freiwilligen, die beim Erwerb von Grundstücken, beim Erstellen von Planungsunterlagen und bei Baugenehmigungsanträgen für Königreichssäle mithelfen sowie beim Bau und der Instandhaltung. Da in den meisten Ländern ein großer Bedarf an Königreichssälen besteht, werden viele Freiwillige benötigt. Alle getauften Verkündiger, die die Voraussetzungen erfüllen und mithelfen möchten, werden ermuntert, eine Bewerbung auszufüllen und sie dem Dienstkomitee ihrer Versammlung zu geben. Auch ungetaufte Verkündiger können beim Bau oder der Renovierung ihres eigenen Königreichssaals mithelfen.

      KONGRESSSÄLE

      18 Die ersten Christen versammelten sich in der Regel in kleinen Gruppen. Doch manchmal kam „eine ziemlich große Menschenmenge“ zusammen (Apg. 11:26). Auch heute besuchen Jehovas Diener große Zusammenkünfte wie Kreiskongresse und regionale Kongresse. Dafür werden oft passende Gebäude gemietet. Wo es jedoch keine gibt oder diese nicht geeignet sind, kann ein entsprechendes Gebäude erworben oder ein Kongresssaal gebaut werden.

      19 Manchmal wird zu diesem Zweck ein Gebäude gekauft und saniert. Häufig wird aber ein Grundstück erworben und ein neuer Saal gebaut. Kongresssäle sind je nach den örtlichen Bedürfnissen unterschiedlich groß. Das Zweigbüro entscheidet erst über den Kauf oder den Bau eines solchen Gebäudes, wenn die Kosten sorgfältig berechnet wurden und festgestellt wurde, wie oft der Saal benutzt werden wird.

      20 Das Zweigbüro ernennt Brüder, die sich um den Betrieb und die Instandhaltung kümmern. Es ist vorgesehen, dass die Kreise die reguläre Reinigung übernehmen sowie die halbjährliche Reinigung und Wartung. Wer sich für diese Arbeiten zur Verfügung stellt, wird von Jehova gesegnet. Deshalb werden Versammlungen ermuntert, diese Arbeiten von ganzem Herzen zu unterstützen (Ps. 110:3; Mal. 1:10).

      21 Manchmal werden Kongresssäle auch für andere theokratische Anlässe genutzt, wie zum Beispiel für Bibelschulen oder besondere Zusammenkünfte für Kreisaufseher. Wie der Königreichssaal, so ist auch der Kongresssaal eine Anbetungsstätte, die Jehova gewidmet ist. Daher sollten unser Benehmen, unsere Kleidung und unsere sonstige äußere Erscheinung genauso würdig sein, als würden wir im Königreichssaal zusammenkommen.

      22 Die vielen Neuen, die sich heute, am Ende der letzten Tage, noch Gottes Organisation anschließen, sind ein Zeichen des Segens Jehovas (Jes. 60:8, 10, 11, 22). Deshalb wollen wir gern den Erwerb und die Instandhaltung solcher sauberen, angenehmen Anbetungsstätten unterstützen. So zeigen wir unsere Wertschätzung für diese Gebäude, die dem Zweck dienen, uns gegenseitig Mut zu machen – und das umso mehr, je näher wir den Tag Jehovas herankommen sehen.

  • Das Königreichswerk weltweit unterstützen
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 12

      Das Königreichswerk weltweit unterstützen

      JEHOVAS ZEUGEN predigen die gute Botschaft „bis zum entferntesten Teil der Erde“, so wie es Jesus für die letzten Tage vorausgesagt hat (Apg. 1:8; Mat. 24:14). Sie setzen großzügig Zeit und Kraft dafür ein, anderen biblische Wahrheiten zu vermitteln. Sie vertrauen darauf, dass Jehova für seine Mitarbeiter sorgt, und setzen das Königreich weiterhin an die erste Stelle (Mat. 6:25-34; 1. Kor. 3:5-9). Die Ergebnisse beweisen deutlich, dass sich Jehova über uns freut und uns segnet.

      WIE DIE KÖNIGREICHSINTERESSEN WELTWEIT GEFÖRDERT WERDEN

      2 Einige fragen sich, wie es möglich ist, Bibeln und biblische Literatur kostenfrei an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Bibeln und biblische Literatur herzustellen kostet natürlich Geld. Kosten entstehen auch durch den Bau und die Instandhaltung von Bethelheimen, in denen Diener Gottes Druckmaschinen bedienen, das Predigtwerk beaufsichtigen und sich in anderer Weise zur Förderung der guten Botschaft einsetzen. Außerdem erhalten Kreisaufseher, Missionare, Sonderpioniere und andere Sondervollzeitdiener eine gewisse materielle Unterstützung, damit sie ihre Tätigkeit weiter durchführen können. Zweifellos erfordert das weltweite Predigtwerk heute hohe Geldsummen. Woher kommt das Geld?

      3 Viele, die die Bibelarbeit von Jehovas Zeugen schätzen, spenden gern für das weltweite Werk. Hauptsächlich wird das Werk jedoch von Zeugen Jehovas selbst getragen. Einige von ihnen spenden direkt an das zuständige Zweigbüro. Sie sind genauso bereitwillig wie Gottes Diener in alter Zeit, die den Bau der Anbetungsstätte Jehovas großzügig unterstützten (2. Mo. 35:20-29; 1. Chr. 29:9). Manchmal wird dem Zweigbüro Besitz vermacht, während andere Spenden von Einzelpersonen, Versammlungen und Kreisen kommen, meist in Form von kleineren Beträgen. Mit all diesen Spenden kann die Tätigkeit weiter durchgeführt werden.

      Jehovas Zeugen freuen sich, das Predigtwerk durch Geld und andere Mittel zu fördern

      4 Jehovas Zeugen freuen sich, das Predigtwerk durch Geld und andere Mittel zu fördern. Jesus und seine Jünger verwalteten eine Kasse, aus der Ausgaben bestritten wurden (Joh. 13:29). Die Bibel spricht von Frauen, die Jesus und seine Jünger „mit dem unterstützten, was sie besaßen“ (Mar. 15:40, 41; Luk. 8:3). Der Apostel Paulus nahm dankbar die materielle Unterstützung von Personen an, die gern die gute Botschaft fördern und seinen Dienst unterstützen wollten (Phil. 4:14-16; 1. Thes. 2:9). Jehovas Zeugen folgen diesem Muster aus alter Zeit – auch sie sind eifrig im Dienst tätig und geben großzügig. So kann „Wasser des Lebens“ allen aufrichtigen Menschen umsonst angeboten werden (Offb. 22:17).

      WIE FÜR DEN UNTERHALT DER VERSAMMLUNGEN GESORGT WIRD

      5 Die Ausgaben einer Versammlung werden ebenfalls durch freiwillige Spenden gedeckt. Es finden keine Kollekten statt; es werden auch keine Abgaben festgelegt noch wird zu Spenden aufgerufen. In den Zusammenkunftsstätten befinden sich Spendenkästen, sodass jeder etwas geben kann – „wie er es im Herzen beschlossen hat“ (2. Kor. 9:7).

      6 Die Spenden werden in erster Linie für den Unterhalt des Königreichssaals verwendet. Die Ältestenschaft kann beschließen, einen Teil des Geldes dem zuständigen Zweigbüro zur Förderung des weltweiten Werks zukommen zu lassen. In diesem Fall wird von der Versammlung eine Resolution angenommen. Auf diese Weise leisten viele Versammlungen regelmäßig Beiträge für das weltweite Werk. Von Zeit zu Zeit werden vor Ort zusätzliche Kosten entstehen. Haben alle ein offenes Auge dafür, sollten Bekanntmachungen zum Thema Spenden die Ausnahme sein.

      HANDHABUNG VON SPENDEN

      7 Nach jeder Zusammenkunft leeren zwei Brüder die Spendenkästen im Königreichssaal und füllen Belege darüber aus (2. Kö. 12:9, 10; 2. Kor. 8:20). Die Ältestenschaft sorgt dafür, dass diese Gelder sicher aufbewahrt werden, bis sie an das Zweigbüro weitergeleitet werden können oder für notwendige Ausgaben in der eigenen Versammlung verwendet werden. Der Bruder, der die Versammlungskonten führt, stellt jeden Monat einen Rechnungsbericht zusammen, der der Versammlung vorgelesen wird. Alle drei Monate wird der Koordinator der Ältestenschaft eine Prüfung der Konten veranlassen.

      AUSGABEN DES KREISESa

      8 Kreiskongresse sowie andere Ausgaben des Kreises werden durch Spenden von Zeugen Jehovas aus dem betreffenden Kreis finanziert. An den Kongressstätten sind Spendenkästen vorhanden, damit für die Unkosten des Kreises gespendet werden kann. Um für die laufenden Kosten aufzukommen, können die Versammlungen aber auch zu anderen Zeiten spenden.

      9 Im Idealfall decken die Kreise die entstehenden Ausgaben, und Überschüsse werden dem weltweiten Werk zugeführt. Reichen die Mittel des Kreises jedoch nicht aus, um die Auslagen für den Kongress zu bestreiten oder um Vorschüsse für den kommenden Kongress zu bezahlen (um sich zum Beispiel die Nutzung eines Saals zu sichern), kann der Kreisaufseher entscheiden, ob die Versammlungen über die Möglichkeit zu spenden unterrichtet werden. Jede Ältestenschaft wird dann die Angelegenheit besprechen und beschließen, wie viel die Versammlung jeweils zum Kreiskonto beisteuern kann, und der Versammlung eine entsprechende Resolution vorlegen.

      10 Falls finanzielle Angelegenheiten zu klären sind, die von den Ältesten des Kreises besprochen werden müssen, findet am Tag des Kreiskongresses eine Ältestensitzung statt. Für außerordentliche Ausgaben des Kreises sollten immer Resolutionen verfasst und von den Ältesten genehmigt werden. Jedes Mal, wenn auf Gelder des Kreises zurückgegriffen wird, muss in der Resolution ein exakter Betrag schriftlich festgehalten und zur Genehmigung vorgelegt werden.

      11 Die Kreiskonten werden in regelmäßigen Abständen geprüft.

      FÜR DIE ARMEN SORGEN

      12 Die Kasse, die Jesus und seine Jünger führten, hatte auch den Zweck, den Armen zu helfen (Mar. 14:3-5; Joh. 13:29). Diese christliche Verpflichtung besteht noch heute, denn Jesus sagte: „Die Armen habt ihr ja immer bei euch“ (Mar. 14:7). Wie kommen Jehovas Zeugen heute dieser Verpflichtung nach?

      13 Manchmal benötigen treue Verkündiger der Versammlung materielle Unterstützung – sei es aufgrund ihres vorgerückten Alters, eines Gebrechens oder widriger Umstände, auf die sie keinen Einfluss haben. Familienangehörige, Verwandte und andere, die ein solches Bedürfnis erkennen, werden wahrscheinlich helfen wollen. Das ist in Übereinstimmung mit den Worten des Apostels Johannes: „Wenn jemand aber materiellen Besitz hat und seinen Bruder Not leiden sieht und sich dennoch weigert, ihm Mitgefühl zu zeigen, wie bleibt da die Liebe Gottes in ihm? Liebe Kinder, wir sollten nicht nur mit Worten lieben, sondern auch in Tat und Wahrheit“ (1. Joh. 3:17, 18; 2. Thes. 3:6-12). Zur wahren Anbetung gehört, dass man nach Treuen sieht, die materielle Unterstützung benötigen (Jak. 1:27; 2:14-17).

      14 In seinem ersten Brief an Timotheus erklärte der Apostel Paulus, wie treue Verkündiger materiell unterstützt werden können (1. Tim. 5:3-21). In erster Linie muss jeder Christ selbst für die Bedürfnisse seiner Familie sorgen. Ältere oder Gebrechliche sollten von ihren Kindern, Enkeln oder anderen nahen Verwandten unterstützt werden. Manchmal ist materielle Unterstützung durch staatliche oder soziale Programme erhältlich; in diesem Fall können Verwandte oder andere dem Bedürftigen helfen, diese Unterstützung zu beantragen. Es mag eine Situation entstehen, in der (sofern die gesetzlichen Bestimmungen dies zulassen) die Versammlung als Ganzes überlegen muss, wie sie gewissen bedürftigen Brüdern und Schwestern, die Jehova schon lange treu dienen, helfen kann. Sind keine Angehörigen oder anderen Verwandten da, die Unterstützung bieten können, und ist keine angemessene Unterstützung von staatlicher Seite vorhanden, kann die Ältestenschaft geeignete Vorschläge machen, wie man helfen kann. Christen macht es Freude, bedürftige Personen materiell unterstützen zu können.

      15 Viele Brüder und Schwestern geraten in Not durch Verfolgung, Kriege, Erdbeben, Überschwemmungen, Hungersnöte oder andere unglückliche Umstände, die in den heutigen kritischen Zeiten häufig auftreten (Mat. 24:7-9). Manchmal haben die betroffenen Versammlungen nichts, was sie miteinander teilen können. In diesem Fall koordiniert die leitende Körperschaft den Einsatz der Brüder andernorts, die das Notwendige bereitstellen. Auf ähnliche Weise sorgten Christen in Kleinasien dafür, dass die Brüder in Judäa während einer Hungersnot Nahrungsmittel hatten (1. Kor. 16:1-4; 2. Kor. 9:1-5). Wenn wir ihr Beispiel nachahmen, stellen wir unsere Liebe zu unseren Brüdern unter Beweis und zeigen, dass wir echte Jünger Jesu Christi sind (Joh. 13:35).

      DIE VERBREITUNG UNSERER LITERATUR

      16 Bibeln und biblische Literatur spielen bei der Verbreitung der Königreichsbotschaft eine wichtige Rolle. Gewöhnlich beauftragt die Ältestenschaft einen Dienstamtgehilfen, sich um den Literaturbestand der Versammlung zu kümmern. Brüder, die dafür zuständig sind, nehmen ihre Aufgabe ernst. Sie führen genaue Aufzeichnungen, sodass entsprechend den Bedürfnissen der Versammlung ein angemessener Vorrat vorhanden ist.

      17 Als Gott hingegebene Christen erkennen wir, dass unsere Zeit, unsere Kräfte, unsere Talente und unsere materiellen Mittel, ja sogar unser Leben Gaben von Gott sind, die wir im Dienst für ihn einsetzen können (Luk. 17:10; 1. Kor. 4:7). Dadurch beweisen wir, wie sehr wir Jehova lieben. Wir möchten ihn mit unseren wertvollen Dingen ehren, denn wir wissen, dass er sich über alles freut, was wir ihm geben, sofern es ein Ausdruck unserer rückhaltlosen Ergebenheit ist (Spr. 3:9; Mar. 14:3-9; Luk. 21:1-4; Kol. 3:23, 24). Jesus sagte: „Gratis habt ihr bekommen, gratis gebt weiter“ (Mat. 10:8). Bringen wir uns selbst und unsere Mittel im Dienst für Jehova ein, werden wir große Freude verspüren (Apg. 20:35).

      a In manchen Ländern erfordern diese weltweiten Richtlinien vielleicht eine Anpassung an örtliche Gegebenheiten und Gesetze.

  • „Tut alles zur Ehre Gottes“
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 13

      „Tut alles zur Ehre Gottes“

      ALS Diener Gottes sind wir verpflichtet, in allem, was wir sagen und tun, Jehovas Herrlichkeit widerzuspiegeln. Der Apostel Paulus prägte dazu den Leitsatz: „Ob ihr esst oder trinkt oder irgendetwas anderes tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1. Kor. 10:31). Dazu gehört, dass wir uns an Jehovas gerechte Maßstäbe halten, die ein Spiegelbild seiner vollkommenen Persönlichkeit sind (Kol. 3:10). Als heiliges Volk müssen wir Gott nachahmen (Eph. 5:1, 2).

      2 Darauf machte der Apostel Petrus Christen aufmerksam, als er schrieb: „Lasst euch als gehorsame Kinder nicht mehr von den Wünschen formen, die ihr früher in eurer Unwissenheit hattet, sondern werdet wie der Heilige, der euch berufen hat, auch selbst in eurem ganzen Lebenswandel heilig. Denn in den Schriften steht: ‚Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin‘ “ (1. Pet. 1:14-16). Wie vom Volk Israel in alter Zeit wird von uns allen in der Christenversammlung erwartet, heilig zu bleiben. Das bedeutet, makellos oder rein zu bleiben und sich weder durch Sünde zu verunreinigen noch durch eine weltliche Einstellung. So bleiben wir für den heiligen Dienst abgesondert (2. Mo. 20:5).

      3 Wir können dadurch heilig bleiben, dass wir uns an Jehovas Gesetze und Grundsätze halten, die in der Heiligen Schrift klar definiert sind (2. Tim. 3:16). Durch ein Studium der Bibel haben wir Jehova und seine Wege kennengelernt und wurden zu ihm gezogen. Unser Studium hat uns davon überzeugt, wie wichtig es ist, Gottes Königreich an die erste Stelle zu setzen und den Willen Jehovas in unserem Leben allem voranzustellen (Mat. 6:33; Röm. 12:2). Dazu war es nötig, die neue Persönlichkeit anzuziehen (Eph. 4:22-24).

      GEISTIGE UND MORALISCHE REINHEIT

      4 Es ist nicht immer leicht, sich an Jehovas gerechte Maßstäbe zu halten. Unser Gegner, Satan, der Teufel, möchte uns von der Wahrheit abbringen. Die schlechten Einflüsse der Welt und unsere sündigen Neigungen erschweren uns manchmal das Leben. Unserer Hingabe entsprechend zu leben ist mit Kampf verbunden. Gemäß der Bibel sollte es uns nicht wundern, auf Widerstand und Schwierigkeiten zu stoßen. Wir müssen Schweres durchmachen, auch wenn wir das Richtige tun (2. Tim. 3:12). Doch trotz solcher Prüfungen können wir glücklich sein, denn sie beweisen, dass wir nach Gottes Willen leben (1. Pet. 3:14-16; 4:12, 14-16).

      5 Obwohl Jesus vollkommen war, lernte er durch das, was er durchmachen musste, Gehorsam. Niemals ging er auf die Versuchungen Satans ein, noch ließ er sich in weltliche Bestrebungen verwickeln (Mat. 4:1-11; Joh. 6:15). Er dachte kein einziges Mal daran, Zugeständnisse zu machen. Er hielt sich an Jehovas gerechte Maßstäbe, obwohl er sich wegen seiner treuen Handlungsweise den Hass der Welt zuzog. Kurz vor seinem Tod warnte er seine Jünger, dass die Welt auch sie hassen wird. Von dieser Zeit an machten Jesu Nachfolger schwere Zeiten durch, aber sie fassten Mut in dem Bewusstsein, dass der Sohn Gottes die Welt besiegt hatte (Joh. 15:19; 16:33; 17:16).

      6 Damit wir kein Teil der Welt sind, müssen wir Jehovas gerechte Maßstäbe genauso hochhalten, wie es unser Herr Jesus tat. Wir bleiben in politischen und gesellschaftlichen Streitfragen der Welt neutral und lassen uns nicht von ihrem moralischen Verfall anstecken. Wir nehmen den Rat aus Jakobus 1:21 ernst, wo es heißt: „Legt . . . alles Schmutzige ab und jede Spur von Schlechtigkeit und lasst euch demütig das Wort Gottes einpflanzen, das in der Lage ist, euch zu retten.“ Durch das Studium und den Besuch der Zusammenkünfte wird das Wort der Wahrheit in Herz und Sinn „eingepflanzt“. Mit dem, was die Welt bietet, liebäugeln wir nicht einmal. Der Jünger Jakobus schrieb: „Wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott bedeutet? Wer immer also ein Freund der Welt sein will, macht sich zum Feind Gottes“ (Jak. 4:4). Deshalb ermahnt uns die Bibel so eindringlich, uns an Jehovas gerechte Maßstäbe zu halten und von der Welt getrennt zu bleiben.

      7 Gottes Wort warnt davor, sich schamlos und unmoralisch zu verhalten, wenn es heißt: „Sexuelle Unmoral und jede Art Unreinheit oder Gier sollen unter euch nicht einmal erwähnt werden, so wie es sich für Heilige gehört“ (Eph. 5:3). Wir dürfen uns also nicht gedanklich mit Dingen beschäftigen, die unanständig, anstößig oder entwürdigend sind. Und wir würden auch sicher nicht zulassen, dass sich so etwas in unsere Gespräche einschleicht. Dadurch beweisen wir, dass wir uns an die reinen und gerechten Maßstäbe Jehovas halten möchten.

      SAUBERKEIT

      8 Christen sind sich bewusst, wie wichtig neben geistiger und moralischer Reinheit auch die buchstäbliche Reinheit ist. Vom Volk Israel verlangte der Gott der Heiligkeit, das Lager sauber zu halten. Auch wir müssen auf Sauberkeit achten, damit Jehova nichts an uns sieht, „was Anstoß erregt“ (5. Mo. 23:14).

      9 Heiligkeit und Reinlichkeit sind gemäß der Bibel eng miteinander verbunden. Zum Beispiel schrieb Paulus: „Ihr Lieben, . . . wir [wollen] uns von jeder Verunreinigung des Körpers und Geistes reinigen, indem wir völlige Heiligkeit in Gottesfurcht anstreben“ (2. Kor. 7:1). Alle, die Christus nachfolgen, sollten daher auf körperliche Reinlichkeit achten, indem sie sich regelmäßig duschen oder baden und ihre Kleidung waschen. Die Situation ist zwar von Land zu Land verschieden, aber Wasser und Seife sind in der Regel vorhanden, um sich selbst und die Kinder sauber zu halten.

      10 Durch unsere Predigttätigkeit sind wir an unserem Wohnort meist gut bekannt. Sorgen wir im und ums Haus für Ordnung und Sauberkeit, wirft das ein gutes Licht auf Jehova. Dazu kann jeder in der Familie beitragen. Brüder sollten sich besonders um das Haus und das Grundstück kümmern, denn ein ordentlicher Hof oder Vorgarten und ein gepflegtes Haus oder eine gepflegte Wohnung machen einen guten Eindruck bei anderen. Kümmern sie sich darum und übernehmen auch in Glaubensdingen die Führung, lässt das erkennen, dass sie dem eigenen Haushalt gut vorstehen (1. Tim. 3:4, 12). Schwestern sorgen besonders im Haus für Sauberkeit (Tit. 2:4, 5). Gut erzogene Kinder tun ihren Teil, sich selbst und ihr Zimmer sauber und ordentlich zu halten. Arbeiten alle in der Familie in puncto Sauberkeit zusammen, bereiten sie sich schon jetzt auf die neue Welt unter Gottes Königreich vor.

      11 Viele Diener Jehovas fahren mit dem Auto zu den Zusammenkünften. In manchen Gebieten ist ein Auto für den Predigtdienst so gut wie unverzichtbar. Es sollte sauber und in einem guten Zustand sein. An unserer Wohnung und unserem Auto sollte man sehen, dass wir zu Jehovas reinem, heiligem Volk gehören. Das Gleiche trifft auf unsere Predigtdiensttasche und unsere Bibel zu.

      12 Unsere Kleidung und Aufmachung sollten mit Gottes Grundsätzen im Einklang sein. Vor einer prominenten Persönlichkeit würden wir niemals schlampig oder zu leger gekleidet erscheinen. Wie viel mehr sollten wir darauf achten, wenn wir Jehova im Predigtdienst oder auf der Bühne vertreten! Unsere Aufmachung und unser Kleidungsstil können sich darauf auswirken, wie andere über die Anbetung Jehovas denken. Es wäre gewiss nicht passend, sich unschicklich oder anstößig zu kleiden (Mi. 6:8; 1. Kor. 10:31-33; 1. Tim. 2:9, 10). Wenn wir uns für den Predigtdienst, die Zusammenkünfte der Versammlung oder für Kongresse zurechtmachen, beachten wir, was die Bibel über Sauberkeit und ein anständiges Äußeres sagt. Wir wollen Jehova immer ehren und verherrlichen.

      Als Diener Gottes sind wir verpflichtet, in allem, was wir sagen und tun, Jehovas Herrlichkeit widerzuspiegeln

      13 Das Gleiche trifft zu, wenn wir die Weltzentrale oder ein Zweigbüro der Zeugen Jehovas besuchen. Der Name Bethel bedeutet „Haus Gottes“. Kleiden und verhalten wir uns daher so wie bei den Zusammenkünften im Königreichssaal.

      14 Selbst bei Freizeitaktivitäten ist es wichtig, auf unsere Kleidung und Aufmachung zu achten. Wir könnten uns fragen: „Wäre es mir wegen meiner Kleidung peinlich, über meinen Glauben zu sprechen?“

      VERNÜNFTIGE FREIZEITGESTALTUNG UND UNTERHALTUNG

      15 Ruhe und Entspannung sind nötig, damit man ausgeglichen und gesund bleibt. Jesus lud seine Jünger einmal ein, an einen einsamen Ort zu kommen und sich ein wenig auszuruhen (Mar. 6:31). Ruhe und vernünftige Freizeitgestaltung sind eine angenehme Abwechslung und können dazu beitragen, dass wir wieder mit neuer Kraft an die tägliche Arbeit gehen.

      16 Bei dem umfangreichen Freizeitangebot sollten Christen wählerisch sein und sich so verhalten, wie es Gott gefällt. Freizeit hat ihre Berechtigung, sie ist aber nicht das Wichtigste im Leben. Die Bibel enthält die Warnung, dass die Menschen in den „letzten Tagen“ das Vergnügen lieben würden statt Gott (2. Tim. 3:1, 4). Heute gilt vieles als Freizeitgestaltung und Unterhaltung, was für jemand, der sich an Gottes gerechte Maßstäbe halten möchte, abstoßend ist.

      17 Die ersten Christen mussten sich damals gegen die allgegenwärtige Vergnügungssucht wehren. Bei den römischen Spielen wurden die Zuschauer mit Grausamkeiten unterhalten. Zur Belustigung wurden Gewalttat, Blutvergießen und unmoralische Handlungen vorgeführt. Die ersten Christen hielten sich jedoch von solch einer Unterhaltung fern. Vieles im heutigen Unterhaltungsangebot enthält Ähnliches und appelliert an niedere Triebe. Wir müssen sorgfältig darauf achten, wie wir uns verhalten, und schlechte Unterhaltung meiden (Eph. 5:15, 16; Ps. 11:5). Selbst wenn die Unterhaltung an sich vielleicht nicht anstößig ist, kann doch das ganze Umfeld inakzeptabel sein (1. Pet. 4:1-4).

      18 Es gibt durchaus gute Formen der Entspannung und Unterhaltung, die Christen genießen können. Viele fanden es hilfreich, dem biblischen Rat und den ausgeglichenen Empfehlungen in unseren Veröffentlichungen zu folgen.

      19 Manchmal treffen sich mehrere Familien im privaten Rahmen. Vielleicht sind Brüder und Schwestern auch zu einer Hochzeitsfeier eingeladen oder zu einem ähnlichen Anlass (Joh. 2:2). Die Gastgeber sollten sich für das verantwortlich fühlen, was bei diesen Anlässen geschieht. Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn viele zusammenkommen. In so einer entspannten Atmosphäre ist es vorgekommen, dass sich Christen unpassend verhalten haben. Sie haben übermäßig gegessen und getrunken und sogar andere schwerwiegende Fehler begangen. Deshalb achten umsichtige Christen darauf, die Größe und Dauer solcher Feiern zu begrenzen. Werden alkoholische Getränke gereicht, sollte das in Maßen geschehen (Phil. 4:5). Schafft man eine Atmosphäre, in der sich die Gäste gegenseitig im Glauben aufbauen, wird Essen und Trinken nicht das Wichtigste sein.

      20 Es ist etwas Schönes, gastfreundlich zu sein (1. Pet. 4:9). Laden wir Glaubensbrüder zum Essen oder zu einer kleinen Erfrischung zu uns nach Hause ein, um mit ihnen Gemeinschaft zu pflegen, werden wir auch die Benachteiligten nicht vergessen (Luk. 14:12-14). Sind wir Gäste, halten wir uns an den Rat aus Markus 12:31. Es ist immer gut, Wertschätzung für die Freundlichkeit anderer zu zeigen.

      21 Ein Christ genießt Gottes großzügige Geschenke, zum Beispiel wenn er „isst und trinkt und Freude erlebt für all seine harte Arbeit“ (Pred. 3:12, 13). Tun Gastgeber und Gäste „alles zur Ehre Gottes“, hat jeder das befriedigende Gefühl, aufgebaut und ermuntert worden zu sein.

      SCHULAKTIVITÄTEN

      22 Eine grundlegende Schulausbildung ist auch für Kinder von Zeugen Jehovas von Nutzen. Sie sind daran interessiert, gut lesen und schreiben zu lernen. Auch andere Schulfächer können für junge Leute eine Hilfe sein, wenn sie Ziele im Dienst für Gott verfolgen. In ihrer Schulzeit sollten sie sich fleißig bemühen, an ihren großen Schöpfer zu denken und den Glauben an die erste Stelle zu setzen (Pred. 12:1).

      23 Bist du ein Jugendlicher, der noch zur Schule geht? Dann vermeide unnötigen Umgang mit Jugendlichen aus der Welt (2. Tim. 3:1, 2). Jehova hat dir alles Nötige an die Hand gegeben, damit du dich gegen weltliche Einflüsse wehren kannst (Ps. 23:4; 91:1, 2). Nutze das, was Jehova zu deinem Schutz bereitgestellt hat (Ps. 23:5).

      24 Um sich während der Schulzeit von der Welt getrennt halten zu können, haben die meisten jungen Zeugen Jehovas beschlossen, sich nicht an außerlehrplanmäßigen Aktivitäten zu beteiligen. Das werden Klassenkameraden und Lehrer zwar nicht immer verstehen, doch was zählt, ist Gott zu gefallen. Das bedeutet, nach seinem eigenen biblisch geschulten Gewissen zu handeln und entschlossen zu sein, sich nicht in Konkurrenzkampf oder Nationalismus verwickeln zu lassen (Gal. 5:19, 26). Hören junge Leute auf den biblischen Rat ihrer Eltern und suchen guten Umgang in der Versammlung, können sie sich an Jehovas gerechte Maßstäbe halten.

      ERWERBSTÄTIGKEIT UND GESCHÄFTSVERBINDUNGEN

      25 Wer einer Familie vorsteht, ist gemäß der Bibel verpflichtet, für seine „Hausgemeinschaft“ zu sorgen (1. Tim. 5:8). Dennoch ist ihm bewusst, dass die Erwerbstätigkeit den Königreichsinteressen untergeordnet ist (Mat. 6:33; Röm. 11:13). Aus Gottergebenheit ist er mit Nahrung und Kleidung zufrieden und vermeidet so die Sorgen und Fallstricke eines materialistischen Lebensstils (1. Tim. 6:6-10).

      26 Gott hingegebene Christen berücksichtigen bei ihrer Berufstätigkeit biblische Grundsätze. Auf ehrliche Weise unseren Lebensunterhalt zu verdienen bedeutet, keine Tätigkeit auszuüben, die gegen das Gesetz Gottes oder das Landesgesetz verstößt (Röm. 13:1, 2; 1. Kor. 6:9, 10). Uns sind die Gefahren von schlechtem Umgang bewusst. Als „Soldaten Christi“ beteiligen wir uns nicht an Geschäften, die mit Gottes Maßstäben unvereinbar sind, die ein Zugeständnis in Bezug auf unsere christliche Neutralität erfordern oder die unser Verhältnis zu Jehova gefährden (Jes. 2:4; 2. Tim. 2:3, 4). Auch haben wir keine Verbindung zu Gottes religiösem Feind, „Babylon der Großen“ (Offb. 18:2, 4; 2. Kor. 6:14-17).

      27 Beachten wir Gottes gerechte Maßstäbe, werden wir christliche Zusammenkünfte nicht für persönliche oder geschäftliche Interessen nutzen. Der Zweck der Gemeinschaft in Zusammenkünften und auf Kongressen besteht ausschließlich darin, Jehova anzubeten. Wir ernähren uns an seinem Tisch und machen uns „durch unseren Glauben gegenseitig Mut“ (Röm. 1:11, 12; Heb. 10:24, 25). Bei dieser Gemeinschaft sollte der Glaube im Mittelpunkt stehen.

      IN CHRISTLICHER EINHEIT ZUSAMMENLEBEN

      28 Jehovas gerechte Maßstäbe verlangen auch, dass seine Diener „die Einheit des Geistes in dem vereinigenden Band des Friedens“ bewahren (Eph. 4:1-3). Statt nur an sich selbst zu denken, ist jeder bemüht, das zu tun, was für den anderen gut ist (1. Thes. 5:15). Das ist sicher die Einstellung, die du auch in deiner Versammlung beobachtest. Alle richten sich nach denselben gerechten Maßstäben aus, ganz gleich, welche ethnische oder soziale Herkunft sie haben, aus welchen wirtschaftlichen Verhältnissen sie kommen oder welchen Bildungsstand sie haben. Selbst Außenstehende beobachten dieses besondere Merkmal des Volkes Jehovas (1. Pet. 2:12).

      29 Der Apostel Paulus betonte die Grundlage der Einheit, als er schrieb: „Es gibt nur einen einzigen Körper und einen einzigen Geist, so wie ihr zu ein und derselben Hoffnung berufen worden seid, einen einzigen Herrn, einen einzigen Glauben, eine einzige Taufe, einen einzigen Gott und Vater von allen, der über allen und durch alle und in allen ist“ (Eph. 4:4-6). Das bedeutet: Geht es um biblische Grundlehren oder um tieferes biblisches Verständnis, bilden wir eine Einheit und erkennen die Souveränität Jehovas an. Jehova hat seinen Dienern die reine Sprache der Wahrheit gegeben, sodass sie ihm Schulter an Schulter dienen können (Zeph. 3:9).

      30 Die Einheit und der Frieden in der Christenversammlung sind für jeden, der Jehova anbetet, eine Kraftquelle. Wir haben erlebt, wie sich das Versprechen Jehovas erfüllt hat: „Zur Einheit werde ich sie bringen wie Schafe in die Hürde“ (Mi. 2:12). Wir bewahren diese friedliche Einheit, indem wir uns an Jehovas gerechte Maßstäbe halten.

      31 Wer in die reine Versammlung Jehovas aufgenommen wurde, kann sich glücklich schätzen. Den Namen Jehovas tragen zu dürfen ist jedes Opfer wert. Gleichzeitig bewahren wir unser kostbares Verhältnis zu Jehova dadurch, dass wir uns gewissenhaft bemühen, uns an seine gerechten Maßstäbe zu halten und sie anderen weiterzuempfehlen (2. Kor. 3:18).

  • Den Frieden und die Reinheit der Versammlung bewahren
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 14

      Den Frieden und die Reinheit der Versammlung bewahren

      JEDES Jahr strömen Tausende zu Jehovas Haus der reinen Anbetung, wodurch sich biblische Prophezeiungen erfüllen (Mi. 4:1, 2). Wir freuen uns sehr, sie in der „Versammlung Gottes“ willkommen zu heißen (Apg. 20:28). Diese Neuen schätzen es, Jehova gemeinsam mit uns zu dienen, und freuen sich über das geistige Paradies – eine Umgebung, in der eine reine und friedliche Atmosphäre herrscht. Jehovas heiliger Geist und der weise Rat aus seinem Wort helfen uns, den Frieden zu bewahren und die Versammlung rein zu erhalten (Ps. 119:105; Sach. 4:6).

      2 Durch das Anwenden von biblischen Grundsätzen ziehen wir die „neue Persönlichkeit“ an (Kol. 3:10). Wir sehen über kleine Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten hinweg. Machen wir uns Jehovas Standpunkt zu eigen, überwinden wir trennende weltliche Einflüsse und arbeiten als internationale Bruderschaft in Einheit zusammen (Apg. 10:34, 35).

      3 Dennoch entstehen von Zeit zu Zeit Schwierigkeiten, die den Frieden und die Einheit der Versammlung beeinträchtigen. Woran liegt das? Meist ist biblischer Rat nicht beachtet worden. Auch müssen wir immer noch mit unvollkommenen menschlichen Neigungen fertigwerden. Keiner von uns ist ohne Sünde (1. Joh. 1:10). Vielleicht begeht jemand einen Fehler, wodurch moralische oder geistige Unreinheit in die Versammlung getragen werden könnte. Möglicherweise kränken wir einen anderen durch ein unbedachtes Wort oder eine gedankenlose Tat, oder wir stoßen uns an dem, was jemand gesagt oder getan hat (Röm. 3:23). Was kann man in solchen Situationen tun, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen?

      4 Jehova hat in seiner Liebe für Anleitung in seinem Wort gesorgt, wie wir mit solchen Schwierigkeiten umgehen können. Persönliche Hilfe erhalten wir auch von liebevollen Hirten, den Ältesten. Wenden wir ihren biblischen Rat an, können wir zu anderen wieder ein gutes Verhältnis bekommen und vor Jehova weiter in gutem Ruf stehen. Werden wir wegen eines Fehlverhaltens zurechtgewiesen oder korrigiert, können wir sicher sein, dass dies ein Ausdruck der Liebe unseres himmlischen Vaters ist (Spr. 3:11, 12; Heb. 12:6).

      KLEINERE DIFFERENZEN BEILEGEN

      5 Es kommt vor, dass in der Versammlung persönliche Streitigkeiten oder kleinere Differenzen auftreten. Diese sollten im Geist der brüderlichen Liebe schnell beigelegt werden (Eph. 4:26; Phil. 2:2-4; Kol. 3:12-14). Sehr wahrscheinlich stellst du fest, dass sich zwischenmenschliche Probleme in der Versammlung lösen lassen, wenn man den Rat des Apostels Petrus beachtet: „Habt tiefe Liebe zueinander, denn Liebe deckt eine Menge von Sünden zu“ (1. Pet. 4:8). Die Bibel sagt: „Schließlich machen wir ja alle oft Fehler“ (Jak. 3:2). Wenden wir die Goldene Regel an und behandeln andere so, wie wir selbst gern behandelt werden möchten, können wir normalerweise kleinere Kränkungen vergeben und vergessen (Mat. 6:14, 15; 7:12).

      6 Hast du jemand verletzt? Dann ergreife so schnell wie möglich die Initiative und schließe Frieden, denn davon wird auch dein Verhältnis zu Jehova berührt. Jesus riet seinen Jüngern: „Wenn du also deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder dir etwas übel nimmt, dann lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh weg. Versöhne dich zuerst mit deinem Bruder und dann komm zurück und opfere deine Gabe“ (Mat. 5:23, 24). Vielleicht handelt es sich um ein Missverständnis. Falls ja, dann bemühe dich weiter um eine offene Kommunikation. Gute Kommunikation unter allen in der Versammlung trägt viel dazu bei, Missverständnisse zu verhindern oder Probleme zu lösen, die aufgrund menschlicher Unvollkommenheit auftreten.

      NÖTIGEN BIBLISCHEN RAT GEBEN

      7 Manchmal müssen Älteste jemandem Rat geben, um ihn in seinem Denken zu korrigieren. Das ist nicht immer leicht. An Christen in Galatien schrieb der Apostel Paulus: „Brüder, auch wenn jemand einen Fehltritt tut, ohne dass es ihm bewusst ist, sollt ihr, die ihr durch den Geist befähigt seid, versuchen, ihn im Geist der Milde wieder auf den richtigen Weg zu bringen“ (Gal. 6:1).

      8 Dadurch, dass die Ältesten die Herde auf diese Weise hüten, können sie die Versammlung vor vielen Gefahren schützen und vielleicht schwerwiegende Probleme verhindern. Älteste möchten gern dem prophetischen Bild entsprechen, das Jehova durch Jesaja aufschreiben ließ: „Jeder von ihnen wird wie ein sicherer Ort bei Sturm sein, wie ein schützender Ort bei einem Wolkenbruch, wie Wasserbäche in einem wasserlosen Land, wie der Schatten eines massiven Felsens in einem trockenen Land“ (Jes. 32:2).

      UNORDENTLICHE BEZEICHNET HALTEN

      9 Der Apostel Paulus warnte vor Personen, die einen schädlichen Einfluss auf die Versammlung ausüben könnten. Er sagte: „Wir weisen euch . . . an, euch von jedem Bruder zurückzuziehen, der unordentlich und nicht nach der Tradition lebt, die ihr von uns übermittelt bekommen habt.“ Dann erläuterte er diese Aussage noch: „Wenn aber jemand nicht befolgt, was wir in diesem Brief geschrieben haben, sollt ihr ihn bezeichnet halten und keinen Umgang mehr mit ihm haben, damit er sich schämt. Betrachtet ihn jedoch nicht als Feind, sondern ermahnt ihn weiterhin eindringlich als Bruder“ (2. Thes. 3:6, 14, 15).

      10 Gelegentlich missachtet jemand die Maßstäbe Gottes auf gravierende Weise, sündigt jedoch nicht so schwer, dass er dafür ausgeschlossen werden könnte. Das mag jemand sein, der äußerst faul, kritisch oder unsauber ist oder sich in Sachen einmischt, die ihn nichts angehen (2. Thes. 3:11). Oder es mag jemand sein, der hinterhältig versucht, andere materiell auszunutzen, oder der sich mit eindeutig unangebrachter Unterhaltung beschäftigt. Das unordentliche Verhalten ist so gravierend, dass es sich auf die Versammlung schlecht auswirken und auf andere abfärben könnte.

      11 Die Ältesten werden zunächst versuchen, einer Person, die als unordentlich gilt, mit biblischem Rat zu helfen. Wenn die Ältesten nach wiederholter Ermahnung feststellen, dass der Betreffende weiterhin biblische Grundsätze missachtet, werden sie sorgfältig abwägen, ob die Situation so ernst ist oder andere so beunruhigt, dass ein Vortrag gehalten werden sollte, um die Versammlung zu warnen. Der Redner wird zu der Thematik passenden Rat geben, den Unordentlichen dabei aber nicht namentlich erwähnen. Alle, die mit der Sache vertraut sind, werden mit dem Betreffenden zwar weiterhin bei Glaubensaktivitäten zusammenarbeiten, aber den sonstigen Umgang vermeiden und ihn so, wie Paulus es ausdrückt, als Bruder ermahnen.

      12 Es ist zu hoffen, dass die entschiedene Haltung der treuen Brüder in der Versammlung den Unordentlichen beschämt und dazu bringt, seine Handlungsweise zu ändern. Hat er sein unordentliches Verhalten aufgegeben, braucht er nicht mehr als Bezeichneter behandelt zu werden.

      BESTIMMTE SCHWERE VERFEHLUNGEN BEHANDELN

      13 Unsere Bereitschaft, über Verfehlungen hinwegzusehen und zu vergeben, bedeutet nicht, dass wir gegenüber falschem Verhalten gleichgültig sind oder es gutheißen. Nicht jede Verfehlung ist der ererbten Sünde zuzuschreiben; es ist auch nicht passend, über Verfehlungen hinwegzusehen, die nicht als geringfügig eingestuft werden können (3. Mo. 19:17; Ps. 141:5). Der Gesetzesbund berücksichtigte, dass einige Sünden schwerer sind als andere, und in der Christenversammlung ist es genauso (1. Joh. 5:16, 17).

      14 Jesus umriss eine spezielle Vorgehensweise, wie man schwerwiegende Probleme unter Glaubensbrüdern angeht. Er nannte folgende Schritte: „Wenn dein Bruder eine Sünde begeht, dann geh [1.] und mach ihm den Fehler unter vier Augen bewusst. Hört er auf dich, dann hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Wenn er aber nicht auf dich hört, nimm [2.] noch eine oder zwei Personen mit, damit alles durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen bestätigt wird. Wenn er nicht auf sie hört, dann wende dich [3.] an die Versammlung. Und wenn er nicht einmal auf die Versammlung hört, dann soll er für dich genauso sein wie jemand aus einem anderen Volk und wie ein Steuereinnehmer“ (Mat. 18:15-17).

      15 Anschließend erzählte Jesus das in Matthäus 18:23-35 aufgezeichnete Gleichnis. Daraus wird ersichtlich, auf welche Sünden Matthäus 18:15-17 zutrifft. Offensichtlich fallen darunter finanzielle Angelegenheiten beziehungsweise Eigentumsangelegenheiten wie ein Zahlungsversäumnis oder ein Betrugsfall. Es kann sich aber auch um Verleumdung handeln, die jemandes Ruf ernsthaft schädigt.

      16 Hat jemand in der Versammlung nachweislich eine solche Sünde gegen dich begangen, dann bitte die Ältesten nicht vorschnell, in der Sache für dich aktiv zu werden. Jesus riet, zuerst mit demjenigen zu sprechen. Versuche die Angelegenheit mit ihm allein zu klären, ohne irgendjemand mit hineinzuziehen. Denk daran, dass Jesus nicht sagte: „Geh nur ein Mal hin und mach ihm den Fehler unter vier Augen bewusst.“ Gibt er also seinen Fehler nicht zu und entschuldigt sich nicht, könnte man ihn später erneut ansprechen. Lässt sich die Sache auf diese Weise bereinigen, wird der Betreffende es schätzen, dass du anderen nicht von seiner Sünde erzählt noch seinen guten Ruf in der Versammlung geschädigt hast. Du hast dann „deinen Bruder zurückgewonnen“.

      17 Wenn derjenige, der die Verfehlung begangen hat, die Verantwortung dafür übernimmt, um Vergebung bittet und Schritte unternimmt, die Sache wiedergutzumachen, braucht sie nicht weiterverfolgt zu werden. Obwohl es sich um eine schwerwiegende Sünde handelt, kann eine solche Angelegenheit zwischen den betroffenen Personen geklärt werden.

      18 War es nicht möglich, deinen Bruder dadurch zurückzugewinnen, dass du ihm seinen Fehler „unter vier Augen“ bewusst gemacht hast, dann kannst du tun, was Jesus als Nächstes sagte: „Nimm noch eine oder zwei Personen mit“, und sprich erneut mit ihm. Diejenigen, die dich begleiten, sollten auch den Wunsch haben, den Bruder zurückzugewinnen. Vorzugsweise sind sie Augenzeugen des angeblichen Fehlverhaltens; gibt es keine Augenzeugen, kannst du ein oder zwei andere Personen bitten, als Zeugen bei dem Gespräch dabei zu sein. Vielleicht kennen sie sich in der betreffenden Thematik aus und können beurteilen, ob wirklich ein Unrecht vorliegt. Sind die als Zeugen ausgewählten Brüder Älteste, vertreten sie nicht die Versammlung, da die Ältestenschaft sie nicht speziell beauftragt hat.

      19 Falls die Angelegenheit trotz wiederholter Bemühungen nicht geklärt werden kann – weder durch ein Gespräch unter vier Augen noch durch ein Gespräch im Beisein von ein oder zwei anderen – und du über die Sache nicht hinwegsehen kannst, solltest du mit den Ältesten der Versammlung darüber sprechen. Du kannst davon ausgehen, dass sie alles tun werden, um den Frieden und die Reinheit der Versammlung zu bewahren. Hast du dich an die Ältesten gewandt, solltest du ihnen die Angelegenheit überlassen und auf Jehova vertrauen. Lass nie zu, dass das Verhalten eines anderen dich zum Stolpern bringt oder dir die Freude im Dienst für Jehova raubt (Ps. 119:165).

      20 Die Ältesten werden die Angelegenheit untersuchen. Stellt sich heraus, dass die Person tatsächlich eine schwerwiegende Sünde gegen dich begangen hat, reuelos ist und nicht bereit ist, den Schaden auf angemessene Weise wiedergutzumachen, kann es erforderlich sein, dass ein aus Ältesten bestehendes Komitee den Sünder aus der Versammlung ausschließt. So schützen die Ältesten die Herde und wahren die Reinheit der Versammlung (Mat. 18:17).

      VERFAHRENSWEISE BEI SCHWEREN VERFEHLUNGEN

      21 Einige schwere Vergehen wie Ehebruch, Homosexualität oder Abtrünnigkeit erfordern mehr als die Vergebung des Geschädigten (1. Kor. 6:9, 10; Gal. 5:19-21). Da die geistige und moralische Reinheit der Versammlung bedroht ist, müssen solche schweren Sünden den Ältesten berichtet und von ihnen behandelt werden (1. Kor. 5:6; Jak. 5:14, 15). Älteste erfahren von solchen Sünden dadurch, dass jemand diese persönlich bekennt, oder dadurch, dass jemand berichtet, was er über das Fehlverhalten eines anderen weiß (3. Mo. 5:1; Jak. 5:16). Ganz gleich wie die Ältesten von der schweren Verfehlung einer getauften Person aus der Versammlung erfahren, wird die Sache zuerst von zwei Ältesten geprüft. Falls sich herausstellt, dass nachweislich eine schwere Sünde begangen wurde, beauftragt die Ältestenschaft ein aus mindestens drei Ältesten bestehendes Rechtskomitee, den Fall zu behandeln.

      22 Die Ältesten achten aufmerksam auf die Herde und versuchen, sie vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Mithilfe des Wortes Gottes bemühen sie sich auch, jemand, der auf Abwege geraten ist, zurechtzuweisen und ihn wieder auf den richtigen Weg zu bringen (Jud. 21-23). Das stimmt mit den Anweisungen überein, die der Apostel Paulus Timotheus gab. Er schrieb: „Vor Gott und Christus Jesus, der über die Lebenden und die Toten Gericht halten wird, . . . weise ich dich feierlich an: . . . Weise zurecht, erteile Verweise, ermahne – mit aller Geduld und Lehrkunst“ (2. Tim. 4:1, 2). Das kann viel Zeit erfordern, doch es gehört zur harten Arbeit der Ältesten. Die Versammlung schätzt ihre Anstrengungen und hält sie „doppelter Ehre“ für würdig (1. Tim. 5:17).

      23 Immer dann, wenn eine Schuld festgestellt wird, sind die Ältesten in erster Linie bestrebt, dem Betreffenden zu helfen, wieder im Glauben gesund zu werden. Bereut er aufrichtig und lässt er sich von den Ältesten helfen, dient die erteilte Zurechtweisung – ob privat oder vor möglichen Zeugen, die während der Verhandlung vor dem Rechtskomitee angehört wurden – als disziplinarische Maßnahme und erzeugt auch in allen anderen, die eventuell anwesend sind, eine gesunde Furcht (2. Sam. 12:13; 1. Tim. 5:20). Wird jemand von einem Rechtskomitee zurechtgewiesen, werden ihm immer Einschränkungen auferlegt. So kann dem Betreffenden geholfen werden, wieder „gerade Wege“ für seine Füße zu schaffen (Heb. 12:13). Ist zu erkennen, dass er wieder im Glauben gesund ist, werden diese Einschränkungen aufgehoben.

      BEKANNTMACHUNG EINER ZURECHTWEISUNG

      24 Stellt ein Rechtskomitee fest, dass jemand zwar bereut, die Sache aber wahrscheinlich in der Versammlung oder am Ort bekannt werden wird oder die Versammlung im Umgang mit dieser Person Vorsicht walten lassen muss, dann ist in der Leben-und-Dienst-Zusammenkunft eine kurze Bekanntmachung mit folgendem Wortlaut vorgesehen: „Bruder (Schwester) [Name des Betreffenden] ist zurechtgewiesen worden.“

      WENN EIN GEMEINSCHAFTSENTZUG BESCHLOSSEN WIRD

      25 In manchen Fällen ist der Betreffende in seiner sündigen Handlungsweise so verhärtet, dass er auf die Hilfe der Ältesten nicht reagiert. Vielleicht ist zum Zeitpunkt der Verhandlung nicht erkennbar, dass sein Verhalten „der Reue entspricht“ (Apg. 26:20). Dann ist es notwendig, den reuelosen Sünder aus der Versammlung auszuschließen und ihm die Gemeinschaft mit Jehovas reinem Volk zu verwehren. Er hat jetzt keinen schlechten Einfluss mehr auf die Versammlung, wodurch sie moralisch und geistig rein bleibt und ihr guter Ruf geschützt wird (5. Mo. 21:20, 21; 22:23, 24). Nachdem der Apostel Paulus von schamlosem Verhalten in der Versammlung Korinth erfahren hatte, ermahnte er die Ältesten, einen solchen Menschen dem Satan zu übergeben, „damit der Geist . . . [der Versammlung] gerettet wird“ (1. Kor. 5:5, 11-13). Paulus berichtete auch von anderen, die im 1. Jahrhundert ausgeschlossen wurden, weil sie sich gegen die Wahrheit aufgelehnt hatten (1. Tim. 1:20).

      26 Beschließt ein Rechtskomitee, dem reuelosen Sünder die Gemeinschaft zu entziehen, sollte es ihn davon unterrichten und ihm deutlich die biblische Begründung dafür nennen. Ihm wird auch mitgeteilt, dass er gegen den Beschluss Berufung einlegen kann, falls er der Meinung ist, bei der Beurteilung seines Falls sei ein schwerwiegender Fehler gemacht worden. Er sollte dies brieflich tun und die Gründe für die Berufung deutlich nennen. Dazu hat er sieben Tage Zeit – von dem Zeitpunkt an gerechnet, wo das Komitee ihm die Entscheidung mitgeteilt hat. Geht ein Berufungsantrag ein, wendet sich die Ältestenschaft an den Kreisaufseher. Er wählt geeignete Älteste aus, die ein Berufungskomitee bilden, das den Fall neu verhandelt. Wenn irgend möglich, findet das Berufungsverfahren innerhalb einer Woche nach Eingang des Berufungsantrags statt. Liegt eine Berufung vor, sollte mit der Bekanntmachung des Gemeinschaftsentzugs gewartet werden. In der Zwischenzeit darf der Beschuldigte in den Zusammenkünften keine Kommentare geben, nicht beten und keine besonderen Dienstaufgaben wahrnehmen.

      27 Die Berufung wird gewährt, um dem Beschuldigten entgegenzukommen und ihm eine Anhörung seiner Einwände zu ermöglichen. Falls er daher vorsätzlich nicht zur Berufungsverhandlung erscheint und man sich in angemessener Weise bemüht hat, ihn zu erreichen, sollte der Gemeinschaftsentzug bekannt gegeben werden.

      28 Möchte der Betreffende keine Berufung einlegen, wird ihm das Rechtskomitee erklären, dass Reue nötig ist, und ihn auf die Schritte hinweisen, die er unternehmen kann, um zu gegebener Zeit wiederaufgenommen zu werden. Das geschieht in der Hoffnung, dass er seine Handlungsweise ändert und mit der Zeit die Voraussetzungen erfüllt, zur Organisation Jehovas zurückzukehren (2. Kor. 2:6, 7).

      BEKANNTMACHUNG DES GEMEINSCHAFTSENTZUGS

      29 Ist es erforderlich, einen reuelosen Sünder aus der Versammlung auszuschließen, erfolgt die kurze Bekanntmachung: „[Name des Betreffenden] ist kein Zeuge Jehovas mehr.“ Treue Christen in der Versammlung sehen das als Hinweis, den Umgang mit dem Betreffenden einzustellen (1. Kor. 5:11).

      VERLASSEN DER GEMEINSCHAFT

      30 Vom „Verlassen der Gemeinschaft“ spricht man dann, wenn ein getaufter Zeuge Jehovas bewusst erklärt, nicht mehr als Zeuge Jehovas gelten oder bekannt sein zu wollen. Jemand könnte seinen Platz in der Christenversammlung aber auch durch seine Handlungsweise aufgeben, indem er zum Beispiel Teil einer weltlichen Organisation wird, deren Ziele im Widerspruch zur biblischen Lehre stehen und die daher von Jehova Gott verurteilt wird (Jes. 2:4; Offb. 19:17-21).

      31 Der Apostel Johannes schrieb über Personen, die in seinen Tagen den christlichen Glauben aufgegeben hatten: „Sie kamen aus unserer Mitte, aber sie waren nicht wie wir, denn wenn sie wie wir gewesen wären, dann wären sie bei uns geblieben“ (1. Joh. 2:19).

      32 Wer die Gemeinschaft verlässt, steht vor Jehova ganz anders da als ein Untätiger, also jemand, der sich nicht mehr am Predigtdienst beteiligt. Ein Untätiger hat vielleicht Gottes Wort nicht mehr regelmäßig studiert oder hat wegen persönlicher Probleme oder Verfolgung den Eifer für den Dienst Jehovas verloren. Die Ältesten und andere in der Versammlung leisten einem Untätigen weiterhin angemessenen Beistand (Röm. 15:1; 1. Thes. 5:14; Heb. 12:12).

      33 Entscheidet sich aber jemand, die Gemeinschaft zu verlassen, wird der Versammlung folgende kurze Bekanntmachung gegeben: „[Name des Betreffenden] ist kein Zeuge Jehovas mehr.“ Eine solche Person wird genauso behandelt wie jemand, dem die Gemeinschaft entzogen wurde.

      WIEDERAUFNAHME

      34 Wann kann jemand, der ausgeschlossen wurde oder die Gemeinschaft verlassen hat, wiederaufgenommen werden? Wenn er echte Reue erkennen lässt und über einen angemessenen Zeitraum deutlich gezeigt hat, dass er seine sündige Handlungsweise aufgegeben hat und sich ein gutes Verhältnis zu Jehova wünscht. Die Ältesten achten darauf, dass genügend Zeit vergeht – viele Monate, ein Jahr oder noch länger, je nach den Umständen –, damit der Betreffende seine Reue wirklich unter Beweis stellen kann. Wenn die Ältestenschaft ein schriftliches Wiederaufnahmegesuch erhält, wird ein Wiederaufnahmekomitee mit dem Betreffenden sprechen. Dieses Komitee beurteilt, ob sein Verhalten „der Reue entspricht“, und entscheidet, ob er schon wiederaufgenommen werden kann oder nicht (Apg. 26:20).

      35 Bittet jemand um Wiederaufnahme, der von einer anderen Versammlung ausgeschlossen wurde, wird sich ein Wiederaufnahmekomitee aus seiner jetzigen Versammlung mit ihm treffen und sich mit dem Gesuch befassen. Ist dieses Komitee der Meinung, dass er wiederaufgenommen werden sollte, dann unterbreitet es den Ältesten der Versammlung, die den Fall ursprünglich behandelt hat, eine Empfehlung. Die beteiligten Komitees arbeiten zusammen, damit alle Fakten zusammengetragen werden können und es zu einer gerechten Entscheidung kommt. Die Entscheidung über die Wiederaufnahme trifft jedoch ein Wiederaufnahmekomitee aus der ursprünglichen Versammlung.

      BEKANNTMACHUNG DER WIEDERAUFNAHME

      36 Ist das Wiederaufnahmekomitee davon überzeugt, dass jemand, der ausgeschlossen wurde oder die Gemeinschaft verlassen hat, wirklich bereut und wiederaufgenommen werden sollte, wird die Wiederaufnahme in der Versammlung bekannt gegeben, die sich ursprünglich mit dem Fall befasst hat. Gehört er jetzt zu einer anderen Versammlung, wird sie dort ebenfalls bekannt gegeben. Die Bekanntmachung sollte lauten: „[Name des Betreffenden] ist als Zeuge Jehovas wiederaufgenommen worden.“

      VERFEHLUNGEN VON GETAUFTEN MINDERJÄHRIGEN

      37 Schweres Fehlverhalten von getauften Minderjährigen sollte den Ältesten berichtet werden. Befassen sich die Ältesten mit schweren Sünden eines Minderjährigen, ist es empfehlenswert, dass die getauften Eltern anwesend sind. Sie werden mit dem Rechtskomitee zusammenarbeiten, ohne zu versuchen, ihr Kind vor notwendigen Maßnahmen zu schützen. Wie bei Erwachsenen bemüht sich das Rechtskomitee, den Minderjährigen zurechtzuweisen und wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Zeigt er jedoch keine Reue, wird ihm die Gemeinschaft entzogen.

      VERFEHLUNGEN VON UNGETAUFTEN VERKÜNDIGERN

      38 Was ist zu tun, falls sich ungetaufte Verkündiger eines schweren Fehlverhaltens schuldig machen? Da sie keine getauften Zeugen Jehovas sind, können sie nicht formell ausgeschlossen werden. Es kann jedoch sein, dass sie die Maßstäbe der Bibel nicht völlig verstehen; freundlicher Rat kann ihnen helfen, „gerade Wege“ für ihre Füße zu schaffen (Heb. 12:13).

      39 Zeigt ein Ungetaufter keine Reue, nachdem zwei Älteste mit ihm zusammengekommen sind und versucht haben, ihm zu helfen, ist es nötig, die Versammlung zu unterrichten. Es sollte folgende kurze Bekanntmachung gegeben werden: „[Name des Betreffenden] ist kein ungetaufter Verkündiger mehr.“ Die Versammlung betrachtet ihn dann genauso wie jemand aus der Welt. Obwohl er nicht ausgeschlossen ist, sind Christen vorsichtig, was den Umgang mit ihm angeht (1. Kor. 15:33). Von ihm werden auch keine Predigtdienstberichte mehr angenommen.

      40 Mit der Zeit mag ein Ungetaufter (ob erwachsen oder minderjährig), der kein Verkündiger mehr sein durfte, den Wunsch haben, wieder ein Verkündiger zu werden. Dann sollten sich zwei Älteste mit ihm treffen, um festzustellen, inwieweit er Fortschritte gemacht hat. Erfüllt er die Voraussetzungen, wird die kurze Bekanntmachung gegeben: „[Name des Betreffenden] ist wieder ein ungetaufter Verkündiger.“

      FRIEDEN UND REINHEIT BRINGEN SEGEN

      41 Alle, die heute mit der Versammlung Gottes verbunden sind, können sich über das geistige Paradies freuen, das Jehova seinem Volk geschenkt hat. Unsere Weiden sind tatsächlich saftig. Wir haben eine Fülle von erfrischendem Wasser der Wahrheit. Auch spüren wir Jehovas schützende Fürsorge durch seine theokratische Ordnung unter der Leitung Christi (Ps. 23; Jes. 32:1, 2). Das geistige Paradies, in dem wir uns befinden, gibt uns in diesen unruhigen letzten Tagen ein Gefühl der Geborgenheit.

      Bewahren wir den Frieden und die Reinheit der Versammlung. Dadurch können wir weiterhin unser „Licht vor den Menschen leuchten“ lassen

      42 Bewahren wir den Frieden und die Reinheit der Versammlung. Dadurch können wir weiterhin unser „Licht vor den Menschen leuchten“ lassen (Mat. 5:16; Jak. 3:18). Wir werden die Freude erleben, dass noch viele Menschen Jehova kennenlernen und zusammen mit uns seinen Willen ausführen. Der Segen Jehovas macht das möglich.

  • Die Vorteile des Leitungsprinzips
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 15

      Die Vorteile des Leitungsprinzips

      EINE Grundvoraussetzung, um organisiert Jehovas Willen auszuführen, besteht darin, sich ihm als dem Souverän des Universums unterzuordnen. Wir erkennen Jesus als Haupt der Christenversammlung an und beachten das Leitungsprinzip auch in anderen Lebensbereichen. Diese theokratische Unterordnung kommt allen Beteiligten zugute.

      2 Das Prinzip der Unterordnung unter Autorität wurde im Garten Eden eingeführt. Es ist aus den Geboten Gottes in 1. Mose 1:28 und 2:16, 17 abzuleiten. Die Tiere sollten dem Menschen unterstehen und Adam und Eva sollten sich dem Willen und der Autorität Gottes unterordnen. Die göttliche Autorität gehorsam anzuerkennen hätte Frieden und Ordnung zur Folge. Das Leitungsprinzip wird später in 1. Korinther 11:3 hervorgehoben. Der Apostel Paulus schrieb: „Ich möchte jedoch, dass ihr wisst: Das Haupt jedes Mannes ist der Christus. Das Haupt einer Frau aber ist der Mann. Und das Haupt des Christus ist Gott.“ Das zeigt: Außer Jehova ist jeder einem anderen untergeordnet.

      3 Heute beachten die meisten Menschen dieses Prinzip nicht. Wie kommt das? Schon in Eden haben sich unsere Ureltern bewusst gegen die Leitung Gottes entschieden (1. Mo. 3:4, 5). Das brachte ihnen jedoch keine größere Freiheit. Stattdessen unterstanden sie jetzt einem bösen Geistgeschöpf: Satan, dem Teufel. Diese erste Rebellion hat die Menschheit von Gott entfremdet (Kol. 1:21). Daher befinden sich die meisten Menschen heute immer noch „in der Gewalt des Bösen“ (1. Joh. 5:19).

      4 Dadurch, dass wir die Wahrheit des Wortes Gottes kennengelernt haben und danach handeln, sind wir vom Einfluss Satans frei geworden. Als Gott hingegebene, getaufte Zeugen haben wir Jehova als den Souverän unseres Lebens angenommen. Wir stimmen mit König David überein, der Jehova als „Oberhaupt über alles“ respektierte (1. Chr. 29:11). Wir erkennen demütig an: „Jehova ist Gott. Er ist es, der uns gemacht hat, und wir gehören ihm. Wir sind sein Volk und die Schafe seiner Weide“ (Ps. 100:3). Wir erkennen an, dass Jehova groß ist und ihm unsere völlige Unterordnung gebührt, weil er alles erschaffen hat (Offb. 4:11). Als Diener des wahren Gottes folgen wir Jesus Christus nach, der uns ein vollkommenes Beispiel darin gab, sich Gott unterzuordnen.

      5 Was lernte Jesus durch das, was er auf der Erde durchlitt? Hebräer 5:8 enthält die Antwort: „Obwohl er Sohn war, lernte er Gehorsam durch das, was er litt.“ Jesus ordnete sich seinem himmlischen Vater loyal unter – sogar trotz widriger Umstände. Außerdem tat Jesus nichts von sich aus; er redete nicht von sich selbst aus noch ging es ihm um seine eigene Ehre (Joh. 5:19, 30; 6:38; 7:16-18). Während seines Dienstes machte es ihm Freude, den Willen seines Vaters zu erfüllen, obwohl das für ihn Widerstand und Verfolgung bedeutete (Joh. 15:20). Jesus ordnete sich Gott unter und „demütigte“ sich sogar so weit, dass er den „Tod an einem Marterpfahl“ auf sich nahm. Seine vollständige Unterordnung wirkte sich letztlich in vieler Hinsicht segensreich aus: Der Menschheit wird dadurch ewige Rettung ermöglicht, er selbst hat eine höhere Stellung bekommen und sein Vater ist dadurch geehrt worden (Phil. 2:5-11; Heb. 5:9).

      BEREICHE THEOKRATISCHER UNTERORDNUNG

      6 Ordnen wir uns Gott unter und führen seinen Willen aus, bleiben uns viele Sorgen und Enttäuschungen erspart, mit denen man zurechtkommen muss, wenn man sich der Souveränität Jehovas nicht unterordnen will. Unser Gegner, der Teufel, ist ständig darauf aus, uns zu verschlingen. Solange wir ihm widerstehen und uns Jehova demütig und bereitwillig unterordnen, werden wir dem Teufel entkommen (Mat. 6:10, 13; 1. Pet. 5:6-9).

      7 Innerhalb der Christenversammlung erkennen wir an, dass Christus das Haupt ist und er dem treuen und verständigen Sklaven Autorität übertragen hat. Das wirkt sich auf unsere Einstellung und unser Verhalten anderen gegenüber aus. Das Prinzip der Unterordnung in der Versammlung veranlasst uns dazu, uns in allen Bereichen unserer Anbetung gehorsam an Gottes Wort zu halten. Das betrifft den Predigtdienst, den Besuch der Zusammenkünfte und die Beteiligung daran sowie das Verhältnis zu den Ältesten und die Unterstützung organisatorischer Regelungen (Mat. 24:45-47; 28:19, 20; Heb. 10:24, 25; 13:7, 17).

      8 Unsere Unterordnung unter Gott trägt in der Christenversammlung sowohl zum Frieden und zur Geborgenheit als auch zur Ordnung bei und wir spiegeln dadurch Jehovas Eigenschaften wider (1. Kor. 14:33, 40). Die Erfahrungen, die wir mit Jehovas Organisation machen, rufen bei uns ähnliche Empfindungen hervor wie bei König David. Nachdem David den Unterschied zwischen Jehovas Dienern und den Bösen beobachtet hatte, rief er freudig aus: „Glücklich ist das Volk, dessen Gott Jehova ist!“ (Ps. 144:15).

      9 In der Ehe und der Familie ist das „Haupt einer Frau . . . der Mann“. Gleichzeitig ordnen sich Männer dem Christus unter, während das Haupt des Christus Gott ist (1. Kor. 11:3). Frauen ordnen sich ihrem Mann unter und Kinder ihren Eltern (Eph. 5:22-24; 6:1). Wenn sich alle an dieses Leitungsprinzip halten, trägt das zum Frieden in der Familie bei.

      10 Ein Ehemann übt die Führung liebevoll aus und ahmt so Christus nach (Eph. 5:25-29). Wenn er sich seiner Verantwortung nicht entzieht und seine Stellung nicht missbraucht, werden sich Frau und Kinder ihm gern unterordnen. Die Rolle der Ehefrau besteht darin, ihm zu helfen – als sein Gegenstück (1. Mo. 2:18, Fn.). Respektiert sie ihren Mann und unterstützt sie ihn geduldig, gewinnt sie seine Anerkennung und gibt Jehova Grund zur Freude (1. Pet. 3:1-4). Folgen Väter und Mütter dem biblischen Leitungsprinzip, geben sie ihren Kindern in puncto Unterordnung ein gutes Beispiel.

      Die theokratische Unterordnung berührt alle Lebensbereiche

      11 Unsere Unterordnung unter Gott wirkt sich auch auf unsere Einstellung zu den „übergeordneten Autoritäten“ aus, die „auf Anordnung Gottes in ihren relativen Stellungen“ stehen (Röm. 13:1-7). Als gesetzestreue Bürger zahlen Christen Steuern. So geben sie „Cäsar zurück, was Cäsar gehört, und Gott, was Gott gehört“ (Mat. 22:21). Außerdem beachten wir bei der Gebietsbearbeitung die Datenschutzgesetze. Ordnen wir uns gehorsam der rechtmäßig eingesetzten Obrigkeit unter und gehorchen ihr in allem, was Jehovas gerechtem Gesetz nicht widerspricht, können wir unsere Kraft und Energie für das Predigen einsetzen (Mar. 13:10; Apg. 5:29).

      12 Die theokratische Unterordnung berührt alle Lebensbereiche. Durch unseren Glauben sehen wir vor unserem geistigen Auge schon den Tag, an dem sich alle Menschen Jehova Gott unterordnen (1. Kor. 15:27, 28). Wie gesegnet werden doch diejenigen sein, die Jehovas Souveränität freudig anerkennen und sich ihm bis in alle Ewigkeit unterordnen!

  • Eine vereinte Bruderschaft
    Organisiert, Jehovas Willen zu tun
    • KAPITEL 16

      Eine vereinte Bruderschaft

      JEHOVA GOTT handelte etwa 1 500 Jahre lang mit der Nation Israel als seinem Namensvolk. Später wandte Jehova „seine Aufmerksamkeit den anderen Völkern zu. . ., um aus ihnen ein Volk für seinen Namen herauszunehmen“ (Apg. 15:14). Dieses Volk würde aus seinen Zeugen bestehen, die im Denken und Handeln vereint wären, ganz gleich wo sie auf der Erde lebten. Ein Volk für Gottes Namen zu vereinen wäre das Ergebnis des Auftrags, den Jesus seinen Jüngern gab: „Darum geht und macht Menschen aus allen Völkern zu meinen Jüngern, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, sich an alles zu halten, was ich euch aufgetragen habe“ (Mat. 28:19, 20).

      Wahre Christen lassen nicht zu, dass nationale, ethnische oder wirtschaftliche Unterschiede trennend wirken

      2 Durch die Hingabe und Taufe bist du ein Jünger Jesu Christi geworden. Du bist jetzt Teil einer vereinten weltweiten Bruderschaft von Christen, die nicht zulassen, dass nationale, ethnische oder wirtschaftliche Unterschiede trennend wirken (Ps. 133:1). Das hat zur Folge, dass du deine Glaubensbrüder in der Versammlung liebst und respektierst. Früher hättest du mit einigen aufgrund ihrer Herkunft, Nationalität oder ihres Bildungsgrades vielleicht keinen gesellschaftlichen Umgang gepflegt. Heute verbindet dich mit allen ein Band der brüderlichen Liebe, das stärker ist als jede andere Bindung, ob gesellschaftlich, religiös oder familiär (Mar. 10:29, 30; Kol. 3:14; 1. Pet. 1:22).

      ÄNDERUNGEN IM DENKEN

      3 Fällt es jemandem schwer, ethnische, politische, gesellschaftliche oder andere eingewurzelte Vorurteile zu überwinden, könnte er daran denken, dass auch die ersten Judenchristen religiöse Vorurteile gegenüber Menschen aus anderen Völkern ablegen mussten. Als Petrus angewiesen wurde, das Haus des römischen Zenturios Kornelius aufzusuchen, hatte Jehova ihn liebevollerweise auf diesen Auftrag vorbereitet (Apg., Kap. 10).

      4 Petrus wurde in einer Vision aufgefordert, Tiere zu schlachten und zu essen, die für Juden unrein waren. Als Petrus sich weigerte, sagte eine Stimme aus dem Himmel zu ihm: „Hör auf, das als verunreinigt zu bezeichnen, was Gott gereinigt hat“ (Apg. 10:15). So hat Jehova Petrus geholfen, sich innerlich auf den Auftrag vorzubereiten, den er kurz darauf erhielt: Er sollte einen Mann aufsuchen, der kein Jude war. Als er der Anweisung Jehovas Folge leistete, erklärte er den dort Versammelten: „Ihr wisst ja, dass es einem Juden nicht erlaubt ist, mit einem Menschen von einem anderen Volk Umgang zu haben oder zu ihm zu gehen. Doch Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen verunreinigt oder unrein nennen soll. Also bin ich ganz ohne Widerrede gekommen, als man mich geholt hat“ (Apg. 10:28, 29). Danach konnte Petrus miterleben, wie Jehova Kornelius und seiner Hausgemeinschaft seine Anerkennung schenkte.

      5 Auch Saulus von Tarsus, ein hochgebildeter Pharisäer, musste sich demütigen und mit Personen Umgang haben, mit denen er früher gesellschaftlich keinen Kontakt gepflegt hätte. Er musste sogar Anweisungen von ihnen entgegennehmen (Apg. 4:13; Gal. 1:13-20; Phil. 3:4-11). Wir können nur erahnen, wie sehr Personen wie Sergius Paulus, Dionysius, Damaris, Philemon, Onesimus und andere umdenken mussten, als sie die gute Botschaft annahmen und Jünger Jesu Christi wurden (Apg. 13:6-12; 17:22, 33, 34; Philem. 8-20).

      DIE INTERNATIONALE EINHEIT BEWAHREN

      6 Zweifellos hat die Liebe der Brüder und Schwestern in der Versammlung dazu beigetragen, dass du dich zu Jehova und seiner Organisation hingezogen gefühlt hast. Du hast die Liebe beobachtet, die nach Jesu Worten das eindeutige Kennzeichen seiner wahren Jünger sein würde. Er sagte: „Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr Liebe zueinander habt“ (Joh. 13:34, 35). Du hast Jehova und seine Organisation noch mehr schätzen gelernt, als dir bewusst wurde: Die Liebe in der Versammlung ist nur ein kleiner Widerschein der Liebe, die in der weltweiten Bruderschaft herrscht. Du erlebst die Erfüllung der biblischen Prophezeiung, dass in den letzten Tagen ein Volk zusammengebracht

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