Die Uru — Inselvolk auf dem Titicacasee
Der Titicacasee, die Heimat der Uru-Indianer, bildet einen Teil der Grenze zwischen Peru (im Westen) und Bolivien (im Osten). Auf unserer Reise durch Peru konnten wir einen Besuch bei dieser einzigartigen indianischen Bevölkerungsgruppe, die auf schwimmenden Inseln im Andenhochland lebt, nicht auslassen.
Als wir frühmorgens den Titicacasee erreichten, waren wir von der silbrigen, ruhigen Oberfläche des Sees überwältigt, auf der sich der blaue Himmel in schier unendlicher Weite widerspiegelte. Wir wußten, daß er in einer Höhe von etwa 3 800 Metern der höchstgelegene See der Welt ist, der mit großen Schiffen befahren werden kann. Doch wir waren nicht auf seine Größe gefaßt — er ist etwa 190 Kilometer lang und an der breitesten Stelle 80 Kilometer breit.
Wir besuchten eines der Uru-Dörfer auf einer schwimmenden Insel aus Totora-Schilf. Da das Schilf an der Unterseite der Insel verfault, schneiden die Uru neues Schilf ab und fertigen eine neue Oberfläche für ihre schwammige Insel an. Wir unternahmen eine Fahrt auf einem typischen Binsenboot und staunten, wie stabil es war und wie gut es schwamm. Zurück auf der Insel, schenkten wir den Kindern Brötchen, über die sie sich offensichtlich als Abwechslung zu ihrer herkömmlichen Kost freuten. Dafür machten wir Fotos von ihrem friedlichen Leben auf einer schwimmenden Insel.
Eine Sage aus diesem Gebiet erzählt, daß nach der Sintflut die Sonnenstrahlen zuerst über dem Titicacasee aufstrahlten. Wie beeindruckend, festzustellen, daß der Sintflutbericht auch in den Anden bei den Uru zu finden ist, weit weg von Mesopotamien. (Vergleiche 1. Mose, Kapitel 6 bis 8.) (Eingesandt.)