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Erwachet! 1998
g98 22. 10. S. 20-25

‘Wir leben nicht mehr für uns selbst’

VON JACK JOHANSSON ERZÄHLT

Der Afrikaner, ein malawischer Soldat, befahl mir, mich am Flußufer ins Scheinwerferlicht des Landrovers zu stellen. Als er sein Gewehr in Schulterhöhe hob, stürmte Lloyd Likhwide zum Ufer und warf sich dazwischen. Er flehte: „Erschieß mich! Erschieß mich statt ihn! Nicht diesen Fremden, der nichts Verkehrtes getan hat!“ Wieso war ein Afrikaner bereit, für mich, einen Europäer, sein Leben zu opfern? Dazu möchte ich gern erklären, wie es kam, daß ich vor nahezu 40 Jahren als Missionar nach Afrika ging.

MEINE Mutter starb 1942, als ich erst neun Jahre alt war, und ließ meinen Vater mit fünf Kindern zurück. Ich war das jüngste. Vier Monate später ertrank mein Vater; er war einer der ersten Zeugen Jehovas in Finnland gewesen. Meine älteste Schwester, Maja, sorgte für uns Kinder, und wir konnten unseren Bauernhof halten. Maja übernahm auch in religiösen Angelegenheiten die Führung. Nachdem Vater gestorben war, symbolisierten sie und einer meiner Brüder innerhalb eines Jahres ihre Hingabe an Jehova Gott durch die Wassertaufe. Ein Jahr danach ließ ich mich taufen, und zwar im Alter von elf Jahren.

Eine schwierige Entscheidung

Nachdem ich 1951 die Handelsschule absolviert hatte, arbeitete ich bei den Ford-Werken in Finnland. Sechs Monate später hatte ein weiser reisender Aufseher eine Überraschung für mich parat. Er bat mich, auf einem Kreiskongreß eine Ansprache über die Segnungen des Pionier- oder Vollzeitdienstes zu halten. Das behagte mir gar nicht, denn ich arbeitete ganztags und spürte, daß meine Worte nicht von Herzen kommen würden. Ich betete zu Jehova wegen dieser Angelegenheit. Mir wurde klar, daß Christen „nicht mehr für sich selbst leben“ sollten, „sondern für den, der für sie starb und auferweckt worden ist“, und so beschloß ich, meine Prioritäten zu verlagern, um Pionier sein zu können (2. Korinther 5:15).

Mein Vorgesetzter versprach mir, mein Gehalt zu verdoppeln, wenn ich bei der Firma bliebe. Als er dann sah, daß mein Entschluß feststand, sagte er: „Sie haben sich richtig entschieden. Ich habe mein ganzes Leben hier in diesem Büro verbracht. Doch wie vielen Menschen konnte ich wirklich helfen?“ Im Mai 1952 wurde ich also Pionier. Wenige Wochen später konnte ich die Ansprache über den Pionierdienst voller Überzeugung halten.

Nachdem ich einige Monate im Pionierdienst gestanden hatte, wurde ich wegen meiner christlichen Neutralität zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Darauf folgten acht Monate Haft, die ich gemeinsam mit anderen jungen Zeugen auf der Insel Hästö-Busö im Finnischen Meerbusen verbrachte. Wir nannten die Insel „Klein-Gilead“ wegen des intensiven Bibelstudienprogramms, das wir für uns aufstellten. Mein Ziel war allerdings, das echte Gilead zu besuchen, die Wachtturm-Bibelschule Gilead in der Nähe von South Lansing (New York).

Noch während meines Haftaufenthalts auf der Insel erhielt ich einen Brief vom Zweigbüro der Watch Tower Society, in dem ich in den Reisedienst eingeladen wurde. Nach meiner Entlassung sollte ich Versammlungen im schwedischsprachigen Gebiet Finnlands besuchen. Ich war damals erst 20 Jahre alt und fühlte mich dazu nicht befähigt, doch ich setzte mein Vertrauen in Jehova (Philipper 4:13). Die Brüder in den Versammlungen, denen ich diente, waren einfach großartig und blickten nie auf mich herab, weil ich nur „ein Knabe“ war (Jeremia 1:7).

Im darauffolgenden Jahr lernte ich während der Besuchswoche in einer Versammlung Linda aus den Vereinigten Staaten kennen, die gerade Urlaub in Finnland machte. Zurück in den Vereinigten Staaten, machte sie schnell Fortschritte. Es dauerte nicht lange, und sie ließ sich taufen. Wir heirateten im Juni 1957. Später wurden wir eingeladen, im September 1958 die 32. Klasse der Gileadschule zu besuchen. Nachdem wir die Schule im darauffolgenden Februar abgeschlossen hatten, gingen wir nach Njassaland (heute Malawi) in Südostafrika.

Unser Dienst in Afrika

Damals gab es in Njassaland über 14 000 Zeugen, und wir gingen sehr gern mit unseren afrikanischen Brüdern in den Dienst. Manchmal reisten wir mit dem Landrover; alles, was wir brauchten, hatten wir dabei. Wir hielten uns in Dörfern auf, in denen noch nie ein Weißer gewesen war, und man nahm uns stets freundlich auf. Bei unserer Ankunft war jeweils das ganze Dorf auf den Beinen, um uns zu sehen. Nach einem höflichen Gruß setzten sich alle auf den Boden und studierten uns, ohne ein Wort zu sagen.

Nicht selten bauten uns die Dorfbewohner netterweise extra eine Hütte, manchmal aus Lehm, manchmal aus Elefantengras und immer gerade groß genug für ein Bett. Nachts strichen Hyänen um die Hütte und verfielen direkt neben unserem Kopf in ein fürchterliches Geheul. Die Zeugen in Njassaland sahen sich jedoch schon bald weit gefährlicheren Kräften gegenüber als wilden Tieren.

Nationalismus wird zur Streitfrage

Überall in Afrika waren Unabhängigkeitsbestrebungen im Gang. In Njassaland wurde erwartet, daß jeder der einzigen existierenden politischen Partei beitrat. Plötzlich wurde unsere Neutralität zur nationalen Streitfrage. Zu dem Zeitpunkt nahm ich mich gerade der Büroarbeiten an, während unser Zweigaufseher, Malcolm Vigo, abwesend war. Ich bat um ein Zusammentreffen mit Dr. Hastings Kamuzu Banda, dem damaligen Premierminister von Njassaland. Zwei weitere christliche Älteste und ich erläuterten ihm unsere neutrale Haltung, und wir gingen in aller Freundschaft auseinander. Trotzdem wurde etwa einen Monat später, im Februar 1964, Elaton Mwachande das erste Opfer der Verfolgung — er wurde von einem aufgebrachten Mob mit dem Speer getötet. Die anderen Zeugen in seinem Dorf wurden zur Flucht gezwungen.

Wir schickten ein Telegramm an Dr. Banda, in dem wir an ihn appellierten, seine Autorität einzusetzen, um derartige Gewalttaten zu stoppen. Schon bald wurde mir am Telefon mitgeteilt, ich solle unverzüglich im Büro des Premierministers vorstellig werden. In Begleitung eines anderen Missionars, Harold Guy, und eines einheimischen Bruders, Alexander Mafambana, erschien ich bei Dr. Banda. Außer ihm waren noch zwei Regierungsminister zugegen.

Sobald wir uns gesetzt hatten, wedelte Dr. Banda stumm mit dem Telegramm über seinem Kopf herum. Schließlich brach er das Schweigen und sagte: „Herr Johansson, was denken Sie sich dabei, mir ein derartiges Telegramm zu schicken?“ Noch einmal erklärten wir ihm unsere neutrale Haltung in politischen Angelegenheiten, und ich sagte außerdem: „Jetzt, nach dem Mord an Elaton Mwachande, sind Sie der einzige, der uns helfen kann.“ Anscheinend stellte das Dr. Banda irgendwie zufrieden, und er entspannte sich etwas.

Doch einer der anwesenden Regierungsminister behauptete, in einem bestimmten abgelegenen Dorf hätten sich Zeugen Jehovas unkooperativ gegenüber Behördenvertretern gezeigt. Der andere Minister erwähnte dann ein weiteres abgelegenes Dorf und beschuldigte die dortigen Zeugen, respektlos von Dr. Banda gesprochen zu haben. Doch konnten sie keinen einzigen Namen nennen. Wir erklärten, daß Jehovas Zeugen gelehrt wird, stets die Regierungsgewalten zu respektieren. Leider blieben unsere Bemühungen erfolglos, das falsche Bild, das Dr. Banda und seine Minister von uns hatten, zu berichtigen.

In Lebensgefahr

Njassaland erlangte 1964 die Unabhängigkeit und wurde später die Republik Malawi. Das Predigtwerk wurde halbwegs normal fortgesetzt, doch nahm der Druck zu. In dieser Zeit riefen Zeugen aus dem südlichen Teil des Landes an und berichteten, daß ein politischer Aufstand ausgebrochen war. Jemand mußte sich sofort aufmachen, um die Lage der Zeugen dort einzuschätzen und ihnen moralische Unterstützung zu geben. Ich hatte zuvor schon einige Reisen allein in den Busch unternommen, und Linda hatte das tapfer unterstützt. Diesmal jedoch drängte sie mich, auf jeden Fall einen jungen einheimischen Bruder mitzunehmen, nämlich Lloyd Likhwide. Schließlich willigte ich ein und dachte bei mir: „Na gut, wenn es sie beruhigt, dann mach’ ich es.“

Man sagte uns, wir müßten einen bestimmten Fluß unbedingt vor der Ausgangssperre um 18 Uhr überquert haben. Wir taten unser Bestes, es bis dahin zu schaffen, aber die schlechten Straßen hielten uns auf. Erst später erfuhren wir, daß Befehl gegeben worden war, jeden zu erschießen, den man nach 18 Uhr auf unserer Flußseite antreffen würde. Als wir hinunter in Richtung Fluß fuhren, sahen wir, daß die Fähre bereits abgelegt hatte. Bruder Likhwide rief in Richtung Fähre, man möge uns noch holen. Die Fähre kam auch, aber ein Soldat auf der Fähre brüllte: „Ich muß den Weißen erschießen!“

Zuerst dachte ich, das sei nur eine leere Drohung, aber als die Fähre näher kam, befahl mir der Soldat, mich ins Scheinwerferlicht des Fahrzeugs zu stellen. Das war der Zeitpunkt, als mein afrikanischer Freund sich dazwischenwarf und den Soldaten anflehte, ihn zu erschießen anstatt mich. Nun, es sah so aus, als habe die Bereitschaft des Bruders, für mich zu sterben, den Soldaten berührt, und er ließ das Gewehr sinken. Ich dachte an Jesu Worte: „Niemand hat größere Liebe als die, daß einer seine Seele zugunsten seiner Freunde hingebe“ (Johannes 15:13). Ich war so froh, daß ich auf Lindas Rat gehört hatte, diesen lieben Bruder mitzunehmen.

Am nächsten Tag war die Straße zurück nach Blantyre von jungen Männern blockiert, die Bruder Likhwides Parteimitgliedskarte zu sehen verlangten. Da gab es nur eins: durch die Menge hindurchkommen, und zwar schnell! Krachend legte ich den Gang ein. Das Auto machte einen Satz nach vorn; die Verblüffung darüber hielt gerade so lange an, daß wir fortkommen konnten. Wenn Bruder Likhwide dem Mob in die Hände gefallen wäre, wäre das wohl sein Ende gewesen. Als wir wieder im Zweigbüro ankamen, waren wir zwar beide arg mitgenommen, aber auch sehr dankbar für Jehovas Schutz.

Wegen ihres Glaubens eingesperrt

Im Oktober 1967 wurde unser Werk in Malawi offiziell verboten. Damals gab es um die 18 000 Zeugen im Land. Zwei Wochen später erfuhren wir, daß 3 000 Brüder in der Hauptstadt Lilongwe ins Gefängnis gekommen waren. Wir entschlossen uns, noch in derselben Nacht die 300 Kilometer Strecke dorthin zurückzulegen, um sie moralisch zu unterstützen. Wir beluden den Landrover mit Wachtturm-Publikationen. Jehova sei Dank, daß wir die vielen Straßensperren passieren konnten, ohne durchsucht zu werden! Entlang der Straße ließen wir überall, in einer Versammlung nach der anderen, kartonweise zeitgemäße Literatur zurück.

Am Morgen machten wir uns zum Gefängnis auf. Was war das für ein Anblick! Es hatte die ganze Nacht geregnet, und unsere Glaubensbrüder und -schwestern waren im Freien in einem umzäunten Gefangenenlager untergebracht. Sie waren völlig durchnäßt. Manche versuchten gerade, die Decken auf dem Zaun zu trocknen. Wir konnten mit einigen über den Zaun hinweg sprechen.

Mittags kam ihr Fall vor Gericht, und eine Reihe angeblicher Zeugen Jehovas erschien im Zeugenstand. Wir versuchten Augenkontakt mit ihnen aufzunehmen, doch ihre Gesichter blieben völlig regungslos. Zu unserem Entsetzen schwor jeder einzelne seinem Glauben ab. Ich erfuhr, daß die Brüder am Ort nicht eine einzige der Personen, die keine Zeugen Jehovas mehr sein wollten, kannten. Es handelte sich offenbar um einen Versuch, die echten Zeugen Jehovas zu entmutigen.

In der Zwischenzeit war Weisung gegeben worden, uns abzuschieben. Unser Zweigbüro in Blantyre war beschlagnahmt worden, und den Missionaren wurden 24 Stunden eingeräumt, das Land zu verlassen. Es war schon ein äußerst befremdendes Gefühl, als uns bei unserer Rückkehr ein Polizist das Tor öffnete. Am darauffolgenden Nachmittag kam ein Polizist und nahm uns mit einem gewissen Bedauern fest. Dann fuhr er uns zum Flughafen.

Am 8. November 1967 verließen wir Malawi in dem Bewußtsein, daß unsere Glaubensbrüder dort einen feurigen Test zu bestehen hatten. Es zerriß uns das Herz. Dutzende verloren ihr Leben. Hunderte wurden grausam gefoltert. Tausende verloren ihre Arbeit, ihr Heim und ihr Hab und Gut. Trotzdem bewahrten fast alle die Lauterkeit.

Auf in neue Gebiete!

Trotz der Härten dachten wir nicht im entferntesten daran, den Missionardienst aufzugeben. Statt dessen nahmen wir den Dienst in einem neuen Gebiet auf — in Kenia, einem Land gegensätzlicher Landschaften und Menschen. Linda war von den Massai fasziniert. Damals gab es unter den Zeugen Jehovas keinen einzigen Massai. Doch dann lernte Linda Dorcas kennen, eine Massai-Frau, und fing ein Bibelstudium mit ihr an.

Dorcas wußte, daß sie, um Gott zu gefallen, ihre Ehe gesetzlich eintragen lassen mußte. Der Vater ihrer zwei Kinder weigerte sich, sie zu heiraten, und Dorcas versuchte, allein für ihre beiden Kinder zu sorgen. Der Mann war zwar wütend auf die Zeugen, aber er war auch unglücklich, von seiner Familie getrennt zu sein. Letztendlich begann er auf das Drängen von Dorcas hin, ebenfalls die Bibel mit Zeugen Jehovas zu studieren. Er brachte sein Leben in Ordnung, wurde ein Zeuge Jehovas und heiratete Dorcas. Sie wurde Pionier, und ihr Mann und der älteste Sohn sind heute Versammlungsälteste.

Aus heiterem Himmel wurde 1973 das Werk der Zeugen Jehovas in Kenia verboten, und wir mußten das Land verlassen. Nur wenige Monate später wurde das Verbot aufgehoben. Da hatten wir allerdings schon unsere dritte Dienstzuteilung erhalten: Kongo (Brazzaville). Dort trafen wir im April 1974 ein. Fast drei Jahre später klagte man uns Missionare fälschlich der Spionage an, und das Werk wurde verboten. Außerdem brachen in Brazzaville Kämpfe aus, nachdem der Präsident des Landes einem Mordanschlag zum Opfer gefallen war. Alle anderen Missionare wurden in verschiedene Länder versetzt, uns bat man jedoch, so lange wie möglich zu bleiben. Wochenlang wußten wir nicht, wenn wir zu Bett gingen, ob wir den nächsten Morgen erleben würden. Aber wir schliefen gut, denn wir vertrauten auf Jehovas Fürsorge. In unserem Missionardienst haben wir wahrscheinlich keine härtere Glaubensprüfung erlebt als jene wenigen Monate, die wir allein im Zweigbüro verbrachten, aber auch keine größere Glaubensstärkung.

Im April 1977 mußten wir Brazzaville verlassen. Dann erlebten wir eine Überraschung — man schickte uns in den Iran, um dort ein neues Zweigbüro einzurichten. Die erste Herausforderung bestand darin, die neupersische Sprache (Farsi) zu lernen. Bedingt durch das Lernen einer neuen Sprache, mußten wir uns beim Kommentargeben in den Versammlungszusammenkünften auf die allereinfachsten Antworten beschränken, auf genau die Antworten, die die kleinen Kinder gaben. 1978 brach im Iran die Revolution aus. Wir blieben während der schlimmsten Kämpfe noch da, aber im Juli 1980 wurden alle Missionare ausgewiesen.

Unser fünftes Missionargebiet lag wieder im Herzen Afrikas: Zaire (heute Demokratische Republik Kongo). In Zaire waren wir 15 Jahre tätig, eine Zeitlang auch unter Verbot. Als wir ankamen, predigten dort ungefähr 22 000 Zeugen Jehovas — heute sind es über 100 000.

Wieder daheim!

Am 12. August 1993 wurde das Verbot der Zeugen Jehovas in Malawi aufgehoben. Zwei Jahre später wurden Linda und ich wieder an den Ausgangspunkt unseres Dienstes gesandt: Malawi, das schöne, freundliche Land, bekannt als „das warme Herz Afrikas“. Seit Januar 1996 erleben wir die Freude, unter den fröhlichen und friedliebenden Malawiern zu wirken. Wir schätzen es sehr, erneut zusammen mit unseren treuen malawischen Brüdern tätig zu sein, von denen viele drei Jahrzehnte lang Verfolgung erduldet haben. Unsere afrikanischen Brüder haben sich als Quelle der Ermunterung erwiesen, und wir lieben sie. Sie haben bestimmt die Worte des Paulus ausgelebt: „Wir müssen durch viele Drangsale in das Königreich Gottes eingehen“ (Apostelgeschichte 14:22). Die beinahe 41 000 Zeugen Jehovas in Malawi können heute in Freiheit öffentlich predigen und große Kongresse abhalten.

Wir haben in jedem Gebiet sehr gern gearbeitet. Linda und ich haben gelernt, daß jedes Erlebnis, ganz gleich, wie prüfungsreich es ist, uns zu besseren Menschen formen kann, vorausgesetzt, wir halten an der „Freude Jehovas“ fest (Nehemia 8:10). Ich hatte gewisse Schwierigkeiten damit, mich umzustellen, wenn wir ein Gebiet verlassen mußten. Aber Lindas Anpassungsfähigkeit und besonders ihr starker Glaube an Jehova haben mir dabei geholfen, und ich habe dadurch den Segen, eine „gute Ehefrau“ zu haben, schätzengelernt (Sprüche 18:22).

Wie glücklich und wie aufregend unser Leben doch verlaufen ist! Immer wieder haben wir Jehova für seine schützende Hand gedankt (Römer 8:31). Mehr als vier Jahrzehnte ist es nun her, daß ich die Ansprache über die Segnungen des Vollzeitdienstes gehalten habe. Wir sind froh, Jehova auf die Probe gestellt und seine Güte geschmeckt zu haben (Psalm 34:8; Maleachi 3:10). Wir sind überzeugt, daß der bestmögliche Lebensweg darin besteht, ‘nicht mehr für sich selbst zu leben’.

[Karte/Bild auf Seite 24]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

Länder, in denen wir tätig waren

Iran

Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo

Kenia

Malawi

[Bild auf Seite 21]

Auf dem Weg nach Malawi über Kapstadt (Südafrika)

[Bild auf Seite 23]

Festnahme und Ausweisung aus Malawi

[Bild auf Seite 25]

Dorcas vom Stamm der Massai und ihr Mann

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