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  • Eifersucht hätte fast mein Leben ruiniert
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Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1995
w95 15. 9. S. 5-6

Eifersucht hätte fast mein Leben ruiniert

IN MEINER Ehe mit Marka, meinem zweiten Mann, machte mir Eifersucht das Leben zur Qual. Wir hatten für einige Stiefkinder zu sorgen und mußten uns auch mit unseren früheren Ehegefährten befassen. Zuweilen war die Situation unerträglich. Wenn es zu einem Familienzwist kam, hatte ich den Eindruck, als wäre Mark nicht auf meiner Seite. Bei mir kam das Gefühl auf, er liebe seine Exfrau noch immer. Statt die Eifersuchtsgefühle zu bekämpfen, ließ ich zu, daß sie mein Leben beherrschten. Immer wenn Marks Exfrau in der Nähe war, fühlte ich mich bedroht.

Ich ließ Mark nicht aus den Augen, sogar seinen Blicken folgte ich und las etwas in sie hinein, was völlig abwegig war. Manchmal beschuldigte ich ihn ganz offen, noch in seine Exfrau verliebt zu sein. Bei einer Gelegenheit war er darüber so betrübt, daß er aufstand und einen christlichen Kongreß verließ. Ich fühlte mich vor Jehova schuldig. Unser miserables Familienleben ging auf mein Konto, denn schließlich litten auch die Kinder darunter. Ich haßte mich wegen meiner Handlungsweise; doch wie sehr ich mich auch anstrengte — ich konnte meine Eifersucht einfach nicht bezwingen.

Anstatt mir zu helfen, fing Mark an, mit gleicher Münze zurückzuzahlen. Wenn ich ihn anklagte, schrie er mich an: „Eifersüchtig bist du, nichts anderes als eifersüchtig!“ Es schien, als würde er mich sogar absichtlich zur Eifersucht reizen. Möglicherweise dachte er, diese Methode würde mich kurieren; doch es machte alles nur noch schlimmer. Er schaute andere Frauen an und machte Bemerkungen über ihr hübsches Aussehen. Natürlich fühlte ich mich dadurch noch minderwertiger und unerwünschter. Es kam soweit, daß bei mir eine andere Gefühlsregung, nämlich Haß, auf unschöne Weise zutage trat. In diesem Stadium war ich derartig verzweifelt, daß ich Mark und seine Kinder am liebsten verlassen hätte.

Wenn es in der Bibel heißt, daß ‘Eifersucht Fäulnis für das Gebein ist’, so trifft genau das zu (Sprüche 14:30). Mit meiner Gesundheit ging es bergab. Ich zog mir Magengeschwüre zu, die eine geraume Zeit zum Ausheilen brauchten. Und ich hörte nicht auf, mir das Leben schwerzumachen, indem ich argwöhnisch auf alles achtete, was Mark tat. Ich durchsuchte seine Taschen, und wenn ich Telefonnummern fand, rief ich bei den Betreffenden an, um zu sehen, um wen es sich handelte. In meinem Herzen schämte ich mich vor mir selbst, und ich weinte aus Scham vor Jehova. Trotzdem konnte ich mich nicht beherrschen. Ich selbst war mein schlimmster Feind.

Mein Geistiggesinntsein litt in einem Maße, daß ich nicht mehr beten konnte. Ich liebte Jehova und wollte wirklich das tun, was recht ist in seinen Augen. Ich kannte alle Schriftstellen über Ehemänner und Ehefrauen, aber ich war unfähig, sie anzuwenden. Damals kam bei mir zum ersten Mal der Gedanke auf, nicht mehr leben zu wollen, und das, obwohl ich prächtige Kinder hatte.

Die Ältesten in der Christenversammlung waren eine große Ermunterung und versuchten ihr Bestes, um mir zu helfen. Wenn sie allerdings auf meine Eifersucht zu sprechen kamen, stritt ich alles ab; es war mir peinlich, und ich wollte nicht zugeben, daß ich damit Probleme hatte.

Schließlich verschlechterte sich mein Gesundheitszustand dermaßen, daß ich mich im Krankenhaus einer Operation unterziehen mußte. Dort wurde mir klar, daß unser Leben so nicht weitergehen konnte. Mark und ich entschlossen uns zu einer dreimonatigen Trennung, um unsere Situation in Ruhe, ohne gefühlsmäßige Beeinflussung, zu überdenken. Dann geschah etwas Wunderbares: In der Zeitschrift Erwachet! erschien ein Artikel mit dem Thema: „Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern“.b

Meine Mutter war nämlich Alkoholikerin. Man hatte mich zwar nie körperlich mißhandelt, doch meine Eltern hatten weder untereinander noch mir gegenüber jemals Zuneigung gezeigt. Ich kann mich nicht daran erinnern, daß mich meine Mutter einmal in die Arme genommen oder mir gesagt hätte, daß sie mich liebhabe. Ich wuchs also auf, ohne recht zu wissen, wie man Liebe gibt oder wie es ist, geliebt zu werden, was genauso wichtig ist.

Meine Mutter hatte mir oft von den Liebesaffären meines Vaters erzählt und daß sie ihm nicht vertrauen könne. Während ich heranwuchs, entwickelte sich bei mir — so vermute ich — Mißtrauen gegenüber Männern im allgemeinen. Auf Grund meiner Erziehung fühlte ich mich in Gegenwart anderer stets unterlegen, besonders gegenüber Frauen. Die Bedeutung all dessen wurde mir beim Lesen des betreffenden Artikels in der Zeitschrift Erwachet! klar. Zum ersten Mal verstand ich die Ursachen meines Problems mit der Eifersucht.

Ich zeigte meinem Mann den Artikel, was dazu führte, daß auch er mich besser verstand. Ohne Zeit zu verlieren, befolgten wir den Rat der Bibel für Ehepaare, die eine Trennung erwägen. Wir versöhnten uns wieder (1. Korinther 7:10, 11). So gut wie jetzt ist unsere Ehe noch nie gewesen. Die meisten Aktivitäten verrichten wir gemeinsam, insbesondere wenn es um christliche Belange geht. Mark ist viel einfühlsamer geworden. Fast täglich sagt er mir, wie sehr er mich liebt, und jetzt glaube ich es auch.

Immer dann, wenn ich weiß, daß wir mit der Exfrau von Mark zusammentreffen, bete ich zu Jehova um Kraft und bitte ihn, mir beizustehen, christliche Reife an den Tag zu legen. Und es funktioniert. Sogar meine Abneigung ihr gegenüber nimmt ab. Ich verweile nicht mehr bei negativen Gedanken und lasse nicht zu, daß meine Phantasie mit mir durchgeht.

Hin und wieder kommen noch unangebrachte Eifersuchtsgefühle in mir auf. Erst die Vollkommenheit in Gottes neuer Welt wird mich völlig davon befreien. Bis jetzt habe ich gelernt, die Eifersucht unter Kontrolle zu bringen, anstatt mich von ihr beherrschen zu lassen. Ja, Eifersucht hätte fast mein Leben ruiniert, doch dank Jehova und seiner Organisation bin ich jetzt ein viel glücklicherer Mensch, und meine Gesundheit ist wiederhergestellt. Auch das Verhältnis zu meinem Gott, Jehova, ist wieder so eng wie früher. (Eingesandt.)

[Fußnoten]

a Der Name wurde geändert.

b Siehe Erwachet! vom 22. Mai 1992, Seite 8—12.

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