Jehovas Zeugen und der Missionardienst
DIE Missionare der Zeugen Jehovas in Asien und auch anderswo werden oft gefragt: „Bieten Sie keine Englischkurse an wie die anderen Missionare?“ „Haben Sie Schulen, in die ich meine Kinder schicken kann, oder Hospitäler für die Kranken?“ Die Antwort auf diese Fragen lautet natürlich nein. Doch was ist der Grund dafür? Welches Ziel verfolgen Jehovas Zeugen überhaupt? Und was haben sie für die Menschen in den Ländern, in denen sie tätig sind, getan?
Gegensätzliche Ansichten
Die Missionare der Christenheit haben durch die sozialen Einrichtungen, die sie unterhalten, zweifellos viele bekehrt. Da die Tätigkeit dieser Missionare jedoch darauf abzielt, hauptsächlich die materiellen Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen — nicht die geistigen —, haben sie keinen Erfolg darin gehabt, echte Jünger Jesu Christi zu machen (Matthäus 7:22, 23; 28:19, 20). Noch schwerwiegender ist, daß sie auf keine dauerhafte Beseitigung der sozialen Mißstände, die sie zu überwinden suchen, verweisen können.
Jehovas Zeugen sind dagegen darauf bedacht, dem wichtigeren Auftrag nachzukommen, nämlich die gute Botschaft von Gottes Königreich zu predigen (Matthäus 24:14). Nicht etwa, daß sie sich des menschlichen Leids und der Ungerechtigkeiten, die geschehen, nicht bewußt wären oder daß sie gleichgültig wären — sie erkennen vielmehr, daß kein Mensch, sondern nur Gottes Königreich die großen Probleme lösen kann (Psalm 146:3-10).
Genau das predigten bereits Jesus und seine Jünger im ersten Jahrhundert. „Ich [muß] die gute Botschaft vom Königreich Gottes verkündigen“, sagte Jesus, „denn dazu bin ich ausgesandt worden“ (Lukas 4:43). Da er wußte, daß die Probleme der Welt für den Menschen viel zu groß sind, um allein damit fertig zu werden, wies er bei seiner Predigttätigkeit darauf hin, daß nur Gottes Königreich wirklich Abhilfe schaffen kann. Und obwohl er viele Wunderheilungen vollbrachte, forderte er seine Jünger auf: „So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und ... [Gottes] Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden“ (Matthäus 6:33).
Später, als Jesus seine Jünger aussandte, lautete seine erste Anweisung: „Während ihr hingeht, predigt, indem ihr sagt: ‚Das Königreich der Himmel hat sich genaht.‘“ Dann fügte er hinzu: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, reinigt Aussätzige, treibt Dämonen aus“ (Matthäus 10:7, 8). Dadurch legte Jesus die Prioritäten für seine heutigen Jünger fest. Auch ihr vordringlichstes Ziel muß das Predigen der guten Botschaft vom Königreich sein; es ist wichtiger als karitative Werke. Diese Predigttätigkeit durchzuführen, bemühen sich die Missionare der Zeugen Jehovas.
Die geistigen Bedürfnisse befriedigen
Jehovas Zeugen bilden eine christliche Gruppe, die auf freiwilliger Basis ein umfangreiches Programm durchführt, um den Menschen eine biblische Erkenntnis zu vermitteln. Als Verkündiger der guten Botschaft wollen sie anderen helfen, sowohl jetzt als auch in der Zukunft Nutzen aus der Weisheit und dem Rat der Bibel zu ziehen (Psalm 68:11). Warum tun sie das?
Sie erkennen, daß diejenigen, denen sie helfen, den biblischen Rat zu verstehen und anzuwenden, besser mit den Problemen und Nöten des Lebens fertig werden können. Zum einen erlangen diese Menschen die erforderliche moralische Stärke, um versklavende oder den Körper schädigende Gewohnheiten wie Rauchen, übermäßigen Alkoholgenuß, Drogenmißbrauch, mangelnde persönliche Hygiene, die Beteiligung an Glücksspielen und ein promiskuitives Verhalten zu überwinden. Zum anderen hilft ihnen die biblische Wahrheit, ihren Sinn neuzugestalten, sie gibt ihrem Leben einen Sinn, und außerdem erhalten sie eine realistische Zukunftshoffnung.
Dadurch, daß Jehovas Zeugen die höchste Form der Bildung vermitteln, nämlich die, die sich auf Gottes Wort, die Bibel, stützt, leisten sie einen unmittelbaren Beitrag zur Verbesserung der Moral und der Gesundheit in der Gemeinde, in der sie leben und predigen. Das wurde schon oft von Außenstehenden festgestellt, die Jehovas Zeugen objektiv beobachtet haben. Zum Beispiel schrieb Dr. Bryan Wilson von der Universität Oxford, der die Tätigkeit der Zeugen Jehovas in Afrika studiert hat, in einem Brief an die Londoner Times:
„Jehovas Zeugen [sind] fleißig und in vielen Fällen gewissenhafter ... und [entwickeln] größere Initiative ... als ihre Mitbürger im allgemeinen. Ihre Führer verlangen von ihnen, daß sie ihre Steuern pünktlich zahlen, jeder Gewalttätigkeit abhold sind und keinen Anstoß erregen. Sie sind ordnungsliebend, ehrlich und vernünftig. Diese Werte waren von großer Wichtigkeit in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der westlichen Gesellschaft, und es ist keine Übertreibung zu sagen, daß Jehovas Zeugen zu den rechtschaffensten und fleißigsten Bürgern der afrikanischen Länder gehören.“
Ähnliches wurde in Südamerika beobachtet. In einem Leitartikel hieß es:
„Jehovas Zeugen sind hart arbeitende, ehrliche, gottesfürchtige Menschen. Sie sind konservativ und traditionsbewußt. Ihre Religion stützt sich auf die Lehren der Bibel.“
Zwar legen Jehovas Zeugen nicht soviel Nachdruck auf das sogenannte soziale Evangelium, aber sie leisten dennoch einen aktiven Beitrag, der der Allgemeinheit dient, indem sie anderen helfen, ihr Leben mit den hohen Maßstäben der Bibel in Einklang zu bringen (Römer 12:1, 2). Was jedoch noch wichtiger ist: Sie helfen den Menschen überall, ihren Blick über die Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten dieses verderbten Systems der Dinge hinaus auf das neue, von Gott geschaffene System, das bald kommen wird, zu richten (Offenbarung 21:5).
[Bilder auf Seite 8, 9]
Soziale Mißstände durch Gottes Königreich beseitigt
Lies bitte in deiner eigenen Bibel die folgenden Schriftstellen. Gottes Verheißungen werden dich trösten, denn er wird die heute bestehenden Probleme und sozialen Mißstände beseitigen.
Gesundheit Jesaja 33:24; 35:5, 6; Offenbarung 21:4
Bildung Jesaja 11:9; Habakuk 2:14
Arbeit Jesaja 65:21-23
Nahrungsmittel Psalm 67:6; 72:16; Jesaja 25:6
Gerechtigkeit Jesaja 11:3-5; 32:1, 2