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  • Schnellbauweise im hohen Norden
  • Erwachet! 1987
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Erwachet! 1987
g87 8. 3. S. 24-25

Schnellbauweise im hohen Norden

Von unserem Korrespondenten in Norwegen

„PHANTASTISCH! Kein anderes Wort beschreibt treffender, was Jehovas Zeugen am vergangenen Wochenende geleistet haben.“

So beginnt ein Bericht in der norwegischen Zeitung Finnmarken über den Bau eines Königreichssaals — einer Zusammenkunftsstätte — für die Versammlung der Zeugen Jehovas in der Kleinstadt Kirkenes im hohen Norden. Was war daran so phantastisch?

Das Gebäude, das eine Grundfläche von 210 Quadratmetern hat und ungefähr 100 Personen Platz bietet, wurde in drei Tagen von über 200 freiwilligen Mitarbeitern aus fünf Ländern errichtet. Es mußte sorgfältig zusammengefügt und gut isoliert werden, denn Kirkenes liegt in der kalten Zone, ungefähr 350 Kilometer nördlich des Polarkreises, wo Norwegen, Finnland und die Sowjetunion aneinandergrenzen. Wie kam es zu diesem Bauprojekt?

Es begann damit, daß sich die kleine Versammlung von etwa 30 Zeugen Jehovas bei den örtlichen Behörden nach der Möglichkeit erkundigte, ein Grundstück zu kaufen. Zuerst entgegnete man, für solch einen Zweck stehe kein Grundstück zur Verfügung. Da die Behörden dem Projekt jedoch nicht abgeneigt waren, genehmigten sie für ein entsprechendes Gebiet die Errichtung von Zusammenkunftsstätten und ähnlichen Gebäuden. Das 3-Tage-Bauprogramm wurde auf die Zeit von Freitag, dem 27. Juni, bis Sonntag, dem 29. Juni 1986, angesetzt.

Internationale Zusammenarbeit

Die Grundmauern waren schon fertig, auch befanden sich am Abend vor Baubeginn alle Materialien bereits auf dem Gelände. Wie stand es aber um die Arbeiter? Außer den Angehörigen der Ortsversammlung kamen Glaubensbrüder und -schwestern von nah und fern. Ganze Familien reisten mit Auto und Wohnwagen an. Ein Bus mit freiwilligen Mitarbeitern traf aus dem Süden Norwegens, aus der Nähe von Oslo, ein. Mit diesem Bus kamen auch Arbeiter aus Dänemark, aus den Vereinigten Staaten und aus Kanada. Aus Finnland rollte ein Bus mit 44 Glaubensbrüdern an. Insgesamt waren über 200 Personen zur Stelle.

Am selben Abend versammelten sich alle Arbeiter zu einer Informationszusammenkunft in einer nahe gelegenen Sporthalle, die die Versammlung für die Bauzeit gemietet hatte. Alle Informationen wurden auch in Finnisch und Englisch gegeben. Der liebevolle Teamgeist, der die gesamte Bauzeit kennzeichnete, war bereits zu verspüren.

Am Freitagmorgen wurde um 7 Uhr der Tagestext in Norwegisch und Finnisch besprochen. Nach einem Gebet und dem Frühstück machte sich jeder arbeitsbereit. Punkt acht waren die ersten Hammerschläge zu hören. Um 9.45 Uhr waren fünf von sechs Wänden aufgestellt. Dann wurden Gerüste aufgebaut. Eine Stunde später setzte man den ersten Binder an seine Stelle.

An diesem Morgen hatte ein Mann von seinem Fenster aus die Menge beobachtet. Er ging in die Küche, brühte sich eine Tasse Kaffee auf, machte sich ein Butterbrot zurecht und kehrte ans Fenster zurück. Als er sah, daß das Gebäude inzwischen Formen angenommen hatte, fiel ihm beinahe die Tasse aus der Hand.

Unter der Anleitung von Handwerkern — jeder hatte eine bestimmte Aufgabe zugeteilt bekommen — schritt die Arbeit zügig voran. Einige arbeiteten bis spät in die Nacht hinein, um das Dach zu decken. Die Sonne, die im hohen Norden in jener Jahreszeit 24 Stunden am Himmel steht, sorgte für ausreichendes Licht. Innen wurde die Auskleidung mit Fasergipsplatten und die Arbeit an der Decke abgeschlossen.

Die meisten Verständigungsschwierigkeiten wurden durch Zeichensprache überwunden. Wie sich herausstellte, kam man auf diese Weise ziemlich gut zurecht. Wenn diese Methode nicht ausreichte, sprangen die finnischen Zeugen, die Englisch oder Schwedisch — dem Norwegischen verwandt — sprechen konnten, als Dolmetscher ein. Die Überwindung der Sprachenschranke vertiefte das Gefühl der Verbundenheit.

Hilfsbereite Ortsbewohner

Hilfsbereite Ortsbewohner trugen zur Beschleunigung der Arbeit bei. Als die Zeugen zum Beispiel in einer Holzhandlung und in einem Elektrogeschäft nachfragten, ob es den Inhabern möglich wäre, am Wochenende gegebenenfalls etwas zu verkaufen, händigte man ihnen die Schlüssel aus und sagte, sie sollten alles aufschreiben, was sie mitnehmen würden, und was sie nicht gebraucht hätten, könnten sie wieder zurückbringen.

Der Stadtgärtner wurde am Samstagabend gefragt, ob er Blumen für die Blumenbeete liefern könnte. Obwohl er Gäste hatte — er trug einen Anzug und Krawatte —, kam er und pflanzte die Blumen persönlich. „Das ist der Beitrag der Stadt zu Ihrem Saal“, sagte er.

Die Abnahme der elektrischen Anlagen erfolgte am Samstag. Der Inspektor verblüffte die Bauarbeiter, als er fragte, ob er am nächsten Tag den Strom anschließen solle. Normalerweise wäre so etwas erst mehrere Wochen später erledigt worden und es wurde bisher noch nie an einem Sonntag gemacht. Nachdem der Strom angeschlossen worden war und sich die Zeugen bei den Herren vom Elektrizitätswerk bedankt hatten, sagte der Inspektor: „Ich wäre, wenn es nötig gewesen wäre, um fünf Uhr morgens gekommen. Wenn jemand bei einem solchen Projekt nicht mithelfen möchte, stimmt mit ihm irgend etwas nicht. So etwas gibt es nur einmal im Leben.“

Die abschließenden Arbeiten

Als der Sonntag anbrach, war das Gebäude außen nahezu fertig; auch die Bäume waren gepflanzt. Gegen neun Uhr säte man den Rasen. Innen wurde gestrichen, tapeziert, Teppichboden gelegt und vieles andere getan. In bezug auf die Ordentlichkeit auf dem Baugelände schrieb eine Zeitung: „Jeder weiß, wie es auf einem Bauplatz normalerweise aussieht — Plastik, Zigarettenstummel und Unmengen an Abfall liegen herum. Als Jehovas Zeugen ihren Königreichssaal bauten, verunzierte nicht ein einziges Stück Holz oder Plastik das Gelände.“

Um 18 Uhr war der Saal fertig, abgesehen von einigen sanitären und elektrischen Installationsarbeiten. Außer dem Hauptsaal gibt es in dem Gebäude einen Mehrzweckraum, eine Bibliothek, einen Lagerraum, ein Foyer und Toiletten.

Um 19 Uhr begann die erste Zusammenkunft, der 250 Personen beiwohnten. Es wurde ein Bibelstudium anhand des Wachtturms durchgeführt und eine Videoaufnahme von den Bauarbeiten gezeigt. Alle drückten ihre Dankbarkeit dafür aus, daß sie ihren christlichen Brüdern helfen konnten, im hohen Norden eine Anbetungsstätte zu bauen.

[Karte auf Seite 24]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

POLARKREIS

[Bilder auf Seite 25]

Verschiedene Bauabschnitte bei der Errichtung des Königreichssaals am Freitag und am Samstag

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