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  • Bist du für neue Gedanken aufgeschlossen?
  • Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1989
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Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1989
w89 15. 1. S. 5-7

Bist du für neue Gedanken aufgeschlossen?

EINIGE Leute verschließen ihren Sinn vor allen neuen Gedanken. Und womöglich tun sie es nur deshalb, weil diese von ihren persönlichen Ansichten abweichen. So schrieb zum Beispiel eine Dänin folgendes an die Wochenzeitung Hjemmet: „Ständig werden wir von Zeugen Jehovas an die Tür gejagt. Sie regen mich furchtbar auf, aber ich weiß nicht, was ich tun soll, damit sie es seinlassen. ... Könnte man eine solche Belästigung nicht gesetzlich verbieten?“

Mitte des 19. Jahrhunderts betrachteten es die Japaner ebenfalls als „Belästigung“, als die westlichen Nationen an ihre Tür klopften. In den Augen vieler war alles, was mit den Eindringlingen zu tun hatte, wertlos oder sogar schädlich. Es bewahrheitete sich das orientalische Sprichwort: „Mißtrauen schafft Ungeheuer in der Dunkelheit.“ Die Einstellung vieler Japaner kommt recht deutlich in japanischen Darstellungen von Kommodore Perry zum Ausdruck. Von den etwa 50 Bildern, die erhalten geblieben sind, zeigen ihn nur 2 oder 3 als normalen US-Schiffsoffizier. Auf den übrigen wird er entweder als langnasiger Kobold dargestellt oder, wie hier abgebildet, als bleichgesichtiges Ungeheuer.

Nach der Öffnung ihres Landes erkannten aufgeschlossene Japaner jedoch, daß die Ausländer keine Barbaren waren. Einigen von der ersten japanischen Gesandtschaft in den Vereinigten Staaten fiel es wie Schuppen von den Augen, als sie die westliche Kultur aus eigener Anschauung kennenlernten. Höhere Staatsvertreter beklagten sich zwar weiterhin darüber, wie unfreundlich die Amerikaner aus japanischer Sicht waren. Die jüngere Generation bildete sich dagegen ein ausgewogeneres Urteil über die neue Kultur.

Ein 19jähriger Bediensteter eines hohen Regierungsbeamten schrieb später: „Die meisten der 70 japanischen Delegierten in dieser Gesandtschaft hegten Groll oder Haß gegen ... [die Amerikaner]. Als der eine oder andere von uns jedoch Zeuge der wahren Verhältnisse wurde, erkannte er seinen Irrtum, und ihn reute es, solche Gefühle gehegt zu haben. Die Fremden mit Hunden oder Pferden auf eine Stufe zu stellen und sie zu beleidigen wird uns nur den schlechten Ruf eintragen, unbarmherzig und ungerecht zu sein.“ Bist du aufgeschlossen genug, um gegenüber neuen Gedanken so unvoreingenommen zu sein wie dieser junge Bedienstete?

Das Beispiel der Beröer

Im ersten Jahrhundert u. Z. hatten viele Juden ein unberechtigtes Vorurteil gegen die christlichen Lehren. In gewisser Hinsicht entsprach es dem Vorurteil der isolationistischen Japaner gegen die sie umgebende Welt. Die Juden im alten Rom behaupteten, daß dem Christentum „überall widersprochen“ werde (Apostelgeschichte 28:22). In der Stadt Thessalonich schrien voreingenommene Juden: „Diese, die die bewohnte Erde aufgewiegelt haben, sind auch hier anwesend.“ Gemeint waren einige Christen (Apostelgeschichte 17:6).

Doch es gab auch Menschen, die bereit waren, Vorurteile abzulegen. Wie reagierten beispielsweise Bewohner von Beröa auf die gute Botschaft, die der Apostel Paulus und sein Gefährte Silas verkündigten? Der Bibelschreiber Lukas sagt über die Beröer: „Diese nun waren edler gesinnt als die in Thessalonich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten“ (Apostelgeschichte 17:11). Bist du so ‘edel gesinnt’ wie die Beröer?

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Fall eines Mannes namens Masaji. Vor einiger Zeit hegte er eine starke Abneigung gegen die christliche Religion. Er glich den Isolationisten, die sich gegen die Öffnung Japans sträubten. Als Sachiko, seine Frau, die Bibel zu studieren begann, leistete er ihr heftigen Widerstand. Masaji dachte sogar daran, seine Angehörigen zu töten und Selbstmord zu begehen. Seine gewalttätigen Angriffe zwangen seine Angehörigen, zu Sachikos älterem Bruder nach Nordjapan zu fliehen.

Doch schließlich zeigte sich Masaji etwas aufgeschlossener, und er nahm sich vor, die Religion seiner Frau zu prüfen. Nach dem Lesen von biblischer Literatur erkannte er die Notwendigkeit, bei sich Änderungen vorzunehmen. Aufgrund eines Bibelstudiums änderte sich seine Einstellung; er legte jegliche Gewalttätigkeit ab und brachte statt dessen die Früchte des Geistes Gottes hervor (Galater 5:22, 23). Masaji zögerte allerdings, die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas zu besuchen, da er befürchtete, die Zeugen könnten sich für seine Gewalttätigkeit ihnen gegenüber rächen. Als er dann doch einmal einen Königreichssaal aufsuchte, wurde er so herzlich willkommen geheißen, daß er in Tränen ausbrach.

Ja, Vorurteile zu überwinden und neue Gedanken zu prüfen kann unseren Horizont erweitern und uns auch in anderer Hinsicht von Nutzen sein. Bedeutet das jedoch, daß wir ausnahmslos für jede neue Vorstellung, die propagiert wird, aufgeschlossen sein sollten?

Sei wählerisch!

Mit dem Ende der Isolation Japans gelangten neue Vorstellungen in das Land. Einige davon waren für die Japaner von Nutzen, auf andere hätten sie jedoch besser verzichtet. „Entgegen den Absichten von Kommodore Perry wandte Japan das Wissen des Westens an, um zu unterdrücken und zu versklaven“, sagte US-General Douglas MacArthur bei der Unterzeichnung der japanischen Kapitulation nach dem 2. Weltkrieg. Dadurch, daß Japan seine westlichen Ratgeber nachahmte, schlug es einen Kurs ein, der eine Reihe von Kriegen zur Folge hatte. Diese gipfelten dann im Zweiten Weltkrieg, der erst nach dem Abwurf von zwei Atombomben auf japanisches Staatsgebiet beendet wurde.

Was können wir daraus lernen? Daß wir wählerisch sein müssen, was das Annehmen neuer Vorstellungen betrifft. Wir tun gut, die Beröer nachzuahmen, die „täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese [von Paulus gelehrten] Dinge so verhielten“ (Apostelgeschichte 17:11). Das griechische Wort, das hier mit „forschen“ wiedergegeben wird, bedeutet „sorgfältige und genaue Nachforschungen anstellen, zum Beispiel bei einem Rechtsfall“ (Word Pictures in the New Testament von A. T. Robertson). Statt jeden neuen Gedanken, der uns dargelegt wird, blind zu akzeptieren, müssen wir sorgfältige und genaue Nachforschungen anstellen, wie es ein Richter bei der Anhörung eines Rechtsfalls tut.

Wenn wir wählerisch sind, werden wir nicht jeder vergänglichen Mode oder irgendwelchen neuen Gedanken, die in Wahrheit schädlich sind, zuneigen. Zum Beispiel: Die „neue Moral“ der 60er Jahre schien einigen eine ansprechende neue Vorstellung zu sein. Eine sorgfältige Überprüfung hätte jedoch ergeben, daß es sich dabei nur um die schädliche alte Unmoral unter einem neuen Namen handelte. Oder: In den 20er Jahren betrachteten in Deutschland, das damals mit wirtschaftlichen Problemen kämpfte, zweifellos viele den Nationalsozialismus als begeisternde neue Idee. Aber welches Leid hat er doch verursacht!

Glücklicherweise hat Gott uns einen Prüfstein zur Verfügung gestellt, mit dessen Hilfe neue Gedanken untersucht werden können. Dabei handelt es sich um sein inspiriertes Wort, die Bibel. Ihre Richtlinien in bezug auf das Familienleben und das Verhalten anderen gegenüber anzuwenden wird uns helfen, die neuen Ideen von Soziologen, Psychologen und anderen, die sich auf diesen Gebieten als Fachleute betrachten, zu überprüfen (Epheser 5:21 bis 6:4; Kolosser 3:5-14). Gestützt auf den Rat der Bibel in bezug auf unser Verhältnis zu Gott und zu unseren Mitmenschen, können wir auch die neuartigen Vorstellungen beleuchten, die heute auf dem Gebiet der Religion verbreitet werden (Markus 12:28-31). Aufgrund einer genauen Bibelkenntnis werden wir entscheiden können, ob eine neue Ansicht wirklich von Wert ist. Wir werden uns dann ‘aller Dinge vergewissern und an dem festhalten können, was vortrefflich ist’ (1. Thessalonicher 5:21).

Jehovas Zeugen besuchen ihre Mitmenschen, um sie zu ermuntern, die Bibel kennenzulernen, damit sie neue Vorstellungen richtig beurteilen können. Die Zeugen weisen dabei auch auf biblische Gedanken hin, die für viele neu sein mögen. Dazu gehört die Wahrheit über die Zeit, in der wir leben, und darüber, was die Zukunft wirklich für die Menschheit bringt (Matthäus 24:3-44; 2. Timotheus 3:1-5; Offenbarung 21:3, 4). Nimm keine reservierte Haltung gegenüber den Zeugen ein, wenn sie bei dir zu Hause vorsprechen. Warum nicht einmal die Tür öffnen und sich anhören, was sie zu sagen haben? Verschließe deinen Sinn nicht vor Gedanken, die dir von ewigem Nutzen sein können.

[Bildnachweis auf Seite 5]

Foto: Kongreßbibliothek LC-USC62-7258

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