Pflanzen gegen Umweltgifte
SCHADSTOFFE aus verseuchtem Boden oder Wasser zu entfernen ist eine langwierige, kostspielige und oft komplizierte Prozedur. Doch es hat sich gezeigt, daß gewöhnliche Pflanzen imstande sind, diese Arbeit ganz von selbst zu bewältigen.
Wissenschaftler tragen sich mit dem Gedanken, Laichkraut und Immergrün einzusetzen, um das Areal alter Waffenlager zu entseuchen und das Land wieder urbar zu machen. Im Experiment spalteten keimfrei gehaltenes Tausendblatt und Immergrün TNT so gut auf, daß nach einer Woche im Pflanzengewebe keine Spur des Explosivstoffes mehr festzustellen war und es auch beim Verbrennen der Pflanzen zu keiner Explosion kam. Andere Forscher entdeckten, daß Zellen und Extrakte der gewöhnlichen Zuckerrübe Nitroglyzerin aufnehmen und abbauen können.
Wie steht es mit stark radioaktiv verseuchtem Wasser? Hier scheinen sich Sonnenblumen zu bewähren. 6 Wochen alte Sonnenblumen machten sich an dem verseuchten Abwasser einer stillgelegten Uranfabrik in Ohio (USA) zu schaffen. Das Resultat? Die Uranverseuchung wurde von durchschnittlich 200 Mikrogramm pro Liter unter den Grenzwert von 20 Mikrogramm pro Liter gesenkt. Weitere Tests am Tschernobylreaktor bei Kiew ergaben, daß Sonnenblumen innerhalb von 10 Tagen 95 Prozent des radioaktiven Strontiums und Cäsiums aufnahmen.
Landwirte werden in absehbarer Zeit womöglich Wasserschwertlilien und Rohrkolben einsetzen, um einer Verschmutzung von Wasserläufen mit Pestiziden und Herbiziden entgegenzuwirken. Dieser Entseuchungsprozeß geschieht in erster Linie durch Mikroben im Wurzelwerk der Pflanzen, die Schadstoffe aufspalten und das Wasser reinigen.
Die erwähnten Beispiele verdeutlichen die wunderbare Fähigkeit der Erde, sich selbst zu reinigen.