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    Ahmt ihren Glauben nach
    • Samuel als kleiner Junge

      KAPITEL SIEBEN

      Er „wuchs heran bei Jehova“

      1, 2. Wo und unter welchen Umständen wandte sich Samuel an seine Landsleute, und warum wollte er sie unbedingt zur Reue bewegen?

      SAMUEL blickte in die Gesichter seiner Landsleute. Es war Mai oder Juni gemäß unserem Kalender. Die Trockenzeit hatte längst begonnen und der Weizen stand goldgelb auf den Feldern. Nach Jahrzehnten als Prophet und Richter hatte Samuel das Volk nach Gilgal zusammengerufen. Das Gemurmel verstummte. Samuel wollte gern das Herz jedes Einzelnen ansprechen. Aber wie?

      2 Die Versammelten verkannten den Ernst der Lage. Sie verlangten einen Menschen als König. Ihnen war nicht bewusst, welche Verachtung sie ihrem Gott Jehova und seinem Propheten entgegenbrachten. Im Grunde verwarfen sie Jehova als ihren König. Wie konnte Samuel sie zur Reue bewegen?

      Samuels Kindheit zeigt, dass man trotz schlechter Einflüsse einen starken Glauben an Jehova entwickeln kann

      3, 4. (a) Warum erwähnte Samuel seine Jugend? (b) Wieso ist Samuel ein Glaubensvorbild für uns?

      3 Samuel ergriff das Wort. „Ich bin alt und grau geworden“, sagte er zu der Menge. Sein weißes Haar verlieh seinen Äußerungen Nachdruck. Er fuhr fort: „Ich bin vor euch hergegangen von meiner Jugend an bis auf diesen Tag“ (1. Sam. 11:14, 15; 12:2). Samuel war zwar alt geworden, hatte aber seine Jugend nicht vergessen. Er erinnerte sich noch lebhaft an damals. Die Entscheidungen, die er als Heranwachsender getroffen hatte, waren wegweisend für ein Leben, das ganz seinem Gott Jehova gewidmet war.

      4 Samuel brauchte einen starken Glauben, denn immer wieder war er von ungläubigen, treulosen Menschen umgeben. Auch in der heutigen gottlosen Welt ist es nicht leicht, seinen Glauben stark zu erhalten. (Lies Lukas 18:8.) Wir wollen sehen, was wir von Samuel lernen können. Beginnen wir mit seiner frühen Kindheit.

      Er diente Jehova schon als Kind

      5, 6. Wieso hatte Samuel eine ungewöhnliche Kindheit, aber warum wussten seine Eltern, dass man gut für ihn sorgen würde?

      5 Samuel hatte eine ungewöhnliche Kindheit. Kurz nach seiner Entwöhnung, vielleicht im Alter von drei Jahren oder ein wenig später, begann für ihn ein neues Leben in Silo. Dort, mehr als 30 Kilometer von seinem Heimatort Rama entfernt, stand die heilige Stiftshütte. Samuels Eltern Elkana und Hanna stellten ihren Sohn ganz in den Dienst Jehovas. Er sollte sein Leben lang ein Nasiräer sein.a Hieß das, dass sie ihn verstoßen hatten oder nicht liebten?

      6 Ganz im Gegenteil! Sie wussten, dass man in Silo gut für ihn sorgen würde. Der Hohe Priester Eli, mit dem Samuel eng zusammenarbeitete, achtete bestimmt auf ihn. Außerdem gab es dort eine Anzahl Frauen, die offenbar einen organisierten Dienst verrichteten, der mit der Stiftshütte zu tun hatte (2. Mo. 38:8; Ri. 11:34-40).

      7, 8. (a) Wie machten Hanna und Elkana ihrem Sohn Jahr für Jahr liebevoll Mut? (b) Was können Eltern von ihnen lernen?

      7 Hanna und Elkana vergaßen ihren ersten gemeinsamen Sohn niemals. Schließlich war seine Geburt die Erhörung eines Gebets. Hanna hatte um einen Sohn gebetet und versprochen, ihn Gott für einen lebenslangen heiligen Dienst zur Verfügung zu stellen. Bei ihren alljährlichen Besuchen brachte Hanna ihm jedes Mal ein neues ärmelloses Obergewand für den Stiftshüttendienst mit. Wie muss sich der kleine Samuel über diese Besuche gefreut haben! Bestimmt tat es ihm gut, dass seine Eltern ihm liebevoll Mut machten und ihm erklärten, was für eine Ehre es war, Jehova an diesem einzigartigen Ort zu dienen.

      8 Von Hanna und Elkana können Eltern heute manches lernen. Eltern richten in der Erziehung oft alle ihre Bemühungen darauf, dass es den Kindern materiell gut geht, und übersehen dabei die geistigen Bedürfnisse. Bei Samuels Eltern stand dagegen das Geistige im Vordergrund, und das hatte einen spürbaren Einfluss darauf, was für ein Mann aus ihrem Sohn wurde. (Lies Sprüche 22:6.)

      9, 10. (a) Beschreibe die Stiftshütte und was sie dem jungen Samuel bedeutete. (Dazu auch die Fußnote.) (b) Was konnte zu Samuels Aufgaben gehört haben, und wozu könnte sein Beispiel Jugendliche heute motivieren?

      9 Man kann sich gut vorstellen, wie Samuel die Hügel rund um Silo erkundete, als er größer wurde. Wenn er dann auf die Stadt und das seitlich angrenzende Tal hinunterschaute, erfüllte ihn der Anblick der Stiftshütte Jehovas bestimmt mit Stolz und Freude — wahrhaftig eine heilige Stätte.b Man hatte sie fast 400 Jahre zuvor unter der Anleitung von Moses erstellt, und sie war das einzige Zentrum der reinen Anbetung Jehovas auf der ganzen Erde.

      10 Die Stiftshütte wuchs Samuel immer mehr ans Herz. In dem Bericht, den er später selbst aufzeichnete, lesen wir: „Samuel verrichtete den Dienst vor Jehova als Knabe, mit einem leinenen Ephod umgürtet“ (1. Sam. 2:18). Dieses einfache ärmellose Kleidungsstück kennzeichnete ihn offensichtlich als Gehilfen der Priester. Er gehörte zwar nicht zur Priesterschaft, hatte aber beispielsweise die Aufgabe, morgens die Türen zum Vorhof der Stiftshütte zu öffnen und den betagten Eli zu bedienen. Samuel machte das gern, doch es gab etwas, das sein unschuldiges Herz bedrückte. Im Bereich der Stiftshütte lag einiges im Argen.

      Beispielhaft trotz schlechter Einflüsse

      11, 12. (a) Was war der Hauptfehler von Hophni und Pinehas? (b) Wie zeigte sich ihre Verdorbenheit beim Stiftshüttendienst? (Dazu auch die Fußnote.)

      11 Schon in jungen Jahren wurde Samuel Zeuge schlimmster Verdorbenheit. Eli hatte zwei Söhne, Hophni und Pinehas. Samuel berichtet von ihnen: „Die Söhne Elis nun waren nichtsnutzige Männer; sie erkannten Jehova nicht an“ (1. Sam. 2:12). Die beiden Gedanken in diesem Vers gehen Hand in Hand. Hophni und Pinehas waren „nichtsnutzige Männer“, denn sie hatten keine Achtung vor Jehova und hielten nichts von seinen gerechten Maßstäben und Forderungen. Das war der Grund, warum sie so unverfroren sündigten.

      12 Gott hatte in seinem Gesetz genau festgelegt, welche Pflichten die Priester hatten und wie die Opfer darzubringen waren. Schließlich stellten diese Opfer Gottes Mittel zur Sündenvergebung dar. Der Opfernde konnte dadurch in Gottes Augen wieder rein dastehen und von ihm gesegnet und geleitet werden. Hophni und Pinehas brachten ihre Mitpriester jedoch dazu, die Opfer äußerst respektlos zu behandeln.c

      13, 14. (a) Wie haben die Schlechtigkeiten im Bereich der Stiftshütte aufrichtige Menschen zweifellos berührt? (b) Wieso versagte Eli nicht nur als Vater, sondern auch als Hoher Priester?

      13 Stellen wir uns vor, wie Samuel mit weit aufgerissenen Augen diese schlimmen Missstände beobachtete, gegen die nichts unternommen wurde. Wie viele Menschen mag er gesehen haben — oft arme, einfache, geplagte Leute —, die zur heiligen Stiftshütte kamen und hofften, Trost und Kraft zu finden, aber dann enttäuscht, verletzt oder gedemütigt von dort weggingen! Und wie hat es ihn wohl berührt, als er mitbekam, dass Hophni und Pinehas auch noch Jehovas Gesetze über Sexualmoral missachteten? Sie hatten intime Beziehungen mit Frauen, die bei der Stiftshütte dienten (1. Sam. 2:22). Vielleicht hoffte Samuel, Eli würde etwas dagegen unternehmen.

      Die Schlechtigkeit der Söhne Elis muss Samuel schwer zu schaffen gemacht haben

      14 Eli war in der besten Position, die sich anbahnende Katastrophe zu verhindern. Als Hoher Priester war er für das verantwortlich, was an der Stiftshütte geschah. Und als Vater war es seine Pflicht, seine Söhne zurechtzuweisen, denn sie schadeten nicht nur sich selbst, sondern auch unzähligen ihrer Landsleute. Eli versagte jedoch nicht nur als Vater, sondern auch als Hoher Priester. Er erteilte seinen Söhnen nur einen milden Verweis. (Lies 1. Samuel 2:23-25.) Dabei hätten sie aber viel strenger angefasst werden müssen. Immerhin stand auf das, was sie taten, die Todesstrafe.

      15. Welche harte Botschaft sandte Jehova Eli, und wie reagierte die Familie auf die Warnung?

      15 Die Dinge spitzten sich so zu, dass Jehova einen „Mann Gottes“, einen nicht namentlich genannten Propheten, mit einer deutlichen Strafankündigung zu Eli sandte. Jehova ließ ihm sagen: „Du fährst fort, deine Söhne mehr zu ehren als mich.“ Gott prophezeite deshalb, dass Elis Söhne an ein und demselben Tag sterben würden und dass auf seine Familie großes Leid zukäme. Sie würde sogar ihre Sonderstellung in der Priesterschaft verlieren. Bewirkte diese nachdrückliche Warnung etwas? Der Bibelbericht lässt keinen Gesinnungswandel in Elis Familie erkennen (1. Sam. 2:27 bis 3:1).

      16. (a) Was erfahren wir darüber, wie sich Samuel entwickelte? (b) Wie berührt dich das?

      16 Wie wirkte sich dieses verdorbene Umfeld auf Samuel aus? In dem schockierenden Bericht gibt es immer wieder Lichtblicke — gute Nachrichten darüber, wie sich Samuel entwickelte. So haben wir in 1. Samuel 2:18 gelesen, dass er als Junge treu „den Dienst vor Jehova“ verrichtete. Schon in jungen Jahren drehte sich also sein Leben um den Dienst für Gott. Und in Vers 21 finden wir die vielsagenden Worte: „Der Knabe Samuel wuchs heran bei Jehova.“ Die Bindung an seinen himmlischen Vater wurde in dieser Zeit immer stärker. Solch ein enges persönliches Verhältnis zu Jehova ist der beste Schutz vor schlechten Einflüssen.

      17, 18. (a) Wie können sich Jugendliche Samuel zum Vorbild nehmen, wenn sie schlechten Einflüssen ausgesetzt sind? (b) Was zeigt, dass Samuel den richtigen Weg wählte?

      17 Samuel hätte schlussfolgern können: „Wenn der Hohe Priester und seine Söhne sündigen, kann ich auch tun und lassen, was ich will.“ Doch das schlechte Beispiel anderer, selbst Höhergestellter, ist kein Freibrief dafür, verkehrt zu handeln. Wie Samuel wachsen heute viele Jugendliche in unseren Reihen sozusagen „bei Jehova“ heran — selbst wenn andere um sie herum kein gutes Beispiel geben.

      18 Wie erging es Samuel, weil er sich so verhielt? Wir lesen: „Unterdessen wurde der Knabe Samuel immer größer und beliebter, sowohl vom Standpunkt Jehovas aus als auch von dem der Menschen“ (1. Sam. 2:26). Samuel war also beliebt, zumindest bei denen, deren Meinung wichtig war. Auch Jehova liebte ihn, weil er so treu seinen Weg ging. Außerdem stand für Samuel fest, dass Gott eines Tages gegen die haarsträubenden Zustände in Silo vorgehen würde. Nur wann? Die Antwort kam eines Nachts.

      „Rede, denn dein Knecht hört“

      19, 20. (a) Beschreibe, was Samuel eines Nachts bei der Stiftshütte erlebte. (b) Wie erfuhr er, woher die Botschaft kam, und wie behandelte er Eli?

      19 Es war kurz vor Tagesanbruch, aber im Zelt flackerte noch das Licht des großen Leuchters. In der Stille der Dunkelheit hörte Samuel plötzlich jemanden seinen Namen rufen. Er dachte, es sei Eli, der inzwischen sehr alt und fast blind war. Samuel stand auf und lief zu ihm. Man kann sich gut vorstellen, wie er barfuß loseilte, um zu sehen, was Eli von ihm wollte. Es ist wirklich bewegend, wie respektvoll und freundlich dieser Junge den alten Mann behandelte. Trotz aller Sünden war Eli immer noch der Hohe Priester Jehovas (1. Sam. 3:2-5).

      20 Samuel weckte Eli mit den Worten auf: „Hier bin ich, denn du hast mich gerufen.“ Eli verneinte dies jedoch und schickte den Jungen wieder schlafen. Das wiederholte sich noch zwei Mal. Dann wurde Eli klar, was da vor sich ging. Jehova hatte sich in letzter Zeit verständlicherweise kaum noch mit einer Vision oder prophetischen Botschaft an sein Volk gewandt. Doch jetzt sprach er offensichtlich zu diesem Jungen! Eli forderte Samuel auf, sich wieder hinzulegen, und sagte ihm, wie er das nächste Mal reagieren sollte. Bald hörte der Junge wieder jemanden rufen: „Samuel, Samuel!“ Und diesmal antwortete er, wie Eli es ihm aufgetragen hatte: „Rede, denn dein Knecht hört“ (1. Sam. 3:1, 5-10).

      21. Wie können wir heute auf Jehova hören, und warum lohnt sich das?

      21 Endlich gab es in Silo jemanden, der auf Jehova hören wollte. Und Samuel hörte sein ganzes Leben lang auf ihn. Ist das auch dein Ziel? Wir brauchen heute nicht auf eine übernatürliche Stimme in der Nacht zu warten. Wir können Gottes Stimme jederzeit hören, wenn wir die Bibel zu uns sprechen lassen. Je mehr wir Gott zuhören und entsprechend reagieren, desto größer wird unser Glaube — wie bei Samuel.

      Der kleine Samuel verkündet Eli das Urteil Jehovas

      Samuel verkündete Eli das Urteil Jehovas, obwohl ihm dabei mulmig zumute war

      22, 23. (a) Wie bewahrheitete sich die Botschaft, die Samuel zögernd übermittelte? (b) Wie entwickelte sich Samuels Ruf?

      22 Jene Nacht in Silo kennzeichnete ein denkwürdiges Ereignis in Samuels Leben. Von nun an stand er in einem speziellen Verhältnis zu Jehova: Er wurde sein Prophet und Sprecher. Zuerst fürchtete er sich, Eli die Botschaft Jehovas auszurichten, denn es war ein endgültiges Urteil gegen Elis Familie, das sehr bald wahr werden sollte. Doch schließlich brachte er den nötigen Mut auf und Eli nahm Gottes Beschluss demütig hin. Kurz darauf erfüllte sich alles, was Jehova gesagt hatte. In einem Krieg der Israeliten gegen die Philister wurden Hophni und Pinehas am selben Tag getötet. Eli starb, als er erfuhr, dass die heilige Bundeslade den Feinden in die Hände gefallen war (1. Sam. 3:10-18; 4:1-18).

      23 Samuels Ruf als treuer Prophet dagegen wurde immer besser. „Es erwies sich, dass Jehova seinerseits mit ihm war“, lesen wir. Und weiter heißt es, dass Jehova jede Prophezeiung Samuels in Erfüllung gehen ließ. (Lies 1. Samuel 3:19.)

      „Darauf rief Samuel Jehova an“

      24. Wozu entschieden sich die Israeliten, und warum war das eine schwere Sünde?

      24 Folgten die Israeliten dem Beispiel Samuels und wurde aus ihnen ein treues, geistig gesinntes Volk? Leider nicht. Nach einiger Zeit waren sie nicht mehr damit zufrieden, einen Propheten als Richter zu haben. Sie wollten einen König, wie ihn andere Völker hatten. Jehova wies Samuel an, ihrer Bitte zu entsprechen, ihnen aber gleichzeitig mitzuteilen, dass sie damit eine schwere Sünde begingen. Sie verwarfen nicht lediglich einen Menschen, sondern Jehova. Deshalb rief Samuel das Volk nach Gilgal.

      Mitten unter ängstlichen Menschen blickt der betagte Samuel zum Gewitterhimmel

      Samuel betete voller Glauben um ein Gewitter und Jehova erhörte sein Gebet

      25, 26. Wie machte Samuel den in Gilgal Versammelten begreiflich, wie schwer sie gegen Jehova gesündigt hatten?

      25 Spannung lag in der Luft, als sich der inzwischen betagte Samuel an seine Landsleute wandte. Zunächst erinnerte er sie daran, dass er sie immer gut und gerecht behandelt hatte. Danach „rief Samuel Jehova an“ und bat ihn, ein Gewitter herbeizuführen (1. Sam. 12:17, 18).

      26 Ein Gewitter in der Trockenzeit? Das hatte es ja noch nie gegeben! Doch falls jemand zweifelte oder schon spotten wollte, verschlug es ihm schnell die Sprache. Plötzlich verdunkelten Wolken den Himmel, der Wind knickte den Weizen um, der Donner dröhnte und es regnete in Strömen. Die Reaktion? „Alles Volk war in großer Furcht vor Jehova und Samuel.“ Jetzt begriffen die Israeliten, wie groß ihre Sünde war (1. Sam. 12:18, 19).

      27. Wie steht Jehova zu allen, die den Glauben Samuels nachahmen?

      27 Was Samuel nicht mit Worten gelang, erreichte sein Gott Jehova auf seine Weise. Er hatte das Herz der rebellischen Israeliten erweicht. Samuel bewies von seiner Jugend bis ins hohe Alter Vertrauen auf Jehova und wurde dafür belohnt. Jehova hat sich nicht geändert. Auch heute unterstützt er jeden, der den Glauben Samuels nachahmt.

      a Nasiräer standen unter einem Gelübde, das ihnen unter anderem verbot, Alkohol zu trinken und sich die Haare zu schneiden. Die meisten nahmen dieses Gelübde nur für eine bestimmte Zeit auf sich, aber es gab auch einige wie Simson, Samuel und Johannes den Täufer, die lebenslang Nasiräer waren.

      b Die Stiftshütte hatte eine rechteckige Bauweise. Genau genommen war sie ein großes Zelt, getragen von hölzernen Fachwerkrahmen. Sie bestand aus erlesenen Materialien: Seehundsfellen, kunstvoll bestickten Tüchern und kostbaren Hölzern, die mit Gold oder Silber überzogen waren. Umgeben war das Heiligtum von einem rechteckigen Vorhof, wo unter anderem ein großer Opferaltar stand. Im Laufe der Zeit wurden an den Seiten der Stiftshütte offenbar weitere Räume für die Priester geschaffen. Dort schlief wohl auch Samuel.

      c Der Bericht liefert zwei Beispiele für Respektlosigkeit. Im Gesetz war genau festgelegt, welche Teile einer Opfergabe den Priestern als Nahrung zustanden (5. Mo. 18:3). Die gewissenlosen Priester in der Stiftshütte handhabten das jedoch ganz anders: Sie ließen ihre Diener mit einer großen Gabel in den Kessel stoßen und die guten Fleischstücke, die sie dabei erwischten, einfach wegnehmen. Und wenn jemand sein Opfer zum Altar brachte, bedrängte ihn ein Diener dieser unverschämten Priester, ihm schon rohes Fleisch zu geben, bevor das Fett für Jehova verbrannt worden war (3. Mo. 3:3-5; 1. Sam. 2:13-17).

  • Er machte trotz Enttäuschungen weiter
    Ahmt ihren Glauben nach
    • Samuel als alter Mann

      KAPITEL ACHT

      Er machte trotz Enttäuschungen weiter

      1. Warum herrschte in Silo tiefe Trauer?

      SAMUEL ging die tiefe Trauer in Silo sehr nahe. Die Stadt schien in einem Meer von Tränen zu versinken. Aus den Häusern hallten die Schreie und Klagen von Frauen und Kindern, deren Väter, Ehemänner, Söhne oder Brüder nicht mehr nach Hause kommen würden. Israel hatte in einer furchtbaren Schlacht gegen die Philister 30 000 Mann verloren und kurz davor 4 000 (1. Sam. 4:1, 2, 10).

      2, 3. Wie verlor Silo Glanz und Herrlichkeit?

      2 Und das war längst nicht alles. Hophni und Pinehas, die zwei missratenen Söhne des Hohen Priesters Eli, waren mit der heiligen Bundeslade aus der Stadt marschiert. Diese wertvolle Truhe stand normalerweise in der Stiftshütte und war ein Symbol der Gegenwart Gottes. Doch jetzt nahmen die Israeliten sie mit in die Schlacht. Unsinnigerweise hielten sie die Lade für einen Glücksbringer, der ihnen den Sieg garantieren würde. Aber dann wurde die Lade von den Philistern erbeutet und Hophni und Pinehas kamen um (1. Sam. 4:3-11).

      3 Jahrhundertelang hatte die Bundeslade der Stiftshütte in Silo besonderen Glanz verliehen. Und jetzt war die Lade weg. Als der 98-jährige Eli davon erfuhr, stürzte er rückwärts von seinem Stuhl und starb. Seine Schwiegertochter, die an diesem Tag ihren Mann verloren hatte, starb bei der Geburt ihres Kindes. Noch in den letzten Atemzügen sagte sie: „Die Herrlichkeit ist von Israel ins Exil weggegangen.“ Ja, in Silo würde nie mehr alles so sein wie früher (1. Sam. 4:12-22).

      4. Worum geht es in diesem Kapitel?

      4 Wie verkraftete Samuel diese Enttäuschungen? Hatte er einen so starken Glauben, dass er für ein Volk da sein konnte, das Jehovas Schutz und Segen verloren hatte? Auch wir machen heute gelegentlich schwere Zeiten und Enttäuschungen durch, die unseren Glauben auf den Prüfstand stellen. Sehen wir uns deshalb an, was wir noch weiter von Samuel lernen können.

      Er „wirkte Gerechtigkeit“

      5, 6. Was steht im Samuelbericht während einer Zeitspanne von 20 Jahren im Vordergrund, und was tat Samuel in der Zeit?

      5 Die Bibel blendet sich hier aus dem Leben Samuels aus, und die Bundeslade wird ins Blickfeld gerückt. Wir erfahren, wie schlecht es den Philistern nach dem Raub erging, sodass sie gezwungen waren, die Lade wieder zurückzugeben. Als Samuel erneut ins Bild kommt, sind rund 20 Jahre vergangen (1. Sam. 7:2). Was hat er in der Zwischenzeit getan? Wir brauchen da nicht zu mutmaßen.

      Samuel tröstet trauernde Frauen und Kinder

      Wie könnte Samuel den Israeliten über ihre schlimmen Verluste und Enttäuschungen hinweghelfen?

      6 Über die Zeit davor sagt die Bibel: „Das Wort Samuels erging weiterhin an ganz Israel“ (1. Sam. 4:1). Und über die Zeit danach heißt es, dass Samuel jedes Jahr auf einer Rundreise drei israelitische Städte besuchte, um Streitigkeiten beizulegen und Fragen zu klären. Anschließend ging er jedes Mal in seine Heimatstadt Rama zurück (1. Sam. 7:15-17). Offensichtlich war Samuel immer viel beschäftigt, und auch in den 20 Jahren hatte er allerhand zu tun.

      Die Bibel blendet sich für 20 Jahre aus dem Leben Samuels aus. Dennoch können wir sicher sein, dass er Jehova ununterbrochen diente

      7, 8. (a) Wozu rief Samuel die Israeliten nach 20 Jahren tatkräftigem Einsatz auf? (b) Wie reagierten sie auf seine Zusicherung?

      7 Durch die Verdorbenheit der Söhne Elis war das Volk glaubensschwach geworden und viele hatten sich anscheinend dem Götzendienst zugewandt. Nach 20 Jahren tatkräftigem Einsatz rief Samuel das Volk auf: „Wenn ihr mit eurem ganzen Herzen zu Jehova umkehrt, so schafft die fremdländischen Götter aus eurer Mitte hinweg und auch die Aschtoret-Bildnisse, und richtet euer Herz unerschütterlich auf Jehova, und dient ihm allein, und er wird euch aus der Hand der Philister befreien“ (1. Sam. 7:3).

      8 Die „Hand der Philister“ lastete schwer auf dem Volk. Das israelitische Heer war zerschlagen, und die Philister dachten, sie könnten das Volk Gottes nun ungestraft unterdrücken. Doch Samuel versicherte seinen Landsleuten, alles werde sich zum Guten wenden, wenn sie nur zu Jehova umkehrten. Waren sie dazu bereit? Zu seiner großen Freude schafften sie ihre Götzen weg und „begannen Jehova allein zu dienen“. Samuel rief das Volk in Mizpa zusammen, einer Stadt in der Berggegend nördlich von Jerusalem. Die Israeliten versammelten sich, fasteten und bereuten ihren Götzendienst. (Lies 1. Samuel 7:4-6.)

      Als sich Jehovas reumütiges Volk versammelte, sahen die Philister das als Chance, Israel zu unterdrücken

      9. Was kam den Philistern wie gerufen, und wie reagierte Gottes Volk auf die Gefahr?

      9 Die Philister hörten von dieser großen Versammlung und das kam ihnen wie gerufen. Sie sandten ihr Heer nach Mizpa, um die Anbeter Jehovas zu vernichten. Als die Israeliten erfuhren, dass Gefahr im Anzug war, bekamen sie es mit der Angst zu tun und wollten, dass Samuel für sie betete. Er erfüllte ihnen diese Bitte und brachte auch ein Opfer dar. Während dieser heiligen Handlung rückten die Philister gegen Mizpa vor. Da erhörte Jehova Samuels Gebet und ließ es „mit lautem Lärm gegen die Philister donnern“ (1. Sam. 7:7-10).

      10, 11. (a) Warum muss das Donnern, das Jehova bewirkte, außergewöhnlich gewesen sein? (b) Wie ging es nach der Schlacht bei Mizpa weiter?

      10 Nun waren die Philister natürlich keine kleinen Kinder, die sich ängstlich hinter ihrer Mutter verstecken, wenn es donnert. Sie waren hartgesottene, kampferprobte Männer. Doch so ein Donnern hatten sie noch nie gehört. War es einfach der „laute Lärm“? Donnerte es aus heiterem Himmel? Oder hallte das Echo von allen Seiten wider? Wie auch immer, es ging den Philistern jedenfalls durch Mark und Bein. Sie gerieten in Panik und im Handumdrehen wurden aus Jägern Gejagte. Die Israeliten rückten aus Mizpa aus, brachten ihnen eine Niederlage bei und jagten ihnen meilenweit nach, vorbei an Jerusalem Richtung Südwesten (1. Sam. 7:11).

      11 Diese Schlacht war ein Wendepunkt. In den weiteren Jahren, in denen Samuel Richter war, wichen die Philister immer mehr zurück. Gottes Volk konnte eine Stadt nach der anderen zurückerobern (1. Sam. 7:13, 14).

      12. Wie hat Samuel „Gerechtigkeit gewirkt“, und durch welche Eigenschaften konnte er viel bewirken?

      12 Viele Jahrhunderte später führte der Apostel Paulus Samuel unter den treuen Richtern und Propheten auf, die „Gerechtigkeit wirkten“ (Heb. 11:32, 33). Ja, Samuel kämpfte für das, was in Gottes Augen gut und richtig war. Weil er geduldig auf Jehova wartete und trotz Enttäuschungen treu weitermachte, konnte er viel bewirken. Außerdem war er ein dankbarer Mensch. Nach dem Sieg bei Mizpa ließ er ein Denkmal zur Erinnerung daran errichten, wie Jehova seinem Volk geholfen hatte (1. Sam. 7:12).

      13. (a) Welche Eigenschaften brauchen wir, wenn wir dem Beispiel Samuels folgen wollen? (b) Wann ist wahrscheinlich die beste Zeit, sich solche Eigenschaften anzueignen?

      13 Möchtest du auch „Gerechtigkeit wirken“? Dann kannst du viel von Samuel lernen: von seiner Geduld, seiner Demut und seiner Dankbarkeit. (Lies 1. Petrus 5:6.) Diese Eigenschaften braucht jeder von uns. Wie gut, dass Samuel sie sich schon in relativ jungen Jahren aneignete, denn er sollte später noch größere Enttäuschungen erleben.

      „Deine eigenen Söhne sind nicht in deinen Wegen gewandelt“

      14, 15. (a) Welche große Enttäuschung erlebte Samuel, als er „alt geworden“ war? (b) War Samuel als Vater etwas vorzuwerfen, so wie Eli?

      14 Als Samuel wieder ins Bild rückte, war er „alt geworden“. Er hatte mittlerweile zwei erwachsene Söhne, Joel und Abija, denen er richterliche Befugnisse anvertraute. Leider wurde sein Vertrauen enttäuscht. Samuel war immer ehrlich und gerecht gewesen, aber seine Söhne nutzten ihre Stellung schamlos für sich aus. Sie verdrehten das Recht und ließen sich bestechen (1. Sam. 8:1-3).

      15 Eines Tages kamen die älteren Männer von Israel zu dem betagten Propheten und beschwerten sich: „Deine eigenen Söhne sind nicht in deinen Wegen gewandelt“ (1. Sam. 8:4, 5). Wusste Samuel das? Darüber wird nichts gesagt. Aber Samuel war bestimmt kein Vater, dem man etwas vorzuwerfen hatte, so wie Eli. Jehova hatte Eli zurechtgewiesen und bestraft, weil er seine Söhne nicht zur Rechenschaft gezogen, sondern sie mehr geehrt hatte als Gott (1. Sam. 2:27-29). So etwas musste Jehova bei Samuel nie bemängeln.

      Ältere Männer beschweren sich bei Samuel über das schlechte Verhalten seiner Söhne

      Wie verkraftete Samuel die Enttäuschung über seine untreu gewordenen Söhne?

      16. Wie empfinden Eltern, wenn sich ihre Kinder gegen sie auflehnen, und wieso kann Samuels Beispiel ihnen einen gewissen Trost und Orientierung geben?

      16 Die Bibel berichtet nicht, wie schmerzlich es für Samuel war, als er von dem Verhalten seiner Söhne erfuhr — wie sehr er sich geschämt hat, was für Ängste er ausgestanden hat oder wie enttäuscht er war. Viele Eltern können sich aber nur zu gut in ihn hineinversetzen. In der schwierigen Zeit von heute ist es an der Tagesordnung, dass sich Kinder gegen die Eltern auflehnen und sich nichts mehr sagen lassen wollen. (Lies 2. Timotheus 3:1-5.) Eltern, denen es so geht, kann Samuels Beispiel einen gewissen Trost und Orientierung bieten. Trotz der Untreue seiner Söhne wich er kein Stück vom richtigen Weg ab. Eins darf man nicht vergessen: Selbst wenn Worte oder Erziehungsmaßnahmen nichts bewirken, das Vorbild der Eltern spricht trotzdem weiter. Und Eltern haben — wie Samuel — immer die Gelegenheit, sich so zu verhalten, dass ihr eigener Vater, Jehova, stolz auf sie ist.

      „Setze . . . einen König für uns ein“

      17. Was verlangten die älteren Männer Israels von Samuel, und wie reagierte er?

      17 Die Habgier und Selbstsucht der Söhne Samuels hatte ungeahnte Folgen. Eines Tages gingen die älteren Männer Israels zu Samuel und forderten: „Setze nun einen König für uns ein, der uns richten soll, wie ihn alle Nationen haben.“ Fühlte sich Samuel dadurch zurückgewiesen? Immerhin hatte er das Volk jahrzehntelang im Namen Jehovas gerichtet. Jetzt wollten die Israeliten nicht mehr bloß einen einfachen Propheten, sondern einen König als Richter — denn schließlich hatten die Völker ringsum ja auch alle einen König! Wie reagierte Samuel? Wir lesen: „Die Sache war böse in den Augen Samuels“ (1. Sam. 8:5, 6).

      18. Wie tröstete Jehova Samuel und machte ihm gleichzeitig klar, dass Israel schwer gesündigt hatte?

      18 Was sagte Jehova, als Samuel ihm die Angelegenheit im Gebet vortrug? „Hör auf die Stimme des Volkes in Bezug auf alles, was sie zu dir sagen; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, damit ich nicht König über sie sei.“ Das tröstete Samuel bestimmt. Dennoch hatte das Volk den allmächtigen Gott schwer beleidigt. Jehova ließ den Israeliten durch Samuel mitteilen, was für einen hohen Preis sie zahlen müssten, wenn sie einen Menschen als König hätten. Aber sie gaben nicht nach: „Nein, sondern ein König wird über uns sein.“ Und wie immer gehorchte Samuel seinem Gott und zog los, um einen Mann zum König zu salben, den Jehova auserwählen würde (1. Sam. 8:7-19).

      19, 20. (a) Wie folgte Samuel der Anweisung Jehovas, Saul zum König von Israel zu salben? (b) Wie half Samuel dem Volk Jehovas auch weiterhin?

      19 Mit welcher Einstellung gehorchte Samuel Jehova? Missmutig und nur aus Pflichtgefühl? Ließ er zu, dass Bitterkeit und Enttäuschung sein Herz vergifteten? Manch einer hätte bestimmt so reagiert, nicht jedoch Samuel. Er sah in Saul den von Jehova bestimmten König und salbte ihn. Er küsste den neuen König zum Zeichen seiner Anerkennung und Ergebenheit. Dann sagte er zum Volk: „Habt ihr den gesehen, den Jehova erwählt hat, dass keiner unter dem ganzen Volk ihm gleich ist?“ (1. Sam. 10:1, 24).

      20 Samuel suchte nicht nach Fehlern, sondern achtete auf das Gute an dem Mann, den Jehova ausgesucht hatte. Was ihn persönlich betraf: Er wusste, dass Gott ihn als treu beurteilte, und das war ihm wichtiger, als launischen Menschen zu gefallen (1. Sam. 12:1-4). Auch führte er gewissenhaft seinen Auftrag aus, die Israeliten vor den Gefahren für ihre geistige Gesinnung zu warnen. Ja er appellierte an sie, Jehova treu zu bleiben. Sie nahmen sich Samuels Rat zu Herzen und baten ihn inständig, für sie zu beten. Seine Reaktion war bewundernswert: „Es ist für mich undenkbar, gegen Jehova zu sündigen, indem ich aufhöre, zu euren Gunsten zu beten; und ich will euch im guten und rechten Weg unterweisen“ (1. Sam. 12:21-24).

      Samuels Beispiel erinnert uns daran, niemals zuzulassen, dass sich Eifersucht oder Bitterkeit in unserem Herzen festsetzen

      21. Wie kann einem Samuels Beispiel über Enttäuschung hinweghelfen?

      21 Warst du jemals enttäuscht, als jemand anders als du für eine bestimmte Stellung oder ein bestimmtes Dienstvorrecht ausgewählt wurde? Samuels Beispiel erinnert uns daran, niemals zuzulassen, dass sich Eifersucht oder Bitterkeit in unserem Herzen festsetzen. (Lies Sprüche 14:30.) Gott hat für jeden, der ihm treu dient, viele schöne und lohnende Aufgaben.

      „Wie lange wirst du um Saul trauern?“

      22. Warum hatte Samuel zu Recht einen guten Eindruck von Saul?

      22 Samuel hatte zu Recht einen guten Eindruck von Saul, einem außergewöhnlichen Menschen: groß, stattlich, mutig, einfallsreich und anfangs auch noch zurückhaltend und bescheiden (1. Sam. 10:22, 23, 27). Gleichzeitig hatte Saul natürlich einen freien Willen, konnte also selbst entscheiden, was er aus seinem Leben machte (5. Mo. 30:19). Ging er mit diesem Geschenk Gottes richtig um?

      23. Welche wertvolle Eigenschaft verlor Saul als Erstes, und wie zeigte sich seine Arroganz?

      23 Wenn sich jemand im Glanz seiner neu gewonnenen Macht sonnt, ist es mit der Bescheidenheit leider oft als Erstes vorbei. So dauerte es auch bei Saul nicht lange, bis er arrogant wurde. Er setzte sich über Anweisungen hinweg, die er durch Samuel von Jehova erhielt. Einmal brachte er aus Ungeduld einfach ein Opfer dar, obwohl das Samuels Aufgabe gewesen wäre. Samuel musste ihn zurechtweisen und sagte voraus, dass das Königtum nicht in Sauls Familie bleiben würde. Statt sich das zu Herzen zu nehmen, handelte Saul immer eigenwilliger (1. Sam. 13:8, 9, 13, 14).

      24. (a) Wie widersetzte sich Saul dem Befehl Jehovas? (b) Wie reagierte Saul, als er zur Rede gestellt wurde, und was ließ ihm Jehova mitteilen?

      24 Jehova gab Saul durch Samuel den Auftrag, Krieg gegen die Amalekiter zu führen. Jehova hatte ihn auch angewiesen, Agag, ihren bösen König, zu töten. Saul ließ Agag jedoch am Leben und behielt auch das Beste von der Beute, die eigentlich restlos vernichtet werden sollte. Als Samuel ihn deswegen zur Rede stellte, zeigte sich, wie sehr Saul sich geändert hatte. Statt seinen Fehler demütig einzugestehen, redete er sich heraus, rechtfertigte sich, versuchte abzulenken und schob die Schuld auf das Volk. Als er die Sache herunterspielen wollte und behauptete, ein Teil der Beute sei doch als Opfer für Jehova gedacht, äußerte Samuel den bekannten Satz: „Gehorchen ist besser als Schlachtopfer.“ Er wies Saul mutig zurecht und teilte ihm mit, wie Jehova jetzt weiter verfahren würde: Das Königtum werde ihm weggenommen und einem besseren Mann übertragen (1. Sam. 15:1-33).a

      25, 26. (a) Warum trauerte Samuel wegen Saul, und wie brachte Jehova seinen Propheten zur Vernunft? (b) Welche Lektion lernte Samuel, als er zu Isai ging?

      25 Es erschütterte Samuel zutiefst, dass Saul so versagt hatte. Die ganze Nacht schrie er deswegen zu Jehova und verfiel sogar in Trauer. Er hatte so viel Gutes in dem Mann gesehen, ein so großes Potenzial, und jetzt waren alle Hoffnungen zerstört. Saul hatte sich völlig verändert — er hatte seine anziehenden Eigenschaften verloren und sich gegen Jehova gestellt. Samuel wollte Saul nie mehr wiedersehen. Schließlich brachte Jehova ihn aber liebevoll zur Vernunft: „Wie lange wirst du um Saul trauern, da ich ihn doch verworfen habe, dass er nicht als König über Israel herrsche? Fülle dein Horn mit Öl und geh. Ich werde dich zu Isai, dem Bethlehemiter, senden, denn ich habe unter seinen Söhnen einen König für mich ausersehen“ (1. Sam. 15:34, 35; 16:1).

      26 Treulose Menschen können den Vorsatz Jehovas nicht gefährden. Wird jemand untreu, sucht sich Jehova jemand anders, der seinen Willen ausführt. Der betagte Prophet hörte also auf, wegen Saul zu trauern. Jehova schickte ihn nach Bethlehem, wo er Isais stattliche Söhne zu sehen bekam. Gleich beim ersten sagte Jehova zu Samuel, er solle nicht nur auf das Aussehen achten. (Lies 1. Samuel 16:7.) Ein Sohn nach dem anderen schied aus. Zum Schluss ließ Samuel noch den jüngsten holen: David. Er war es, den Jehova ausgewählt hatte.

      Samuel erkannte, dass Jehova jede Wunde heilen, jedes Problem lösen und jede Enttäuschung zum Guten wenden kann

      27. (a) Wodurch wurde Samuels Glaube noch stärker? (b) Wie denkst du über das Beispiel, das uns Samuel gab?

      27 Samuel sah in seinen letzten Lebensjahren immer deutlicher, wie gut es war, dass Jehova David an Sauls Stelle setzen wollte. Saul sank tiefer und tiefer, er wurde rasend eifersüchtig und wandte sich von Jehova ab. David jedoch bewies beeindruckende Eigenschaften: Glauben und Mut, Treue und Ergebenheit. Das stärkte Samuels Glauben noch zusätzlich. Er erkannte, dass Jehova jede Wunde heilen, jedes Problem lösen und jede Enttäuschung zum Guten wenden kann. Samuel starb schließlich nach einem langen, bewegten und erfüllten Leben. Das ganze Volk trauerte um diesen treuen Mann — was man nur zu gut versteht. Ist Samuels Glaube nicht wirklich nachahmenswert?

      a Samuel richtete Agag selbst hin. Weder dieser böse König noch seine Familie verdienten, dass man mit ihnen nachsichtig war. Zu Agags Nachkommen gehörte Jahrhunderte später offensichtlich „Haman, der Agagiter“, der Gottes Volk ausrotten wollte (Esth. 8:3; siehe Kapitel 15 und 16 dieses Buches).

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