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Worin besteht Gottes Vorsatz in Verbindung mit der Menschheit?Wird es je eine Welt ohne Krieg geben?
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6 Der Ausdruck „Samen“ wird oft mit der Verwirklichung des Vorsatzes Gottes in bezug auf die gesamte Menschheit in Verbindung gebracht. Gemäß dem Bericht in 1. Mose 22:18 (Hirsch) gab Gott dem treuen Hebräer Abraham folgende Verheißung: „Es werden sich durch deinen Samen alle Völker der Erde segnen, als Folge dessen, daß du meiner Stimme gehorcht hast“ (Kursivschrift von uns). Gott bekundete an Abraham, einem Mann, der Gott wirklich suchte, besonderes Interesse. Obwohl Gott Abraham direkt belohnte, geht aus diesem Text doch deutlich hervor, daß Gott weder nur an Abraham noch ausschließlich an seinen Nachkommen interessiert war. Er behielt seinen ursprünglichen Vorsatz hinsichtlich einer paradiesischen Erde für die ganze Menschheit, für „alle Völker“, stets im Auge. Er offenbarte Abraham nun, daß er ihm wegen seiner Treue das Vorrecht gewähren werde, den Samen, durch den sich alle Völker segnen würden, hervorzubringen.
7, 8. Wie kam es, daß dieser verheißene Same mit den Begriffen Königswürde und Messias in Verbindung gebracht wurde?
7 Abraham war der Vater vieler großer Völker oder Nationen (1. Mose 17:4, 5). Jehova Gott offenbarte jedoch deutlich, über welche Abstammungslinie der verheißene Same kommen würde, der der ganzen Menschheit zum Segen wäre (1. Mose 17:17, 21). Sowohl Abrahams Sohn Isaak als auch sein Enkel Jakob wurden als Glieder der Linie erwähnt, aus der der „Same“ hervorgehen würde. Eine der Nationen, die von Abraham abstammten, war die Nation Israel, die aus den zwölf Stämmen der Söhne Jakobs, des Enkels Abrahams, hervorging. In dieser Nation sollte schließlich der verheißene „Same“ erscheinen (1. Mose 26:1, 4; 28:10, 13-15).
8 Spätere Prophezeiungen ließen erkennen, daß ein besonderer Same oder Herrscher speziell aus dem Stamm Juda kommen würde. In 1. Mose 49:10 wird gesagt: „Nicht wird das Zepter weichen von Jehuda . . . Und ein Gesetzgeber von seinen Füßen . . . Bis einst Schilo kommt . . . Und ihm gehört die Versammlung der Völker.“3 Der Bibelkommentator Raschi sagt, die Wendung „Bis einst Schilo kommt“ bedeute: „Bis . . . der gesalbte König [der Messias], dem die Königswürde gebührt [kommt].“4 Viele Bibelkommentatoren haben diese Prophezeiung ebenfalls auf den Messias bezogen.
9. (a) Was verhieß Gott König David hinsichtlich des Samens? (b) Welche Verbindung besteht zwischen der Verheißung in 1. Mose 49:10 und der in Psalm 72:7, 8?
9 Dem ersten König aus der Linie Judas, dem König David, verhieß Gott: „Dein Haus und . . . dein Thron wird für immer Bestand haben“ (2. Samuel 7:16). Außerdem gab er ihm die Verheißung: „Ich [will] deinen Samen aufrichten nach dir . . . und sein Königtum sichern. Er soll mir ein Haus bauen, und ich will seinen Thron für immer sichern“ (1. Chronika 17:11, 12). Davids Sohn und Nachfolger, König Salomo, baute zwar das Haus oder den Tempel Jehovas, aber, wie bekannt, herrschte er nicht für immer. Doch einer von Davids Nachkommen sollte der in 1. Mose 49:10 (Raschi) vorhergesagte „Schilo“ oder Messias sein. König David schrieb über ihn prophetisch: „Aufblühe in seinen Tagen der Gerechte, und Friedensfülle sei bis kein Mond mehr ist. Und er herrsche von Meer zu Meer, und vom Strome bis an die Enden der Erde“ (Psalm 72:7, 8, Zu).
10. Was sollte der in 1. Mose 3:15 verheißene Same vollbringen, und inwiefern stimmt das mit der Verheißung überein, die Abraham gegeben wurde?
10 Wenn wir in Betracht ziehen, was durch die Prophezeiungen nach und nach enthüllt wurde, erkennen wir, daß die dem Abraham gegebene Verheißung — „segnen sollen sich mit deinem Samen alle Völker der Erde“ — tatsächlich durch diesen Herrscher aus der Linie Davids erfüllt werden wird (1. Mose 22:18). So betrachtet, entsteht eine Verbindung zwischen den Prophezeiungen über den Samen und der Hoffnung der Juden auf den Messias, unter dessen Herrschaft auf der ganzen Erde Frieden herrschen wird. Ja, er ist der in 1. Mose 3:15 erwähnte „Samen“, der der ursprünglichen Rebellion gegen Gottes Souveränität ein Ende machen und den daraus entstandenen Schaden beheben wird (Psalm 2:5, 8, 9). Andere Fragen und Gedanken über den verheißenen Messias werden auf den Seiten 24 bis 31 behandelt. Doch nun möchten wir Gottes weitere Verfahrensweise mit Abrahams Nachkommen betrachten.
Der Zweck des Gesetzesbundes
11—13. Welchen Nutzen zog die Nation Israel aus dem Gesetzesbund, und sollte er für immer bestehenbleiben?
11 Wenige Jahrhunderte nach Abrahams Zeit wurden die Israeliten eine Nation. Gott befreite diese Nachkommen Abrahams aus der Sklaverei in Ägypten und schloß unter der Führung des Moses, eines anderen gläubigen Mannes, den er erwählt hatte, einen besonderen Bund oder Vertrag (2. Mose 19:5, 6; 5. Mose 5:2, 3). Dieser Bund, der Gesetzesbund, enthielt genaue Richtlinien, die der Nation zeigten, wie Gott angebetet werden wollte. Dadurch führte sie diese Anbetung auf organisierte Weise durch.
12 Wir werden feststellen, daß dieser Bund von Anfang an mit Bedingungen verknüpft war. Bevor Gott den Israeliten die Zehn Gebote und den ganzen Bund bekanntgab, von dem diese Gebote ein Bestandteil waren, sagte er zu ihnen: „Wenn ihr nun auf meine Stimme hören und meinen Bund wahren werdet, so sollt ihr mir eigen sein aus allen Völkern, denn mein ist alle Erde. Und ihr sollt mir sein ein Reich von Priestern und ein heilig Volk“ (2. Mose 19:5, 6). Um von Gott fortgesetzt als sein eigen gebraucht zu werden, mußten sie auf seine Stimme hören. Das waren die Bundesbestimmungen.
13 Die verheißene Belohnung für ihre Treue (daß sie als ein Reich von Priestern dienen würden) läßt erkennen, daß der Gesetzesbund nicht der Endzweck, sondern eine Übergangsstufe war, die bezwecken sollte, eine Priesterschaft dahin gehend geeignet zu machen, anderen Völkern zu helfen, den wahren Gott kennenzulernen. Von Anfang an bestand Gottes Vorsatz darin, daß die gesamte Menschheit, nicht nur die Angehörigen e i n e s Volkes, sich segnen sollte (1. Mose 22:18).
14. Welche weiteren Vorteile brachte der Gesetzesbund mit sich?
14 Wenn der Gesetzesbund nicht der Endzweck war, was bezweckte er dann? Er verurteilte schonungslos die falschen religiösen Vorstellungen, die der Mensch nach der Rebellion im Garten Eden selbständig zu entwickeln begonnen hatte (5. Mose 18:9-13). Er schützte das Volk Israel auch vor den abscheulichen Bräuchen und der Religion der umliegenden Nationen, da er den Kontakt mit ihnen auf ein Minimum beschränkte (5. Mose 7:1-6). Solange die Israeliten dieses Gesetz befolgten, würden sie sich in einem religiös reinen Zustand bewahren, in dem sie schließlich den verheißenen Samen, den Messias, erkennen und willkommen heißen könnten.
15, 16. Welche wichtigen religiösen Lehren wurden aus dem Gesetzesbund deutlich, die ebenfalls auf seinen vorübergehenden Charakter hinwiesen?
15 Der Gesetzesbund betonte auch die Notwendigkeit der Sühne und schloß ein genau umrissenes System von Opfern ein, die einen wesentlichen Bestandteil des jüdischen Gottesdienstes bildeten (3. Mose 1:1-17; 3:1-17; 16:1-34; 4. Mose 15:22-29). Wegen der Rebellion Adams und Evas verlor die Menschheit die Vollkommenheit, die es ihr ermöglicht hätte, ewig in vollkommener Gesundheit zu leben (1. Mose 2:17). Zufolge der ersten Sünde erbten die Nachkommen Adams und Evas (die alle erst nach der Rebellion geboren wurden) die Unvollkommenheit und die Neigung zur Sünde (1. Mose 8:21; Psalm 51:7 [51:5, NW]; Prediger 7:20). Die Unvollkommenheit führte zu Krankheit, Alter und Tod und bewirkte auch, daß zwischen dem Menschen und Gott eine Schranke entstand (1. Könige 8:46; vergleiche Klagelieder 3:44). Es mußte eine Grundlage geschaffen werden, auf der dieser Schaden behoben und der unvollkommene Zustand des Menschen gesühnt und überwunden werden konnte. Gläubige Menschen waren sich dieser Notwendigkeit stets voll bewußt (Hiob 1:4, 5; Psalm 32:1-5).
16 Aus dem Gesetzesbund wurde deutlich, daß Gott Rechtsgrundsätze hat, denen entsprochen werden muß. Dieser Bund vermittelte auch die Grundlage für das Verständnis darüber, wie Gottes Rechtsgrundsätzen völlig entsprochen werden würde.c Die im Gesetzesbund vorgesehenen Opfer konnten niemals bewirken, daß Gottes ursprünglicher Vorsatz bezüglich der Menschheit ausgeführt wurde, da die Wirkung dieser Opfer nur vorübergehend war und sie lediglich den sündigen Zustand hervorhoben, ihn aber weder beheben noch verhüten konnten. Das Gesetz war daher eine Übergangsstufe, die dieser organisierten Nation von Anbetern helfen sollte, zur gegebenen Zeit den Samen zu erkennen und zu verstehen, wie dieser Same den durch Adams Sünde entstandenen Schaden beheben würde. Wo wies die Thora auf diese Tatsache hin?
Ein Prophet gleich Moses verheißen
17, 18. Was bedeutete Gottes Verheißung in 5. Mose 18:15, 18, 19, einen Propheten zu erwecken?
17 Wie wir in 5. Mose, Kapitel 18, Vers 15 (Zu) lesen, sagte Moses zum Volk Israel: „Einen Propheten aus deiner Mitte von deinen Brüdern, gleich mir, wird der Ewige dein Gott dir aufstehen lassen, auf ihn sollt ihr hören.“ Gemäß Vers 18 und 19 (Zu) desselben Kapitels sagte Jehova zu Moses, den er zum Mittler zwischen sich und seinem Volk erwählt hatte: „Einen Propheten werde ich ihnen aufstehen lassen, aus der Mitte ihrer Brüder, gleich dir, und meine Worte ihm in den Mund legen, und er soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Und es wird geschehen: Der Mann, der nicht hört auf meine Worte, die er reden soll in meinem Namen, von dem werde ich Rechenschaft fordern.“ Wie ist diese Prophezeiung zu verstehen?
18 Der hier erwähnte Prophet ist zweifelsfrei eine bestimmte, besondere Person. Aus dem Zusammenhang geht deutlich hervor, daß es sich dabei nicht — wie einige annehmen — lediglich um einen allgemeinen Grundsatz in bezug auf Gottes Absicht, dem Volk weiterhin Propheten zu erwecken, handelt. Das hebräische Wort für Prophet (navi’) steht im Singular und dient als Vergleich zu Moses, der in der Geschichte des Volkes ohnegleichen war. Außerdem lauten die abschließenden Worte des fünften Buches Mose: „Es stand fortan nicht auf ein Prophet in Jisraël wie Moscheh, den der Ewige erkannt, Angesicht zu Angesicht“ (5. Mose 34:10-12, Zu). Der Schreiber dieser Worte war sehr wahrscheinlich Josua, der Sohn Nuns, der selbst ein von Gott eingesetzter hervorragender Führer und Prophet war. Doch seine eigenen Worte lassen keinen Zweifel daran, daß er sich nicht für eine Erfüllung dessen hielt, was Moses über einen Propheten gleich Moses gesagt hatte. Was meinte denn Gott, als er einen Propheten gleich Moses zu erwecken verhieß? Wie war Moses?
Ein neuer Bund prophezeit
19. (a) Inwiefern war Moses einmalig? (b) Als was müßte ein Prophet gleich Moses ebenfalls dienen?
19 Moses war ein hervorragender Führer; er war ein Gesetzgeber, ein Prophet, ein Wundertäter, ein Lehrer und ein Richter. Er war auch ein Mittler, der einzige Prophet, der bei der Schließung eines Bundes zwischen Gott und Menschen (in diesem Fall die Nation Israel) als Mittler diente. Ein Prophet gleich ihm müßte demnach etwas Ähnliches tun. Heißt das, daß Gott beabsichtigte, den Gesetzesbund durch einen anderen Bund zu ersetzen? Genau so ist es! Durch den Propheten Jeremia gab Gott deutlich seine Absicht bekannt, einen neuen Bund zu schließen. Ein neuer Bund würde einen neuen Mittler voraussetzen. Nur jemand gleich Moses könnte die mit einer solchen Aufgabe verbundenen Voraussetzungen erfüllen. Eine Untersuchung dessen, was der neue Bund mit sich bringt, wird uns helfen, die Rolle des Mittlers besser zu verstehen.
20, 21. (a) Was wird in Jeremia 31:31-34 verheißen? (b) Welchem Zweck sollte der neue Bund dienen? (c) Was würde daher mit dem Gesetzesbund geschehen?
20 Etwa 900 Jahre nach Moses übermittelte Jeremia der Nation Israel folgende Worte Gottes: „Siehe, Tage kommen, ist der Spruch des Ewigen, und ich schließe mit dem Hause Jisraël und mit dem Hause Jehudah einen neuen Bund. Nicht wie der Bund, den ich geschlossen mit ihren Vätern am Tage, da ich sie bei der Hand faßte, sie herauszuführen aus dem Lande Mizrajim [Ägypten], welchen meinen Bund sie gebrochen, . . . ist der Spruch des Ewigen. Sondern dies ist der Bund, den ich schließen werde mit dem Hause Jisraël: nach jenen Tagen . . . werde [ich] vergeben ihrer Missetat, und ihrer Sünde nicht ferner gedenken“d (Jeremia 31:31-34, Zu).
21 Wenn der Prophet gleich Moses als neuer Mittler eines neuen Bundes dienen sollte, dann konnten die einzelnen Bestimmungen für die Anbetung im mosaischen Gesetz offensichtlich nicht für immer gelten, sondern nur bis zur Schließung des neuen Bundes. Und wenn Gott eine Grundlage dafür schaffen würde, auf der ‘ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedacht werden würde’, dann bestände selbstverständlich auch keine Notwendigkeit mehr für all die Opfer, die in Verbindung mit der Tempeleinrichtung dargebracht wurden und die nur eine vorübergehende Vergebung bewirkten. Mit der Schließung des neuen Bundes hätten auch die zeremoniellen Aspekte des Gesetzesbundes (die Einhaltung des Sabbats und bestimmter Festzeiten) nicht mehr dieselbe Bedeutung. Zu seiner Zeit würde Gott zweifellos offenbaren, was von denen verlangt wird, die in diesen verheißenen neuen Bund aufgenommen würden (Amos 3:7).
Segnungen für alle Nationen
22, 23. (a) Welchem Zweck diente der neue Bund, die Nationen betreffend? (b) Wie lassen andere Prophezeiungen erkennen, worin Gottes Vorsatz in bezug auf alle Völker bestand?
22 Wenn wir erkannt haben, daß der Prophet gleich Moses und der Same Abrahams identisch sind, werden wir einen weiteren sehr wichtigen Aspekt des neuen Bundes erkennen, nämlich daß der Same das Rechtsmittel ist, durch das Menschen aller Nationen den wahren Gott anbeten können. Da es in 1. Mose 22:18 (Hirsch) heißt, daß ‘sich durch diesen Samen alle Völker der Erde segnen werden’, ist anzunehmen, daß Gott von einem bestimmten Zeitpunkt an nicht mehr nur mit e i n e m Volk handeln würde — mit den Nachkommen Abrahams. Nachdem das Volk Israel die wichtige Aufgabe — das Hervorbringen des verheißenen Samens — erfüllt haben würde und der neue Bund errichtet worden wäre, sollten Angehörige aller Nationen und Rassen die Möglichkeit haben, den wahren Gott anzubeten.
23 Bestimmt könnte niemand mit vernünftigen Argumenten Gottes Fairneß anfechten, die sich darin zeigt, daß er aufrichtigen Angehörigen aller Nationen und Rassen gestattet, ihn anzubeten. Das hatte Gott von Anfang an im Sinn, und die Bibel enthält viele Prophezeiungen, die bestätigen, daß sich schließlich Angehörige aller Völker durch den Samen Abrahams segnen werden (Sacharja 8:20-23). Ein Beispiel sind Gottes Worte in Zephanja, Kapitel 3, Vers 9 (Zu): „Dann wandle ich den Völkern ihre Lippe zu einer lauteren um, daß sie alle anrufen den Namen des Ewigen, daß sie ihm dienen einmütig.“ Die zu Beginn der vorliegenden Broschüre erwähnte Prophezeiung aus Jesaja, Kapitel 2 weist auf diesen vereinigenden Aspekt der Anbetung Gottes hin, das heißt darauf, daß sich Angehörige vieler Völker Gott zuwenden werden, um ihm in Wahrheit zu dienen und die Wege des Friedens kennenzulernen; sie weist auch darauf hin, wann dies geschehen wird: „Es wird geschehen am Ende der Tage“ (Jesaja 2:2, JP). Was ist mit dem Ausdruck „am Ende der Tage“ gemeint?
24. (a) Was ist mit dem Ausdruck „am Ende der Tage“ gemeint? (b) Was wird in Hesekiel, Kapitel 38 und 39 beschrieben?
24 Die Bibel spricht wiederholt von dem Tag, an dem Gott alle Völker ins Gericht bringen wird (Jesaja 34:2, 8; Jeremia 25:31-35; Joel 4:2 [3:2, NW]; Habakuk 3:12; Zephanja 1:18; 3:8). Die Unfähigkeit des Menschen, sich selbst erfolgreich zu regieren, ist seit seiner Ablehnung der Souveränität Gottes im Garten Eden immer offensichtlicher geworden. Menschliche Regierungen haben jämmerlich versagt und unbeschreibliches Leid verursacht. Wenn das Kernwaffenzeitalter und die weltweite Umweltverschmutzung noch viel länger geduldet würden, könnten die Menschen sich selbst und ihre irdische Heimat vernichten. Darum wird Gott durch den von ihm eingesetzten Messias, den Samen, eingreifen (Psalm 2:1-11; 110:1-6). Der Prophet Hesekiel sah Gottes Endkampf gegen die Regierungen des Menschen voraus. In den Kapiteln 38 und 39 seines Buches beschreibt er Gottes Krieg gegen „Gog im Land Magog“ (Hesekiel 38:2). Diese Worte werden allgemein als eine Prophezeiung über die letzten Tage anerkannt. Ein sorgfältiges Studium der Bibel läßt erkennen, daß „Gog“ hier ein symbolischer Name für Satan ist, jenen Geistrebell, der Adam und Eva zum Ungehorsam gegenüber Gott verleitete. Die Besiegung dieses Geistgeschöpfs und seiner Streitkräfte, der uralten Feinde Gottes, bildet im Grunde den ersten Teil der Erfüllung der ursprünglichen Verheißung, daß der „Same“ Satan, der „Schlange“, sinnbildlich gesprochen, den Kopf zermalmen werde (1. Mose 3:15, Zu).
25. Was wird gemäß der Prophezeiung nach der Vernichtung der Streikräfte Satans geschehen?
25 Nach der Vernichtung der Streitkräfte Satans werden die Verhältnisse wiederhergestellt werden, die ursprünglich im Edenparadies herrschten. Doch dann, unter dem neuen Bund, werden die Menschen Gott gehorchen (Jesaja 11:1-9; 35:1-10). Abgesehen davon, daß ihnen ihre Sünden vergeben werden, gelangen sie zur Vollkommenheit (Jesaja 26:9). Demzufolge werden sie ewig leben können (Psalm 37:29; Jesaja 25:8). Zu jener Zeit werden selbst die Toten — sowohl die, die in Treue zu Gott gestorben sind, als auch die Milliarden, die nie die Möglichkeit hatten, die Wahrheit über Gott kennenzulernen — ins Leben zurückgerufen, das heißt auferweckt werden (Daniel 12:2, 12; Jesaja 26:19). Bringt uns diese wunderbare Hoffnung dem Gott, der das alles erdacht hat, nicht näher?
26. Was verlangt das Kommen des Propheten gleich Moses von uns?
26 Das sind nur einige der Segnungen, die dann Angehörigen aller Nationen zuteil werden, die den Propheten gleich Moses schließlich erkennen und auf seine Stimme hören werden — den Samen, der auf dem Thron Davids herrschen wird, „bis kein Mond mehr ist“, das heißt für immer (Psalm 72:7). Über diesen Propheten gleich Moses wird in 5. Mose 18:19 ferner gesagt: „Der Mann aber, der dann nicht hört auf meine Worte, die er in meinem Namen redet, von dem werde ich Rechenschaft fordern.“ Sollte man sich also nicht die Zeit nehmen und sich die nötige Mühe machen, zu ermitteln, wer dieser Prophet gleich Moses, dieser Messias, ist, wodurch man alles erfahren würde, was Gott verlangt? Sollte man den wahren Gott nicht kennenlernen?
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Worin besteht Gottes Vorsatz in Verbindung mit der Menschheit?Wird es je eine Welt ohne Krieg geben?
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c Das Rechtsbeispiel, das Moses in bezug auf die Bestrafung von Übertretungen des Gesetzes kodifiziert hatte — „Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn“ —, spiegelt den Leitgrundsatz wider, den Gott anwandte, um das Problem der Rettung des Menschen zu lösen (5. Mose 19:21). Ein vollkommener Mensch, Adam, war für die Verurteilung des Menschengeschlechts verantwortlich, folglich mußte ein anderer vollkommener Mensch sein Leben niederlegen, um diesen Verlust zu sühnen. Sein Tod würde also die Sünde Adams und ihre Auswirkungen auf die Menschheit vollkommen sühnen. Nur durch das Kommen des verheißenen „Samens“, dessen Leben als ein rechtsgültiges Lösegeld dargebracht würde, könnte eine solche Erlösung vollständig bewirkt werden (1. Mose 3:15). Eine eingehendere Betrachtung dieses Aspekts des Samens in Gottes Vorsatz ist auf Seite 28, 29, Absatz 17 bis 20 zu finden.
d Im heutigen Judentum ist man allgemein der Auffassung, daß Jeremia lediglich eine Erneuerung oder Bestätigung des Gesetzesbundes mit dem Volk Israel voraussagte, die 537 v. u. Z. nach der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil erfolgte (Esra 10:1-14). Doch die Prophezeiung selbst läßt eine solche Auffassung nicht zu. Gott sprach deutlich von einem „neuen Bund“, nicht nur von einem erneuerten Bund. Darüber hinaus betonte er, daß es ein Bund sein werde, nicht wie der Bund, den er mit den Israeliten schloß, als er sie aus der ägyptischen Knechtschaft herausführte. Einige behaupten zwar, dieser Bund sei insofern „neu“ gewesen, als er nun gehalten werde; doch die Geschichte beweist etwas anderes. Ihre Untreue führte sogar zur Zerstörung des zweiten Tempels (5. Mose 18:19; 28:45-48).
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