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Erwachet! 1999
g99 8. 12. S. 7-10

Auf der Suche nach einem angenehmen, sorglosen Leben

„Im Verlauf des 20. Jahrhunderts veränderte sich das tägliche Leben für viele Menschen fortwährend ... auf Grund der wissenschaftlichen und technischen Entwicklung“ (The Oxford History of the Twentieth Century).

EINE der größten Veränderungen in unserer Zeit hat mit der Bevölkerungszahl zu tun. In keinem Jahrhundert zuvor ist die Weltbevölkerung derart stark gestiegen. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war die Bevölkerung der Welt auf eine Milliarde angewachsen und bis zum Jahr 1900 auf 1,6 Milliarden. Heute, 1999, leben 6 Milliarden Menschen auf der Erde. Ein immer größerer Teil dieser wachsenden Bevölkerung strebt nach den sogenannten angenehmen Seiten des Lebens.

Das Bevölkerungswachstum ist nicht zuletzt auf die Fortschritte in der Medizin zurückzuführen sowie auf den Umstand, daß medizinische Versorgung mehr und mehr verfügbar wurde. In Ländern wie Australien, Deutschland, Japan und den Vereinigten Staaten stieg die durchschnittliche Lebenserwartung von weniger als 50 Jahren zu Beginn des Jahrhunderts auf mittlerweile weit über 70 Jahre. Anderswo jedoch ist diese positive Entwicklung weniger spürbar. In mindestens 25 Ländern beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung nach wie vor 50 Jahre oder weniger.

„Wie seid ihr früher nur ohne ... ausgekommen?“

Junge Leute können manchmal überhaupt nicht begreifen, wie ihre Vorfahren ohne Flugzeuge, Computer, das Fernsehen und dergleichen ausgekommen sind — Dinge, die heutzutage als selbstverständlich gelten, ja in wohlhabenderen Ländern sogar als lebensnotwendig angesehen werden. Betrachten wir beispielsweise, wie das Auto unser Leben verändert hat. Erfunden wurde es im ausgehenden 19. Jahrhundert, doch kürzlich stand im US-Nachrichtenmagazin Time zu lesen: „Das Auto gehört zu den Erfindungen, die das 20. Jahrhundert von Anfang bis Ende geprägt haben.“

Im Jahr 1975 schätzte man, daß in Europa jeder zehnte arbeitslos wäre, wenn motorgetriebene Fahrzeuge plötzlich verschwinden würden. Neben den offensichtlichen Auswirkungen auf die Autoindustrie selbst müßten Drive-in-Restaurants und Banken mit Autoschaltern sowie Einkaufszentren und andere Einrichtungen, die auf Kunden mit einem fahrbaren Untersatz angewiesen sind, ihre Pforten schließen. Hätten Landwirte keine Möglichkeit mehr, ihre Produkte zu den Märkten zu transportieren, käme die Nahrungsmittelversorgung zum Erliegen. In Vororten lebende Pendler wären von ihrem Arbeitsplatz in der Stadt abgeschnitten. Die Autobahnen, die die Landschaft durchziehen, blieben künftig unbenutzt.

Um die Autoproduktion anzukurbeln und die Kosten zu senken, wurden Anfang des Jahrhunderts Fertigungsstraßen eingeführt, und dieses Produktionsverfahren ist heutzutage in den meisten Industrien gebräuchlich. (Die Fließbandproduktion ermöglichte die Massenfertigung von vielen Produkten, beispielsweise von Küchengeräten.) Die „pferdelose Kutsche“ war um die Jahrhundertwende ein Spielzeug der Reichen in einigen wenigen Ländern, heute hingegen ist sie in weiten Teilen der Welt das übliche Transportmittel für den Normalbürger. Wie ein Publizist treffend sagte, ist „das Leben im ausgehenden 20. Jahrhundert ohne motorgetriebene Fahrzeuge geradezu unvorstellbar“.

Die Jagd nach Vergnügen

Reisen bedeutete einst, sich gezwungenermaßen woandershin zu begeben. Doch auch das hat sich im 20. Jahrhundert geändert — vor allem in den entwickelten Ländern. Da immer mehr gutbezahlte Arbeitsstellen verfügbar wurden und die Wochenarbeitszeit auf 40 oder weniger Stunden sank, stand den Menschen sowohl die Zeit als auch das nötige Geld zum Reisen zur Verfügung. Reisen bedeutete nun, sich nach Belieben woandershin zu begeben. Autos, Busse und Flugzeuge erleichterten es, an weit entfernten Orten Erholung zu suchen. Der Massentourismus wurde zu einem großen Geschäft.

Wie es im Times Atlas of the 20th Century heißt, hatte der Tourismus „dramatische Folgen — nicht nur für die Länder, in die die Touristen reisten, sondern auch für ihre Heimatländer“. Diese Folgen waren beileibe nicht nur positiver Natur. Allzuoft haben Touristen zur Zerstörung eben der Attraktionen beigetragen, derentwegen sie überhaupt gekommen waren.

Die Menschen hatten nun auch mehr Zeit, sich dem Sport zu widmen. Viele begannen selbst Sport zu treiben, andere verlegten sich darauf, passionierte — und manchmal für Krawall sorgende — Fans ihrer Lieblingsmannschaft oder ihrer Lieblingssportler zu werden. Mit der Einführung des Fernsehens wurden Sportereignisse so gut wie jedermann zugänglich. Heimische wie internationale Sportveranstaltungen zogen Hunderte von Millionen begeisterte Fernsehzuschauer in ihren Bann.

„Sport und Film schufen das Gerippe der Massenunterhaltungsindustrie, die mittlerweile weltweit so viele Arbeitnehmer beschäftigt und so gewinnträchtig ist wie kaum eine andere Branche“, heißt es im Times Atlas of the 20th Century. Jährlich werden Milliarden von Dollar für die Unterhaltung ausgegeben, unter anderem für Glücksspiel — das Lieblingsvergnügen vieler. Beispielsweise stand einer Statistik von 1991 zufolge das Glücksspiel mit einem Jahresumsatz von umgerechnet mindestens 57 Milliarden Dollar unter den größten Wirtschaftszweigen in der Europäischen Gemeinschaft an 12. Stelle.

In dem Maß, wie derlei Vergnügungen alltäglich wurden, fingen die Menschen an, nach immer neuen Attraktionen zu suchen. Zum Beispiel begannen so viele, mit Drogen herumzuexperimentieren, daß Mitte der 90er Jahre schätzungsweise 500 Milliarden Dollar jährlich durch illegalen Drogenhandel umgesetzt wurden, was diesen, wie es heißt, zum „weltweit gewinnträchtigsten Geschäftszweig“ gemacht hat.

„Wir amüsieren uns zu Tode“

Die Technologie hat die Welt zu einem globalen Dorf schrumpfen lassen. Treten politische, wirtschaftliche oder kulturelle Veränderungen ein, werden die Menschen weltweit heute fast schlagartig davon berührt. „Gewiß, auch in früherer Zeit hat es gewaltige Umwälzungen gegeben“, schrieb 1970 Professor Alvin Toffler, Autor des Buches Der Zukunftsschock. Er fügte hinzu: „Aber solche Erschütterungen und Umwälzungen blieben auf eine Gesellschaft oder einen kleinen Kreis benachbarter Gesellschaften beschränkt. Erst nach Generationen oder auch nach Jahrhunderten wirkten sie sich außerhalb dieser begrenzten Region aus. ... In unserer Zeit sind die sozialen Verflechtungen so eng, daß wesentliche Ereignisse innerhalb einer Gesellschaft sich fast umgehend auf die ganze Welt auswirken.“ Auch das Satellitenfernsehen und das Internet haben dazu beigetragen, Menschen auf der ganzen Welt zu beeinflussen.

Manche halten das Fernsehen für das einflußreichste Medium des 20. Jahrhunderts. Ein Autor bemerkte: „Wohl kritisieren manche Leute die Inhalte, aber die Macht des Fernsehens bestreitet niemand.“ Indes ist das Fernsehen nicht besser als die Menschen, die das Programm gestalten. Mit der Macht, durch das Fernsehen Menschen zum Guten zu beeinflussen, geht daher genauso die Macht einher, sie zum Schlechten zu beeinflussen. Zwar wird mit seichten Programminhalten, die vor Gewalt und Unsittlichkeit triefen, so manchem Zuschauer genau das geboten, was er sehen möchte, doch die zwischenmenschlichen Beziehungen sind dadurch nicht gefördert, sondern allzuoft noch verschlechtert worden.

Neil Postman erwähnt in seinem Buch Wir amüsieren uns zu Tode eine weitere Gefahr, wenn er schreibt: „Problematisch am Fernsehen ist nicht, daß es uns unterhaltsame Themen präsentiert, problematisch ist, daß es jedes Thema als Unterhaltung präsentiert. ... Gleichgültig, was gezeigt wird und aus welchem Blickwinkel — die Grundannahme ist stets, daß es zu unserer Unterhaltung und unserem Vergnügen gezeigt wird.“

Je wichtiger den Menschen das Vergnügen wurde, desto mehr verfielen religiöse und moralische Werte. „Im überwiegenden Teil der Welt hat die organisierte Religion im Lauf des 20. Jahrhunderts an Macht eingebüßt“, heißt es im Times Atlas of the 20th Century. Die Religiosität ging zurück, und dafür erhielt das Streben nach Vergnügungen einen Stellenwert, der in keinem Verhältnis mehr zu ihrem eigentlichen Wert steht.

„Es ist nicht alles Gold ...“

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch viele positive Veränderungen aus, doch, wie das Sprichwort sagt: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“ Während der einzelne von der längeren Lebenserwartung profitiert, sind durch das Wachstum der Weltbevölkerung riesige neue Probleme entstanden. Kürzlich stand in der Zeitschrift National Geographic zu lesen: „Das Bevölkerungswachstum stellt unter Umständen das dringendste Problem dar, dem wir uns an der Schwelle zum neuen Jahrtausend gegenübersehen.“

Autos sind nützlich und angenehm, aber auch todbringend, wie die Zahl von weltweit schätzungsweise 250 000 Unfalltoten pro Jahr beweist. Außerdem gehören Kraftfahrzeuge zu den Hauptverursachern der Umweltverschmutzung. Die Autoren des Buches 5000 Days to Save the Planet stellen fest, die Verschmutzung sei mittlerweile global und zerstöre oder untergrabe die Lebensfähigkeit der Ökosysteme von Pol zu Pol. Sie erklären dies wir folgt: „ Wir tun längst mehr, als einfach nur Ökosysteme zu schädigen; wir stören mittlerweile ausgerechnet die Abläufe, die die Erde überhaupt erst zu einem Planeten machen, auf dem höhere Lebensformen existieren können.“

Im 20. Jahrhundert hat das Problem der Umweltverschmutzung Ausmaße angenommen, die in früheren Jahrhunderten praktisch unbekannt waren. „Bis vor nicht allzu langer Zeit konnte sich keiner vorstellen, daß das Handeln des Menschen die Welt auf globaler Ebene beeinträchtigen könnte“ wurde in National Geographic gesagt. „Jetzt glauben manche Wissenschaftler, zum ersten Mal in der bekannten Geschichte gingen Veränderungen dieser Art vor sich.“ Warnend hieß es weiter: „Die Menschheit ruft kollektiv eine solche Wirkung hervor, daß es innerhalb eines Menschenlebens zu einem Massenaussterben kommen könnte.“

Das 20. Jahrhundert ist tatsächlich in der Geschichte ohne Beispiel. Menschen, denen nie dagewesene Möglichkeiten offenstehen, ein angenehmes Leben zu genießen, müssen nun der Tatsache ins Auge sehen, daß das Leben selbst in Gefahr ist.

[Übersicht/Bilder auf Seite 8, 9]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

1901

Marconi sendet das erste transatlantische Funksignal

1905

Einstein veröffentlicht seine herausragende Relativitätstheorie

1913

Ford eröffnet die erste Fertigungsstraße für das Modell T

1941

Einführung des kommerziellen Fernsehens

1969

Der erste Mensch betritt den Mond

Der Massentourismus wird zu einem großen Geschäft

Das Internet wird schnell populär

1999

Die Weltbevölkerung steigt auf 6 Milliarden

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