Talfahrt der Kirchen in Großbritannien
VON UNSEREM KORRESPONDENTEN IN GROSSBRITANNIEN
DIE Londoner Sunday Times meldete, daß wöchentlich 1 500 Briten die großen Kirchen verlassen. Die römisch-katholische Kirche hat seit 1980 rund 600 000 Kirchgänger verloren, und die „ausblutende“ anglikanische Kirche, die jede Woche 600 Anhänger verliert, zählt nicht einmal mehr eine Million Gottesdienstbesucher — weniger als halb so viele wie vor 50 Jahren. Nachdem die Generalsynode 1992 entschieden hatte, auch Frauen zu ordinieren, sagten sich ungefähr 500 anglikanische Geistliche von der Kirche los.
Viele, die der Kirche den Rücken gekehrt haben, sind ärgerlich und enttäuscht, daß niemand versucht hat, sie davon abzubringen, beziehungsweise niemand nachgefragt hat, wie man ihnen helfen könne, nachdem sie wegblieben, so die Times. Einige „meinten, zwischen der Kirche und ihrem Leben habe es keine Berührungspunkte gegeben“, schrieb das Blatt.
Die britische Gesellschaft zehrt von „einem schwindenden Bestand an geistigem und moralischem Kapital“, erklärte Kardinal Basil Hume, der katholische Erzbischof von Westminster. Worauf ist der Aderlaß zurückzuführen? „Hunger nach dem Wort Gottes“, titelte der Catholic Herald. Die Zeitung führte aus: „Bei der Messe werden uns Auszüge aus dem Alten und dem Neuen Testament vorgelesen, aber selten, wenn überhaupt, wird der Kontext erläutert. ... Das Leben der Heiligen und Bücher mit geistlichen Reflexionen sind schön und gut, aber als Schlüssel zur Erschließung der Schrift reichen sie nicht aus.“ Der Artikel kam zu dem Schluß, daß es an „zeitgemäßen, biblischen Predigten mit seelsorgerischer Zielsetzung“ fehlt.
In einem Brief an die in Lincolnshire erscheinende Zeitung Boston Target schrieb ein Leser: „Die Leute verlieren ihren Glauben an die Religionen ... Was tun die Geistlichen den lieben langen Tag? Bestimmt gehen sie nicht wie Christus auf die Menschen zu ... Die einzige Religionsgemeinschaft, der daran offenbar gelegen ist, sind die Zeugen Jehovas, die auf die Menschen zugehen und sich wirklich im Verkündigen der Wahrheit engagieren. Sie laden einen zu ihren Gottesdiensten ein, sprechen über Umweltfragen und tun auch etwas für die Umwelt. Ich bin zwar kein Zeuge Jehovas, aber ich achte diese Leute und höre ihnen zu.“
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