Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • g73 22. 9. S. 19
  • Die Teestube und ihre Rolle im Leben der Koreaner

Kein Video für diese Auswahl verfügbar.

Beim Laden des Videos ist ein Fehler aufgetreten.

  • Die Teestube und ihre Rolle im Leben der Koreaner
  • Erwachet! 1973
  • Ähnliches Material
  • Teetrinken auf chinesische Art
    Erwachet! 2005
  • Der Christ und das Trinken von Kaffee und Tee
    Erwachet! 1977
  • Kaffee — beliebtes Getränk von Millionen
    Erwachet! 1971
  • Ich habe in Korea große Umwälzungen erlebt
    Erwachet! 2008
Hier mehr
Erwachet! 1973
g73 22. 9. S. 19

Die Teestube und ihre Rolle im Leben der Koreaner

Vom „Awake!“-Korrespondenten in Korea

IN Seoul, der Hauptstadt Koreas, gibt es 2 800 Teestuben oder ungefähr eine für je 2 000 Personen. Das mag den Eindruck erwecken, als seien die Menschen in Korea sehr durstig. Aber Teestuben sind hier nicht nur wegen der Getränke beliebt, die dort serviert werden. Die Teestube ist ein Ort, an dem man Gesellschaft pflegt.

Jemand mag unerwartet einen Bekannten auf der Straße treffen und mit ihm in Ruhe und vertraulich sprechen wollen. Oder es mag sein, daß Geschäftsleute einen Ort suchen, an dem sie zusammenkommen können. Die Häuser sind gewöhnlich klein und die Familien groß. Man hat dort wenig Gelegenheit, ungestört zu sein. Aber die Teestuben, die überall in der Nachbarschaft zu finden sind, dienen schon seit langem als Treffpunkte.

Es kommt immer häufiger vor, daß sich junge Männer mit ihrer Freundin in einer Teestube treffen. Es ist wahr, daß solche Verabredungen in Korea als ungehörig betrachtet werden, wenn das Paar noch nicht verlobt ist, und selbst dann wird erwartet, daß es von einer Anstandsdame begleitet wird. Doch viele junge Leute haben mit den älteren Bräuchen gebrochen, und für sie sind die Teestuben ein Ort geworden, an dem sie sich ein Stelldichein geben können.

Die Teestuben werden auch von Eltern benutzt, um eine Ehe zu arrangieren. Das tun sie gewöhnlich durch einen Heiratsvermittler. Dieser wird mit den Eltern oft in einer Teestube zusammenkommen, und während sie etwas trinken, wird er sich über die Vergangenheit der Familie sowie über die Eigenschaften der voraussichtlichen Braut oder des Bräutigams erkundigen. Wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind, werden sich die Eltern beider Seiten treffen — natürlich in der Teestube.

In Restaurants, in denen koreanische Speisen serviert werden, wird kein Kaffee oder Tee serviert. So mögen einige in eine Teestube gehen, um nach dem Essen etwas zu trinken. Manche Leute benutzen Teestuben auch zum Warten. Oft sind Teestuben in der Nähe eines Theaters gerade zu diesem Zweck da.

In den Teestuben stehen kleine, niedrige Tische. Meist haben sie wenig oder kein Tageslicht, und die Lampen spenden nur gedämpftes Licht. Musik trägt zur Stimmung bei. Die Musik mag laut und beschwingt sein oder etwas sanfter. Häufig ist ein großer Fernsehapparat eingeschaltet, so daß man irgendein Sportereignis oder ein Schauspiel sehen kann.

In der Regel ist der Besitzer eine Witwe oder die Frau eines Geschäftsmannes, und sie trägt eine attraktive und teure koreanische Tracht. Für sie arbeiten sehr höfliche und freundliche Serviererinnen, reji genannt. Sie sind gewöhnlich Anfang Zwanzig und tragen Miniröcke.

Jedes Teehaus ist anders. Einige bemühen sich um einen bestimmten Kundenkreis. Zum Beispiel befinden sich im Geschäftsviertel der Stadt Teestuben, die Geschäftsleute anlocken sollen. Andere locken Unterhaltungskünstler und wieder andere Studenten an. Viele sind nicht für eine bestimmte Kundschaft vorgesehen, sondern für jeden, der den Wunsch haben mag, sie zu besuchen.

Der Wettbewerb zwischen den Teestuben ist groß. Um Kunden zu gewinnen, versuchen sie, andere Teestuben durch eine attraktive Ausstattung zu übertreffen. Es werden Namen ausgesucht, die zu der Atmosphäre beitragen sollen. Zum Beispiel heißen einige „Paradies“, „Scheideweg“, „Weißer Bär“, „Neue Welt“ oder „Rose“.

In den meisten Teestuben wird das gleiche serviert, nämlich Tee, Kaffee, Fruchtsäfte, Gesundheitsgetränke aus Kräutern und im Sommer eisgekühlte Getränke. Viele servieren Tee mit Whisky und andere alkoholische Getränke. Es gibt auch heißen Kaffee mit rohem Ei, „Morgenkaffee“ genannt. Doch Tee und Kaffee, stark gesüßt mit Zucker, sind die Hauptstützen des Geschäfts.

Die Teestuben haben ein Telefon, und das schätzen einige Leute besonders, denn nicht in allen Häusern ist ein Telefon vorhanden. Man kann zu einem sehr geringen Preis telefonieren. Und wenn ein Anruf für jemand da ist, läßt man den Betreffenden ausrufen. Einige Geschäftsleute, die kein eigenes Büro besitzen, benutzen eine bestimmte Teestube als Ausgangspunkt für ihre Geschäfte. Manchmal lassen sie sogar die Telefonnummer dieser Teestube auf ihre Geschäftskarte drucken und rufen von dort aus ihre Kunden an. Teestubenbesitzer heißen diese Gewohnheit jedoch nicht gut.

Am Eingang befindet sich auch gewöhnlich ein mit Stoff bezogenes Bekanntmachungsbrett. Daran kann ein zusammengefalteter Zettel, der eine Nachricht enthält und auf dem der Name des Empfängers steht, geheftet werden. Dieses Kommunikationsmittel ist kostenlos. In Teestuben sind auch Zeitungen erhältlich, und sie werden von Tisch zu Tisch weitergegeben.

Jemand mag ziemlich viel Zeit in einer Teestube verbringen, selbst wenn er nur wenig trinkt. In einem solchen Fall wird das Geld, das für ein Getränk genommen wird, cha-ri-kap genannt, und es ist mehr der Preis für den eingenommenen Platz als für das, was verzehrt wurde.

Diese Orte mögen Teestuben genannt werden, aber in Wirklichkeit sind sie mehr als das. Sie gehören zum täglichen Leben der Koreaner.

    Deutsche Publikationen (1950-2025)
    Abmelden
    Anmelden
    • Deutsch
    • Teilen
    • Einstellungen
    • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
    • Nutzungsbedingungen
    • Datenschutzerklärung
    • Datenschutzeinstellungen
    • JW.ORG
    • Anmelden
    Teilen