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Nachrichten und ihre tiefere BedeutungDer Wachtturm 1982 | 15. Oktober
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Nachrichten und ihre tiefere Bedeutung
„Ohnmächtig ... vor Furcht“
Jeder dritte Einwohner Torontos unter 35 Jahren glaubt, noch zu seinen Lebzeiten werde ein Atomkrieg ausbrechen, und 74 Prozent aller Befragten erwarten nicht, einen solchen Krieg zu überleben. Das ergab eine Umfrage, die das Gallup-Institut für die kanadische Zeitung Toronto Star durchführte. Über den psychologischen Effekt, den die Furcht vor einem Atomkrieg auf die Gesellschaft hat, sagte ein Siebenundzwanzigjähriger: „Die Leute sind vor Angst wie gelähmt. Das liegt an der schrecklichen Ungewißheit, ob es geschehen wird, und an der wahnsinnigen Angst, zu wissen, daß man nichts dagegen tun kann.“
„Die größte und tragischste Auswirkung ist, daß so viele Leute leben, als hätten wir keine Zukunft“, sagte eine Frau gemäß dem Bericht. „Die ganze Philosophie, für den Augenblick zu leben, selbstsüchtig für heute zu leben, wird durch die manchmal unbewußte Erkenntnis genährt, daß wir nicht mehr annehmen können, daß das Menschengeschlecht in der nächsten Generation noch dasein wird. Die Menschen sind immer davon ausgegangen, daß sie eine Zukunft haben werden. Jetzt aber sind sie nicht mehr so sicher, und sie werden wütend.“
Jesus Christus sah voraus, daß die Menschen „ohnmächtig werden [würden] vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“. Würden aber auch Christen von dieser lähmenden Furcht vor der Zukunft ergriffen werden? Jesus sagte: „Wenn aber diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht“ (Lukas 21:25-28).
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Eine weitverbreitete Sorge um die GesundheitDer Wachtturm 1982 | 15. Oktober
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Eine weitverbreitete Sorge um die Gesundheit
In einem vor wenigen Jahren erschienenen Bestseller schrieb Dr. Lewis Thomas, Präsident des New Yorker „Sloan-Kettering-Gedächtnis-Krebszentrums“:
„Als Volk sind wir gesundheitsbesessen geworden. Daran ist etwas grundlegend, radikal Ungesundes. Mir scheint, daß wir nicht mehr so sehr versuchen, ein fröhlicheres Leben zu führen, sondern vielmehr bemüht sind, Fehler zu vermeiden und den Tod hinauszuschieben. Wir haben alles Vertrauen zum menschlichen Körper verloren. Heute denkt man allgemein, daß wir schlecht beschaffen, durch und durch fehlbar, für eine Fülle feindlicher Einflüsse innerhalb und außerhalb unseres Körpers anfällig sind und uns nur mit knapper Mühe und Not am Leben erhalten. Wir leben in der Gefahr, jeden Augenblick auseinanderzufallen ...
Das Problem ist, daß wir diese Propaganda für bare Münze nehmen. ... In Wirklichkeit sind wir ein verhältnismäßig gesundes Volk. Weit davon entfernt, eine Fehlkonstruktion zu sein, sind wir erstaunlich robuste, dauerhafte Organismen, voller Gesundheit, in der Lage, mit fast jeder Eventualität fertig zu werden. Die neue Gefahr für unser Wohl besteht — wenn wir weiterhin auf all das Gerede hören — darin, daß wir zu einer Nation gesunder Hypochonder werden, die zimperlich leben und sich halb zu Tode sorgen.
Und für so etwas haben wir gar keine Zeit; eine solche Ablenkung von unseren anderen, viel dringenderen Problemen können wir uns überhaupt nicht leisten. In Wirklichkeit sollten wir uns Sorgen darüber machen, daß die übertriebene Aufmerksamkeit, die wir unserer Gesundheit schenken, ein Symptom dafür sein mag, daß wir Ausflüchte suchen, ... während draußen die ganze Gesellschaft dabei ist, zugrunde zu gehen“ (The Medusa and the Snail, 1979, S. 36—40).
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