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  • Ein Pullover aus Patagonien
  • Erwachet! 1998
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  • Einen Pullover auf traditionelle Weise anfertigen
  • Diverse Arten des Strickens
  • Moderne Methoden
  • Wenn man einen Pullover kaufen möchte
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Erwachet! 1998
g98 8. 5. S. 22-24

Ein Pullover aus Patagonien

VON UNSEREM KORRESPONDENTEN IN ARGENTINIEN

„MIR ist kalt!“ In gemäßigteren Regionen hat das wohl jeder schon einmal gesagt. Die nächste Frage war möglicherweise: „Wo ist mein Pullover?“

Vielleicht gehören auch wir zu den Millionen Menschen, die gern einen Pullover tragen. Haben wir uns eigentlich je gefragt, wie ein Pullover gemacht wird? Wie wird die Wolle gesponnen? Wie werden die Farben hergestellt? Hier in Argentinien leben Indios, bei denen das alles in reiner Handarbeit geschieht. Besuchen wir sie doch einmal und schauen, wie sie das bewerkstelligen.

Einen Pullover auf traditionelle Weise anfertigen

Im Süden Patagoniens (Argentinien) leben viele Indianer vom Stamm der Mapuche, einer Untergruppe der Araukaner. Sie spinnen Wolle und färben auf traditionelle Art und Weise. Im Frühling, in der südlichen Hemisphäre gegen Ende November/Anfang Dezember, scheren sie die Schafe, wobei sie spezielle Schermesser aus Stahl verwenden. Eine Schafschur muß man erlebt haben!

Natürlich enthält die vom Schaf gelöste Wolle Erdklümpchen, Gräser und Pflanzen. Die Wolle muß also gründlich gewaschen werden. Dies geschieht, indem man sie in heißes Wasser taucht und dann zum Trocknen auslegt. Anschließend werden die verbliebenen Verunreinigungen entfernt. Dieser Vorgang wird escardado genannt oder Auskämmen. Wenn das richtig gemacht wird, ist die Wolle danach sauber, trocken und sehr weich. Damit ist das Vlies soweit, daß es zu Strickwolle oder Garn verarbeitet werden kann.

Es gibt zwei traditionelle Methoden, Garn herzustellen. Bei der einen verwendet man eine Handspindel. (Siehe Bild 1.) Die Handspinnerin verarbeitet die Wolle zu Garn, indem sie die Wolle mit einer Hand an ihrem Bein reibt und dreht und gleichzeitig auf die Spindel wickelt, wo sich das Garn dann ansammelt. Von der Menge der Wolle, die auf die Spindel aufgewunden wird, hängt die Stärke des Garns ab.

Bei der anderen Methode der Garnherstellung benutzt man ein Spinnrad, das durch ein Tretbrett angetrieben wird. Die Wolle wird dem Rad durch eine Öffnung zugeführt, und die Handspinnerin kontrolliert die Stärke des Garns. (Siehe Bild 2.) Ist das Garn einmal verfestigt, können die typischen Wollknäuel angefertigt werden, die im allgemeinen gekauft werden. Wie steht es aber mit dem Färben der Wolle in die verschiedenen Farben? Wie wird das gemacht?

Die Mapuche stellen die Farben aus bestimmten Wurzeln oder Pflanzen her, indem sie diese etwa 30 Minuten in leicht salzigem Wasser kochen. Das ähnelt dem Verfahren, das manche Navajo in Arizona (USA) für die Farben ihrer Webdecken verwenden. In Argentinien kochen die Mapuche die Wurzeln des michai-Busches (ein indianischer Name für Berberis darwinii), um gelbe Farbe zu gewinnen. Für Braun mit weißen Farbpigmenten nehmen sie die Blätter des radal-Busches (Lamatia hirsuta). Die Farbe Rot wird aus Rüben gewonnen. Das ist zwar eine äußerst mühsame Methode, aber dafür verblassen die Farben kaum. Nun, da alles Garn eingefärbt ist, kann mit dem Stricken des Pullovers begonnen werden.

Diverse Arten des Strickens

Seit Jahrhunderten verwenden Frauen Nadeln, um Wolle in textile Flächen zu verwandeln, die zusammengenäht dann ein Kleidungsstück ergeben. Mit vier Nadeln lassen sich Socken stricken, Ärmel und alles, was schlauchförmig ist. Ein Nachschlagewerk sagt, das Stricken sei wahrscheinlich um das Jahr 200 u. Z. in Arabien aufgekommen. Später erreichte die Strickkunst Europa, und im 16. Jahrhundert nahmen die Spanier sie mit nach Süd- und Mittelamerika, obwohl Einheimische dort möglicherweise schon früher diese Kunst beherrschten.

Unsere nette Strickerin fragt uns, wie dick der Pullover werden soll. Danach richtet sich die Stärke der Nadeln und der von ihr verwendeten Wolle. Dann erkundigt sie sich nach den Farben. Nachdem auch diese Frage geklärt ist, kann sie anfangen zu stricken.

Einen Stricklaien überrascht es, zu erfahren, daß sich das Stricken auf zwei Grundmaschen reduzieren läßt — rechte Maschen (oder glatt gestrickte, wie manche sie nennen) und linke Maschen. Linke Maschen sind umgedrehte rechte Maschen und erzielen einen gerippten Effekt. Kombiniert man die beiden Maschen, läßt sich eine Vielzahl von Mustern stricken.

Unsere Strickerin strickt die einzelnen Teile des Pullovers; diese, sprich das Vorderteil, der Rücken, die Ärmel und das Halsbündchen, werden zusammengenäht — und fertig ist der Pullover. Freilich dauert es Stunden oder sogar Tage, bis ein solches Kleidungsstück entstanden ist. Wenn wir einen Pullover geschenkt bekommen, sollten wir ihn deshalb in Ehren halten. Es steckt viel Arbeit in dem guten Stück.

Moderne Methoden

Seit der industriellen Revolution sind Maschinen erfunden worden, mit denen man Tausende von Pullovern im Handumdrehen stricken kann. Heute sind Industriestrickmaschinen oft computergesteuert. Viele Frauen verwenden zu Hause kleinere Maschinen, was zeitsparend ist.

In Patagonien ist das Stricken immer noch Sache der ganzen Familie. Die Mutter übernimmt das Stricken. Der Mann und die Kinder helfen dabei, den Pullover fertigzustellen. Nicht selten wird eine Heimstrickmaschine verwendet und der Überschuß an Strickwaren an eine Strickerei verkauft. Dadurch wird das Einkommen der Familie aufgebessert.

Wenn man einen Pullover kaufen möchte

Was ist beim Kauf eines Pullovers zu berücksichtigen? Für einen handgearbeiteten Pullover wird man wahrscheinlich sowieso mehr ausgeben müssen, warum also nicht darauf achten, daß man für sein Geld wirklich das Beste erhält. Bei der Auswahl ist mit Sorgfalt vorzugehen, je nachdem, was benötigt wird. Man sollte auf Qualität achten. Wie kann man das tun? Man überprüft, wie die Nähte gearbeitet sind, wie das Bündchen am Hals sitzt, und sieht sich die Beschaffenheit und Zusammensetzung des Garns näher an. Besteht es zu 100 Prozent aus Wolle? Oder ist es eine Mischung? Gibt der Pullover, wenn man ihn dehnt, leicht nach und behält die gedehnte Form bei, oder behält er seine Fasson? Jedesmal, wenn man später den Pullover trägt, kann man daran denken, wieviel Arbeit darin steckt — besonders wenn es eine Handarbeit aus Patagonien ist.

[Karte auf Seite 22]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

SÜD-AMERIKA

ARGENTINIEN

Patagonien

[Bildnachweis]

Mountain High Maps® Copyright © 1997 Digital Wisdom, Inc.

[Bilder auf Seite 23]

1 Mit Hilfe einer Handspindel wird das Garn verfestigt

2 Das Spinnrad ist die schnellere Methode, Wolle zu Garn zu verspinnen

3 Nahaufnahme von Wolle, die dem Spinnrad zugeführt wird

4 Stricken auf traditionelle Art und Weise

5 Vorderteile einer Jacke

6 Moderne computergesteuerte Strickmaschine

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