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Erwachet! 1996
g96 22. 3. S. 16-20

Wie wär’s mit einem Besuch bei einer Kobra?

Von unserem Korrespondenten in Indien

DIE meisten Erwachsenen würden darauf wohl lieber verzichten. Nicht so ein Kind. Angst vor Schlangen, Kobras eingeschlossen, ist Menschen und sogar Tieren nicht angeboren. Eine Abneigung gegen Schlangen kann durch unzuverlässige Informationen, übertriebene Geschichten, Mythen und falsche Vorstellungen entstehen.

Wenn wir dazu einladen, einer Kobra einen Besuch abzustatten, meinen wir natürlich, von einem sicheren Abstand aus. Da Kobras äußerst giftig sind, würden wir nicht zu einer Kobra hingehen, ihr die Hand entgegenhalten und sie streicheln wollen. Eine Kobra würde sehr wahrscheinlich auch nicht auf uns warten, sondern sich schleunigst in einen sicheren Schlupfwinkel zurückziehen, wenn sich unsere Schritte näherten. Geben wir uns daher damit zufrieden, einfach einige faszinierende Fakten über dieses interessante Geschöpf kennenzulernen.

Kobras sind Reptilien der Unterordnung Schlangen (Serpentes) und der Familie Giftnattern (Elapidae) — eine Bezeichnung für Giftschlangen mit gefurchten Giftzähnen. Es gibt ungefähr 12 Kobraarten, die in Australien, in den Tropen Asiens und Afrikas und auch in Arabien und der gemäßigten Zone verbreitet sind. Die bei weitem gefürchtetste Kobra ist die Königskobra (auch Hamadryad oder Riesenhutschlange genannt), die mit einer Länge von 3 bis 5 Metern die größte Giftschlange der Welt ist. Da sie das dichte Unterholz eines Regenwalds oder eine niederschlagsreiche Sumpfgegend bevorzugt, findet man sie in Südchina, auf den Philippinen, in Indonesien, Malaysia, Myanmar und Teilen Indiens. Der kohlrabenschwarze Schwanz, die farbigen Bänder auf dem grüngelben Körper, der mit zunehmendem Alter dunkelolivbraun wird, und die kleinen Punkte auf der zu einem Hut auseinandergespreizten Nackenhaut machen sie zu einer Schönheit.

Andere Kobraarten sind im Durchschnitt 1 bis 2 Meter lang. In Indien beheimatet und verbreitet ist die Brillenschlange mit einer einzigartigen Zeichnung auf dem Hut, die einer Brille gleicht. Sie kann schwarz, dunkelbraun oder gelblichweiß sein mit einem breiten, dunklen Band um den Hals und gesprenkelten weißen und gelben Bändern entlang dem Körper. Die Monokelkobra, die sowohl Sri Lanka als auch östliche und nordöstliche Teile Indiens besiedelt, ist heller und hat einen kleineren, eher runden Hut mit einem einzigen weißen Kreis, dem sie ihren Namen verdankt. In Nordwestindien und in Pakistan findet man eine pechschwarze Kobra. In Afrika gibt es unter anderem die Ringhalskobra und die Uräusschlange. Letztere, eine dunkle Schlange mit schmalerem Hut, ist wahrscheinlich die Giftnatter, die mit dem Tod Kleopatras in Verbindung gebracht wird.

Schlangen paaren sich nur mit Artgenossen, wobei sie von einem einzigartigen moschusartigen Duftstoff angezogen werden. Die Kobra ist familienorientierter als andere Schlangen, denn die weiblichen und die männlichen Tiere bleiben oft zusammen. Das Königskobraweibchen ist eine der wenigen Schlangen, von denen bekannt ist, daß sie Nester bauen. Sie rafft Laub zu einem 30 Zentimeter hohen Haufen zusammen und legt dort 20 bis 50 Eier hinein. Dann rollt sie sich um den Laubhaufen herum und bleibt dort, ohne Nahrung zu sich zu nehmen, während der nahezu zweimonatigen Brutzeit liegen; auch das Männchen hält sich meist in der Nähe auf. Andere Kobras bauen kein Nest, bleiben jedoch zum Schutz ihrer Eier in der Nähe.

Die Jungkobras schlüpfen aus dem Ei, indem sie die Eischale mit einem Eizahn durchstoßen, den sie später verlieren. Mit ihren voll ausgebildeten Giftdrüsen und -zähnen sind die geschlüpften Tiere völlig selbständig lebensfähig. Sie lassen häufig die Zunge hervorschnellen, nehmen die Duftstoffe ihrer Umgebung auf und leiten chemische Informationen an das im Mundhöhlendach liegende Jacobsonsche Organ weiter. An dieses Organ ist der Geruchssinn gekoppelt; die Kombination aus Geruchs- und Tastsinn hilft der Schlange, die Spur ihrer Beutetiere zu verfolgen, in der Paarungszeit einen Partner zu finden oder Raubtieren zu entkommen.

Die Jungschlangen wachsen schnell und häuten sich bereits nach kürzester Zeit, weil ihre äußere Haut zu eng geworden ist. Diese ungewöhnliche Prozedur wiederholt sich regelmäßig, denn die Kobra wächst ihr ganzes Leben lang; sie kann über 20 Jahre alt werden. Ein bis zwei Wochen vor der Häutung wird die Schlange träge, die Haut verliert ihren Glanz, und die Augen werden bläulich-milchig. Plötzlich sind die Augen jedoch wieder klar, und die Schlange reibt sich den Kopf an einem Stein, damit sich die alte Haut vom Maul an langsam ablöst. Dann kriecht sie buchstäblich aus ihrer Haut heraus, die von der durchsichtigen Augenbedeckung an bis hinunter zum Schwanz von innen nach außen umgestülpt wird. Eine hellwache, glänzende, wie neu aussehende Schlange ist nun bereit, ihrer normalen Tätigkeit nachzugehen.

Die Lufttemperatur hat auf Kobras eine enorme Wirkung. Wenn es kühler wird, werden sie langsamer und sogar schläfrig; sie rühren sich erst wieder, wenn die Temperaturen ansteigen. Zuviel Wärme kann sie umbringen. Außer der Königskobra, die sich von Schlangen ernährt, leben Kobras von Ratten, Mäusen, Fröschen, Eidechsen, Vögeln und anderen kleinen Tieren. Sowie ein Tier erbeutet wurde, wird es durch eine Giftinjektion bewegungsunfähig gemacht. Die Beute wird als Ganzes verschlungen, denn die Kobra ist nicht dazu ausgestattet, ihre Nahrung zu kauen. Auf Grund der dehnbaren Haut und des beweglichen Kiefers ist es ihr möglich, ein Tier zu verschlingen, das zwei- oder dreimal größer ist als ihr Kopf. Da das Beutetier das Maul der Schlange völlig blockiert, atmet sie, indem sie den Kehlkopf unter dem Opfer hindurch vorschiebt, genauso wie ein Schwimmer einen Schnorchel verwendet. Anschließend wird das Tier mit Hilfe der nach hinten gebogenen Zahnreihen Stück für Stück in den Leib der Schlange hineingeschoben. Zur Verdauung zieht sich die Schlange an einen ruhigen Ort zurück; wahrscheinlich nimmt sie mehrere Tage lang keine Nahrung mehr zu sich. Die Kobra kann Monate ohne Nahrung auskommen, indem sie von den Fettvorräten ihres Körpers zehrt.

Schlangen sind vorsichtig. (Siehe Matthäus 10:16.) Zum Schutz vor Feinden zieht sich die Kobra entweder zurück, indem sie unter einen Felsen oder in ihren Schlupfwinkel in einem Rattenloch gleitet, oder sie bleibt völlig regungslos liegen, damit sie nicht bemerkt wird. Zur Abwehr eines Feindes richtet sich die Schlange auf, spreizt ihren Nacken und zischt, um den Feind einzuschüchtern. Der Biß ist das letzte Mittel zur Verteidigung.

Schlangenbisse

Im ländlichen Afrika und Asien werden Schlangenbisse oft nicht gemeldet; anscheinend wird jedoch weltweit etwa eine Million Menschen jedes Jahr von Giftschlangen gebissen. Indien hält den Rekord an tödlichen Schlangenbissen — etwa 10 000 im Jahr; vielleicht die meisten stammen von der Brillenschlange. Ungefähr 10 Prozent der Kobrabisse sind tödlich.

Die Kobra ist langsamer als viele andere Schlangen; der flinke Mungo, einer ihrer Hauptfeinde, kann sie außer Gefecht setzen. Dadurch, daß er um die Schlange herumspringt und ihren Angriffen immer wieder ausweicht, macht er die Kobra mürbe und unsicher. Dann greift er sie unterhalb des ausdehnbaren Halses an und bricht ihr das Genick. Etliche Schlangen greifen aus der zusammengerollten Position heraus an, was es schwermacht, ihre Reichweite einzuschätzen, doch die Kobra stellt ihren Leib auf und stößt direkt von oben nach unten zu. Da sie sich außerdem verhältnismäßig langsam bewegt, kann man in etwa abschätzen, wie groß der Sicherheitsabstand zu ihr sein muß.

Manche Kobras, wie zum Beispiel die Ringhalskobra, die Schwarzhals- oder Speikobra in Südafrika und Kobras im Nordosten Indiens, verteidigen sich durch Giftspeien. Hierzu bäumt sich die Schlange auf, zielt mit dem Giftzahn auf das Opfer und kann unter Auspressen der Luft zwei feine Strahlen Gift über zwei Meter weit spritzen. Auf der Haut wirkt das Gift nicht, aber wenn es in die Augen kommt, kann es vorübergehende oder, sofern es nicht sofort ausgewaschen wird, dauernde Blindheit verursachen. Seltsamerweise scheint die Schlange gerade gut auf die Augen zielen zu können.

Was sollte man tun, falls man doch einmal von einer Kobra gebissen wird? Das Gift wird aus den Giftdrüsen im Bereich des Oberkiefers durch zwei kurze, röhrenförmige, starre Giftzähne gepreßt, die vorn im Kiefer sitzen. Mit diesen Zähnen sticht die Schlange wie mit einer Injektionsspritze in die Haut und spritzt dann ihr Gift hinein. Das einzige sichere Gegenmittel gegen Schlangenbisse ist ein Antiserum aus dem Gift von vier Giftschlangen. Anfang des 20. Jahrhunderts war Indien das erste Land, das von einem solchen Antiserum ausgiebigen Gebrauch machte. Trockenseren sind fünf Jahre haltbar, ohne daß sie kühl gelagert werden müssen; sie werden nach Auflösung in einem Lösungsmittel injiziert.

Symptome bei einem Kobrabiß sind Schmerzen und Schwellungen an der Bißstelle, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Lähmung des Kehlkopfs und verlangsamte Atmung. Falls eine große Giftdosis eingespritzt wurde, stellt sich der Tod bei ausbleibender Behandlung nach ungefähr zwei Stunden ein.

Der Schlangenbeschwörer

Schlangenbeschwörung ist eine sehr alte Form der Unterhaltung. Sie wird zumeist im Orient praktiziert, doch auch einige westliche Zirkusse haben sie in ihr Repertoire aufgenommen. Wegen der ungewöhnlichen Hutbildung und ihrer scheuen Natur verwendet man dabei am häufigsten die Brillenschlange, aber auch andere beeindruckende Schlangen wie die Königsschlange und die Indische Sandboa werden dabei eingesetzt. Wenn der Schlangenbeschwörer, ein Schausteller und Meister seines Fachs, seine Flöte spielt, erhebt sich die Kobra aus ihrem Korb und spreizt den Nacken wie bei ihrer normalen Abwehrreaktion. Die Schlange, die den Schlangenbeschwörer im Auge behält und stets angriffsbereit ist, reagiert auf die Bewegungen des Schlangenbeschwörers. Den meisten Kobras, die von Schlangenbeschwörern verwendet werden, wird der Giftzahn entfernt, doch etliche Männer riskieren es, mit den giftigen Schlangen zu arbeiten.

Im alten Indien war der umherziehende Schlangenbeschwörer auch gleichzeitig ein Verbreiter religiöser Ideen und Mythen, durch die er an Popularität gewann. Heute ist es lukrativer für ihn, seine Vorstellung vor Hotels, die von fotografierfreudigen Touristen frequentiert werden, zu geben. Manch ein Schlangenbeschwörer geht zu einem Hausbesitzer und teilt ihm mit, daß es in seinem großen Garten höchstwahrscheinlich Schlangen gibt. Gegen eine vereinbarte Summe bietet er dem Inhaber an, die Schlangen zu fangen. Dann verschwindet er hinter den Büschen und kommt nach einiger Zeit mit einem Sack voll Schlangen wieder zurück; zwischendurch konnte man immer wieder seine Flöte hören. Natürlich wäre es klug von dem Inhaber, ihn zu überwachen oder zumindest zu überprüfen, ob er nicht einen Sack voll Schlangen mitgebracht hat.

Schlangenfarmen dienen der Aufklärung

Schlangenfarmen fördern das Interesse an Reptilien. Sie fördern die Forschung, klären über die Vermeidung und die Behandlung von Schlangenbissen auf und dienen dem Schutz der Schlangen vor der Habgier und der Ignoranz des Menschen. Kobras sind wegen ihrer wunderschönen Haut abgeschlachtet worden, aus der man Gürtel, Taschen, Schuhe und weitere Luxusgegenstände fertigt. In einem Jahr wurden in Indien für die schlangenhautverarbeitende Industrie über zehn Millionen Schlangen getötet. Die Schlangen werden nach dem Töten sofort enthäutet. In Indien wird die Haut mit Pflanzenfarben gefärbt, danach auf Hochglanz gebracht und mitunter mit einem Lack besprüht, damit sie glänzt und wasserabstoßend ist.

Der Wert einer Kobra kann nicht hoch genug bewertet werden. Sie trägt zur Erhaltung vieler Tonnen Getreide bei, indem sie Ratten und anderes Ungeziefer tötet. Das Gift der Kobra dient zur Herstellung von Antiseren, schmerzstillenden Mitteln und anderen Heilmitteln. Das Tata-Memorial-Krebsinstitut in Bombay untersucht zur Zeit die Wirkung von Kobragift auf Krebszellen.

Hat es sich gelohnt, der Kobra einen Besuch abzustatten? Sie ist ein wunderschönes, nützliches, vorsichtiges Tier, das bestens dazu ausgerüstet ist, sich zu verteidigen. Die Kobra besser kennenzulernen kann einem helfen, ein häufig in Verruf gebrachtes Mitglied des Tierreiches schätzenzulernen.

[Kasten auf Seite 19]

Kobrakult und Aberglaube

DER Kobrakult existiert von alters her. In Mohenjo-Daro, wo Archäologen eine der frühesten Kulturen ausgegraben haben, hat man Siegel mit Kobramotiven gefunden. Seit dem 3. Jahrtausend v. u. Z. bis heute werden Kobras von Millionen Menschen in Indien mit abergläubischer Ehrfurcht verehrt. Interessanterweise erkennt man in vielen Kobrageschichten echte historische Ereignisse wieder, die durch Mythen verzerrt wurden.

Eine Schöpfungs„geschichte“ erzählt von einer Zeit, als es im Universum kein Licht gab. Der erhabene Gott Wischnu wurde als erstes aus den Urwassern erschaffen, dann folgten Himmel, Erde und Unterwelt. Von dem restlichen Material wurde eine riesige Kobra namens Schescha (was übrigbleibender Teil bedeutet) erschaffen. In der Mythologie hat Schescha 5 bis 1 000 Köpfe, und man findet Darstellungen von Wischnu, wie er auf der zusammengerollten Schlange liegt, im Schutz der zum Hut gespreizten Nacken der vielen Köpfe Scheschas. Erdbeben werden dem Gähnen Scheschas zugeschrieben, und am Ende eines Zeitalters zerstört sie die Welt durch Feuer aus ihrem Mund oder durch ihr Gift.

In der indischen Mythologie wird von einer Kobraart berichtet, die man die Nagas nennt; sie bewohnen die Unterwelt, Nagalok oder Patala. Der Affengott Hanuman behauptete, im „Vollkommenen“ oder „Goldenen Zeitalter“ seien alle Menschen fromm gewesen, es habe nur eine Religion und weder Dämonen noch Nagas gegeben. Die Schlangen wurden die Hüter der Erdschätze und verfügten über ein gewaltiges Wissen und enorme magische Kräfte. Schescha, manchmal auch Vasuki genannt, wurde von den Göttern dazu benutzt, durch das Quirlen eines Milchsees Amrita zu erzeugen, einen Unsterblichkeit verleihenden Göttertrank. Die von den Nagas regierte Unterwelt wird als begehrenswerter Ort dargestellt; Kriegern, die in der Schlacht sterben, wird versprochen, daß sie dort unvorstellbare Freuden erleben.

Allerdings stellt die Mythologie nicht alle Kobras als gütige Wesen dar. In einer „Geschichte“ geht es um einen Zusammenstoß zwischen Krischna — die achte Inkarnation Wischnus — und Kaliya, einer großen, bösartigen Dämonenkobra. Auf Darstellungen sieht man den siegreichen Krischna mit dem Fuß auf dem Kopf der großen Schlange stehen.

Frauen verehren Manasa oder Durgamma, die Königin der Nagas, weil sie ihre Kinder vor Schlangenbissen schützen wollen. Bei dem Fest Naga Panchami gießen Schlangenanbeter auf Kobrabilder und in Schlangenlöcher Milch und sogar Blut. Frauen verehren Kobrabilder aus Stein oder Silber oder bringen sie in die Tempel in der Hoffnung, einen Sohn zu empfangen.

Die Kobra im Film

Die mythische Kobra ist ein beliebtes Thema in Filmen, die in Indien entstanden — seit 1928 sind über 40 Filme produziert worden. Gewöhnlich wird die Kobra als ein gütiges Wesen dargestellt, das seinen Anhängern hilft und die Bösen vernichtet. Besonders beliebt sind die legendären Icchadarikobras, die angeblich über die Macht verfügen, Menschengestalt anzunehmen. Sie sollen einen ergebenen Partner haben. Wenn der Partner getötet wird, kann die Kobra in den Augen der toten Schlange das Bild des Mörders sehen und dann Rache nehmen. Das ist ein packender Stoff für viele Filme. In der ganzen Filmhandlung dominiert der Schlangentanz; die Tänzer ahmen zu einer Musik, die der Musik des Schlangenbeschwörers ähnlich ist, die Schlangenbewegungen nach und gleiten sogar wie eine Schlange über den Boden.

In dem Film Shakti, einem Dokumentarfilm über ein Fest in Rajasthan (Indien), wurde gezeigt, wie sich jeden August Hunderttausende von Schlangenanbetern in der Wüste treffen. In der sengenden Sonne bei Temperaturen von über 50 Grad Celsius geißeln sie sich mit Eisenstäben und kriechen auf dem Bauch zwei Kilometer über den heißen Sand zum Tempel des Schlangengottes Gogha. Der historische König Gogha, der im 10. Jahrhundert u. Z. lebte, soll sein Volk von muslimischen Eindringlingen befreit haben, indem er den Feind in eine Schlangengegend führte, so daß das Heer infolge der Schlangenbisse stark dezimiert wurde.

[Kasten/Bild auf Seite 20]

Gerettet dank einer Kobra

Zwei Familien in Sastur, einem Dorf in Indien, haben allen Grund, einer Kobra dankbar zu sein. Sie wurden am 30. September 1993 um 3.50 Uhr von dem lauten Zischen einer aus dem Haus flüchtenden Kobra geweckt. Sie jagten ihr hinterher auf die Wiese, um sie zu töten. Um 4 Uhr machte ein schreckliches Erdbeben in Zentralindien ihr Dorf dem Erdboden gleich — fast alle Dorfbewohner kamen dabei um. Nur die beiden Familien überlebten — dank des „Frühwarnsystems“ der Kobra.

[Bilder auf Seite 16, 17]

Vorder- und Hinteransicht einer Brillenschlange

Kleines Bild: Eine schwarze Kobra spreizt ihren Nacken, während sie auf dem warmen Felsen ein Sonnenbad nimmt

[Bildnachweis]

Bilder auf Seite 16 bis 20: A. N. Jagannatha Rao, Trustee, Madras Snake Park Trust

[Bilder auf Seite 18]

Vorder- und Hinteransicht einer schwarzen Kobra

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