Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Die falsche Religion spielt die Hure
    Der Wachtturm 1989 | 15. April
    • Die falsche Religion spielt die Hure

      1. Wie ist die Prostitution von vielen betrachtet worden?

      ES WIRD das älteste Gewerbe der Welt genannt — das Gewerbe einer Dirne oder Hure oder Prostituierten. Wörter wie diese bezeichnen im allgemeinen Sprachgebrauch ein und dasselbe: eine unmoralische Frau, die ihren Körper an Männer verkauft. Ein solches Gewerbe galt jedoch zu einer bestimmten Zeit als ehrbar.

      2, 3. Inwiefern stand die Rolle der Priesterinnen im alten Babylon im Gegensatz zu dem Gesetz, das Jehova Israel bezüglich der männlichen und weiblichen Prostitution gab?

      2 So äußerte sich Professor S. H. Hooke, eine Autorität auf dem Gebiet der biblischen Archäologie, über das Priestertum des alten Babylon folgendermaßen: „Das Priestertum war nicht auf Männer beschränkt, sondern in namhaften Tempeln zählten auch Frauen dazu. Dem Stand der Priesterinnen anzugehören war eine Ehre, und uns ist von mehreren Königen bekannt, daß sie ihre Töchter zu Priesterinnen weihten. ... Ihre wichtigste Aufgabe war es, bei den großen jährlich wiederkehrenden Festen als sakrale Prostituierte zu dienen. ... Der Tempel der Ischtar [Göttin der Fruchtbarkeit und des Krieges] beherbergte naturgemäß eine große Anzahl solcher Frauen.“

      3 Dies stand in krassem Gegensatz zu der Anbetung, die das Volk Israel Jehova Gott darbringen sollte. Das Gesetz gebot unmißverständlich: „Keine der Töchter Israels darf eine Tempelprostituierte werden, auch darf keiner der Söhne Israels ein Tempelprostituierter [der Homosexualität praktiziert] werden. Du sollst den Lohn einer Hure oder den Preis eines Hundes nicht in das Haus Jehovas, deines Gottes, bringen für irgendein Gelübde, denn sie, ja sie beide, sind für Jehova, deinen Gott, etwas Verabscheuungswürdiges“ (5. Mose 23:17, 18). Demnach war der Lohn einer Hure als Beitrag für Jehovas Heiligtum unannehmbar. Selbst ohne religiöse Beteiligung galt Hurerei als Schande. So wurde den Israeliten geboten: „Entweihe deine Tochter nicht, indem du sie zu einer Prostituierten machst, damit das Land nicht Prostitution begehe und das Land tatsächlich mit Sittenlosigkeit erfüllt werde.“ Die Gesetze gegen die Prostitution und gegen die als „Abscheulichkeit“ bezeichnete Homosexualität dienten der ganzen Nation sowohl in geistiger als auch in körperlicher Hinsicht zum Schutz (3. Mose 19:29; 20:13).

      Geistige Hurerei sogar noch verwerflicher

      4. Welches ist die verwerflichste Form von Hurerei?

      4 Vom Standpunkt Jehovas aus betrachtet, gibt es indes eine Form der Prostitution, die noch verwerflicher ist: die geistige Hurerei, das heißt, vorzugeben, Jehova anzubeten, aber in Wirklichkeit anderen Göttern Anbetung darzubringen und Zuneigung zu erweisen. Noch einen Schritt weiter in der Prostitution ging die alte Stadt Jerusalem. Sie beschenkte sogar die Nationen, die geistig mit ihr hurten, wodurch die wahre Anbetung verunreinigt wurde (Hesekiel 16:34).

      5, 6. Wer begeht im 20. Jahrhundert geistige Hurerei, und welche Fragen ergeben sich daher?

      5 Geistige Hurerei wird sogar im 20. Jahrhundert verübt, und zwar begeht das weltweite Religionssystem Hurerei. Der führende Teil dieses Systems, das in der Bibel „Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde“ genannt wird, ist die Christenheit (Offenbarung 17:5).

      6 Aber was ist schließlich für sie vorgesehen? Und wie wird sich ihr endgültiges Geschick auf dich und deine Angehörigen auswirken? Da Gott im alten Israel Huren verurteilte, erhebt sich die Frage: Was wird er angesichts der geistigen Hurerei in der Neuzeit tun? Auf diese und ähnliche Fragen gehen die folgenden Artikel ein.

  • Die berüchtigte Hure — ihr Fall
    Der Wachtturm 1989 | 15. April
    • Die berüchtigte Hure — ihr Fall

      „Sie ist gefallen! Babylon die Große ist gefallen, sie, die alle Nationen veranlaßt hat, von dem Wein der Wut ihrer Hurerei zu trinken!“ (OFFENBARUNG 14:8).

      Diesem und dem folgenden Artikel liegt die letzte Ansprache der Vortragsfolge „Die bestimmte Zeit ist nahe“ zugrunde, die 1988 auf den Bezirkskongressen „Göttliches Recht“ dargeboten wurde.

      1. Wer ist die berüchtigte „Hure“, und warum müssen wir uns mit ihr befassen?

      WER ist eigentlich diese berüchtigte „Hure“? Warum müssen wir uns mit ihr befassen? Beinhalten Kriminalromane, Kino-, Fernseh- und Videofilme nicht schon genug Übelkeit erregende Unmoral? Gewiß! Aber es geht nicht um eine gewöhnliche Dirne. Sie ist die einflußreichste, mordgierigste Prostituierte der Geschichte. Schon seit über 4 000 Jahren verkauft sie ihre Dienste. Zu unserem Schutz müssen wir sie kennen. Gemäß Offenbarung 14:8 nennt ein Engel diese verrufene Frauensperson „Babylon die Große“ und beschreibt sie als eine Verführerin der Nationen. Angesichts ihrer Gefährlichkeit sollten wir froh sein, zu wissen, daß Jehovas ‘bestimmte Zeit nahe ist’, das Gericht an ihr zu vollstrecken (Offenbarung 1:3).

      2. Woher hat diese Hure ihren Namen, und wie nahm ein Weltreich der falschen Religion seinen Anfang?

      2 Der Name dieser Hure geht auf das alte Babylon zurück, eine stolze Stadt, die vor über 4 000 Jahren in Mesopotamien von Nimrod, dem ‘gewaltigen Jäger im Widerstand gegen Jehova’, gegründet wurde. Nachdem die Babylonier damit begonnen hatten, einen Turm, eine heidnische Kultstätte, zu bauen, verwirrte Jehova ihre Sprache und zerstreute sie bis an die Enden der Erde. Ihre Religion nahmen sie mit, und so nahm ein Weltreich der babylonischen Religion seinen Anfang. Es ist wirklich Babylon DIE GROSSE (1. Mose 10:8-10; 11:1-9). Bis in unsere Zeit hinein sind die Geheimnisse des alten Babylon in den Ansichten und Bräuchen der Religionen der Welt enthalten (Offenbarung 17:7). Babel, der hebräische Name für die Stadt, bedeutet „Verwirrung“, eine passende Bezeichnung für den heutigen Wirrwarr falscher Religion.

      3. (a) Wie lange hielt Babylon Gottes Volk gefangen, und in die Nähe welcher Dinge kam Israel dadurch? (b) Wann erlitt Babylon einen katastrophalen Fall, und warum kam Babylons Ende nicht zu jener Zeit?

      3 Das alte Babylon erholte sich von jenem ersten Rückschlag und wurde 632 v. u. Z. mit der Einnahme Assyriens die dritte Weltmacht in der biblischen Geschichte. Seine Herrlichkeit als Weltmacht dauerte nicht lange — weniger als hundert Jahre —, aber fast 70 Jahre davon hielt es Gottes Volk, Israel, gefangen. Dadurch kam Israel in die Nähe der Tausende Tempel und Kapellen Babylons, seiner Göttertriaden und Dämonentriaden, seiner Mutter-Sohn-Verehrung und seiner Astrologie, in der angeblich unsterbliche Gottheiten verehrt wurden. Somit befanden sich die gefangenen Israeliten im Weltzentrum der falschen Religion, als die Stadt Babylon im Jahre 539 v. u. Z. ihren katastrophalen Fall erlitt. Aber damit war ihr Ende noch nicht erreicht. Ihre Eroberer benutzten sie weiterhin als ein angesehenes religiöses Zentrum.

      Ein globales religiöses Weltreich

      4. (a) Was verkündeten Jehovas Propheten in bezug auf Babylon, und was widerfuhr Babylon daher? (b) Welches andere Babylon besteht zum Schaden der Menschen weiter?

      4 Jehovas Propheten hatten sein Urteil verkündet, daß Babylon „mit dem Besen der Vertilgung“ weggefegt würde — „so wie bei der Umkehrung Sodoms und Gomorras“. Haben sich jene Prophezeiungen später erfüllt? Ja, bis ins einzelne. Wie vorhergesagt, wurde das alte Babylon mit der Zeit ein Schutthügel — unbewohnt, abgesehen von Kriechtieren und wilden Tieren (Jesaja 13:9, 19-22; 14:23; Jeremia 50:35, 38-40). Aber jenes andere Babylon, Babylon die Große, besteht bis heute. Als Weltreich der falschen Religion hält sie die ursprünglichen Lehren und den stolzen Geist Babylons aufrecht. Sie ist Satans hauptsächliches Mittel, die Menschen für Jehovas Königreichsvorsätze blind zu machen (2. Korinther 4:3, 4).

      5. (a) Welche Religionen kamen auf, als Babylon im Zenit seiner Herrlichkeit stand, aber warum gelang es Satan nicht, die Welt völlig mit der falschen Religion zu überschwemmen? (b) Wie benutzte Satan die falsche Religion nach der Einführung des Christentums?

      5 Als die Weltmacht Babylon um das sechste Jahrhundert vor Christus im Zenit ihrer Herrlichkeit stand, kamen auch der Hinduismus, der Buddhismus, der Konfuzianismus und der Schintoismus auf. Ist es Satan aber gelungen, die Welt völlig mit der falschen Religion zu überschwemmen? Nein, denn ein Überrest von Jehovas damaligen Zeugen kehrte von Babylon nach Jerusalem zurück, um die Anbetung Jehovas wiederherzustellen. Somit waren sechs Jahrhunderte später treue Juden da, die den Messias willkommen hießen und die ersten Glieder der Christenversammlung wurden. Die falsche Religion machte Gottes Sohn zum Märtyrer und wurde Satans Werkzeug im Kampf gegen das wahre Christentum, so wie Jesus und seine Apostel es angekündigt hatten (Matthäus 7:15; Apostelgeschichte 20:29, 30; 2. Petrus 2:1).

      6. (a) Wie verdarb Satan die christlichen Lehren, und welche gottentehrenden Lehren kamen auf? (b) Was widerfuhr Tausenden, die die biblische Wahrheit den babylonischen Lehren vorzogen?

      6 Vor allem nach der zweiten Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 u. Z. gebrauchte Satan falsche Apostel, die die christlichen Lehren verdarben, indem sie diese mit babylonischem Mystizismus und weltlicher Philosophie der Griechen vermengten. Der ‘e i n e Jehova’ der Bibel wurde durch eine „göttliche Dreiheit“, die Dreieinigkeit, ersetzt (5. Mose 6:4; Markus 12:29; 1. Korinther 8:5, 6). Ferner wurde die Lehre von der Unsterblichkeit der Menschenseele, die der heidnische Philosoph Platon lehrte, eingeführt, um die kostbaren Lehren der Bibel über Christi Loskaufsopfer und die Auferstehung zu beseitigen. Dies wiederum bahnte den Weg für den Glauben an eine feurige Hölle und an ein weniger feuriges Fegefeuer (Psalm 89:48; Hesekiel 18:4, 20). Solche gottentehrenden Lehren, mit denen die Kirchen die Angst der Menschen ausnutzen, haben dazu beigetragen, ihre Schatzkammern zu füllen. Und während der Inquisition und der Reformation konnte es die Geistlichkeit nicht abwarten, daß jemand im Höllenfeuer gequält würde. Tausende, die die biblische Wahrheit den babylonischen Lehren vorzogen, wurden bei lebendigem Leibe auf dem Scheiterhaufen verbrannt, und zwar von Katholiken und Protestanten. Wie wir aber sehen werden, erstreckt sich die Hurerei Babylons der Großen auf weit mehr, als nur der Lüge Vorschub zu leisten.

      Jehovas Tag des Gerichts

      7. (a) Wann und wie begann Jehova, den grundlegenden biblischen Wahrheiten wieder Geltung zu verschaffen und die falschen, babylonischen Lehren bloßzustellen? (b) Welchen biblischen Grundlehren verschafften die Bibelforscher wieder Geltung?

      7 Jehovas Tag des Gerichts an dieser Hure mußte kommen! (Hebräer 10:30). Es gab eine Vorbereitungszeit, die in den 1870er Jahren einsetzte, als Jehova seinen „Boten“ sandte — eine Gruppe aufrichtiger Erforscher der Bibel —, um den grundlegenden biblischen Wahrheiten wieder Geltung zu verschaffen und die falschen, babylonischen Lehren bloßzustellen (Maleachi 3:1a). Diese Gruppe — der „Bote“ — stimmte in die prophetischen Worte aus Offenbarung 4:11 ein: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen.“ Der „Bote“ wurde auch ein freimütiger Befürworter des Loskaufsopfers Jesu, der Vorkehrung Gottes zur Erlösung der Menschheit. Zu der erlösten Menschheit sollte zunächst die „kleine Herde“ zählen, die mit Jesus in seinem himmlischen Königreich regieren wird, und später die Hunderte von Millionen, die für immer auf einer paradiesischen Erde leben werden — die meisten von ihnen nach einer Auferstehung von den Toten (Lukas 12:32; 1. Johannes 2:2; Apostelgeschichte 24:15). Ja, die Bibelforscher verschafften jenen Grundwahrheiten wieder Geltung, und in übertragenem Sinne richteten sie sogar „den Wasserstrahl auf die Hölle“ und löschten das Feuer jener babylonischen Lehre von der ewigen Qual aus!a

      8. (a) Wie machte sich die Geistlichkeit der Christenheit den Ersten Weltkrieg zunutze in dem Versuch, die Bibelforscher auszurotten? (b) Was widerfuhr dem Richter, der acht Vertreter der Watch Tower Society durch Verweigerung einer Kaution im Gefängnis festhielt?

      8 Über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren verkündeten die Bibelforscher mutig, daß das Jahr 1914 durch das Ende der Heidenzeiten gekennzeichnet werde. Wie erwartet, kam es in jenem Jahr zu welterschütternden Ereignissen, nicht zuletzt zum Ersten Weltkrieg. Und wie die Geistlichkeit der Christenheit — der prominenteste Teil von Babylon der Großen — doch versucht hat, sich die Weltkrise zunutze zu machen, um jene freimütigen Bibelforscher auszurotten! Im Jahre 1918 ließ sie schließlich 8 offizielle Vertreter der Watch Tower Society aufgrund frei erfundener Volksverhetzungsanklagen ins Gefängnis befördern. Aber diese offiziellen Vertreter wurden nach neun Monaten wieder freigelassen und später rehabilitiert. Der amerikanische Bundesrichter Martin T. Manton, der jene Bibelforscher im Gefängnis festhielt, indem er die Annahme einer Kaution verweigerte, wurde später von Papst Pius XI. ausgezeichnet und zum „Ordensritter St. Georgs des Großen“ geschlagen. Seine Ehre währte jedoch nicht lange, denn 1939 wurde er selbst zu zwei Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Aus welchem Grund? Weil man ihn überführt hatte, für sechs Entscheide Bestechungsgelder in Höhe von 186 000 Dollar angenommen zu haben!

      9. Wie wird in der Prophezeiung Maleachis erklärt, was Jehovas Volk widerfahren würde, und bei wem begann das Gericht demnach?

      9 Wie gerade erwähnt, begann für Jehovas Volk 1918 eine Zeit schwerer Prüfungen. Die weiteren Worte des Propheten aus Maleachi 3:1-3 machen deutlich, was vor sich ging: „Und plötzlich wird zu SEINEM Tempel kommen der wahre Herr [Jehova], den ihr sucht, und der Bote des [abrahamischen] Bundes“ — Jesus. Ja, Jehova kam mit seinem Christus, um Gericht zu üben. Jehova stellt dann die Frage: „Wer wird den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Denn er wird wie das Feuer eines Läuterers sein und wie die Lauge von Wäschern.“ Gemäß 1. Petrus 4:17 sollte das Gericht bei denen anfangen, die bekennen, daß sie zum „Hause Gottes“ gehören. Daher wurden die wahren Christen für den Dienst Jehovas geläutert und gereinigt.

      „GEHT AUS IHRER MITTE HINAUS, MEIN VOLK“

      10. Welches göttliche Urteil wurde 1919 über die Christenheit und die gesamte falsche Religion gefällt, und wozu führte dies für Babylon die Große?

      10 Wie stand es jedoch um die Geistlichen der Christenheit? Als ein reueloser Teil Babylons der Großen konnten sie in jenem Gericht nicht bestehen. Sie hatten sich an dem Gemetzel des Weltkriegs beteiligt, sich als Verfolger wahrer Christen betätigt und ihre Gewänder über und über mit Blut besudelt (Jeremia 2:34). Statt dem himmlischen Königreich Christi zuzujubeln, unterstützten sie den von Menschen gegründeten Völkerbund und bezeichneten diesen schließlich als den „politischen Ausdruck des Königreiches Gottes auf Erden“. Im Jahre 1919 war es offensichtlich: Jehova hatte sein Urteil über die Christenheit gefällt — ja über die gesamte falsche Religion. Babylon die Große war gefallen, zum Tode verurteilt! Für alle Menschen, die Wahrheit und Gerechtigkeit liebten, war es höchste Zeit, den prophetischen Befehl aus Jeremia 51:45 zu befolgen: „Geht aus ihrer Mitte hinaus, mein Volk, und jeder sorge für das Entrinnen seiner Seele vor der Glut des Zornes Jehovas.“

      11, 12. (a) Was sagt ein Engel gemäß Offenbarung 17:1, 2 über das Gericht an Babylon der Großen? (b) Was sind die „vielen Wasser“, auf denen die große Hure sitzt, und wie hat sie die Bewohner der Erde „mit dem Wein ihrer Hurerei trunken gemacht“?

      11 Babylon die Große ist gefallen! Vernichtet ist sie aber noch nicht. Als Satans Meisterwerk der Täuschung bleibt dieses Weltreich der falschen Religion noch kurze Zeit bestehen. Wie lautet Gottes endgültiges Urteil über Babylon? Wir werden darüber nicht im Zweifel gelassen! Wenden wir uns der Bibel, und zwar Offenbarung 17:1, 2, zu. Hier spricht ein Engel zum Apostel Johannes und durch Johannes auch zu heutigen Erforschern der Prophetie, indem er sagt: „Komm, ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen, die auf vielen Wassern sitzt, mit der die Könige der Erde Hurerei begingen, während die, welche die Erde bewohnen, mit dem Wein ihrer Hurerei trunken gemacht wurden.“ Die „vielen Wasser“ bezeichnen die aufgewühlten Massen der Menschheit, die lange von der großen Hure unterdrückt wurden. Auch heißt es in der Prophezeiung, daß „die, welche die Erde bewohnen“, mit ihrem Wein trunken gemacht werden. Sie nehmen die falschen Lehren sowie weltliche, unmoralische Gewohnheiten Babylons der Großen an und geraten ins Taumeln wie in einem Rausch durch minderwertigen, illegal erworbenen Wein.

      12 In Jakobus 4:4 lesen wir: „Ihr Ehebrecherinnen, wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist?“ Die Religionen des 20. Jahrhunderts sind nur zu schnell bereit, sich bei der Welt lieb Kind zu machen, und das trifft vor allem auf die Christenheit zu. Ihre Geistlichen unterlassen es nicht nur, die gute Botschaft von Jehovas Königreich zu verkündigen, nein, sie verwässern außerdem die Sittenlehre der Bibel, indem sie die weltliche Freizügigkeit unter den Mitgliedern ihrer Kirchen entschuldigen. Auch Geistliche selbst sind keineswegs so sittlich rein, was die buchstäbliche Hurerei betrifft, die der Apostel Paulus rundweg mit den Worten verurteilte: „Laßt euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei männlichen Personen liegen, ... werden Gottes Königreich ererben. Und doch waren das einige von euch. Aber ihr seid reingewaschen worden“ (1. Korinther 6:9-11).

      „Wälzen im Schlamm“

      13, 14. (a) Welche Beispiele zeigen, daß die heutige Geistlichkeit nicht „reingewaschen worden“ ist? (b) Welche Haltung nahm eine Synode der Kirche von England in bezug auf homosexuelle geschlechtliche Handlungen ein, und in was sollte nach dem Vorschlag eines Journalisten die Kirche umbenannt werden? (c) Welchen Worten des Apostels Petrus entspricht die abtrünnige Geistlichkeit genau?

      13 Ist die Geistlichkeit von heute „reingewaschen worden“? Nun, man beachte beispielsweise die Lage in Großbritannien, einst eine Hochburg des Protestantismus. Als die britische Premierministerin im Jahre 1987 die Geistlichen dazu aufrief, mehr moralische Führung zu vermitteln, sagte der Pfarrer einer anglikanischen Gemeinde: „Homosexuelle haben nicht weniger Recht darauf, ihrer Sexualität Ausdruck zu verleihen, als jeder andere auch; wir sollten das Gute darin suchen und zur Treue auffordern.“ Eine Londoner Zeitung berichtete: „In einem anglikanischen theologischen College sind homosexuelle Praktiken so stark verbreitet, daß der Lehrkörper eines anderen College es seinen Studenten untersagen mußte, dorthin zu gehen.“ Laut Berechnungen im Rahmen einer Studie „dürfte in einem Londoner Bezirk über die Hälfte aller Geistlichen homosexuelle Neigungen haben“. Und auf einer Kirchensynode unterstützten 95 Prozent der Geistlichen der Kirche von England einen Antrag, wonach zwar Hurerei und Ehebruch als Sünden einzustufen seien, aber nicht homosexuelle geschlechtliche Handlungen; solche homosexuellen Handlungen entsprächen nur nicht dem Idealzustand. Ein Nachrichtenjournalist schlug in einer Stellungnahme vor, die Kirche von England in Sodom und Gomorra umzubenennen. Eine andere Londoner Zeitung erklärte: „Die Briten denken mit Entsetzen an das, was ihnen eine Generation sexueller Freizügigkeit eingetragen hat.“

      14 Wie treffend doch die abtrünnige Geistlichkeit im Laufe der Jahre den Worten des Apostels Petrus entsprochen hat: „Es ist ihnen ergangen, wie das wahre Sprichwort sagt: ‚Der Hund ist zum eigenen Gespei zurückgekehrt und die gebadete Sau zum Wälzen im Schlamm.‘“ (2. Petrus 2:22)!

      15. (a) Welch ein Verfall der moralischen Werte ist überall in der Christenheit zu beobachten? (b) Wer ist für diese erbärmliche Ernte mitverantwortlich?

      15 Überall in der Christenheit, ja in der ganzen Welt ist ein beängstigender Verfall der moralischen Werte zu beobachten. In einigen Kulturkreisen gilt die Ehe als überholt, und diejenigen, die verheiratet sind, halten die eheliche Treue für unmodern. Immer weniger Paare gehen zum Standesamt, und unter denen, die es tun, steigen die Scheidungsziffern. In den Vereinigten Staaten hat sich die Zahl der Ehescheidungen in den letzten 25 Jahren mehr als verdreifacht und ist auf weit über eine Million jährlich gestiegen. In England ist in den 20 Jahren nach 1965 die Zahl der Ehescheidungen auf das Vierfache angestiegen, und zwar von 41 000 auf 175 000. Ledige ziehen es vor, mit Ledigen beiderlei Geschlechts Beziehungen zu haben, und viele wechseln von einem Partner zum anderen. Sie beklagen sich über die schrecklichen sexuell übertragbaren Krankheiten — vor allem über Aids —, die sich zufolge ihres unmoralischen Lebensstils ausbreiten, aber ihre erniedrigenden sexuellen Praktiken wollen sie keinesfalls aufgeben. Die Geistlichkeit der Christenheit hat ihre auf Abwege geratenen Kirchenmitglieder nicht zurechtgewiesen. In dem Maße, wie sie vor der Unmoral die Augen verschlossen hat, ist sie für diese erbärmliche Ernte mitverantwortlich (Jeremia 5:29-31).

      16. (a) Was unterstreicht die Tatsache, daß Babylon die Große gefallen ist, und welcher Ausruf eines Engels in Offenbarung 18:2 ist daher passend? (b) Was müssen alle tun, die das Ende der Welt überleben möchten?

      16 Der beklagenswerte moralische Zustand im Weltreich der falschen Religion unterstreicht ebenfalls die Tatsache, daß Babylon die Große gefallen ist. Gott hat sie gerichtet und sie zur Vernichtung gekennzeichnet. Wie passend ist daher der laute Ausruf des Engels in Offenbarung 18:2: „Sie ist gefallen! Babylon die Große ist gefallen, und sie ist eine Wohnstätte von Dämonen und ein Versteck jeder unreinen Ausdünstung und ein Versteck jedes unreinen und gehaßten Vogels geworden!“ Und wie wichtig ist es doch, daß alle, die das Ende der Welt überleben möchten, jetzt handeln und dem Ruf aus Vers 4 folgen: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt.“! Die falsche Religion zu verlassen ist unerläßlich, um die unmittelbar bevorstehende „große Drangsal“ zu überleben (Offenbarung 7:14). Aber wie wir noch sehen werden, ist mehr erforderlich.

      [Fußnote]

      a Nach einer Debatte zwischen Charles T. Russell und Dr. E. L. Eaton am 1. November 1903 in der Carnegie Hall, Pittsburgh, Pennsylvanien (USA), der letzten einer Reihe von Debatten, erkannte einer der anwesenden Geistlichen an, daß Bruder Russell daraus als Sieger hervorgegangen war, indem er sagte: „Es freut mich, daß Sie den Wasserstrahl auf die Hölle richten und das Feuer auslöschen!“

  • Die berüchtigte Hure — ihre Vernichtung
    Der Wachtturm 1989 | 15. April
    • Die berüchtigte Hure — ihre Vernichtung

      „Preiset Jah! Die Rettung und die Herrlichkeit und die Macht gehören unserem Gott, denn seine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht. Denn er hat das Gericht an der großen Hure vollzogen, die die Erde mit ihrer Hurerei verdarb, und er hat das Blut seiner Sklaven an ihrer Hand gerächt“ (OFFENBARUNG 19:1, 2).

      1. Inwiefern hat die große Hure mit ‘den Königen der Erde’ Hurerei begangen, und wozu hat das geführt?

      ALL das, was wir bereits besprochen haben, ist an sich schon ernst genug. Wir sollten jedoch beachten, daß in Offenbarung 17:2 auch davon die Rede ist, daß die große Hure mit ‘den Königen der Erde’ Hurerei begeht. Sie ist zwar gefallen, ist aber immer noch eine enge Freundin der Welt, und sie versucht, die weltlichen Herrscher dazu zu bringen, ihre Ziele zu verwirklichen (Jakobus 4:4). Diese geistige Hurerei, die in unerlaubten Beziehungen zwischen Babylon der Großen und den politischen Herrschern besteht, hat für Zigmillionen unschuldiger Menschen den vorzeitigen Tod bedeutet. Es war schon schlimm genug, daß die große Hure im Ersten Weltkrieg auf beiden Seiten die Kämpfe unterstützte, doch ihre Sünden in Verbindung mit dem Zweiten Weltkrieg haben sich gewiß „aufgehäuft bis zum Himmel“ (Offenbarung 18:5). Warum sagen wir das?

      2. (a) Wie half Franz von Papen Adolf Hitler, in Deutschland an die Macht zu kommen, und was sagte ein früherer Reichskanzler über diesen päpstlichen Kammerherrn? (b) Welche beiden Klauseln in dem Konkordat zwischen Hitlerdeutschland und dem Vatikan wurden geheimgehalten? (Siehe Fußnote.)

      2 Nun, wie konnte, um nur ein Beispiel anzuführen, der Tyrann Adolf Hitler denn deutscher Reichskanzler — und letztlich Diktator — werden? Das wurde durch die politische Intrige eines päpstlichen Kammerherrn möglich, über den sein Amtsvorgänger, Kurt von Schleicher, sagte, er sei so ein großer Verräter, daß Judas Iskariot im Vergleich ein Heiliger sei. Gemeint war Franz von Papen, der die Katholische Aktion und führende Industrielle gegen den Kommunismus aufmarschieren ließ und Deutschland unter Hitler vereinte. Im Rahmen vorgeblicher Großzügigkeit wurde von Papen Vizekanzler. Hitler sandte eine Abordnung unter der Führung von Papens nach Rom, um zwischen dem nationalsozialistischen Staat und dem Vatikan ein Konkordat auszuhandeln. Papst Pius XI. bemerkte vor den deutschen Gesandten, wie froh er sei, daß „an der Spitze der deutschen Regierung nun ein Mann steht, der sich dem Kommunismus kompromißlos widersetzt“, und am 20. Juli 1933 wurde im Vatikan das Konkordat mit großem Zeremoniell von Kardinal Pacelli (der bald Papst Pius XII. werden sollte) unterzeichnet.a

      3. (a) Was schrieb ein Historiker über das Konkordat zwischen den Nationalsozialisten und dem Vatikan? (b) Wie wurde Franz von Papen während des Zeremoniells im Vatikan geehrt? (c) Welche Rolle spielte Franz von Papen in Verbindung mit dem „Anschluß“ Österreichs?

      3 Ein Historiker schreibt: „Das Konkordat [mit dem Vatikan] bedeutete für Hitler einen großen Sieg. Es war die erste moralische Unterstützung, die er von der Außenwelt erhielt, und zwar aus höchster Quelle.“ Während des Zeremoniells im Vatikan verlieh Pacelli von Papen ein hohes päpstliches Ehrenzeichen: das Großkreuz des Piusordens.b Winston Churchill schreibt in seinem Buch Der Sturm zieht auf (veröffentlicht 1948), wie von Papen weiterhin „seinen Ruf eines guten Katholiken“ verwandte, um die Unterstützung der Kirche für den „Anschluß“ Österreichs zu erlangen. Im Jahre 1938 ordnete Kardinal Innitzer anläßlich des Geburtstags von Adolf Hitler an, an allen österreichischen Kirchen die Hakenkreuzfahne zu hissen, alle Kirchenglocken zu läuten und für den Nazidiktator zu beten.

      4, 5. (a) Warum lastet auf dem Vatikan eine furchtbare Blutschuld? (b) Welche offene Unterstützung wurde Hitler von seiten der deutschen katholischen Bischöfe zuteil?

      4 Auf dem Vatikan lastet daher eine furchtbare Blutschuld. Als führender Teil Babylons der Großen trug er entscheidend dazu bei, daß Hitler an die Macht kam und „moralische“ Unterstützung erhielt. Der Vatikan bewahrte darüber hinaus Stillschweigen über die Greueltaten Hitlers. In dem langen Jahrzehnt des Naziterrors schwieg der römische Oberhirte, als Hunderttausende katholische Soldaten für die Ehre des Naziregimes kämpften und starben und als Millionen weitere Unglückliche in Hitlers Gaskammern umgebracht wurden.

      5 Die katholischen Bischöfe Deutschlands gaben Hitler sogar offen ihre Unterstützung. Am selben Tag, als Japan — Deutschlands damaliger Kriegsverbündeter — den hinterhältigen Angriff auf Pearl Harbor unternahm, brachte die New York Times folgenden Bericht: „Auf der Tagung der deutschen katholischen Bischöfe in Fulda wurde vorgeschlagen, ein besonderes ‚Kriegsgebet‘ einzuführen, das zu Beginn und am Schluß eines jeden Gottesdienstes vorgelesen werden sollte. Das Gebet enthält die Bitte, Gott möge den deutschen Truppen gnädig sein, ihnen den Sieg geben und das Leben und die Gesundheit aller Soldaten schützen. Die Bischöfe wiesen die katholischen Pfarrer außerdem an, mindestens einmal im Monat in einer besonderen Sonntagspredigt der deutschen Soldaten ‚an Land, auf dem Meer oder in der Luft‘ zu gedenken.“

      6. Welche großen Leiden und Greueltaten wären der Welt möglicherweise erspart geblieben, wenn der Vatikan mit den Nationalsozialisten keine geistige Hurerei begangen hätte?

      6 Ohne die Liebschaft zwischen dem Vatikan und den Nationalsozialisten wäre der Welt möglicherweise vieles erspart geblieben: der schmerzliche Tod von 55 Millionen Soldaten und Zivilisten im Krieg, die Ermordung von 6 Millionen Juden, weil sie „nichtarisch“ waren, sowie die unbeschreiblichen Greueltaten an Tausenden von Zeugen Jehovas — an etwas überaus Kostbarem in Jehovas Augen —, sowohl an Gesalbten als auch an „anderen Schafen“, und der Tod vieler Zeugen in den NS-Konzentrationslagern (Johannes 10:10, 16).

      Eine nähere Betrachtung der Hure

      7. Wie beschreibt der Apostel Johannes die große Hure, die er aus nächster Nähe zu sehen bekommt?

      7 Wie passend ist doch die Vision, die sich als nächstes in der Prophezeiung der Offenbarung entfaltet! Wenn wir uns dem Kapitel 17, den Versen 3 und 5 zuwenden, stellen wir fest, daß Johannes von dem Engel sagt: „Und in der Kraft des Geistes trug er mich in eine Wildnis hinweg. Und ich erblickte eine Frau, die auf einem scharlachfarbenen wilden Tier saß, das voll lästerlicher Namen war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte. Und die Frau war in Purpur und Scharlach gehüllt und war mit Gold und kostbaren Steinen und Perlen geschmückt und hatte in ihrer Hand einen goldenen Becher, der voll von abscheulichen Dingen und den Unreinheiten ihrer Hurerei war. Und auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben, ein Geheimnis: ‚Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde.‘“

      8. (a) Was hat die große Hure in ihrem goldenen Becher, wodurch sie sich selbst zu erkennen gibt? (b) Inwiefern ist Babylon die Große sinnbildlich „in Purpur und Scharlach gehüllt“ sowie mit „Gold und kostbaren Steinen und Perlen geschmückt“?

      8 Johannes kann Babylon die Große hier aus nächster Nähe beobachten. Sie gehört wirklich in diese Wildnis, unter die wilden Tiere, die dort leben. Die große Hure gibt sich durch das zu erkennen, was sich in ihrem Becher befindet, wenn dieser auch von außen verlockend kostbar aussieht. Sie trinkt von einem Trank, der von Gottes Standpunkt aus abscheulich ist. Ihre Freundschaft mit der Welt, ihre Irrlehren, ihre freizügige Moral, ihr Getändel mit den politischen Mächten — nichts davon wird von Jehova, dem „Richter der ganzen Erde“, geduldet (1. Mose 18:22-26; Offenbarung 18:21, 24). Oh, wie wunderschön sie sich herausputzt! Sie ist berühmt für die imposante Architektur ihrer prachtvollen Kathedralen mit den Buntglasfenstern, für ihre juwelenbesetzten Pagoden sowie für ihre altehrwürdigen Tempel und Heiligtümer. Der tonangebenden Rolle der großen Hure getreu, sind ihre Priester und Mönche mit kostspieligen scharlach-, purpur- und safranfarbigen Gewändern bekleidet (Offenbarung 17:1).

      9. Wie weit reicht die Geschichte des Blutvergießens, das durch Babylon die Große veranlaßt wurde, zurück, und wie beendet Johannes passenderweise ihre Beschreibung?

      9 Am verwerflichsten ist jedoch ihre Blutrünstigkeit. Jehova hat diesbezüglich alte Rechnungen mit ihr zu begleichen. Sie hat blutrünstige Diktatoren der Neuzeit unterstützt, und ihre abscheulichen Taten des Blutvergießens lassen sich durch die Jahrhunderte zurückverfolgen, von Religionskriegen über die Inquisitionen, die Kreuzzüge, ja bis hin zum Märtyrertod einiger Apostel und zur Ermordung von Gottes eigenem Sohn, dem Herrn Jesus Christus, und sogar noch weiter (Apostelgeschichte 3:15; Hebräer 11:36, 37). Hinzu kommt noch der Tod von Zeugen Jehovas in der Neuzeit durch Erschießung, durch Erhängen, durch das Beil oder die Guillotine, durch das Schwert und zufolge unmenschlicher Behandlung in Gefängnissen und Konzentrationslagern. Kein Wunder, daß Johannes am Ende seiner Beschreibung sagt: „Und ich sah, daß die Frau trunken war vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu.“ (Offenbarung 17:6)!

      „DAS GEHEIMNIS DER FRAU UND DES WILDEN TIERES“

      10. (a) Wie hat die große Hure Jehovas Zeugen bis zum heutigen Tag verfolgt? (b) Was für Führer sind die Geistlichen Babylons der Großen?

      10 Johannes ‘verwunderte sich mit großer Verwunderung’ angesichts dessen, was er sah. Auch heute wundern wir uns noch. In den 30er und 40er Jahren bediente sich die große Hure der Katholischen Aktion und politischer Intrigen, um Jehovas treue Zeugen zu verfolgen und mit Verboten zu belegen. Bis auf den heutigen Tag fährt Babylon die Große fort, dort, wo sie genügend Einfluß ausübt, das Werk der Zeugen Jehovas, die Verkündigung der wunderbaren Hoffnung auf Gottes Königreich, zu behindern, einzuschränken und falsch darzustellen. Ihre Geistlichen, die Hunderte von Millionen Menschen in den Religionsorganisationen der großen Hure gefangenhalten, dienen als ‘blinde Leiter der Blinden’ und führen sie an den Abgrund der Vernichtung. Nie und nimmer könnte die berüchtigte Hure wie der Apostel Paulus sagen: „Ich [rufe] euch ... auf, zu bezeugen, daß ich rein bin vom Blut aller Menschen“ (Matthäus 15:7-9, 14; 23:13; Apostelgeschichte 20:26).

      11, 12. Was ist das Geheimnis des „scharlachfarbenen wilden Tieres“, das die berüchtigte Hure trägt, und welche Aufklärung dieses Geheimnisses erhielten Jehovas Zeugen im Jahre 1942?

      11 Als der Engel Johannes’ Verwunderung bemerkte, sagte er zu ihm: „Warum verwunderst du dich? Ich will dir das Geheimnis der Frau und des wilden Tieres kundtun, das sie trägt und das die sieben Köpfe und die zehn Hörner hat“ (Offenbarung 17:7). Worum handelt es sich bei diesem „Tier“? Mehr als 600 Jahre früher hatte der Prophet Daniel in einer Vision bestimmte Tiere gesehen, und ihm war erklärt worden, daß sie „Könige“ oder politische Herrschaft hier auf der Erde darstellten (Daniel 7:2-8, 17; 8:2-8, 19-22). Johannes sah in seiner Vision eine Kombination solcher Herrschaften — ein „scharlachfarbenes wildes Tier“. Es ist der von Menschen geschaffene Völkerbund, der 1920 auf der Weltbühne erschien, dann aber, als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, in einen Abgrund der Untätigkeit stürzte. Doch was ist „das Geheimnis der Frau und des wilden Tieres“?

      12 Durch göttliche Fügung wurden Jehovas Zeugen im Jahre 1942 über dieses Geheimnis aufgeklärt. Der Zweite Weltkrieg hatte seinen Höhepunkt erreicht, und viele dachten, er würde in den Krieg von Harmagedon übergehen. Aber Jehova hatte etwas anderes im Sinn. Es gab noch viel zu tun für seine Zeugen. Auf ihrem Theokratischen Neue-Welt-Kongreß, der vom 18. bis 20. September 1942 stattfand, mit Cleveland (Ohio, USA) als Schlüsselstadt, die mit 51 Städten in den Vereinigten Staaten verbunden war, hielt der Präsident der Watch Tower Society, Nathan H. Knorr, den öffentlichen Vortrag mit dem Thema: „Weltfriede — ist er von Bestand?“ Darin behandelte er Offenbarung 17:8, wo über das „scharlachfarbene wilde Tier“ gesagt wird: Es „war, ist aber nicht und ist doch daran, aus dem Abgrund heraufzusteigen, und es wird in die Vernichtung hinweggehen“. Er zeigte, inwiefern der Völkerbund von 1920 bis 1939 „war“. Damals war die „Ist-nicht“-Phase erreicht, denn den Völkerbund gab es nicht mehr. Doch nach dem Krieg sollte diese Völkervereinigung aus dem Abgrund heraufsteigen. Hat sich diese biblisch gestützte Vorhersage erfüllt? Und ob sie sich erfüllt hat! Im Jahre 1945 stieg das internationale „wilde Tier“ in Form der Vereinten Nationen aus dem Abgrund der Untätigkeit herauf.

      13. Wie hat Babylon die Große weiterhin nach Hurenart mit dem UN-„Tier“ verkehrt?

      13 Babylon die Große war zwar nach ihrem Fall geschwächt, aber sie hat weiterhin nach Hurenart mit dem UN-„Tier“ verkehrt. Im Juni 1965 kamen beispielsweise Würdenträger der sieben führenden Religionszweige sogenannter Christen und Nichtchristen, die angeblich die Hälfte der Weltbevölkerung vertraten, in San Francisco zusammen, um den 20. Geburtstag der UNO zu feiern.c In demselben Jahr sprach Papst Paul VI. von den Vereinten Nationen als der „letzten Hoffnung auf Eintracht und Frieden“, und später verlieh Papst Johannes Paul II. seiner Hoffnung Ausdruck, daß „die Vereinten Nationen für immer das oberste Forum für den Frieden und die Gerechtigkeit bleiben“ mögen. Während des Jahres 1986 ging das Weltreich der falschen Religion führend darin voran, das „Internationale Friedensjahr“ der UN zu fördern. Sind jedoch Frieden und Sicherheit in Erwiderung auf ihre frommen Gebete eingekehrt? Ganz im Gegenteil! Immer mehr Mitgliedstaaten der UN lassen erkennen, daß sie keine echte Liebe zu der großen Hure empfinden.

      Die Beseitigung der Hure

      14. Welchen besonderen Dienst hat das UN-„Tier“ zu leisten, und wie wird das von Jehovas Engel beschrieben?

      14 Zu gegebener Zeit wird das „scharlachfarbene wilde Tier“ selbst in die Vernichtung gehen. Doch bevor das geschieht und noch vor seinem letzten gemeinen Angriff auf Gottes Volk hat das UN-„Tier“ einen besonderen Dienst zu leisten. Jehova ‘gibt seinen Gedanken in das Herz des wilden Tieres und seiner militarisierten Hörner’. Mit welchem Ergebnis? Gottes Engel antwortet: „Und die zehn Hörner, die du sahst, und das wilde Tier, diese werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und nackt machen und werden ihre Fleischteile auffressen und werden sie gänzlich mit Feuer verbrennen.“ ‘Sie hat sich verherrlicht und in schamlosem Luxus gelebt’, aber das wird dann alles völlig anders werden. Ihre religiösen Prachtbauten und ihre großen Besitztümer werden sie nicht retten. Treffend erklärt der Engel: „Darum werden an e i n e m Tag ihre Plagen kommen, Tod und Trauer und Hungersnot, und sie wird gänzlich mit Feuer verbrannt werden, denn Jehova Gott, der sie gerichtet hat, ist stark“ (Offenbarung 17:16, 17; 18:7, 8).

      15. Wie werden die politischen Liebhaber der Hure und die Großunternehmer ihr Ableben beklagen?

      15 Ihre politischen Liebhaber werden ihr Ableben beklagen und erklären: „Wie schade, wie schade, du große Stadt, Babylon, du starke Stadt, denn in e i n e r Stunde ist dein Gericht gekommen!“ In gleicher Weise werden die Großunternehmer, die unehrliche Gewinne mit ihr machten, „weinen und trauern und sagen: ‚Wie schade, wie schade ..., denn in e i n e r Stunde ist so großer Reichtum verwüstet worden!‘“ (Offenbarung 18:9-17).

      16. Wie wird Gottes Volk auf die Vernichtung der großen Hure reagieren, und wie wird das in der Offenbarung bestätigt?

      16 Wie wird jedoch Gottes eigenes Volk reagieren? Allen, die ihm angehören, gelten folgende Worte des Engels: „Sei fröhlich über sie, o Himmel, auch ihr Heiligen und ihr Apostel und ihr Propheten, weil Gott für euch richterliche Strafe an ihr vollzogen hat!“ Mit Schwung wird sie hinabgeschleudert worden sein, um nie wieder Jehovas heiligen Namen zu schmähen. Die Vernichtung der großen Hure wird bewirken, daß feierliche Siegeslieder zum Preise Jehovas gesungen werden. Als erster von mehreren Halleluja-Gesängen wird der Ruf erschallen: „Preiset Jah! Die Rettung und die Herrlichkeit und die Macht gehören unserem Gott, denn seine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht. Denn er hat das Gericht an der großen Hure vollzogen, die die Erde mit ihrer Hurerei verdarb, und er hat das Blut seiner Sklaven an ihrer Hand gerächt“ (Offenbarung 18:20 bis 19:3).

      17. Wie werden Gottes Gerichte nach der Beseitigung der großen Hure ihrer Vollendung entgegengehen?

      17 Gottes Gerichte werden schleunigst der Vollendung entgegengehen, wenn der „König der Könige und Herr der Herren“, Jesus Christus, in Harmagedon „die Weinkelter des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen“, tritt. Auf diese Weise wird er sich aller bösen Herrscher und aller anderen Angehörigen der irdischen Organisation Satans entledigen. Aasvögel werden ihre Leichname verzehren (Offenbarung 16:14, 16; 19:11-21). Wie glücklich sollten wir doch darüber sein, daß Gottes bestimmte Zeit nahe ist, wo er unsere wunderschöne Erde von allem Unheiligen, allem Schmutz und allem Verderblichen säubern wird!

      18. Was ist der großartige Höhepunkt der Offenbarung?

      18 Ist das der Höhepunkt der Offenbarung? Nein, noch nicht. Denn nachdem die Auferstehung der 144 000 zu Leben im Himmel vollendet sein wird, findet die Hochzeit des Lammes statt. Seine „Braut“, die sich für ihren Mann geschmückt hat, ist in „einem neuen Himmel“ eingesetzt worden, und von dort aus kommt sie als Gefährtin ihres Bräutigams sinnbildlich herab, um, wie Jehova es vorgesehen hat, ‘alle Dinge neu zu machen’. Die geistige Schönheit der Braut ist die Schönheit der heiligen Stadt, des Neuen Jerusalem, die Jehova Gott, der Allmächtige, mit seiner Herrlichkeit erhellt, und das Lamm ist ihre Lampe (Offenbarung 21:1-5, 9-11, 23). Hier erreicht die Offenbarung ihren Höhepunkt, da Jehovas Name geheiligt ist und das Lamm, Christus Jesus, gemeinsam mit seiner Braut, dem Neuen Jerusalem, darangeht, die gehorsame Menschheit mit ewigem Leben auf einer paradiesischen Erde zu segnen.

      19. (a) Was ist außer dem Verlassen Babylons der Großen für die Rettung erforderlich? (b) Welche dringende Einladung ergeht immer noch, und wie sollten wir darauf reagieren?

      19 Bist du dir der Doppelzüngigkeit der falschen Religion bewußt geworden, und hast du Babylon die Große verlassen? Hast du den nächsten Schritt getan und dich durch Christus Jesus an Jehova Gott gewandt, dich ihm ganzherzig hingegeben und dich taufen lassen? Auch das ist unerläßlich, um gerettet zu werden! Während sich die bestimmte Zeit für Jehovas Vollstreckung des endgültigen Gerichts nähert, ertönt die Einladung mit zwingender Dringlichkeit: „Der Geist und die Braut sagen fortwährend: ‚Komm!‘“ Mögen alle, die diesem Ruf folgen, sich Jehova hingeben und mit Eifer wiederum zu anderen sagen: „Komm!“ Ja, „jeder, den dürstet, komme; jeder, der wünscht, nehme Wasser des Lebens kostenfrei“ (Offenbarung 22:17). Die Einladung ist immer noch gültig. Du wirst tatsächlich glücklich sein, wenn du Stellung beziehst und als ein Angehöriger des Jehova hingegebenen, getauften Volkes deine Stellung vor dem Thron Gottes und des Lammes bewahrst. Die bestimmte Zeit ist weiter vorgerückt, als du vielleicht denkst! Ja, der großartige Höhepunkt der Offenbarung ist nahe!

      Zum Abschluß des Wachtturm-Studiums in dieser Woche sollte der Leiter die folgende Resolution vorlesen lassen und sie anhand der vorgegebenen Fragen besprechen. Diese Resolution wurde auf den Bezirkskongressen „Göttliches Recht“, die Jehovas Zeugen im Jahre 1988 in der ganzen Welt abhielten, unterbreitet, und zwar am Schluß der Ansprache „Die berüchtigte ‚Hure‘ — ihr Fall und ihre Vernichtung“.

      [Fußnoten]

      a Aus naheliegenden Gründen wurden zwei Klauseln des Konkordats zu jener Zeit geheimgehalten, in denen es um die gemeinsame Front gegen die Sowjetunion und die Pflichten der katholischen Geistlichen ging, die in Hitlers Armeen eingezogen wurden. Eine solche Einberufung war ein Verstoß gegen den Versailler Vertrag von 1919, an den Deutschland seinerzeit immer noch gebunden war; eine Veröffentlichung dieser Klauseln hätte die anderen Signatarmächte von Versailles beunruhigen können.

      b Franz von Papen gehörte zu den Nationalsozialisten, die nach 1945 in Nürnberg vor Gericht gestellt wurden. Er wurde dort zwar freigesprochen, später jedoch von einer der zum Zweck der Entnazifizierung eingerichteten deutschen Spruchkammern verurteilt. Im Jahre 1959 wurde er zum Päpstlichen Geheimkämmerer ernannt.

      c Mit Bezug auf diese Zusammenkunft sagte Papst Paul VI.: „Es ist recht und angebracht, daß in der Feier zur Erinnerung an die Unterzeichnung der UN-Satzung vor 20 Jahren eine religiöse Versammlung für den Frieden eingeschlossen worden ist.“

  • Die berüchtigte Hure — ihre Vernichtung
    Der Wachtturm 1989 | 15. April
    • [Kasten auf Seite 11]

      DAS SCHWEIGEN DES PAPSTES

      In seinem Buch Franz von Papen—His Life and Times, das 1939 veröffentlicht wurde, beschreibt H. W. Blood-Ryan in allen Einzelheiten die Intrigen, mit deren Hilfe dieser päpstliche Kammerherr Hitler an die Macht brachte, und wie er im Vatikan die Verhandlungen über das Konkordat mit den Nationalsozialisten führte. Mit Bezug auf die furchtbaren Pogrome, die Juden, Jehovas Zeugen und andere trafen, sagt der Autor: „Warum schwieg Pacelli [Papst Pius XII.]? Weil er in von Papens Plan eines Heiligen Römischen Reiches der Westgermanen für die Zukunft eine stärkere katholische Kirche und den Vatikan erneut im Sessel der weltlichen Macht sah ... Derselbe Pacelli übt nun die Macht geistiger Diktatur über Millionen von Seelen aus, doch es wurde kaum ein Flüstern gegen Hitlers Aggression und Verfolgung erhoben. ... Diese Zeilen schreibe ich nun, da das Hinschlachten bereits drei Tage andauert und vom Vatikan noch kein Gebet für die Seelen der streitenden Parteien gesprochen wurde, von denen gut die Hälfte Katholiken sind. Die Abrechnung wird furchtbar sein, wenn diese Männer, all ihres irdischen Einflusses beraubt, vor ihrem Gott stehen und ihm Rechenschaft ablegen müssen. Was können sie als Entschuldigung vorbringen? Nichts.“

      [Kasten auf Seite 15]

      DIE VERSTRICKUNG DES VATIKANS

      In der New York Times vom 6. März 1988 wurde berichtet, daß der Vatikan für 1988 mit einem Rekordhaushaltsdefizit von 61,8 Millionen Dollar rechnet. Die Zeitung schrieb: „Eines der größten Löcher reißt wahrscheinlich eine Zusage, die 1984 gemacht wurde, nämlich fast 250 Millionen Dollar an die Gläubiger der Banco Ambrosiano zu zahlen. Der Vatikan war mit dieser Mailänder Bank bis zu ihrem Zusammenbruch im Jahre 1982 eng verbunden.“ Er war tatsächlich so sehr in diesen Skandal verwickelt, daß er sich standhaft weigert, drei seiner hohen Amtsträger, darunter einen amerikanischen Erzbischof, italienischen Gerichten auszuliefern.

      [Bilder auf Seite 12]

      Der Vatikan trägt gemeinsam mit von Papen und Hitler eine furchtbare Blutschuld

      [Bildnachweis]

      UPI/Bettmann Newsphotos

      UPI/Bettmann Newsphotos

      [Bilder auf Seite 15]

      Statt für Gottes Königreich einzutreten, haben die Päpste die UNO zur letzten Hoffnung auf Frieden erklärt

      [Bildnachweis]

      UN photos

  • Eine Resolution
    Der Wachtturm 1989 | 15. April
    • Eine Resolution

      Die Zahl der Anwesenden auf den Kongressen „Göttliches Recht“ wird zweifellos die des Vorjahres übertroffen haben, als weltweit 6 443 597 Personen an 1 098 Orten zusammenkamen und 93 822 getauft wurden. Im Anschluß an die Ansprache „Die berüchtigte ‚Hure‘“, die auf allen Kongressen „Göttliches Recht“ gehalten wurde, erfolgte die Freigabe des ausgezeichnet illustrierten 320seitigen Buches Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe! in mehr als 20 Sprachen. Der Redner sagte zu den Zuhörern: „Verwendet das Buch gut bei eurem persönlichen Studium und wenn es in der Versammlung studiert wird. Gebraucht es auch, um der Welt anzukündigen, daß Babylon die Große zum Untergang verurteilt ist, daß die Nationen jetzt vor Harmagedon stehen und daß der großartige Höhepunkt durch Jehovas erhabene Königreichsherrschaft in den Händen des Christus und seiner Braut erreicht wird. Ihr seid glücklich zu schätzen, daß ihr diese Dinge hören und beobachten könnt, ‚denn die bestimmte Zeit ist nahe‘!“ (Offenbarung 1:3).

      Wir, die wir seit 1914 „am Tag des Herrn“ und in der Zeit des göttlichen Gerichts leben, frohlocken über das großartigste aller Vorrechte, nämlich dem Souveränen Herrn Jehova zu dienen unter seinem König der Könige, Jesus Christus (Offenbarung 1:10). Als ZEUGEN JEHOVAS legen wir folgendes Zeugnis ab:

      1. WIR VERABSCHEUEN die Schmach, die Babylon die Große und vor allem die Christenheit auf den Namen des einen wahren und lebendigen Gottes Jehova gebracht hat. Was uns betrifft, WIR BEKRÄFTIGEN von ganzem Herzen die Worte aus Offenbarung 4:11: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen.“

      2. WIR VERABSCHEUEN das Festhalten der Christenheit an babylonischen Lehren, insbesondere an der Lehre von einem dreieinigen Gott, von der Unsterblichkeit der Menschenseele, von der ewigen Qual in der Hölle, von einem Fegefeuer, und das Festhalten an der Verehrung und Anbetung von Bildnissen — wie die Madonna und das Kreuz. In Übereinstimmung mit Offenbarung 22:18, 19 HALTEN WIR ENTSCHLOSSEN FEST an Gottes geschriebenem Wort und an allem, was es enthält.

      3. WIR VERABSCHEUEN gottfeindliche Philosophien und Praktiken, die in der Christenheit stark verbreitet sind, wie die Evolutionstheorie, Bluttransfusionen, Abtreibungen, das Lügen, Habgier und Unehrlichkeit. Durch unsere Anbetung und durch unsere Lebensweise WERDEN WIR unseren Schöpfer, Jehova Gott, den Allmächtigen, EHREN, dessen Wege in Offenbarung 15:3 als „gerecht und wahrhaftig“ beschrieben werden.

      4. WIR VERABSCHEUEN das Versäumnis der Christenheit, sich an die Botschaften Jesu zu halten, die gemäß Offenbarung, Kapitel 2 und 3 an die sieben Versammlungen gerichtet wurden und die Angelegenheiten betreffen wie Sektierertum, Götzendienst, Hurerei, den isebelschen Einfluß, Lauheit und Mangel an Wachsamkeit. Was uns betrifft, WIR WERDEN HÖREN, was der Geist den Versammlungen sagt, UND GEHORCHEN.

      5. WIR VERABSCHEUEN die Unmoral und die Freizügigkeit in der Christenheit und unter ihrer Geistlichkeit, und wir begrüßen Jehovas eindeutiges Urteil aus Offenbarung 21:8, wonach diejenigen, die in ihrer Unsauberkeit verharren — Hurer, Lügner und dergleichen —, gänzlich vernichtet werden. WIR UNTERSTÜTZEN GANZHERZIG die biblischen Grundsätze in bezug auf Sexualität, Ehe und Familienleben.

      6. WIR VERABSCHEUEN die jahrhundertelange geistige Prostitution der Geistlichkeit Babylons der Großen, die mit den weltlichen Herrschern gemeinsame Sache gemacht hat, um zu Macht und Reichtum zu gelangen und um das allgemeine Volk tyrannisch zu beherrschen. WIR SIND ENTSCHLOSSEN, ehrlichgesinnten Menschen zu helfen, dem Ruf des Engels aus Offenbarung 18:4 zu folgen: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk.“

      7. WIR VERABSCHEUEN die gewaltige Blutschuld, die sich daraus ergibt, daß 100 Millionen Menschenleben allein in den Kriegen unseres Jahrhunderts geopfert wurden, und das weitgehend zufolge der Hurerei der großen Hure mit den politischen Mächten. WIR FROHLOCKEN darüber, daß die bestimmte Zeit nahe ist, wo Gott an Babylon der Großen die richterliche Strafe vollstrecken wird, wie dies in Offenbarung 18:21-24 deutlich zum Ausdruck kommt.

      Als Zeugen Jehovas BETRACHTEN WIR ES ALS EINE FREUDE UND EIN VORRECHT, der Welt bekanntzumachen, daß im Jahre 1914 ‘das Königreich der Welt das Königreich unseres Herrn [Jehova] und seines Christus geworden ist’ (Offenbarung 11:15). WIR SIND FEST ENTSCHLOSSEN, furchtlos voranzugehen und Jehovas Urteilssprüche über Babylon die Große bekanntzumachen und auch vor dem unmittelbar bevorstehenden Krieg von Harmagedon zu warnen. WIR SIND FEST ENTSCHLOSSEN, in „jeder Nation und jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk“ mit lauter Stimme die frohe Nachricht erschallen zu lassen, daß zum Segen der gehorsamen Menschheit „ein neuer Himmel und eine neue Erde“ nahe sind (Offenbarung 14:6; 21:1). WIR FROHLOCKEN darüber, daß zufolge dieser Verkündigung bereits eine große Volksmenge von mehr als drei Millionen aus allen Nationen mit uns auf der ganzen Welt vereint ist. Gemeinsam mit dem Engel, der in der Mitte des Himmels fliegt, erklären wir alle: „Fürchtet Gott, und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen, und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat“ (Offenbarung 14:7).

  • Babylon die Große angeklagt
    Der Wachtturm 1989 | 15. April
    • Babylon die Große angeklagt

      ANLÄSSLICH einer Serie von Kongressen, die 1988/89 rund um die Welt durchgeführt wurden, stimmten Millionen von Zeugen Jehovas einer Resolution zu, in der sie ihren Abscheu vor der Handlungsweise Groß-Babylons, des Weltreiches der falschen Religion — vor allem vertreten durch die Christenheit —, zum Ausdruck brachten. Aufrichtige Personen mögen sich nun fragen: Ist dieser Standpunkt nicht zu hart? Nein, keineswegs! Wenn wir daran denken, wie die Propheten im alten Israel den Götzendienst verurteilten und mit welch scharfen Worten Jesus die religiöse Heuchelei seiner Tage bloßstellte, sind wir als Zeugen Jehovas der Meinung, daß dieser Standpunkt völlig gerechtfertigt ist. Gott hat es sogar geboten (Jesaja 24:1-6; Jeremia 7:16-20; Matthäus 23:9-13, 27, 28, 37-39).

      Doch aus welchem Grund verabscheuen wir die Handlungsweise Babylons der Großen? Welche geschichtlichen Beweise haben wir für das Versäumnis der Religion, Jehova, den wahren Souveränen Herrn des Universums, zu ehren?

      Das neuzeitliche Babylon verachtet den Namen

      Der Souveräne Herr des Universums ist nicht namenlos. Er hat sich selbst mit dem Namen Jehova identifiziert, der in der Bibel etwa 7 000mal vorkommt. Er schreibt seinem Namen überaus große Bedeutung zu. Das dritte der Zehn Gebote lautet: „Du sollst den Namen Jehovas, deines Gottes, nicht in unwürdiger Weise gebrauchen, denn Jehova wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen in unwürdiger Weise gebraucht.“ Und Jesus hob im Vaterunser den Namen seines Vaters mit den Worten hervor: „Dein Name werde geheiligt“ (2. Mose 20:7; Matthäus 6:9).

      Was die Ehrung des Namens Gottes betrifft, hat sich die Christenheit keinen guten Ruf erworben. In der im Jahr 1611 erschienenen King-James-Bibel kommt der Name Jehova allein und in Verbindung mit anderen Namen nur siebenmal vor.a In anderen Übersetzungen (auch in der von Luther) erscheint er überhaupt nicht. Die meisten Religionsgemeinschaften ehren ihn nicht. Statt dessen haben sie ihre „heilige“ Dreifaltigkeit und in einigen Fällen Maria, die sogenannte Mutter Gottes, über den Gott der Bibel erhoben. Dadurch ist der kostbare Name Jehovas sozusagen außer Gebrauch gekommen.b

      Lobenswerterweise erkennen die Anhänger des Islam, entsprechend ihrem heiligen Buch, dem Koran, nur e i n e n Gott an. Doch seinen Namen, Jehova, gebrauchen sie nicht, obwohl er in der Bibel, die mindestens 2 000 Jahre älter ist als der Koran, schon geoffenbart worden ist. Die Hindus beten Millionen von Göttern und Göttinnen an, aber Jehova gehört nicht dazu.

      Besonders auffallend haben sich die Juden gegen den Namen Gottes vergangen. Jahrtausendelang haben sie beansprucht, Gottes Namensvolk zu sein, haben aber aus Traditionsgründen Gottes wahren Namen außer Gebrauch kommen lassen.

      Als Zeugen des Souveränen Herrn Jehova sehen wir uns daher veranlaßt, unseren Abscheu davor zum Ausdruck zu bringen, wie Babylon die Große Gottes heiligen Namen mißachtet.

      Warum wir babylonische Lehren verabscheuen

      Aufgrund der babylonischen Lehre von der Unsterblichkeit der Menschenseele sind Millionen Menschen in Furcht gehalten und ausgebeutet worden. Schon in ferner Vergangenheit hat die falsche Religion die Furcht, daß die Seele nach dem Tod in der Hölle ewig gequält werden könnte, zu ihrem Vorteil ausgenutzt. Eine auf raffinierte Weise abgeschwächte Form dieser Lehre ist die von den vorübergehenden Leiden im Fegefeuer. Aufrichtige Menschen lassen für die Verstorbenen gegen Bezahlung Messen lesen, erfahren aber nie, wann die Bezahlungen nicht mehr nötig sind. Diese gotteslästerlichen Lehren stützen sich nicht auf die Bibel. (Vergleiche Jeremia 7:31.)

      Die Bibel lehrt in Wirklichkeit, daß der Mensch eine lebende, sterbliche Seele ist. Adam wurde wegen seines Ungehorsams nicht zu einem Dasein in der Hölle oder dem Fegefeuer verurteilt, sondern zum Tod. Einfach ausgedrückt: „Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod“ (Römer 6:23; 1. Mose 2:7, 17; 3:19). Die biblische Hoffnung für die Toten beruht nicht auf einer unsterblichen Seele, sondern auf Gottes Verheißung einer Auferstehung zu vollkommenem Leben auf einer paradiesischen Erde (Johannes 5:28, 29; Offenbarung 21:1-4).

      Eine weitere babylonische Lehre ist die von der „heiligen“ Dreifaltigkeit. Diese Lehre von drei Personen in e i n e m Gott war nie ein Bestandteil des Glaubens der alten Hebräer (5. Mose 5:6, 7; 6:4). Jesus, der selbst Jude war, glaubte oder lehrte keinesfalls, daß er Gott, der Allmächtige, sei. Er gab nicht vor, zu einer Triade zu gehören, wie die Babylonier sie lehrten (Markus 12:29; 13:32; Johannes 5:19, 30; 14:28; 20:17).

      Darum lehnen wir Babylons gotteslästerliche Lehren ab, die von den falschen Religionen der Welt vertreten werden. Wir beten den allein wahren Gott, Jehova, durch seinen Sohn an, der ein Sühnopfer wurde, nicht nur für die Sünden der gesalbten Christen, sondern auch für die der ganzen Menschenwelt (1. Johannes 2:2).

      Warum wir gottfeindliche Philosophien ablehnen

      Der Papst und die Geistlichkeit der Christenheit beklagen sich über die ungeheure Ausbreitung des Atheismus, und viele rechtfertigen damit ihre Unterstützung der Politik des rechten Flügels. Es erhebt sich jedoch die Frage: Wer duldete die Ungerechtigkeiten und die Benachteiligungen, die vor allem im letzten Jahrhundert zu dieser Ausbreitung des Atheismus beitrugen? Es war insbesondere die Christenheit. Die russisch-orthodoxe Kirche zum Beispiel machte gemeinsame Sache mit den Zaren, die das Volk grausam bedrückten. Das Fehlen echter christlicher Werte in den Reihen derer, die sich als Vertreter Gottes ausgaben, trug zu Verhältnissen bei, die den Nährboden für den Atheismus bildeten.

      Die Religionsgemeinschaften der Christenheit haben auch die den Schöpfer entehrende Evolutionstheorie angenommen. Sie schreiben die Komplexität und die Vielfalt von mehr als einer Million Lebensformen den blinden Naturkräften zu. Sie sagen sogar, diese Vielfalt sei durch eine Reihe von glücklichen Zufällen entstanden. Diese Philosophie macht Gott überflüssig, was zur Folge hat, daß sich der Mensch niemandem gegenüber verantwortlich fühlt. Die Sittlichkeit wird zu einer Sache eigenen Gutdünkens (Psalm 14:1). Eine Folge davon sind die Milliarden von Abtreibungen, die jedes Jahr vorgenommen werden, und das in Ländern, wo die Menschen vorgeben, gläubig zu sein.

      Wir lehnen diese gottfeindlichen Philosophien und Praktiken ab. Wir beten Jehova an, „der da lebt für immer und ewig, der den Himmel und das, was darin ist, und die Erde und das, was darauf ist, und das Meer und das, was darin ist, erschaffen hat“ (Offenbarung 10:6; 19:6).

      Warum wir die Früchte Groß-Babylons verabscheuen

      Die Christenheit hat versäumt, die Warnungsbotschaften zu beachten, die gemäß Offenbarung, Kapitel 2 und 3 an die sieben Versammlungen gerichtet wurden und die Angelegenheiten betreffen wie Sektierertum, Götzendienst, Hurerei, Lauheit und Gleichgültigkeit.

      Beim Besuch fast jeder Kirche oder Kultstätte wird man feststellen, wie viele religiöse Menschen das Geschöpf über den Schöpfer stellen. Inwiefern? Durch ihre Verehrung von Heiligenbildern und Ikonen sowie die Anbetung von „Heiligen“, Madonnen und Kreuzen. (Vergleiche Psalm 115:2-8; 2. Korinther 5:7; 1. Johannes 5:21.)

      An diesen Menschen erfüllen sich folgende Worte des Apostels Paulus: „Obwohl sie Gott kannten, verherrlichten sie ihn nicht als Gott, ... sie [wurden] töricht und verwandelten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in etwas gleich dem Bild des vergänglichen Menschen und von Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren“ (Römer 1:21-23).

      Warum wir Babylons Unmoral verurteilen

      In den letzten 20 Jahren konnte man beobachten, daß die Homosexualität als alternativer Lebensstil anerkannt oder geduldet wurde. Millionen von Homosexuellen sind aus der Anonymität ausgebrochen und propagieren die Homosexualität stolz auf den Straßen. Wie denkt Gott über ihre Homosexualität?

      Die etwa 3 500 Jahre alte deutliche Erklärung der Bibel lautet: „Und du sollst nicht bei einer männlichen Person ebenso liegen, wie du bei einer Frau liegst. Es ist eine Abscheulichkeit“ (3. Mose 18:22). Und vor fast 2 000 Jahren wies Paulus darauf hin, daß sich Gottes Maßstäbe nicht geändert hatten; er schrieb: „Deshalb übergab Gott sie schändlichen sexuellen Gelüsten, denn sowohl ihre weiblichen Personen vertauschten den natürlichen Gebrauch von sich selbst mit dem widernatürlichen; und desgleichen verließen auch die männlichen Personen den natürlichen Gebrauch der weiblichen Person und entbrannten in ihrer Wollust zueinander, Männliche mit Männlichen, indem sie unzüchtige Dinge trieben und an sich selbst die volle Vergeltung empfingen, die ihnen für ihre Verirrung gebührte“ (Römer 1:26, 27; 1. Korinther 6:9, 10; 1. Timotheus 1:10).

      Unter der Geistlichkeit der Christenheit gibt es jedoch so viele Homosexuelle, daß es ihnen in manchen größeren Religionsgemeinschaften gelungen ist, eine einflußreiche Lobby zu gründen. Sie fordern die Anerkennung ihres Lebensstils und ihre Aufnahme in den geistlichen Stand. Ein typischer Fall ist Kanadas größte Religionsgemeinschaft, die Vereinigte Kirche Kanadas, deren Leiter am 24. August 1988 mit 205 zu 160 Stimmen die Aufnahme von Homosexuellen in den geistlichen Stand befürworteten.

      Warum wir Babylons geistige Prostitution verabscheuen

      In der Offenbarung wird Babylons Hurerei mit den „Königen der Erde“, den politischen Herrschern, bloßgestellt. Von der Hure wird gesagt, daß sie „auf vielen Wassern sitzt“, gemeint sind „Völker und Volksmengen und Nationen und Zungen“ (Offenbarung 17:1, 2, 15). Durch ihr vertrautes Verhältnis zu den politischen Herrschern hat die falsche Religion im Laufe der Jahrhunderte ihren Einfluß offen oder heimlich gebraucht, um das Volk zu unterdrücken und auszubeuten.

      Beispiele dieses Machteinflusses sind die Konkordate oder Verträge, die der Vatikan im 20. Jahrhundert mit den nationalsozialistischen und den faschistischen Machthabern abschloß. Sie hatten zur Folge, daß der Einfluß, den die Kirche auf ihre Herden ausübte, zu deren totaler Unterwerfung unter skrupellose Herrscher führte. Im Jahr 1929 schloß der Vatikan ein Konkordat mit dem faschistischen Diktator Benito Mussolini ab. Was geschah danach in Deutschland? Gemäß dem deutschen Kardinal Faulhaber soll Pius XI. über Hitler gesagt haben: „Mir hat gefallen, er ist der erste Staatsmann, der gegen den Bolschewismus gesprochen hat.“ Faulhaber bemerkte später: „Meine Romreise hat mir bestätigt, was man schon länger ahnen konnte. In Rom beurteilt man den Nationalsozialismus wie den Faschismus als die einzige Rettung vor dem Kommunismus und Bolschewismus.“

      Vor dem Jahr 1933 waren die katholischen Bischöfe Deutschlands gegen die Naziphilosophie. Doch wie der deutsche Schriftsteller Klaus Scholder in seinem Buch Die Kirchen und das Dritte Reich schreibt, wurden die Bischöfe von Kardinal Pacelli, dem Gesandten des Vatikans in Deutschland, angewiesen, ihre Einstellung zum Nationalsozialismus zu ändern. Wodurch wurde diese Änderung bewirkt? Durch die Aussicht auf das Konkordat zwischen dem Dritten Reich und dem Vatikan, das am 20. Juli 1933 abgeschlossen wurde.

      Klaus Scholder berichtet: „Bei der Wahl und Volksabstimmung vom 12. November [1933] erntete Hitler die Früchte des Reichskonkordats durch überraschend hohe Zustimmung gerade in überwiegend katholischen Wahlkreisen.“

      Einige protestantische Kirchenführer traten zwar offen gegen die Machtübernahme der Nazis im Jahr 1933 auf, aber ihre Stimmen gingen in dem nationalistischen Massengeschrei bald unter. Scholder erklärt: „In der evangelischen Kirche [wuchs] offensichtlich von Tag zu Tag die Bereitschaft, die bisher geübte Zurückhaltung aufzugeben und nun endlich auch in der nationalen Begeisterung mit aufzugehen. ... zum erstenmal [erschienen] offizielle kirchliche Erklärungen, die sich rückhaltlos zum neuen Reich bekannten.“ Ja, der Protestantismus verkaufte sich dem NS-Nationalismus genauso und stand ihm ebenso zu Diensten wie die katholische Kirche.

      Wie die Geschichte zeigt, hat die falsche Religion all die Jahrhunderte hindurch mit der einflußreichen Herrscherelite gemeinsame Sache gemacht und deren Ansehen zum Nachteil des Volkes gestärkt. Die geistlichen Führer der Welt haben nicht die „Gesinnung Christi“ widergespiegelt, sondern sind gierig auf Macht, Besitz und Reichtum ausgewesen. Als Zeugen Jehovas verabscheuen wir diese geistige Prostitution (Johannes 17:16; Römer 15:5; Offenbarung 18:3).

      Warum wir Babylons Blutschuld verabscheuen

      In der Offenbarung wird Babylon die Große wegen ihrer gewaltigen Blutschuld angeklagt: „Und ich sah, daß die Frau trunken war vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu. Ja, in ihr wurde das Blut von Propheten und Heiligen und von all denen gefunden, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“ (Offenbarung 17:6; 18:24).

      Die Geschichte der falschen Religion zeugt von Haß und Blutvergießen, woran die Christenheit den größten Anteil hat. Zwei Weltkriege brachen im Bereich sogenannter christlicher Nationen aus. „Christliche“ politische Führer griffen 1914 und 1939 zu den Waffen, und die Geistlichkeit aller am Krieg beteiligten Nationen gab ihren Segen dazu. In dem Werk The Columbia History of the World wird über den Ersten Weltkrieg folgendes gesagt: „Die Wahrheit wurde zusammen mit dem Leben abgewertet, und es war kaum eine Stimme des Protests zu hören. Die Hüter des Wortes Gottes führten den Kriegsgesang an. Der totale Krieg bedeutete schließlich totaler Haß“ (Kursivschrift von uns). Feldgeistliche spornten ihre Soldaten mit patriotischem Eifer an, und junge Menschen auf beiden Seiten wurden zu Kanonenfutter. In demselben Geschichtswerk heißt es: „Die systematische Vergiftung des menschlichen Geistes durch den gesteigerten Nationalismus ... war ein weiteres Hindernis für die Suche nach Frieden.“

      Die falsche Religion benutzt in der ganzen Welt Konflikte zwischen Juden und Muslimen, Hindus und Sikhs, Katholiken und Protestanten, Muslimen und Hindus sowie Buddhisten und Hindus, um Haß zu erzeugen. Ja, die falsche Religion macht sich weiterhin mitschuldig an dem Blutbad, das unter denen angerichtet wird, „die auf der Erde hingeschlachtet“ werden (Offenbarung 18:24).

      Angesichts all dieser Beweise sind Jehovas Zeugen davon überzeugt, daß die Kongreßresolution des Jahres 1988 angebracht und zeitgemäß war. Zu Recht verurteilen wir die falsche Religion als die mit Blutschuld beladene Hure, Babylon die Große. Wir machen der Welt den einzigen Weg zu wahrem Frieden und zur wahren Anbetung bekannt und fordern sie auf, sich dem Souveränen Herrn des Universums, Jehova Gott, zuzuwenden, und zwar durch den, den er zur Erde gesandt hat, Jesus, den Christus oder Messias. Das bedeutet, Gottes Königreich als die gerechte, für immer bestehende Regierung anzuerkennen, die allein die Bedürfnisse der Menschheit befriedigen kann. Es bedeutet ferner, jetzt dem Befehl zu gehorchen: „Geht aus ihr [Babylon der Großen] hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt“ (Offenbarung 18:4; Daniel 2:44; Johannes 17:3).

      [Fußnoten]

      a 1. Mose 22:14; 2. Mose 6:3; 17:15; Richter 6:24; Psalm 83:18; Jesaja 12:2; 26:4.

      b Eine eingehende Betrachtung über die Wichtigkeit und die Bedeutung des Namens Gottes ist in der 32seitigen Broschüre Der göttliche Name, der für immer bleiben wird, herausgegeben von der Wachtturm-Gesellschaft, zu finden.

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen