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g99 8. 6. S. 22-23

Kaffee? Tee? Oder Guarana?

VON UNSEREM KORRESPONDENTEN IN BRASILIEN

„WAS möchtet ihr gern trinken?“ fragt die charmante Gastgeberin. „Kaffee? Tee? Oder Guarana?“ In Brasilien hört man diese Frage bei geselligen Anlässen oft. Ihre Gäste aus dem Ausland scheint die Frage allerdings zu verwirren. Daraufhin zeigt ihnen die Gastgeberin eine Flasche, auf deren Etikett drei rote beerenartige Früchte abgebildet sind. Erleichtert merken die Gäste, daß Guarana nicht irgendeine exotische Amphibienart ist, sondern ein refrigerante oder alkoholfreies Getränk.

Vielleicht sagt uns ja der Name Guarana auch nichts. Kaffee und Tee wird auf der ganzen Welt getrunken, Guarana hingegen ist vor allem in Brasilien beliebt. Eines haben alle drei Getränke allerdings gemeinsam: Sie enthalten Koffein — ein Glas Guarana sogar dreimal soviel wie die entsprechende Menge Kaffee. Neugierig geworden, entscheiden sich die Gäste für Guarana. Während sie an dem erfrischenden Getränk nippen und den zwar herben, aber fruchtigen Geschmack genießen, erzählt man ihnen, was es mit Guarana auf sich hat.

Die Guaranapflanze, so erfahren sie, ist ein im Amazonasbecken heimischer Kletterstrauch. Die Pflanze wächst in der Nähe der Orte Maués und Parintins und in weiteren Teilen des Staates Amazonas. Guarana wird allerdings auch in anderen Bundesstaaten Brasiliens angebaut wie Pará, Goiás und Mato Grosso.

Der Strauch kann 10 Meter hoch ranken. An den dunklen Zweigen hängen ovale Blätter mit gezahnten Rändern und Blütendolden mit kurzen Stengeln. Der Strauch beginnt in seinem dritten Jahr, Früchte anzusetzen, und zwar in den Monaten Januar/Februar. Ein fünf Jahre alter Busch kann ungefähr drei Kilogramm Früchte tragen.

Die etwa traubengroße Guaranafrucht enthält ein bis zwei glatte, ovale Samen. Die Frucht ist oben leuchtend rot und nach unten hin gelb. Um Guaranabrei zuzubereiten, weicht man zunächst die Früchte ein. Dadurch wird die Schale von den Samen getrennt. Dann werden die Samen gewaschen, getrocknet, geröstet und zu Pulver zerrieben. Danach mischt man das Pulver, das Koffein enthält, mit Wasser und wahrscheinlich auch noch mit Kakao und Maniok.

Lange bevor brasilianische Kolonisatoren von Guarana erfuhren, kannten die Indios den Wert der Frucht. Um ein Getränk von hoher Qualität zu erzeugen, achteten sie sorgfältig darauf, nur die reifen Früchte auszuwählen. Sie nahmen weder grüne noch angefaulte Früchte hinzu. Die Samen wurden zerkleinert und mit Wasser zu einer Paste angerührt. Die Paste formten sie zu Stangen, die etwa fünfzehn Zentimeter lang und zweieinhalb Zentimeter dick waren. Diese Stangen ließen sie trocknen, bis sie steinhart waren — eine alte Art der Haltbarmachung von Lebensmitteln in heißem und feuchtem Klima. Später zerrieb man die Guaranastangen auf dem Kiemenskelett eines großen Fisches, pirarucu genannt. Das Pulver wurde dann in Wasser oder Fruchtsaft eingerührt.

Brasiliens Indios schätzten das Getränk wegen seines therapeutischen Wertes. Medizinmänner verordneten Guarana gern bei den verschiedensten Krankheiten. Und wenn die Indios lange Zeit schwer arbeiteten, kamen sie mit Guarana über Ermüdungserscheinungen hinweg.

Etwa 1816 gelangte Guarana nach Frankreich. Später, im Jahr 1826, ließ der deutsche Botaniker Karl von Martius seinen Bruder Theodor die erste chemische Analyse der Frucht vornehmen. In Europa fand Guarana allerdings nur eingeschränkt Verwendung, weil die dortigen Mediziner meinten, es gebe billigere Präparate, die man statt dessen einsetzen könne.

Zu Hause in Brasilien galt Guarana für immer mehr Menschen als ein Allheilmittel. 1905 pries der brasilianische Arzt Luís Pereira Barreto denjenigen, der als erster Guarana probiert und den positiven Effekt bemerkt hatte, als einen der größten Wohltäter der Menschheit.

Bei Guaranabefürwortern steht das Getränk nach wie vor hoch im Kurs. Manche behaupten, es sei nicht nur ein anregendes Tonikum, sondern auch ein Beruhigungsmittel für das Herz und eine effektive Arznei im Kampf gegen Arteriosklerose, bei der die Arterien verkalken. Guarana soll außerdem bei Durchfall, Ruhr und Migräne helfen sowie bei Neuralgien oder Nervenschmerzen. Ob diese Behauptungen eingehenden medizinischen Untersuchungen standhalten, bleibt abzuwarten. Jedenfalls ist Guarana seit 1929 in Brasilien als erfrischendes Getränk sehr beliebt.

Die Gäste haben die Unterhaltung recht interessant gefunden. „Möchtet ihr noch etwas Guarana?“ fragt die Gastgeberin. Einmütiges, zustimmendes Nicken ist die Antwort. Und wie steht’s mit uns?

[Bilder auf Seite 23]

Guarana — bevor es zum Getränk verarbeitet wird

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