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  • g99 22. 12. S. 17-19
  • Soll ich mir eine Kreditkarte zulegen?

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  • Soll ich mir eine Kreditkarte zulegen?
  • Erwachet! 1999
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Erwachet! 1999
g99 22. 12. S. 17-19

Junge Leute fragen sich:

Soll ich mir eine Kreditkarte zulegen?

„Mein erstes Kreditkartenangebot kam mit der Post, als ich 16 Jahre alt war. ... Mit 18 hatte ich einen Schuldenberg von 60 000 Dollar“ (Kristin).

EIGENTLICH hatte Kristin vorgehabt, nur im Notfall auf ihre Kreditkarte zurückzugreifen oder höchstens gelegentlich, wenn sie sich etwas kaufen wollte, was sie gerade nicht bar bezahlen konnte. Doch dann geriet alles außer Kontrolle. „Ich bekam den reinsten Kaufrausch und bestellte wie verrückt Sachen aus Katalogen“, gesteht sie. „Ich hab’ mir Zeug gekauft, an dem mir überhaupt nichts lag.“ Heute sieht Kristin Kreditkarten mit anderen Augen. „Ich hatte ja keine Ahnung, wie sehr diese kleine Plastikkarte mein Leben durcheinanderwirbeln würde“, sagt sie (Zeitschrift Teen).

Kristin ist kein Einzelfall. Immer mehr junge Menschen begeben sich mit diesem kleinen Plastikding, der Kreditkarte, auf gefährlichen Boden. Manche Unternehmen greifen zu aggressiven Werbestrategien, die speziell auf junge Leute abzielen. Wahrscheinlich wissen sie nur zu gut, daß Kreditkarten für viele, bei denen das Geld ohnehin locker sitzt, eine „finanzielle Droge“ werden können, wie die Finanzberaterin Jane Bryant Quinn es ausdrückt. „Je öfter man sie gebraucht“, sagt sie, „um so schwieriger wird es, damit aufzuhören.“

Natürlich hat eine Kreditkarte auch Vorteile — zum Beispiel in Notsituationen oder in Fällen, wo es nicht klug wäre, Bargeld bei sich zu haben. Das ist ein Grund, warum sich Kreditkarten in den Vereinigten Staaten und auch in anderen Ländern durchgesetzt haben. Wenn man allerdings nicht verantwortungsvoll damit umgeht, kann einen die Kreditkarte in ein tiefes schwarzes Loch stürzen. So meldete ein Bericht, der im Torontoer Globe and Mail erschienen ist, eine dreifache Zunahme „an hoch verschuldeten 20- bis 23jährigen, die sich an den Kreditberatungsservice in Toronto um Hilfe gewandt haben“. Wie aus dem Bericht hervorging, hatten nicht wenige bis zu 25 000 Dollar Schulden, und Kreditkartenrechnungen waren eine der Hauptursachen.

Solltest du dir eine Kreditkarte zulegen? Das müssen deine Eltern entscheiden. Falls sie meinen, du solltest noch etwas warten, sei geduldig. Wenn du beweist, daß du vernünftig mit Geld umgehen kannst, werden sie dir über kurz oder lang vielleicht mehr finanzielle Verantwortung übertragen. (Vergleiche Lukas 16:10.) Bis es soweit ist, solltest du dir allerdings darüber im klaren sein, daß der Gebrauch einer Kreditkarte ähnlich wie das Fahren eines Autos sowohl Vorteile hat als auch Risiken mit sich bringt.

Die Kosten berechnen

Mit Kreditkarte zu kaufen ist im Prinzip dasselbe, als würde man sich Geld leihen. Und wie es nun mal beim Leihen so ist, muß man das Geborgte auch wieder zurückzahlen (Sprüche 22:7). Wie bezahlt man aber Waren, die man mit Kreditkarte gekauft hat?

Normalerweise erhält man gegen Ende des Monats einen Kontoauszug, auf dem alle Einkäufe, die man mit der Karte gemacht hat, und der fällige Gesamtbetrag aufgelistet sind. In Deutschland beispielsweise wird dieser Gesamtbetrag dann automatisch vom Konto abgebucht. Überzieht man sein Konto, fallen sofort Kreditzinsen an. In den Vereinigten Staaten sieht es etwas anders aus. Dort wird der Rechnungsbetrag nicht einfach vom Konto eingezogen, sondern auf dem Auszug wird angegeben, wieviel von dem fälligen Gesamtbetrag sofort zu bezahlen ist. Der geforderte Mindestbetrag ist in der Regel ziemlich gering. Das könnte den Kreditkarteninhaber zu dem Schluß führen: „Halb so schlimm. Wenn ich einfach jeden Monat den geforderten Mindestbetrag bezahle, werden meine Schulden eines Tages getilgt sein.“ Das Problem ist allerdings, daß nach Ablauf einer Zahlungsfrist auf den noch bestehenden Schuldenbetrag Gebühren, das heißt Zinsen, erhoben werden. Und die Zinsraten können bei Kreditkarten ganz beachtlich sein.

Joseph zum Beispiel hatte einmal einen Saldo von ungefähr 1 000 Dollar auf seinem monatlichen Kontoauszug. Natürlich mußte er nur den fälligen Mindestbetrag zurückzahlen, der 20 Dollar betrug. Als er sich den Kontoauszug allerdings näher ansah, fiel ihm auf, daß in dem Saldo für den Monat eine Zinsbelastung von fast 17 Dollar enthalten war. Wenn Joseph also den Mindestbetrag von 20 Dollar bezahlt hätte, wäre seine 1 000-Dollar-Schuld nur um 3 Dollar getilgt worden.

Wie lange dauert es, eine Kreditkartenrechnung zu begleichen, wenn man immer nur den fälligen Mindestbetrag bezahlt? In einer von der Federal Trade Commission und von American Express herausgegebenen Broschüre wird der folgende hypothetische Fall geschildert: „Hat man einen Saldo von 2 000 Dollar auszugleichen, würde es bei 18,5 % Zinsen und einer niedrigen monatlichen Mindestrückzahlung mehr als 11 Jahre dauern, die Schulden zu löschen. Allein die Zinsen würden 1 934 Dollar betragen, so daß sich die Gesamtkosten der ursprünglichen Anschaffung nahezu verdoppeln.“

Wie man sieht, kann man mit einer Kreditkarte durch Achtlosigkeit in ein finanzielles Loch ohne Boden geraten. „Ich hab’ tatsächlich für alles fast das Doppelte bezahlt“, sagt Kristin. „Als ich Zahlungsschwierigkeiten hatte, verlangten die Kreditgeber Überziehungsgebühren. Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte.“

Der verantwortungsvolle Umgang mit einer Kreditkarte

Kristin machte die bittere Erfahrung, daß die Devise „Kaufe jetzt, zahle später“ gefährlich sein kann. Schulden können rasant zunehmen, und ohne daß man es merkt, kann es passieren, daß die monatliche Mindestrückzahlung kaum mehr als die Zinsen deckt. Wie schützen sich verantwortungsbewußte Kreditkarteninhaber vor dieser Falle?

● Sie behalten den Überblick über ihre Einkäufe und überprüfen ihre monatlichen Kontoauszüge gründlich, um sicherzustellen, daß nur die Ausgaben berechnet wurden, die sie auch wirklich gemacht haben.

● Sie sind sich bewußt, wie wichtig Kreditwürdigkeit ist und daß sie ihnen später einmal nützlich sein kann, etwa wenn sie sich um einen Arbeitsplatz bewerben, eine Versicherung beantragen oder sich ein Auto oder ein Haus kaufen wollen.

● Sofern möglich, überziehen sie ihr Konto nicht, um eine hohe Zinsbelastung zu vermeiden.

● Sie geben ihre Kreditkartennummer und das Ablaufdatum nicht am Telefon weiter, es sei denn, sie kennen die Person oder Firma, mit der sie zu tun haben.

● Sie verleihen ihre Kreditkarte grundsätzlich nicht, nicht einmal Freunden. Schließlich ist es ja die Kreditwürdigkeit des Karteninhabers, die bei Mißbrauch geschädigt wird.

● Sie gebrauchen ihre Kreditkarte nicht, um Bargeld abzuheben, als würde es sich um eine Scheckkarte handeln. Man darf nicht vergessen, daß für Bargeldabhebungen in aller Regel recht hohe Gebühren berechnet werden.

● Sie füllen nicht jeden Kreditkartenantrag aus, den sie erhalten. Für die meisten Jugendlichen ist eine Karte genug.

● Sie benutzen ihre Kreditkarte mit aller Vorsicht und sind sich völlig darüber im klaren, daß sie beim Einkauf damit nach wie vor Geld ausgeben, auch wenn sie keine Scheine oder Münzen dazu gebrauchen.

Die Vorteile nutzen

Ob du bereits eine Kreditkarte hast oder mit dem Gedanken spielst, dir demnächst eine zu besorgen, solltest du die Vorteile und Risiken auf jeden Fall gut kennen. Laß dir folgende Fragen durch den Kopf gehen: Warum denke ich, daß ich eine Kreditkarte brauche? Besteht der Grund einfach darin, daß ich mir verschiedenes anschaffen, mir modische Sachen zulegen und meine Freunde beeindrucken will? Sollte ich mehr daran arbeiten, mit den wesentlichen Dingen zufrieden zu sein, das heißt mit dem, was der christliche Apostel Paulus als „Lebensunterhalt und Bedeckung“ bezeichnete? (1. Timotheus 6:8). Werde ich mir durch Kreditkartenschulden drückende finanzielle Lasten aufbürden, so daß ich den Blick für die wichtigeren Dinge im Leben verliere? (Matthäus 6:33; Philipper 1:8-11).

Denk über diese Fragen nach, und besprich sie mit deinen Eltern. Dann wirst du dir — mit oder ohne Kreditkarte — die finanziellen Sorgen ersparen, die sich viele aufgeladen haben (Sprüche 22:3).

[Kasten auf Seite 19]

Warum die Zustimmung der Eltern so wichtig ist

Viele Jugendliche haben zum erstenmal die Gelegenheit, sich eine Kreditkarte zuzulegen, wenn sie mit der Post einen entsprechenden Antrag erhalten. Manche bekommen über einen gewissen Zeitraum sogar mehrere Anträge zugeschickt. „Die Kreditkartengesellschaften wetteifern heftig um die Gunst junger Menschen“, sagt Jane Bryant Quinn, „denn wie Studien belegen, neigt man dazu, seiner ersten Kreditkarte treu zu bleiben.“

Normalerweise muß ein Elternteil oder ein anderer kreditwürdiger Erwachsener den Kreditkartenantrag unterschreiben, damit der Kreditkartenaussteller eine gewisse Gewähr dafür hat, daß die in Rechnung gestellten Käufe auch bezahlt werden. Bedauerlicherweise versuchen viele Jugendliche, sich an diesem Schritt vorbeizumogeln. Eine Jugendliche gab ihre Großmutter ohne deren Wissen als Hauptantragstellerin an und sich selbst als Mitantragstellerin. Man kann sich vorstellen, daß die Großmutter aus allen Wolken fiel, als sie erfuhr, daß sie Zehntausende von Dollar Schulden hatte.

Die Unterschrift eines Elternteils oder eines anderen Erwachsenen auf einem Kreditkartenantrag zu fälschen ist unehrlich, und Gott verurteilt Unehrlichkeit (Sprüche 11:1; Hebräer 13:18). Wenn du also eine Kreditkarte haben möchtest, unterhalte dich mit deinen Eltern darüber. Auf lange Sicht ist es für dich viel besser, ihre Zustimmung zu haben. Wahrscheinlich haben deine Eltern Erfahrung mit der Rückzahlung von Krediten und können dir guten Rat geben. Sprich daher mit ihnen, und versuch nie, mit unehrlichen Mitteln an eine Kreditkarte heranzukommen.

[Bild auf Seite 18]

Der leichtsinnige Umgang mit einer Kreditkarte kann ins finanzielle Chaos führen

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